Kei­ne Geschen­ke zu Weih­nach­ten – mit Kin­dern


Kind an Weihnachten
Weihnachten nur noch Konsum? Muss nicht sein. Photo by Chris Benson on Unsplash

Vor zwei Jah­ren schrieb ich hier dar­über, dass wir uns in der Fami­lie nichts mehr zu Weih­nach­ten schen­ken – und wir seit­dem viel schö­ne­re Weih­nach­ten fei­ern. Weil wir nicht so gestresst sind. Weil es kein Geschenk­wett­be­werb gibt und auch kei­ne lan­gen Gesich­ter, wenn Papa Sitz­be­zü­ge für‘s Auto schenkt. Und weil der Kon­sum­ver­zicht auch noch das zwi­cken­de Umwelt­ge­wis­sen beru­higt.

Kei­ne Geschen­ke? Ich mei­ne das ernst

Kei­ne Geschen­ke? Ich habe dar­auf vie­le Zuschrif­ten bekom­men. Sogar Jour­na­lis­ten haben sich gemel­det. Ob ich das ernst mei­nen wür­de. Und ob ich kei­ne Kin­der hät­te. Doch, ich habe Kin­der. Zwei wun­der­ba­re Kin­der im Kita-Alter. Und wir wer­den genau so wei­ter­ma­chen, ohne Geschen­ke. Oder prä­zi­ser gesagt: Wir Eltern schen­ken ihnen an Weih­nach­ten nichts.

Niko­laus, kei­ne Gans

Wir sind kei­ne Weih­nachts­muf­fel. Im Gegen­teil. Unse­re Advents­zeit und auch unser Weih­nach­ten sind viel tra­di­tio­nel­ler, als ihr Euch das jetzt viel­leicht vor­stellt. Klar haben wir einen Advents­ka­len­der. Ein Advents­kranz droht uns ste­tig die Woh­nung abzu­bren­nen, und in unse­ren Erzie­hungs­be­mü­hun­gen wird auch schon mal die Auto­ri­tät Niko­laus bemüht. Natür­lich wol­len wir einen grü­nen Tan­nen­baum haben, wir freu­en uns auf freie Tage mit Fami­lie und Wahl­fa­mi­lie. Wir üben Weih­nachts­lie­der. Eine Weih­nachts­gans gibt es nicht. Obwohl wir alle kei­ne stren­gen Vege­ta­ri­er sind. „Man soll kei­ne Tie­re töten“, sag­te der Drei­jäh­ri­ge irgend­wann. Wir fin­den, dass er Recht hat.

Natür­lich freut sich der klei­ne Tier­freund auch auf Geschen­ke, die ja bekannt­lich der Weih­nachts­mann bringt. Die wird er auch krie­gen.

Geschen­ke­flut zu Weih­nach­ten ist kei­ne Natur­ka­ta­stro­phe

Keine Geschenke unterm Baum
Geschen­ke­flut ist kei­ne Natur­ka­ta­stro­phe CC0 Andrew Neel uns­plash

Ich habe die Kla­ge von vie­len Eltern im Ohr, dass ihr Kind viel zu viel zu Weih­nach­ten bekom­men wür­de. Dass die Klei­nen von dem vie­len Kon­sum umge­hau­en wür­den, immer mehr haben woll­ten. Und dann mit dem meis­ten nichts anzu­fan­gen wüss­ten. Das klingt so, als sei die Geschen­ke­flut eine unab­wend­ba­re Kata­stro­phe.

Natür­lich wer­den unse­re Klei­nen etwas aus­zu­pa­cken haben. Es gibt ja Omas, Opas und so wei­ter, die wirk­lich unbe­dingt den Klei­nen etwas ein­pa­cken müs­sen. Alle freu­en sich. Es ist ein­fach eine Fra­ge des Maßes. Wenn die Klei­nen sowie­so Geschen­ke bekom­men, war­um soll­ten wir Eltern dann noch mehr kau­fen? Was könn­te das Motiv sein? Viel­leicht doch irgend­was mit Gewis­sen?

Keine Geschenke: Kind an Weihnachten
Auf was kommt es an? Pho­to CC0 Jared Lind on uns­plash

Kei­ne Geschen­ke, relax­te Eltern

Ich schen­ke nichts. Die Erwach­se­nen ver­ste­hen das und wis­sen auch, dass sie mir nichts schen­ken sol­len. Für Kin­der kom­men die Geschen­ke eher vom Weih­nachts­mann. Bes­ser drei als zehn. Und die Klei­nen bekom­men deut­lich weni­ger gestress­te Eltern unterm Weih­nachts­baum. Die wünscht sich übri­gens garan­tiert jedes Kind.

Ich freue mich sehr dar­auf.

Und ihr?

Vorheriger Beitrag Klima-Demo: Auf die Straße für unsere Zukunft!
Nächster Beitrag Was bedeutet Digitalisierung? Bits&Bäume!
Avatar

Über mich
Oliver Samson

Journalist und jetzt Redakteur beim Panda - weil unverändert überzeugt, dass wir Menschen es besser hinkriegen können. Noch immer optimistisch mit guten Vorsätzen.

2 Kommentare

  1. Avatar
    PRESI
    7. Dezember 2018
    Antworten

    Vie­len Dank für den Bei­trag!
    Seit letz­tes Jahr macht mein Part­ner auch einen Geschen­kestreik. Vor allem weil er kei­ne Ide­en hat was er alles mir und sei­ner Fami­lie schen­ken soll, aber auch weil er nichts unnö­ti­ges schen­ken mag. Und mal ganz ehr­lich wir haben echt alles! Ich mag aber schen­ken, weil es mir Freu­de macht. Die­ses Jahr hab ich mich für Recy­cling-Socken in Wachs­tü­cher ver­packt ent­schie­den. Aber nächs­tes Jahr ist unser Baby schon auf der Welt. Ich hof­fe wir schaf­fen es dem Kind und allen ande­ren bei­zu­brin­gen, dass ein Geschenk reicht. Grü­ße und schö­ne Fei­er­ta­ge

  2. Avatar
    Corinna Forke
    23. Dezember 2018
    Antworten

    Hal­lo,

    bei uns gibt es für mei­ne zwei Kin­der Din­ge, die sie eh brau­chen wie neue Noten­stän­der, die grö­ße­re Gei­ge oder schö­ne Erleb­nis­se wie einen Musi­cal­be­su­che. Dafür legen dann meh­re­re Ver­wand­te zusam­men und die Men­ge der Geschen­ke ist auf 3–4 pro Kind redu­ziert bei 12 Schen­ken­den. Für mich wird eine Sache von mei­nen Eltern unter dem Baum lie­gen.

    Der Advents­ka­len­der ist übri­gens ein Beu­tel, in dem nächt­lich eine Klei­nig­keit unver­packt gesteckt wird wie ein Kar­ten­spiel gesplit­tet in 24 Päck­chen oder Zeit­gut­schei­ne für net­tes Zusam­men­sein.

    Allen schö­ne Fei­er­ta­ge!

Einen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.