Wohin mit dem alten Weih­nachts­baum?


Weihnachtsbaum fliegt von Haus
Auch das: besser nicht machen © iStock / Getty Images

Mehr als 29 Mil­lio­nen Weih­nachts­bäu­me schaf­fen sich die Deut­schen in jedem Jahr an. Den Weih­nachts­baum los zu wer­den ist gar nicht so leicht. Wir sagen wie man’s rich­tig macht.

Machen: Weih­nachts­baum abtrans­por­tie­ren las­sen

Vie­le Kom­mu­nen bie­ten den Abtrans­port der Weih­nachts­bäu­me an. Ob und wann der Tan­nen­baum  auf der Stra­ße ste­hen darf, sagt der Abfall­ka­len­der. Allei­ne in Ber­lin sam­melt die Müll­ab­fuhr jedes Jahr 350.000 Weih­nachts­bäu­me ein. In Bio­mas­se-Kraft­wer­ken wer­den sie dort zu Fern­wär­me und Strom. Immer­hin: Die gewon­ne­ne Ener­gie der Ber­li­ner Weih­nachts­bäu­me reicht unge­fähr aus, um zir­ka 500 Haus­hal­te ein Jahr lang mit Wär­me und Strom zu ver­sor­gen. Alter­na­tiv kann man den Baum zur kom­mu­na­len Sam­mel­stel­le oder zum Recy­cling­hof brin­gen — wenn es die denn gibt.

Nicht machen: Weih­nachts­baum ein­fach in die Gegend wer­fen

Ter­min ver­passt? Sam­mel­stel­le war zu? Den alten Weih­nachts­baum nie­mals im Wald oder anders­wo in frei­er Natur abwer­fen. Gilt als Müll. Auch nicht in die Bio­ton­ne stop­fen! Die Stäm­me und Äste sind nicht zur Ver­gä­rung in der Bio­gas­an­la­ge geeig­net.

Was von Weihnachten bleibt: Christbaum in der Mülltonne
Fast rich­tig: Weih­nachts­baum in der Ton­ne © iStock / Get­ty Images

Even­tu­ell: Ver­feu­ern

Spaß am Sägen? Kamin- und Kachel­ofen­be­sit­zer kön­nen den Baum auch ver­hei­zen. Es ist aller­dings rat­sam, sich beim zustän­di­gen Schorn­stein­fe­ger zu infor­mie­ren, ob Ofen und Abzugs­roh­re für die Ver­bren­nung des Hol­zes geeig­net sind.

Oder noch bes­ser: Weih­nachts­baum Upcy­cling!

Die Äste kön­nen im Win­ter als schüt­zen­de Abde­ckung für Bee­te wei­ter die­nen. Auch als win­ter­li­cher Grab­schmuck machen sich die Zwei­ge der Nadel­bäu­me gut.

Es ist ein urba­ner Mythos, dass die Ele­fan­ten im Zoo die von der Müll­ab­fuhr ein­ge­sam­mel­ten Weih­nachts­bäu­me fres­sen. Für sie sind nur die unge­nut­zen Bäu­me geeig­net, die zum Bei­spiel bei Tan­nen­ver­käu­fern übrig blie­ben. Man­che Tier­ge­he­ge oder Rei­ter­hö­fe neh­men die alten Bäu­me aber ger­ne. Ein­fach mal nach­fra­gen, ob Bedarf besteht. Auch Pfer­de­hal­ter kön­nen ihren Tie­ren die Bäu­me zum Knab­bern anbie­ten. Geeig­net sind in der Regel ein­hei­mi­sche Fich­ten und Tan­nen. Die Nord­mann­tan­ne soll­te dage­gen nicht an Pfer­de ver­füt­tert wer­den. Aber Ach­tung: Der Baum muss zum Ver­füt­tern voll­kom­men frei von Schmuck, Kunst­schnee, Lamet­ta und Co sein. Also Abschmü­cken. Und zwar bit­te gründ­lich.

Und noch ein schlau­er Tipp für mehr Ord­nung (und weni­ger Nadeln):

Je län­ger der Baum steht, des­to mehr nadelt er. Das heißt Tan­nen­na­deln über­all:  In der Woh­nung, in jeder Rit­ze. Und beim Abtrans­port im Trep­pen­haus.

Also unbe­dingt mit Pla­ne arbei­ten.  Oder einem Tan­nen­baum­sack. Ein altes Bett­la­ken auf dem Boden aus­brei­ten und den Baum­stamm in die Mit­te stel­len, hoch­zie­hen und oben zusam­men­bin­den.

Und guter Vor­satz für nächs­tes Jahr: Den Baum täg­lich gie­ßen. Damit er nicht so schnell aus­trock­net.

Ein gutes neu­es Jahr noch!

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Über mich
Oliver Samson

Journalist und jetzt Redakteur beim Panda - weil unverändert überzeugt, dass wir Menschen es besser hinkriegen können. Noch immer optimistisch mit guten Vorsätzen.

7 Kommentare

  1. Avatar
    Gott liebt Sie! God loves you!
    6. Januar 2017
    Antworten

    Noch ein Tipp: Aus den Nadeln einen Bade­zu­satz machen.
    Ein­fach 1/2 kg Nadeln mit etwa einem Liter Was­ser auf­ko­chen und dann etwa zehn Minu­ten zie­hen las­sen. Dann den ein­lau­fen­den Bade­was­ser zuge­ben. Wirkt durch­blu­tungs­för­dernd, anti­rheu­ma­tisch, ent­span­nen­de und gegen Erkäl­tung.

  2. Avatar
    10. Januar 2017
    Antworten

    Pri­ma Tipp, doch lei­der ist mei­ne Baum schon weg. Hät­te die Nadeln jetzt auch noch gut als Streu­gut auf dem Geh­weg gebrau­chen kön­nen. Aber Weih­nach­ten kommt ja wie­der.
    Lie­ben Gruß!

  3. Avatar
    20. September 2017
    Antworten

    Hal­lo Oli­ver,

    ich bin auf dei­nen inter­es­san­ten Arti­kel gesto­ßen. Fin­de ihn sehr hilf­reich. Vor allem aber dei­ne Erläu­te­run­gen dazu was man am bes­ten mit dem Baum macht, fin­de ich mehr als gelun­gen und sehr emp­feh­lens­wert. Dan­ke dafür. Hat mich echt inspi­riert.

    Lie­be Grü­ße
    Timea

  4. Avatar
    Leonie
    6. Januar 2018
    Antworten

    Bit­te schlagt nicht vor, die Bäu­me an Pfer­de zu ver­füt­tern. Die äthe­ri­schen Öle in den Nadeln sind für den emp­find­li­chen Magen-Darm-Trakt der Pfer­de aus­ge­spro­chen unge­sund 🙂
    Vie­le Grü­ße

  5. Avatar
    Twickler
    6. Januar 2018
    Antworten

    Ich fra­ge mich immer, ob ich nicht ganz auf den Baum ver­zich­ten soll­te. Habe es auch schon häu­fi­ger getan. Schö­ne Kerzrn und Later­nen etc sind auch stim­mungs­voll. Die Mil­lio­nen von Bäu­men, die jedes Jahr aufs neue gefällt wer­den. Oder ist das falsch von mir gedacht? Wer weiss Ant­wort ?

  6. Avatar
    Caterine Mayr
    7. Januar 2018
    Antworten

    Wir ver­zich­ten schon seit Jah­ren auf geschla­ge­ne Bäu­me und kau­fen im Topf. Da aber Tan­nen auf dem Bal­kon, selbst bei gute Pfle­ge nur 2–3 Jah­re über­le­ben­den haben wir uns die­ses Jahr für eine Zypres­se ent­schie­den. Die kön­nen im Topf sehr lan­ge hal­ten und sah, wenn auch noch klein, geschmückt echt toll aus.

  7. Süßungsmittel, Farbe, Plastik: Was Forscher mit alten Tannenbäumen machen wollen - Euro Journal
    28. Dezember 2018
    Antworten

    […] lan­den die­se dann in Bio­mas­se-Kraft­wer­ken und wer­den so zu Strom oder Fern­wär­me. Laut der Umwelt­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on WWF reicht die Ener­gie der Ber­li­ner Weih­nachts­bäu­me unge­fähr aus, um zir­ka 500 Haus­hal­te ein Jahr […]

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