Kuh der Woche: Glo­ba­les Tiger-Such­bild


Die Presseschau der Woche zu Wolf, Luchs Tigern, Tigerzahlen - und Jan Böhnmermann
Wie viele Tiger sind es? (c) Roland Gramling / WWF

Kuh der Woche: Glo­ba­les Tiger-Such­bild

Wenn ich noch ein­mal Böh­mer­mann höre, wer­fe ich mich auf den Boden und bei­ße in die Aus­le­ge­wa­re! – Na gut, ganz so weit ist es noch nicht und ich kom­men in der Pres­se­schau auch nicht drum her­um. Trotz­dem ist das The­ma nach mei­nem Dafür­hal­ten medi­al von jeder mög­li­chen und unmög­li­chen Sei­te beleuch­tet wor­den. Spä­tes­tens das wort­kar­ge Inter­view des Erdo­gan-Anwalts im ZDF soll­te klar gemacht haben, wie über­zo­gen – ja bei­na­he sati­risch-absurd – nicht nur die Cau­sa an sich, son­dern auch die Bericht­erstat­tung dar­über ist. Man­che Medi­en unken bereits, Mer­kel kön­ne über das Schmäh­ge­dicht stol­pern. Wäre ja fast so, als müss­te ein Bun­des­prä­si­dent wegen eines geschenk­ten Bob­by-Cars zurück­tre­ten. Naja, las­sen wir das lie­ber… Natür­lich darf Sati­re nicht alles. Aber wo die Gren­zen lie­gen, dass soll­te in einer moder­nen Demo­kra­tie ein Gericht ent­schei­den. Nicht das Kanz­ler­amt. Und übri­gens auch nicht die wan­kel­mü­ti­ge, öffent­li­che Mei­nung. Mehr muss dazu eigent­lich nicht gesagt wer­den.

Kriegs­vor­teil: Lak­to­se-Tole­ranz

Die Schnau­ze voll von Soja-Lat­te und Lac­to-Free? Wer von ech­ten oder ein­ge­bil­de­ten Lak­to­se-Into­le­ran­ten genervt ist, soll­te sich unbe­dingt in der 3sat-Media­thek den Zwei­tei­ler „Evo­lu­ti­on“ anschau­en. In „Woher wir kom­men“ geht es nicht nur um die Ent­wick­lung vom Affen zum Men­schen, son­dern auch über bio­lo­gi­sche Vor­tei­le auf­grund von gene­ti­schen Unter­schie­den. Ein Bei­spiel: der gefürch­te­te Dschin­gis Kahn konn­te die zah­len­mä­ßig weit über­le­ge­ne chi­ne­si­sche Armee vor allem des­halb besie­gen, weil sei­ne Krie­ger Milch­zu­cker ver­wer­ten kön­nen. Kein Scherz! Mehr will ich an die­ser Stel­le aber nicht spoi­lern.

Rege­ne­ra­ti­ve Medi­zin statt Rege­ne­ra­ti­ve Ener­gie

Span­nend ist auch der zwei­te Teil der Doku, die im Rah­men eines The­men­abend am ver­gan­ge­nen Mitt­woch Pre­mie­re hat­te. Anders als im ers­ten Teil geht es hier um die Fra­ge, wohin sich die Men­schen ent­wi­ckeln wer­den. Orga­ne züch­ten, gene­tisch defek­te Eizel­len aus­sor­tie­ren… Längst kei­ne Sci­ence Fic­tion mehr! Rege­ne­ra­ti­ve Medi­zin https://de.wikipedia.org/wiki/Regenerative_Medizin  bezeich­nen Wis­sen­schaft­ler die­se Revo­lu­ti­on. Span­nend, fas­zi­nie­rend und zugleich auch erschre­ckend. http://www.3sat.de/page/?source=/wissenschaftsdoku/sendungen/186273/index.html

Kuh der Woche: Wie vie­le Tiger sind es?

Kom­men wir zum Kuh der Woche. Der ist dies­mal gestreift und stellt die Fra­ge: Wie vie­le Tiger sind es denn nun? Im Mit­tel­punkt steht jedoch nicht das bun­te Tiger-Such­bild, das rund um Ostern durchs Netz waber­te und es gar auf BILD.DE schafft. Am Ran­de möch­te ich nur dar­auf hin­wei­sen, dass sich der Künst­ler eini­ge bio­lo­gi­sche Schnit­zer erlaubt hat, indem er die ein­deu­tig als Amur-Tiger zu iden­ti­fi­zie­ren­den Tie­re in eine tro­pi­schen Dschun­gel ver­pflanz­te um die Bäu­me noch dazu mit bun­ten Aras schmück­te, die bekannt­lich in Süd­ame­ri­ka leben und nicht etwa in Asi­en. (Arten­schutz­kol­le­ge Köhn­ke fin­det sowas sicher gar nicht wit­zig!) Wis­sen­schaft­lich exak­ter sind in die­ser Hin­sicht dage­gen die neu­en, glo­ba­len Tiger-Bestands­zah­len, die der WWF ver­gan­ge­nen Mon­tag ver­kün­den konn­te. Die Zahl der wild leben­den Tiger ist von 3.200 im Jahr 2010 auf heu­te 3890 gestie­gen. Die Trend­wen­de scheint damit geschafft und die inter­na­tio­na­le Staa­ten­ge­mein­schaft rückt näher an ihr Ziel her­an, die Tiger­po­pu­la­tio­nen bis 2022 auf 6400 Indi­vi­du­en zu ver­dop­peln.

Der Ruf des Dschun­gels

Wir haben uns alle gefreut über die Rück­kehr des Dschun­gel-Königs. Nur Mog­li nicht. Aber der ist glück­li­cher­wei­se eine fik­ti­ve Figur. Genau­so wie sein gestreif­ter Wider­sa­cher Shir Kahn. Umso beein­dru­cken­der wie bild­ge­wal­tig die­ses Duell als Remake des klas­si­schen Dschun­gel­buch-Aben­teu­ers auf die Kino­lein­wand zurück­kehrt (bereits der Trai­ler hat mich ja begeis­tert).  Die­se Woche war Kino­start und MOVIEPILOT hat die Reso­nan­zen der Film­kri­ti­ken zusam­men­ge­tra­gen.

Luchs ver­sus Wolf

Kein Abend­fül­len­der Spiel­film, aber dafür ein dra­ma­ti­sches Auf­ein­an­der­tref­fen in frei­er Wild­bahn zeigt hin­ge­gen ein neu­es WWF-Video: Zu sehen ist, wie ein Wolf sich in den tief ver­schnei­ten Wei­ten Polens lang­sam einer Luchs­fa­mi­lie nähert – und von der Lüch­sin nach kur­zer Aus­ein­an­der­set­zung, in die Flucht geschla­gen wird. Nicht von unge­fähr erin­nert das Schau­spiel an ein Zusam­men­tref­fen von Hund und Kat­ze. Die Auf­nah­men bewei­sen, wie gut ein Neben­ein­an­der von Wolf und Luchs in Euro­pa mög­lich ist. Ein Neben­ein­an­der der bei­den Tier­ar­ten mit dem Mensch stellt hin­ge­gen oft­mals noch immer eine Her­aus­for­de­rung dar – die nicht sel­ten für Wolf oder Luchs töd­lich endet. Umso wich­ti­ger, dass wil­de Tie­re nicht nur in Euro­pas Öko­sys­te­me zurück­keh­ren, son­dern auch in die Köp­fe und Her­zen der Men­schen.

Wie hat Dir die­ser Bei­trag gefal­len?

Durch­schnitt­li­che Bewer­tung 0 / 5. Anzahl Bewer­tun­gen: 0

Sehr schön, das freut uns! Viel­leicht magst Du ja…

…die­sen Bei­trag jetzt tei­len:

Scha­de, dass Dir der Bei­trag nicht so gut gefal­len hat.

Dein Feed­back wäre sehr wert­voll für uns.

Wie könn­ten wir die­sen Bei­trag Dei­ner Mei­nung nach opti­mie­ren?

Vorheriger Beitrag Warum wir Wildnis in Deutschland brauchen
Nächster Beitrag Wo sind die Heringe geblieben?

Kein Kommentar

Einen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.