Super­foods – regio­nal ver­sus Über­see


Seit über zwei Jah­ren schwappt sie in die Super­markt­re­ga­le – die Superfoods–Welle. Dahin­ter ver­ber­gen sich bis dato unbe­kann­te Pro­duk­te wie Goji-Bee­ren, Acai, Morin­ga und vor allem die hoch­ge­prie­se­nen Chia-Samen. In den klei­nen Samen ste­cken wert­vol­le Inhalts­stof­fe.

Super­foods, super weit her­ge­holt

Super­foods wer­den oft weit weg ange­baut. Chia-Samen in Mit­tel- und Süd­ame­ri­ka, mitt­ler­wei­le auch in Süd­ost-Asi­en oder Aus­tra­li­en. Aber war­um in die Fer­ne schwei­fen und sie lan­ge her­trans­por­tie­ren? Wir haben vor der eige­nen Haus­tü­re klei­ne brau­ne Samen, die den Chia-Samen in nichts nach­ste­hen: Lein­sa­men! Ach­tet aber auf deren Her­kunft, manch­mal kom­men auch sie aus Fern­ost. Dabei kön­nen Lein­sa­men in vie­len Tei­len Deutsch­lands pro­blem­los ange­baut wer­den. Und sie sind auch deut­lich güns­ti­ger als Chia-Samen.

Leinsamen-Anbau in Baden-Württemberg: Produkte aus der Region sind besser als Superfoods wie Chia-Samen aus Übersee.
Super­foods aus der Regi­on: Lein­sa­men. Bio­land Öllein-Anbau in Baden-Würt­tem­berg. © Tho­mas Fuhr

Wie man das Bes­te aus den Lein­sa­men raus­holt

Lein­sa­men haben genau wie Chia-Samen einen beson­ders hohen Anteil an Ome­ga-3-Fett­säu­ren, die sehr för­der­lich sind für Herz-und Blut­ge­fä­ße und die Gehirn- und Ner­ven­zel­len. Dar­über hin­aus sind die Viel­fach­zu­cker der Samen auch noch gut für unse­re Ver­dau­ung und brin­gen den Stoff­wech­sel in Schwung. Um die wert­vol­len Fett­säu­ren mög­lichst gut auf­zu­neh­men, soll­te man Lein­sa­men zer­sto­ßen. Oder noch ein­fa­cher: Man nimmt gleich das aus den Samen gewon­ne­ne Lein­öl. Lecker zusam­men mit Pell­kar­tof­feln und Quark.

Noch bes­ser als Super­foods

Ich bin mal die „Spaß­brem­se“: Viel wich­ti­ger als das Essen von Super­foods — zumal denen aus Über­see — ist eine aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung. Sprich mög­lichst vie­le Bio-Pro­duk­te wie Gemü­se, Obst und Voll­korn­pro­duk­te; mög­lichst wenig Fleisch und Süß­kram. Denn eine aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung kann nie­mals durch „Super­foods“ ersetzt wer­den. Sie sind höchs­tens eine schö­ne Ergän­zung, das gesun­de Sah­ne­häub­chen in der Ernäh­rung.

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Über mich
Markus Wolter

Referent für Agrarrohstoffe und Tierhaltung beim WWF Deutschland. Landwirtschaft prägt mein Leben. Mich fasziniert dabei, dass es die weltweit einzige Wirtschaftsweise ist, die dank der Photosynthese in der Lage ist mehr zu erzeugen, als sie verbraucht. Und das mit der Natur und nicht gegen sie - das ist wahre Nachhaltigkeit! Ich bin Landwirt, Entwicklungshelfer, landwirtschaftlicher Berater, Einkäufer für Bio-Ölsaaten gewesen und jetzt Projektleiter für nachhaltigere Nutztierfütterung. +++Markus hat den WWF inzwischen verlassen+++

2 Kommentare

  1. Avatar
    Stephen
    29. November 2018
    Antworten

    Ich kann dem Arti­kel in den gröss­ten Berei­chen kom­plett zustim­men. Aber es gibt auch “Superfood”-Produkte die bereits in der Medi­zin ein­ge­setzt wer­den, wie z.B. der Manu­ka Honig (sie­he hier: https://superfood.info/manukahonig/). Der wird ja auch oft als “Super­food” ver­schrien. Aber grund­sätz­lich stimmt die Aus­sa­ge “aus­ge­wo­gen Ernäh­ren” durch­aus ! Vie­len Vie­len Dank für den Arti­kel Mar­kus.

  2. Avatar
    16. März 2019
    Antworten

    Eine super gute Infor­ma­tio­nen. Ich mache im west­all­gäu Kräu­ter­füh­run­gen unter dem Titel: Super­no­va aus mei­nem Gär­ten herz­lich will­kom­men. Heidi@online-prinz.de

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