War­um stran­den Wale?


Walstrandung in Tasmanien September 2020
Hunderte Wale sind gestrandet © Tasmania Police

Wal­stran­dun­gen sind ein trau­ri­ges Phä­no­menEs scheint, dass welt­weit immer mehr tote Wale an den Küs­ten ange­spült wer­den und dort ver­en­den. Lau­fen Wale im fla­chen Was­ser ein­mal auf Grund, schaf­fen sie es aus eige­ner Kraft oft nicht mehr zurück ins Meer. Irgend­wann wer­den sie dann von ihrem eige­nen Gewicht erdrückt. 

470 Wale vor Tas­ma­ni­en gestran­det

In den letz­ten Tagen kam es zu einer Mas­sen­stran­dung von Grind­wa­len ent­lang der West­küs­te Tas­ma­ni­ens im Mac­qua­rie Har­bour. Am Mon­tag wur­den in Mac­qua­rie Heads etwa 270 Wale ent­deckt. Heu­te Mor­gen wur­den wei­te­re 200 Wale zehn Kilo­me­ter süd­lich gestran­det auf­ge­fun­den. Mit jetzt 470 Tie­ren ist dies Tas­ma­ni­ens größ­te Stran­dung über­haupt. 

Fol­ge uns in Social Media

Facebook
Twitter
Instagram
YouTube
RSS

 

Beson­ders tra­gisch:Die tas­ma­ni­sche Umwelt­be­hör­de (DPIPWE) und der Parks and Wild­life Ser­vice koor­di­nie­ren ein Netz­werk aus­ge­bil­de­ter Frei­wil­li­ger zur Ret­tung. Lei­der sind eini­ge Tie­re, die wie­der weg­schwim­men konn­ten, erneut gestran­det. Ver­mut­lich sind sie nur wider­wil­lig bereit, ihre Fami­li­en zu ver­las­sen. Daher wer­den die befrei­ten Tie­re nun mit Boo­ten aus dem Gebiet gelei­tet. Grind­wa­le haben wie ande­re Zahn­wa­le und Del­fi­ne unglaub­lich star­ke sozia­le Bin­dun­gen. Wenn ein Tier krank oder ver­letzt ist, kann ein ein­zel­nes Tier eine gan­ze Grup­pe von Walen in schwie­ri­ge Gebie­te füh­ren. 

Walstrandung vor Tasmanien: Helfer mit Wal
Eini­ge Wale hat­ten es schon geschafft — und stran­de­ten dann wie­der © Tas­ma­nia Poli­ce

Die Ursa­chen sol­cher Stran­dun­gen sind viel­sei­tig und kön­nen häu­fig nicht ein­deu­tig erkannt wer­den. Fest steht: In die­sem Gebiet Tas­ma­ni­ens kam es schon in der Ver­gan­gen­heit zu mas­si­ven Stran­dun­gen von Del­fi­nen, Pott­wa­len und Grind­wa­len. 

Natür­li­che Ursa­chen von Wal­stran­dun­gen

Hier in Tas­ma­ni­en geschieht es oft, wenn die Mee­res­säu­ger ihrer Beu­te ins seich­te Was­ser fol­gen. Ähn­lich wie in Cape Cod (USA), einem wei­te­ren Hot­spot für Wal­stran­dun­gen.  

Vie­le Stran­dun­gen haben also einen natür­li­chen Ursprung. Eine wei­te­re Ursa­che: Son­nen­ak­ti­vi­tät. Die Son­ne beein­flusst das Magnet­feld der Erde, das Wale zur Ori­en­tie­rung nut­zen. Und Stür­me brin­gen die emp­find­li­chen Tie­re vom Weg ab.

Gestrandete Wale in Tasmanien
An man­chen Orten ‑wie Tas­ma­ni­en- pas­siert es häu­fi­ger © pic­tu­re alli­an­ce / Bro­die Weed­ing / Cover Images

Der Mensch als Ursa­che von Wal­stran­dun­gen

Doch es gibt inzwi­schen eine grö­ße­re Bedro­hung: Wir Men­schen! Fakt ist: Der Mensch ist zu einem gro­ßen Teil für die Wal­stran­dun­gen ver­ant­wort­lich. 

Lärm 

Wale haben zuneh­mend mit Unter­was­ser­lärm zu kämp­fen. Schiff­fahrt, Mili­tär und Off­shore-För­de­rung sor­gen für einen Höl­len­lärm und belas­ten die Tie­re. Ihre Ori­en­tie­rung wird erschwert, ihre Nah­rungs­su­che unter­bro­chen, die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen den Tie­ren ein­ge­schränkt und oft­mals haben sie blei­ben­de Schä­den durch den Lärm. Die Lärm­be­las­tung nimmt welt­weit zu und sorgt für vie­ler­orts zuneh­men­de Wal­stran­dun­gen. 

Plas­tik 

Immer mehr der ange­spül­ten Wale wei­sen Plas­tik in ihren Mägen und Kör­pern auf. Zum Bei­spiel wur­de im März 2019 ein Wal mit 40 Kilo­gramm Plas­tik im Magen gefun­den. Oder die­ser schwan­ge­re Wal, der mit 22 Kilo­gramm Plas­tik ange­spült wur­de. Die Lis­te der Fäl­le ist lang. Auch ver­lo­re­ne gegan­ge­ne Net­ze der Fische­rei, so genann­te Geis­ter­net­ze, kön­nen vie­len Mee­res­tie­ren zum Ver­hängnis wer­den und sind immer wie­der die Ursa­che für ver­letz­te und ver­en­de­te Tie­re, die an unse­re Küs­ten gespült wer­den. 

Forscher:innen unter­such­ten 50 an den bri­ti­schen Küs­ten ange­spül­te tote Mee­res­säu­ger. Jedes ein­zel­ne die­ser Tie­re ent­hielt Plas­tik im Magen.  

Wal Plastikmüll : Gestrandeter Wal mit über 1000 Teilen Plastik im Magen
Gestran­de­ter Wal mit über 1000 Tei­len Plas­tik im Magen © WWF-Indo­ne­sia/K­ar­ti­ka Sumolang

Kli­ma­ver­än­de­run­gen 

Nicht nur an Land sorgt die Kli­ma­ka­ta­stro­phe mit Dür­ren und Unwet­ter für Cha­os. Denn die Kli­ma­kri­se beein­flusst auch Wind­sys­te­me und Mee­res­strö­mun­gen. Zum Bei­spiel gin­gen in Tas­ma­ni­en ver­mehr­ten Stran­dun­gen star­ke Stür­me vor­aus. Durch die Unwet­ter wur­den kal­te Strö­me, wo Wale ihre Beu­te­tie­re fin­den, in Küs­ten­nä­he gelei­tet. 

Die Erd­er­hit­zung ver­klei­nert zudem den Lebens­raum der Wale und redu­ziert oder ver­la­gert ihr Nah­rungs­an­ge­bot, sodass sie ande­re und wei­ter ent­fern­te Fress­ge­bie­te errei­chen müs­sen. 

Das könnt ihr für Wale tun

Wir kön­nen jetzt von hier für die Wale vor Tas­ma­ni­en und ihren Ret­tern nur das Bes­te hof­fen.  Aber wir alle kön­nen dazu bei­tra­gen, Walen und ande­ren Mee­res­tie­ren zu hel­fen. 

Wie hat Dir die­ser Bei­trag gefal­len?

Durch­schnitt­li­che Bewer­tung 4.6 / 5. Anzahl Bewer­tun­gen: 80

Sehr schön, das freut uns! Viel­leicht magst Du ja…

…die­sen Bei­trag jetzt tei­len:

Scha­de, dass Dir der Bei­trag nicht so gut gefal­len hat.

Dein Feed­back wäre sehr wert­voll für uns.

Wie könn­ten wir die­sen Bei­trag Dei­ner Mei­nung nach opti­mie­ren?

Vorheriger Beitrag Hirsch, Hase & Co: Wann paaren sich Tiere in Deutschland?
Nächster Beitrag Klimastreik 2020: Und Du?

2 Kommentare

  1. Avatar
    Reinhold Harder
    27. September 2020
    Antworten

    Es wäre nicht nur für den WWF nütz­lich ‑den­ke ich‑, wenn ein­mal zur Kennt­nis genom­men wür­de, dass seit 1996 von unter­dess­sen vie­len welt­weit instal­lier­ten ‑und sogar auch schwim­men­den- Radar­an­la­gen Strah­len mit über 3 Mil­lio­nen Watt Sen­de­leis­tung in die die Jono­s­phäe­re geschos­sen wer­den. Dort bil­den sie Plas­ma­wol­ken, die ihrer­seits soge­nann­te ELF — Wel­len (3–30Hz) aus­sen­den. Wenn man denen z.B. Spra­che auf­mo­du­liert, kann man bis zu 3.000 Meter tief im Meer mit U- Boo­ten kom­mu­ni­zie­ren. Die ELF-Wel­len, die hier benutzt wer­den, haben eine Fre­quenz von 10 bis 12 Hz, was etwa der Reso­nanz-fre­quens sowohl der Men­schen als auch der Wale ent­spricht. Nicht der Lärm unter Was­ser, son­dern die­se Wel­len neh­men den Walen offen­sicht­lich ihre Ori­en­tie­rungs­fä­hig­keit. Das ist sehr wahr­schein­lich die Ursa­che des immer wie­der Stran­dens der ansons­ten meist kern­ge­sun­den Wale!
    Inter­es­san­ter­wei­se fin­det man im Inter­net kei­ner­lei Anga­be, seit wann das Wal-Stran­den stazz­fin­det. Weil es mili­tä­ri­scher Geheim­hal­tung unter­liegt? Wer ver­hin­dert das wohl? Die Sen­de­an­la­gen gibt es jeden­falls seit 1996.

  2. Avatar
    Dr. Horst Eichler
    27. September 2020
    Antworten

    Erstaun­lich: wie machen das die Wale, dass sie zuerst tot Strän­den und dann ver­en­den? Ihr soll­tet schon sorg­fäl­ti­ger mit Euren For­mu­lie­run­gen und der Spra­che umge­hen.

Einen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.