COVID-19: Wenn Tie­re Men­schen krank machen


Covid-19 übertrug sich von Tieren auf Menschen. © Maurizio Biso / Getty Images
Covid-19 übertrug sich von Tieren auf Menschen. © Maurizio Biso / Getty Images

Ein Virus tritt auf einem Tier­markt auf Men­schen über, ent­wi­ckelt sich zu einer Epi­de­mie und brei­tet sich inner­halb weni­ger Wochen rund um den Glo­bus aus. Krank­heits­er­re­ger wie das Coro­na­vi­rus, die Men­schen und Tie­re infi­zie­ren kön­nen, wer­den als Zoo­no­sen bezeich­net. Die Lis­te von zoo­no­ti­schen Erre­gern ist lang: Ebo­la, HIV, Hen­dra, Vogel­grip­pe, Nipah, West Nil, MERS, Zika und jetzt das neu­ar­ti­ge Coro­na­vi­rus COVID-19.

Coro­na-Not­spen­de: Hil­fe­ru­fe aus der gan­zen Welt

 

Inzwi­schen sol­len sich knapp 76.000 Per­so­nen mit dem Coro­na­vi­rus infi­ziert haben. COVID-19 wie die Krank­heit inzwi­schen bezeich­net wird for­der­te in weni­ger als zwei Mona­ten über 2.000 Men­schen­le­ben. Wie häu­fig pas­siert so etwas? Wie kön­nen wir es ver­hin­dern?

Men­schen sind das Pro­blem nicht nur im Fall von COVID-19

Dass Krank­heits­er­re­ger von Tie­ren auf Men­schen über­sprin­gen oder umge­kehrt, ist nichts Neu­es. Aber ver­mut­lich wer­den wir in Zukunft häu­fi­ger Aus­brü­che die­ser Art erle­ben. Wissenschaftler:innen beob­ach­ten ein expo­nen­ti­el­les Wachs­tum der Spill­over-Ereig­nis­se (wenn Erre­ger von einer auf die ande­re Art über­sprin­gen). Die­se Ent­wick­lung ist wenig über­ra­schend. Sie ist mensch­ge­macht.

Der Grund: Wir Men­schen drin­gen immer tie­fer in tro­pi­sche Wäl­der vor. Dort tref­fen wir auf Tie­re, die für uns unbe­kann­te Viren in sich tra­gen. Die Wild­tie­re wer­den getö­tet oder in Käfi­ge gesperrt und auf Märk­te gebracht. So bie­ten wir den Erre­gern die Mög­lich­keit, auf einen neu­en Wirt über­zu­sprin­gen. So ist wahr­schein­lich COVID-19 ent­stan­den.

COVID-19: Von Fle­der­mäu­sen und Schup­pen­tier

© Erik S / Getty Images
Fle­der­tie­re kön­nen für Men­schen gefähr­li­che Viren tra­gen. © Erik S / Get­ty Images

Ziem­lich sicher ist der ursprüng­li­che Wirt. Fle­der­mäu­se gel­ten als wahr­schein­li­cher Ursprung von Infek­ti­ons­krank­hei­ten wie SARS, Nipah-Virus und dem neu­ar­ti­gen Coro­na­vi­rus.

Der­zeit ist noch unklar, ob Schup­pen­tie­re als Zwi­schen­wirt etwas mit der Ent­ste­hung von COVID-19 zu tun haben.  Auch wenn COVID-19 nicht von Schup­pen­tie­ren stammt, könn­te es hier ein wei­te­res Zoo­no­se­po­ten­zi­al geben. Das müss­te erforscht wer­den. Allein des­we­gen ist es deut­lich sinn­vol­ler die­se bedroh­ten Tie­re zu schüt­zen, als mit ihnen ille­gal zu han­deln. Nach SARS, MERS und COVID-19 wäre ein wei­te­res zoo­no­ti­sches Coro­na­vi­rus nicht über­ra­schend.  

War­um gera­de Fle­der­tie­re?

Sie sind die ein­zi­gen flug­fä­hi­gen Säu­ge­tie­re. Fle­der­mäu­se tra­gen gleich­zei­tig den größ­ten Anteil human­pa­tho­ge­ner Viren. Das sind die Erre­ger, die uns Men­schen infi­zie­ren kön­nen. Zudem fin­den sich Fle­der­mäu­se und Flug­hun­de fast über­all auf der Welt. Sie leben in rie­sen­gro­ßen Grup­pen und ste­hen in engem Kon­takt mit dem Men­schen. 

Die Lösung: Ein­däm­mung des Wild­tier­han­dels!

Die Fle­der­mäu­se aber wie Unge­zie­fer zu ver­nich­ten wäre nicht sinn­voll. Damit wür­de viel mehr Scha­den als Nut­zen ange­rich­tet. Fle­der­mäu­se erfül­len wich­ti­ge Funk­tio­nen im Öko­sys­tem, so ähn­lich wie Bie­nen. Sie ver­brei­ten Samen, bestäu­ben Bäu­me. Damit sind sie für gesun­de Wäl­der und bio­lo­gisch viel­fäl­ti­ge Agrar­sys­te­me ver­ant­wort­lich. 

Viel sinn­vol­ler wäre es, den Kon­takt zwi­schen Wild­tie­ren und Men­schen zu ver­rin­gern. Das wäre der der prak­tischs­te und kos­ten­ef­fek­tivs­te Ansatz zur Min­de­rung von Zoo­no­sen. Chi­nas Ver­bot des Wild­tier­han­dels wür­de hel­fen, künf­ti­ge Infek­tio­nen zu ver­hin­dern. Die EU ist 2005 einen ähn­li­chen Schritt gegan­gen und hat den Import von Wild­vö­geln ver­bo­ten, um der Ver­brei­tung der Vogel­grip­pe ent­ge­gen­zu­wir­ken. Ein posi­ti­ver Neben­ef­fekt davon war, dass sich weni­ger inva­si­ve Vogel­ar­ten in Euro­pa aus­brei­te­ten. 

Jedes Jahr drei neue Zoo­no­sen

Laut Welt-Tier­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on OIE erschei­nen jedes Jahr fünf neue mensch­li­che Krank­hei­ten. Drei davon besit­zen einen tie­ri­schen Ursprung. Wie vie­le Infek­ti­ons­krank­hei­ten müs­sen noch zwi­schen Mensch und Tier über­tra­gen wer­den, damit wir ver­ste­hen, wie die mensch­li­che Gesund­heit mit den Tie­ren und unse­rer gemein­sa­men Umwelt zusam­men­hängt? Damit wir die erfor­der­li­chen Maß­nah­men ergrei­fen? 

Ler­nen wir aus dem Coro­na­vi­rus?

Denn durch die Ver­brei­tung eines wei­te­ren Coro­na­vi­rus kön­nen wir eini­ges für die öffent­li­che Gesund­heit ler­nen. Wenn wir  Epi­de­mi­en ver­hin­dern wol­len, dann müs­sen wir den welt­wei­ten Han­del mit Wild­tie­ren ein­däm­men. Es ist nicht mehr nur eine Fra­ge des Arten­schut­zes. Es ist eine Fra­ge der glo­ba­len Gesund­heit. Und damit eine wich­ti­ge Ent­schei­dung für uns alle.

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2 Kommentare

  1. Avatar
    Monika Gehring
    17. März 2020
    Antworten

    So rächt sich die Natur. Mit wel­cher Bru­ta­li­tät die Tie­re gefan­gen und getö­tet wer­den, macht mich sehr wütend und trau­rig. Was müs­sen die­se armen Geschöp­fe erlei­den, bis sie tot sind. Ler­nen die Men­schen eigent­lich nichts? Ich bin erschüt­tert.

  2. Avatar
    Egon Opgenoorth
    28. März 2020
    Antworten

    Die Urchris­ten Behaup­ten das wir jähr­lich ca. 60 Mil­li­ar­den unse­rer Mitt­ge­schöp­fe in engen Stäl­len zusam­men gepfercht und sie bes­tia­lisch abschlach­ten. Es gibt aus dem geis­ti­gen Reich schon seit Jahr­zehn­ten die War­nung ‚über­mit­telt von Initi­ier­ten
    ( Men­schen mit einem höhe­rem Bewusst­sein) die­ses sein zu las­sen. Sie war­nen vor zukünf­ti­gen Epi­de­mi­en Die jet­zi­ge Situa­ti­on könn­te dar­auf hin­deu­ten. Das Gesetz von Ursa­che und Wir­kung (Kar­ma) scheint jetzt ihren Anfang zu neh­men. Was wir säen wer­den wir ern­ten. Das Leben ist eine Ein­heit zwi­schen Mensch Tier Pflan­ze und Mine­ra­li­en.

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