5 Tipps gegen dei­ne Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung


Lebensmittelverschwendung: Vernichtung von Eiern
Alles, was bis zum 2. Mai produziert wurde wird weggeschmissen © Huisman Media/dpa

Der 2. Mai ist der Tag der Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung. Es ist der Tag im Jahr, ab dem die für Deutsch­land pro­du­zier­ten Nah­rungs­mit­tel tat­säch­lich genutzt wer­den. Vor­her wird alles weg­ge­wor­fen. Allein in Deutsch­land jähr­lich unfass­ba­re 18 Mil­lio­nen Ton­nen. Es wer­den jähr­lich 2,6 Mil­lio­nen Hekt­ar land­wirt­schaft­lich bewirt­schaf­tet, nur um die dar­auf ange­bau­ten Pro­duk­te wie­der weg­zu­wer­fen. Hin­zu­kom­men unnö­tig 48 Mil­lio­nen Ton­nen unnö­tig frei­ge­setz­te Treib­haus­gas­emis­sio­nen. Das ist mora­lisch und öko­lo­gisch eine Kata­stro­phe.

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Was die Poli­tik gegen Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung tun soll

Das Pro­blem ist längst erkannt: Die Bun­des­re­gie­rung bekennt laut­stark , die Lebens­mit­tel­ver­lus­te bis 2030 hal­bie­ren zu wol­len. Eigent­lich müss­te der sym­bo­li­sche Tag der Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung damit eigent­lich jedes Jahr um meh­re­re Kalen­der­ta­ge nach vor­ne rut­schen. Doch das ist nicht der Fall. Bis heu­te fehlt es an einer fun­dier­ten Erfas­sung der Lebens­mit­tel­ver­lus­te. Damit ist es auch nicht mög­lich nach­zu­wei­sen, ob über­haupt und was kon­kret erreicht wor­den ist. Wir brau­chen end­lich eine abge­stimm­te natio­na­le Stra­te­gie zur Ver­min­de­rung von Lebens­mit­tel­ver­lus­ten, die kla­re und ver­bind­li­che Ziel­vor­ga­ben vom Pro­du­zen­ten über die Lebens­mit­tel­in­dus­trie bis hin zum Han­del und der Gas­tro­no­mie erar­bei­tet. Dies zeigt auch die neue WWF-Stu­die, die die Bun­des­län­der in den Blick genom­men hat. Es gibt zwar Vor­rei­ter, aber ohne natio­na­len Hand­lungs­rah­men wird es nicht mög­lich sein, dass poli­ti­sche Ziel zu errei­chen, bis 2030 die Lebens­mit­tel­ver­lus­te in Deutsch­land zu hal­bie­ren.

Lebensmittelverschwendung: Müllhalde
Wir wer­fen buch­stäb­lich Ber­ge von Essen weg! © iStock / Get­ty Images

Aber hilft ja nicht nur die Poli­tik zu bas­hen. Wir kön­nen auch im Pri­va­ten viel gegen die Weg­werf­ge­sell­schaft tun. Denn: Für etwa 40 Pro­zent der ver­schwen­de­ten Lebens­mit­tel sind Pri­vat­haus­hal­te ver­ant­wort­lich. Und Lebens­mit­tel spa­ren ist akti­ver Umwelt- und Kli­ma­schutz. Hier­zu gibt es vie­le, vie­le Tipps, die jeder befol­gen kann. Hier mal 5 von uns:

5 Tipps gegen dei­ne Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung

  • Min­dest­halt­bar­keits­da­tum ist kein Ver­falls­da­tum!

Ver­lass dich auf dei­ne Sin­ne und nicht auf das Min­des­halt­bar­keits­da­tum. Das gibt näm­lich nur den Zeit­punkt an, bis zu dem der Her­stel­ler die Halt­bar­keit garan­tiert. Es sagt aber nichts dar­über aus, bis wann das Lebens­mit­tel tat­säch­lich noch genieß­bar ist.

  • Nicht von Spar­an­ge­bo­ten locken las­sen!

Zahl zwei, krieg drei“ – hört sich gut an, ist aber oft quatsch, weil der drit­te Joghurt dann doch im Müll lan­det. Kau­fe nur so viel, wie du auch wirk­lich brauchst.

  • Kei­ne Groß­ein­käu­fe!

Ein Groß­ein­kauf ver­lei­tet dazu, wahl­los Lebens­mit­tel in den Ein­kaufs­wa­gen zu laden. Mache lie­ber häu­fi­ger klei­ne Ein­käu­fe, bei denen du nur so viel kaufst, wie du auch ver­wer­ten kannst. Und noch ein Tipp: Ein paar Packun­gen Tief­kühl­ge­mü­se zu Hau­se zu haben nimmt dir die Angst, am Sonn­tag plötz­lich zu ver­hun­gern.

  • Betag­tes Obst in den Mixer

Runz­li­ge Äpfel, brau­ne Bana­nen oder meh­lig gewor­de­ne Bir­nen mag nie­mand mehr so ger­ne essen, schon klar. Im Smoot­hie merkt aber nie­mand mehr, dass das Obst einen Schön­heits­feh­ler hat­te. Des­halb: Ab in den Mixer damit! Nicht mehr ganz so fri­sches Gemü­se kann auch noch zur fri­schen Sup­pe wer­den.

  • Ein­tau­chen in die Kunst der Res­te-Küche!

Mit Res­ten zu kochen macht beson­ders Spaß, weil man sei­ner Fan­ta­sie frei­en Lauf las­sen kann und sich nicht akri­bisch an ein Rezept hal­ten muss. Inspi­ra­ti­on bie­ten zum Bei­spiel hier die Gemü­se­brat­lin­ge aus Res­ten vom Blog schö­nes + leben.

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Über mich
Tanja Dräger

Ernährung. Landwirtschaft. Artenvielfalt. Alles Themen, die mich umtreiben. Mich beruflich und privat beschäftigen. Die Spaß machen. Seit 2005 für den WWF. Seit 2007 als lang angelegter Versuch in unserer vierköpfigen Familie – als Fischkopf aus dem Norden kommend, die zweite Hälfte vom Äquator. Woher kommt unser Essen? Auch bei uns ein ganz private Frage. Und ein Dazulernen ohne Ende.

8 Kommentare

  1. Avatar
    Lena
    5. Mai 2018
    Antworten

    Wir ver­schen­ken oft Kuchen an Ver­wand­te oder Freun­de, wenn wir mer­ken, dass wir es Zuhau­se nicht schaf­fen alles selbst zu essen.

  2. Avatar
    Peter Schröder
    5. Mai 2018
    Antworten

    Lie­be Frau Drä­ger,
    vie­len Dank für die guten Tipps gegen die Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung. Bei und wird kein Lebens­mit­tel weg­ge­wor­fen. Es mag zwar unglaub­lich klin­gen, aber es ist wahr. Wir kau­fen etwa alle 10 Tage ein und kochen so, dass zuerst die Ware ver­braucht wird, die emp­find­lich ist. Zitro­nen, Apfel­si­nen und Pam­pel­mu­sen wer­den nicht aus­ge­presst, son­dern abge­pult, dadurch wird das wert­vol­le, wel­ches direkt unter der Scha­le sitzt, genutzt. Wur­zeln wer­den nicht geschabt, son­dern nur abge­wa­schen. Blät­ter von Kohl­ra­bi und Blu­men­kohl wer­den eben­falls gekocht. Es gibt kei­ne Abfäl­le. Wir kau­fen häu­fig Ware, die auf­grund des Halt­bar­keits­da­tums her­ab­ge­setzt wur­de, eben­falls altes Brot, da es bes­ser schmeckt. Mit­tags gibt es bei uns immer das Glei­che “Was ist im Kühl­schrank und muss zuerst geges­sen wer­den”, und es schmeckt auch noch. Damit fah­ren wir seit Jahr­zehn­ten gut und sind nicht ver­hun­gert und unter­ernährt.
    Mit freund­li­chen Grü­ßen
    Peter Schrö­der

  3. Avatar
    Birgit Sasowski
    6. Mai 2018
    Antworten

    Ich fin­de weni­ger, dass man das dem Kon­su­men­ten über­las­sen soll­te, den die Mas­se der Kon­su­men­ten schert sich eh nicht dar­um, außer ein paar sehr weni­ger Men­schen. Ange­bot maß­geb­lich ver­knap­pen und jeder Ein­zel­ne wird wie­der sorg­sa­mer mit sei­nen kost­ba­ren Gütern dann umge­hen. Der Mensch, genau wie jedes Tier, ist so ver­schwen­de­risch wie es das Ange­bot zulässt. Wenn ich dann noch an das gan­ze Plas­tik den­ke, wird mir schlecht, das gehört auch umge­hend abge­schafft.

  4. Avatar
    NH
    7. Mai 2018
    Antworten

    Klei­ne Rest­men­gen kön­nen auch z.B. für den nächs­ten Arbeits­tag als Mit­tag­essen mit­ge­nom­men wer­den. Oder aber man friert sein gekoch­tes Essen ein und ver­ar­bei­tet es spä­ter wei­ter.
    Ansons­ten kön­nen wir Gemü­se und Obst auch mit unse­ren Kanin­chen Tei­len, wenn wir es selbst nicht mehr mögen 🙂

  5. Avatar
    Nika
    7. Mai 2018
    Antworten

    Ich fin­de das The­ma Halt­bar­ma­chen in dem Bezug sehr wich­tig: Wenn wir uns wie­der mehr mit dem Halt­bar­ma­chen von Lebens­mit­teln beschäf­ti­gen, müs­sen wir weni­ger weg­schmei­ßen. Lei­der sind grö­ße­re Abpa­ckun­gen von Lebens­mit­teln oft­mals ver­hält­nis­mä­ßig um eini­ges güns­ti­ger, als klei­ne­re, was schnell zum Pro­blem wird, wenn man als Allein­ste­hen­der sehr aufs Geld ach­ten muss. Aber gera­de auch für den per­sön­li­chen Geld­beu­tel ist es ja auch von Vor­teil, wenn man nicht jedes zwei­te Lebens­mit­tel weg­schmei­ßen muss.
    Mei­ne Tipps: 1. Orga­ni­sa­ti­on — wenn ich genau weiß, was ich bereits habe, kau­fe ich nicht so vie­le unnö­ti­ge Sachen. 2. Halt­bar­ma­chen — Zum Ein­frie­ren eig­nen sich auch Brot und Bröt­chen gut, wie­der auf­ge­ba­cken schme­cken sie wie frisch vom Becker; außer­dem Ein­we­cken von z.B. Sup­pen, Gemü­se; das Ein­fet­ten von rohen Eiern ver­hin­dert das Ein­drin­gen von Kei­men durch die Scha­le. 3. Ein­kauf auf dem Markt — hier ist man weni­ger Sin­nes­ma­ni­pu­la­tio­nen aus­ge­setzt und kann so bewuss­ter ein­kau­fen.

  6. Avatar
    dorothea
    11. Mai 2018
    Antworten

    Lebens­mit­tel nicht zu ver­schwen­den ist mir ein gro­ßes Anlie­gen. Seit ich in die Nähe eines Bio­la­dens und Wochen­mark­tes gezo­gen bin ver­su­che ich bevor­zugt dort ein­zu­kau­fen. Mein Lebens­ge­fähr­te kauft ger­ne beim Pen­ny um die Ecke ein, das ist prak­tisch für ihn zu errei­chen. Auch mit die­sen Lebens­mit­teln gehe ich so sorg­sam um wie mög­lich.
    Lei­der hat­te ich letz­te Woche eine Magen-Darm-Grip­pe.. ich muss­te das ers­te mal seit lan­gem wie­der ein paar schlecht gewor­de­ne Lebens­mit­tel weg­wer­fen. Ich fin­de das abso­lut furcht­bar und hat­te rich­tig schlech­te Lau­ne, am schlimms­ten war es die teu­re Bio-Melo­ne die ver­go­ren schmeck­te ent­sor­gen zu müs­sen! Lebens­mit­tel­res­te las­sen sich wun­der­bar ver­wer­ten. Am liebs­ten mag ich es wenn gan­ze Por­tio­nen übrig blei­ben, die las­sen sich pri­ma ein­frie­ren und an Tagen wo man nicht zum kochen kommt ver­spei­sen. Auch wenn ich ins Restau­rant gehe neh­me ich immer direkt ein Glas mit um Res­te dort drin zu ver­stau­en. Außer­dem wer­fen wir vie­les aus Unwis­sen­heit weg was noch genieß­bar ist, bezie­hungs­wei­se sich ander­wei­tig noch ver­wer­ten lie­ße. Aus Gemü­se­scha­len und einem sieb­tel Salz mit einem Schuss Oli­ven­öl lässt sich z.B. eine schö­ne Instant-Gemü­se­brü­he machen, aus Zitro­nen­scha­len die man mit Essig über­gießt Putz­mit­tel und mit getrock­ne­tem Kaf­fee­satz kann man alte Pflan­zer­de her­vor­ra­gend wie­der auf­fri­schen. Vie­le Obst- und Gemü­se­sor­ten muss man auch nicht schä­len, beson­ders das Schä­len von Äpfeln und Karot­ten ist über­flüs­sig.
    Ger­ne ver­schen­ke ich auch Lebens­mit­tel­res­te, wenn z.B. wenn Besuch da ist zu viel übrig bleibt bekommt jeder der möch­te etwas mit. Habe ich auf der Arbeit zu viel fra­ge ich die nächs­te Schicht ob sie das noch essen möch­te, oft sind mei­ne Kol­le­gen begeis­tert!

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    Katja Weigel
    11. Mai 2019
    Antworten

    Hal­lo,
    ich bin allein­ste­hend und muß zudem noch aufs Geld ach­ten. Die­se Groß­fa­mi­li­en­pa­ckun­gen die es in den Super­märk­ten gibt fin­de ich nicht gut und kau­fe ich auch nicht. Ich gehe ein­mal die Woche ein­kau­fen für die kom­men­de Woche und über­le­ge mir zuvor was ich kochen möch­te. Ich koche viel vor und frie­re das Por­ti­ons­wei­se ein, so kann ich viel gleich frisch gekobht ver­wer­ten und habe zudem unter der Woche mehr Zeit. Gemü­se und Eier kau­fe ich aus­schließ­lich bei unse­ren orts­an­säs­si­gen Bau­ern. Ist zwar etwas teu­rer, dafür bekom­me ich aber alles ein­zeln. Zum Bei­spiel Kar­tof­feln, hier ist mir ein 2,5 kg Sack zu viel, beim Bau­er bekomm ich die Kar­tof­feln auch ein­zeln. Das Ande­re ist, dass die Eier viel bes­ser schme­cken, da die Hüh­ner tat­säch­lich auf einer gro­ßen Wie­sen mit 2 Zie­gen leben und sicht­lich Freu­de haben her­um zu ren­nen und viel Platz haben. Hieq kann ich mich als End­ver­brau­cher selbst über­zeu­gen vom Zustand der Tie­re und muß mich nicht auf irgend­wel­che Eti­ket­ten ver­las­sen. Ich fin­de man soll­te gera­de die­se Bau­ern unter­stüt­zen. Eben­so wür­de ich mir mehr Tan­te Emma Läden zurück wün­schen, wo zwar nicht so ein gros­ses Ange­bot ver­füg­bar ist, man aber mit sei­nen eige­nen Behäl­tern hin geht und nur das kauft was man braucht. Ich habe zudem noch Lebens­mit­te­lun­ver­träg­lich­kei­ten u. a. auf Kon­ser­vie­rungs­stof­fe was es ohne­hin schwie­rig macht für mich in Super­märk­ten ein­zu­kau­fen. Kei­ne Plas­tik­ver­pa­ckun­gen mehr wäre ein Traum. Ich has­se die­se Ver­pa­ckun­gen.

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