#Natu­reAl­ert: Der Kampf für das grü­ne Netz Euro­pas geht wei­ter


Biodiversität EU: Adler mit gefangenem Fisch: Greifvögel könnten wieder ins Visier geraten
Biodiversität in Europa: der Steinadler © Wild Wonders of Europe /Staffan Widstrand / WWF

60.000 Stim­men gegen die gefähr­li­che Poli­tik der EU konn­ten wir an Umwelt­mi­nis­te­rin Hend­ricks über­ge­ben.Unse­re Kam­pa­gne Natu­re Alert geht aber wei­ter- mit Lob­by­ar­beit für den Natur­schutz in der EU.

Jetzt haben wir uns noch­mal Rücken­wind besorgt. Wir haben ein juris­ti­sches Gut­ach­ten erstel­len las­sen. Das zeigt, was pas­siert, wenn die Richt­li­ni­en für den Schutz der Vögel sowie der Lebens­räu­me und ande­rer Arten mit­ein­an­der ver­schmol­zen wer­den.

Die bei­den EU-Richt­li­ni­en regeln unter ande­rem, dass gefähr­de­te Natur­ge­bie­te wie Moo­re, Auen, Hei­den oder Buchen­wäl­der beson­de­ren Schutz genie­ßen. Sie wur­den zu Natu­ra 2000-Gebie­ten. Damit ent­stand von Finn­land bis an die Algar­ve ein grü­nes Netz, der welt­weit größ­te Ver­bund an geschütz­ten Gebie­ten.

Was wür­de pas­sie­ren, wenn die bei­den Richt­li­ni­en „ver­schmol­zen“ wer­den…?

Jah­re­lan­ger Still­stand

Die EU-Kom­mis­si­on wür­de ein neu­es Gesetz vor­le­gen. Damit star­tet ein Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren zwi­schen EU-Kom­mis­si­on, Par­la­ment und Minis­ter­rat. Es kann bis zu fünf Jah­ren dau­ern, bis eine Eini­gung erzielt wird. In die­ser Zeit ist nicht mehr viel für den Natur­schutz zu erwar­ten, weil die Unsi­cher­heit zu groß ist, wie eine neue Richt­li­nie aus­sieht.

Alles also auf null: Bei einer Zusam­men­le­gung der Richt­li­ni­en droht dem euro­päi­schen Natur­schutz ein Still­stand von fünf Jah­ren!

Feu­er frei auf Greif­vö­gel

Die gro­ße Errun­gen­schaft der EU-Vogel­schutz­richt­li­nie ist der Schutz aller 449 in Euro­pa hei­mi­schen Vogel­ar­ten. Soll­te die­se geän­dert wer­den, wür­den über 30 Pro­zent der Vogel­ar­ten schnell in das Faden­kreuz der Jäger gera­ten. Zwar gel­ten in der EU noch zwei ande­re inter­na­tio­na­le Natur­schutz­ver­trä­ge, die Ber­ner und Bon­ner Kon­ven­ti­on, durch die 338 Vogel­ar­ten mehr oder weni­ger streng geschützt sind. Doch könn­te z.B. die Jagd auf den Rot­mi­lan und den Rau­fuß­bus­sard wie­der erlaubt sein. Der Rot­mi­lan wird ins­be­son­de­re in Spa­ni­en, Ita­li­en und Por­tu­gal ille­gal bejagt; er zählt zu den­je­ni­gen Arten, die im Ver­hält­nis zur EU-Gesamt­po­pu­la­ti­on die höchs­ten Tötungs­ra­ten auf­wei­sen dürf­te.

Die Beja­gung bedroht ins­be­son­de­re Zug­vö­gel: Der­zeit wer­den in Frank­reich, Ita­li­en, Mal­ta und Spa­ni­en immer noch 1,39 Mil­lio­nen Vögel pro Jahr gejagt — 11.000 Tau­ben, 448.850 Fin­ken, 430.000 Ler­chen, 3200 Regen­pfei­fer, 200.000 Sta­re und 297.200 Dros­seln.

Wenn Alter­na­ti­ven unbe­rück­sich­tigt blei­ben…

Durch die EU-Richt­li­ni­en gilt heu­te eine soge­nann­te „Alter­na­ti­ven­prü­fung“: Vor dem Bau von Auto­bah­nen, Indus­trie­ge­bie­ten oder ande­ren Groß­pro­jek­ten muss geprüft wer­den, ob ein Natu­ra 2000-Gebiet beein­träch­tigt wird. Und wenn:  Ob die Bein­träch­ti­gung ver­mie­den wer­den kann. Damit soll die schlei­chen­de Zer­stö­rung von Schutz­ge­bie­ten aus­ge­schlos­sen wer­den. Das hat vie­len Fisch­ot­tern, See­ad­lern und Fle­der­mäu­sen schon das Leben geret­tet.

Wir wol­len, dass die Natur­schutz­richt­li­ni­en bestehen blei­ben, weil sie wich­tig sind für die Natur, die wir brau­chen, auch wenn wir das nicht jeden Tag mer­ken. Das Rechts­gut­ach­ten zeigt uns die Gefah­ren, die wir abwen­den müs­sen und hilft uns bei unse­rer Lob­by­ar­beit.

Ihr wollt mehr tun?

Damit wir ver­hin­dern, dass die EU-Kom­mis­si­on die Natur­schutz­ge­set­ze nach ihren Vor­stel­lun­gen umschreibt, müs­sen wir noch viel arbei­ten. Wir müs­sen immer wie­der Gesprä­che füh­ren, Papie­re schrei­ben und Pro­tes­te orga­ni­sie­ren. Dafür brau­chen wir finan­zi­el­le Unter­stüt­zung. Schon mit fünf Euro kannst du uns hel­fen, Euro­pas Natur zu beschüt­zen:

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