Was essen wir in Zukunft (um die Erde nicht zu rui­nie­ren)


Umweltfreundlichse Essen: Früchte, Gemüse © Sonja Vermeulen
Umweltfreundliche Diät: Genau so könnte eine Ration aussehen. © Sonja Vermeulen

Essen ist von den jewei­li­gen Kul­tu­ren, Tra­di­tio­nen und geo­gra­fi­schen Ver­füg­bar­kei­ten geprägt. Dabei gibt es gra­vie­ren­de Unter­schie­de. Einer­seits lei­den mehr als 800 Mil­lio­nen Men­schen welt­weit an Hun­ger. Auf der ande­ren Sei­te gel­ten Mil­li­ar­den als über­ge­wich­tig. Anders aus­ge­drückt: Jeder Drit­te isst viel zu viel. Und jeder zehn­te Mensch viel zu wenig.

Fol­ge uns in Soci­al Media
Facebook
Twitter
Instagram
YouTube
RSS

Nun ist aber das The­ma “Essen” mit Genuss und Selbst­be­stim­mung ver­bun­den. Daher sind Dis­kus­sio­nen über Essen auch emo­tio­nal bela­den. Das wur­de bei­spiels­wei­se bei der Debat­te um „Veg­gie-Days“ in deut­schen Kan­ti­nen deut­lich. Ganz sach­lich betrach­tet haben unse­re “west­li­chen” Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten nicht nur gesund­heit­li­che Risi­ken, sie über­las­ten auch die pla­ne­ta­ren Gren­zen. Sie befeu­ern das Arten­ster­ben und trei­ben den Kli­ma­wan­del vor­an.

Der Fleisch­kon­sum droht sich zu ver­dop­peln

Jeder Dritte isst viel zu viel und jeder Zehnte viel zu wenig. © © Vladislav Mitic / iStock / Getty Images
Unse­re der­zei­ti­ge Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten über­las­ten die pla­ne­ta­ren Gren­zen der Erde. © Vla­dis­lav Mitic / iStock / Get­ty Images

Durch den Anstieg der Welt­be­völ­ke­rung von der­zeit knapp 7,6 Mil­li­ar­den auf cir­ca zehn Mil­li­ar­den Men­schen bis zum Jahr 2050 wird auch der Druck auf Öko­sys­te­me und Kli­ma wei­ter zuneh­men. Hier­zu trägt ins­be­son­de­re der welt­weit stei­gen­de Fleisch­kon­sum bei. Die Welt­ernäh­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on FAO geht von einer Ver­dop­pe­lung der Fleisch­pro­duk­ti­on bis 2050 aus. Vor allem in Ent­wick­lungs­län­dern.

Unter­schied­li­che Nah­rungs­mit­tel ver­ur­sa­chen unter­schied­lich hohe Umwelt­be­las­tun­gen. Dabei hin­ter­las­sen tie­ri­sche Pro­duk­te einen weit­aus grö­ße­ren öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck als pflanz­li­che Nah­rungs­mit­tel. Bei­spiels­wei­se hat Fleisch einen wesent­lich höhe­ren Flä­chen­ver­brauch und dem­nach auch höhe­re Treib­haus­gas­emis­sio­nen.

Die Pla­ne­ten-Diät: Essen inner­halb der Gren­zen der Erde

Vor die­sem Hin­ter­grund hat die EAT-Lan­cet Com­mis­si­on den „Pla­ne­ta­ry Health Diet“-Ernäh­rungs­plan vor­ge­stellt. Die­ser ori­en­tiert sich an den pla­ne­ta­ren Gren­zen. Gleich­zei­tig soll er zehn Mil­li­ar­den Men­schen auf gesun­de Wei­se satt machen.

Essen der Zukunft: Die „Planetary Health Diet“ © EAT-Lancet Report
Die „Pla­ne­ta­ry Health Diet“ © EAT-Lan­cet Report

Wir essen viel zu viel Fleisch

Der Fleisch­kon­sum in Deutsch­land bleibt seit Jahr­zehn­ten hoch. Von 64 Kil0 im Jahr 1991 sank der Ver­zehr 2018 auf 60 Kilos. Beim Blick auf die Tabel­le wird klar: 43 Gramm Fleisch pro Tag dürf­te für vie­le eine gro­ße Umstel­lung bedeu­ten. Der Pro-Kopf-Ver­brauch lag etwa bei 165 Gramm pro Tag. Etwa zehn Pro­zent der Deut­schen ernäh­ren sich vege­ta­risch oder vegan. Rech­net man die­se her­aus, ver­braucht der/die durch­schnitt­li­che Fleisch­esse­rIn hier­zu­lan­de 183 Gramm pro Tag. Das ist mehr als das Vier­fa­che des pla­ne­ten­ver­träg­li­chen Richt­werts! Es ist ein Viel­fa­ches der emp­foh­le­nen Men­ge von maxi­mal 300 bis 600 Gramm pro Woche.

Was essen wir in Zukunft?

Bereits 2015 hat die WWF-Stu­die „Das gro­ße Fres­sen“ vor dem enor­men Res­sour­cen­ver­zehr unse­rer Ernäh­rung gewarnt. Dort haben wir auf das Jahr 2050 ein Zukunfts­sze­na­rio für die umwelt- und kli­ma­freund­li­che Ernäh­rung von 9,5 Mil­li­ar­den Men­schen vor­ge­stellt. In der dar­aus abge­lei­te­ten Ernäh­rungs­py­ra­mi­de sind die emp­foh­le­nen Men­gen (pro Woche) für die ver­schie­de­nen Nah­rungs­mit­tel dar­ge­stellt.

Die Emp­feh­lun­gen der EAT-Lan­cet Com­mis­si­on sind mit denen der WWF-Ernäh­rungs­py­ra­mi­de ver­gleich­bar. Sie unter­strei­chen, dass weni­ger Fleisch und Wurst, Eier und Milch­pro­duk­te auf unse­re Tel­ler gehö­ren. Dafür brau­chen wir mehr Getrei­de, Nüs­se, Obst und Gemü­se. Ins­be­son­de­re Legu­mi­no­sen, Hül­sen­früch­te wie Lupi­nen oder Lin­sen, die hier­zu­lan­de kaum geges­sen wer­den.

Wir brau­chen eine Ernäh­rungs­wen­de!

Fest steht: Unse­re gegen­wär­ti­ge Ernäh­rung ist nicht zukunfts­fä­hig. Essen wir wei­ter wie bis­her, zer­stö­ren wir unse­re Lebens­grund­la­gen. Es ist alter­na­tiv­los, dass wir mehr pflanz­li­che und weni­ger tie­ri­sche Pro­duk­te essen. Zudem müs­sen wir unse­re Nah­rung nach­hal­ti­ger pro­du­zie­ren (Stich­wort Bio) und Lebens­mit­telver­schwen­dung ver­mei­den. So sind die UN Sustainab­le Deve­lop­ment Goals sowie das Pari­ser Kli­ma­ziel noch zu errei­chen.

Dei­ne Essen ent­schei­det mit über die Zukunft!

Natür­lich müs­sen Poli­tik, Wirt­schaft, Bür­ge­rin­nen und Bür­ger gemein­sam auf die Ernaäh­rungs­wen­de hin­wir­ken. Aber Du kannst sofort dei­nen Bei­trag leis­ten.

  • Mehr pflanz­li­che Nah­rung essen, dafür weni­ger, aber bes­se­res Fleisch (z.B. Bio oder Wild­fleisch).
  • lie­ber regio­nal und sai­so­nal (z.B. mei­de Spar­gel und Erd­bee­ren im Win­ter)
  • Bio ist gesün­der und umwelt­freund­li­cher als kon­ven­tio­nell erzeug­te Pro­duk­te
  • wirf kei­ne genieß­ba­ren Lebens­mit­tel weg (koch doch etwas lecke­res aus den Res­ten, unter zugutfuerdietonne.de/fin­dest du Res­te-Rezep­te)

Was machst Du heu­te schon, um Dein Essen nach­hal­tig zu gestal­ten? Schrei­be uns!

Vorheriger Beitrag Kohleausstieg: Herkulesaufgabe Strukturwandel in Bulgarien
Nächster Beitrag Deutschland in der Dürre: 12 Punkte gegen die Wasserkrise
Tilo Suckow

Über mich
Tilo Suckow

Ich bin beim WWF in der Partnerschaft mit EDEKA im Einsatz für Klimaschutz und nachhaltigen Konsum. Der ökologische Fußabdruck unserer Lebensgewohnheiten bedroht unsere eigene Existenz. Das müssen wir ändern, wenn wir unseren Nachkommen einen lebendigen und bewohnbaren Planeten hinterlassen wollen. Zum Gelingen kann jede/r beitragen, denn "viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern." [Stefan Zweig]

Kein Kommentar

Einen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.