Wir sind inzwischen in São Paulo angekommen. Eigentlich wollte ich mich nach der anstrengenden Reise unter die Dusche stellen, in São Paulo ist das allerdings gar nicht so einfach. In der 22-Millionen-Stadt ist Wasser inzwischen ein wertvolles Gut und streng limitiert. Im Norden und Westen der Stadt — also den Stadtteilen, die vor allem vom Cantareira-Reservoir versorgt werden, stehen den Bewohnern in bestimmten Monaten nur wenige Stunden Wasser zur Nutzung zur Verfügung. Dort sind mehr als 90 Prozent der Wasserreserven aufgebraucht. Schon ironisch, wenn man bedenkt, dass wir gerade aus dem Amazonasregenwald kommen – der Region mit dem größten Süßwasservorrat der Welt.
Auswirkungen der Abholzung

Die Megastädte São Paulo und Rio de Janeiro leiden seit Jahren immer wieder unter extremer Trockenheit.
Der Grund: Der Verlust der Walddecke im Amazonas-Regenwald wirkt sich unter anderem negativ auf die Wasserversorgung des Landes aus. Über die Verdunstung tragen die Wälder und Flüsse Amazoniens erheblich zur Wolkenbildung und damit zum Regenfall im Süden bei. Je mehr Wälder abgeholzt werden, desto weniger Regen fällt in anderen Regionen des Landes. In manchen Stadtteilen kommt bis zu zwölf Stunden pro Tag kein Wasser aus dem Hahn.
Gestank und Dürre
Um diese Thematik besser zu verstehen, besucht unsere kleine Reisecrew den Guarapina See und das Cantareira-Reservoir, beziehungsweise das, was davon übrig geblieben ist. Auf dem Weg dorthin fällt auf: Es stinkt unangenehm in den Straßen der Stadt. An Schildern und Brückenpfeilern erkennt man, wo der Wasserpegel früher einmal stand. Die prekäre Lage wird allen Beteiligten auf den ersten Blick klar. Unsere brasilianischen Kollegen erzählen uns, dass leider auch heute noch vielen Brasilianern der Zusammenhang zwischen der Abholzung im Norden und der Dürre im Süden nicht bekannt ist.
Umso mehr müssen wir für den Erhalt der Schutzgebiete im Amazonasregenwald kämpfen. Hier könnt ihr uns bei diesem Kampf unterstützen: www.wwf.de/viva-amazonia.
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