Den drei im Pfälzer Wald freigelassenen Luchse Kaja, Luna und Lucky bekommt die Freiheit gut. Sie erkunden ihren neuen Lebensraum und machen erfolgreich Beute – drei gerissene Rehe wurden bereits gefunden, zwei Luchs-Sichtungen von Jägern sind auch bereits gemeldet. Auch Straßen haben sie schon erfolgreich gequert. Jetzt heißt es geduldig abwarten und beobachten.
Was uns der Sender über die Luchse erzählt
Die Streifgebiete und Wanderrouten der Tiere erfahren wir durch ein VHF-Senderhalsband. Dies speichert den Aufenthaltsort der Luchse und sendet ihn per SMS direkt auf den Computer. Halsband, Sender und Batterie wiegen zusammen weniger als 300 Gramm, also weniger als zwei Prozent des Körpergewichts der Luchse. Die Halsbänder sind mit einer mechanischen Sollbruchstelle versehen, so dass sie in der Regel nach zwei Jahren von selbst abfallen, wenn die Batterien aufgebraucht sind — so müssen die Luchse das Senderhalsband nicht ihr Leben lang tragen.

Was wir wissen: Die drei Tiere sind eigenständig unterwegs, ihre Wege kreuzen sich aber derzeit noch in den überlappenden Aktionsräumen von etwa 10 Kilometer Radius rund um den Freilassungsort in der Nähe von Waldleinigen (siehe angehängte Karte) immer wieder. Geschickt nutzen die Luchse Bereiche mit viel Deckung für ihr Tageslager, während sie in den Abendstunden auch an Lichtungen unterwegs sind.
Die Reviergrößen von Luchsen liegen in etwa zwischen 100 und 400 Quadratkilometern. Im Pfälzerwald könnten im Verbund mit den gesamten Vogesen (5232 Quadratkilometer) bis zu 100 Luchse leben.
Neue Luchsin unterwegs in Bayern
Und auch ein paar hundert Kilometer weiter in Nordostbayern gab es Erfreuliches zu berichten: Eine junge Luchsin wurde am 7. August im ganz, ganz kleinen Kreise im Naturpark Steinwald freigelassen, nachdem sie vor einigen Monaten als Luchswaisin im Bayerischen Wald gefunden wurde. In Steinwald gab es um die Jahrtausendwende immer wieder Luchse. Mittlerweile sind die Nachweise aber sehr selten geworden, offensichtlich ziehen nur noch sporadisch junge Männchen durch das Gebiet.

Wir hoffen natürlich, dass die junge Luchsin in den nächsten Jahren einen Partner findet und dazu beitragen kann, die böhmisch-bayerisch-österreichische Luchspopulation zu erhalten. Es geht ihr gut, zunächst war sie noch etwas zurückhaltend und etwas müde von der Narkose. Doch dann begann auch sie ihr neues Revier zu erkunden.
Halsband abgestreift
Leider hielt das Senderhalsband allerdings nur 30 Stunden, bevor es der Luchsin gelang, es abzustreifen. Auf einem Fotofallenbild konnten wir allerdings sehen, dass sie schon ein Reh gerissen hat – und sich an ihre neue Heimat offensichtlich gewöhnt.
Unsere große Hoffnung: Dass es vielleicht schon in der nächsten Fortpflanzungszeit Anfang nächsten Jahres Babys gibt.
Drückt unseren Luchsen die Daumen — und werdet Luchs-Pate!
Daumen drücken wird dem Luchs nicht viel helfen.
Lange wird er da draußen dank den Jägern nicht überleben.
Hallo Arthur,
Menschen, die Luchse töten, sind in der Regel einzelne Kriminelle. Klar gibt es unter Jägern schwarze Schafe, die gibt es aber unter Naturschützern genauso.
Mit dem Landesjagdverband Baden-Württemberg starten wir nächstes Jahr ein gemeinsames Projekt zum Fotofallenmonotoring von Luchs, Wolf und Co. Und der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz ist ein wichtiger Unterstützer des Luchs-Wiederansiedlungsprojektes im Pfälzer Wald.
Viele Grüße, Moritz