Zehn Tipps zum Vogel­ret­ten


Vögel retten: Schwalben im Nest
Vögel brauchen Futter und Lebensraum © JJFORBES46044 / iStock / Getty Images Plus

Die Nach­richt vom schnel­len Ver­schwin­den von Vogel­ar­ten ist kata­stro­phal. Uner­war­tet kam sie nicht. Wir wis­sen schon lan­ge, dass es unse­ren hei­mi­schen Vögeln schlecht geht. Braun­kel­chen, Reb­huhn und so vie­len mehr. Das Ver­schwin­den ihrer Lebens­räu­me, der Gift­ein­satz in der indus­tri­el­len Land­wirt­schaft, der Kli­ma­wan­del und das ver­hee­ren­de Insek­ten­ster­ben.

Mil­lio­nen­fach Vögel ret­ten

Wir beim WWF kämp­fen seit vie­len Jah­ren gegen all die­se Fak­to­ren. Doch es kann nur funk­tio­nie­ren, wenn wir alle mit­ma­chen. Zum Bei­spiel Gar­ten­be­sit­zer. Es gibt 17 Mil­lio­nen Gär­ten in Deutsch­land, eine Mil­li­on Schre­ber­gär­ten, unge­zähl­te Bal­ko­ne. Wenn wir über­all etwas machen – das wird schon einen Unter­schied schaf­fen.

1) Vögel mögen es wild

Eini­ge Gärt­ner mögen Eng­li­sche Rasen, ande­re schot­tern sogar ihren soge­nann­ten Gar­ten. Die­se Gär­ten des Grau­ens bie­ten so gut wie nichts für Vögel und Insek­ten. Für einen Gar­ten vol­ler Leben soll­te man am bes­ten einen Teil sich selbst über­las­sen und auch nicht mähen.

2) Hei­mi­sche Büsche und Bäu­me sind bes­ser

Was der Vogel nicht kennt, das frisst er nicht. Wie auch für Insek­ten ist es deut­lich bes­ser, Hei­mi­sches anzu­pflan­zen. Regio­na­le Früch­te wer­den viel häu­fi­ger von Vögeln gefres­sen. Holun­der ist zum Bei­spiel so eine Köst­lich­keit für Vögel UND Insek­ten. Sei­ne Blü­ten wer­den von vie­len Insek­ten gesucht, die wie­der­um Vögel ernäh­ren. Und dazu kom­men noch die Holun­der­bee­ren als Vogel­nah­rung.

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Hei­mi­sche Obst­bäu­me wie Bir­ne sind natür­lich toll. Bei der Ern­te dann aber bit­te nicht auch noch die letz­te Frucht aus schwin­deln­der Höhe ern­ten, son­dern den soge­nann­ten Vogel­zehnt hän­gen las­sen. Sozu­sa­gen als Lohn für die Schäd­lings­be­kämp­fung durch die Vögel.

Vögel wür­den auch Schopf­la­ven­del, Dis­teln, Blau­re­gen, Ligus­ter, Wild­ro­sen, Zier­ap­fel, Weiß­dorn und Pfaf­fen­hüt­chen, Vogel­bee­re oder Hage­but­te emp­feh­len. Abge­fal­le­ne Blät­ter übri­gens ger­ne lie­gen las­sen. Dar­un­ter suchen und fin­den Vögel Schutz — und vie­le Insek­ten.

3) Vogels Lieb­ling: Der gute alte Efeu

Efeu an der Haus­wand sieht gut aus und leis­tet einen wert­vol­len Bei­trag zum Natur­schutz. Grü­ne Wän­de schlu­cken Lärm, bin­den Schad­stof­fe und Staub. In so einer grü­nen Wand aus Wil­dem Wein, Knö­te­rich oder eben Efeu leben zahl­rei­che Pflan­zen und Tie­re — wie in einem ver­ti­ka­len Gar­ten. Und begrün­te Fas­sa­den ver­bes­sern durch die Was­ser­ver­duns­tung auch nach­weis­lich das Kli­ma.

Dicht gewach­se­ner Efeu zieht aber auch Vögel an. Er ist ein idea­ler Schutz und Nist­platz, zum Bei­spiel  für Amseln. Wenn er im Herbst blüht, kom­men dazu auch Insek­ten. Auch sei­ne im Früh­ling rei­fen­den Bee­ren hel­fen wäh­rend der anstren­gen­den Pha­se der Auf­zucht. Also: Lasst ran­ken!

4) Vögel brau­chen Nist­plät­ze!

Vögel schät­zen ein Zuhau­se. Vie­le Arten neh­men Nist­käs­ten an, wobei jede Vogel­art ande­re Grö­ßen und For­men bevor­zugt. Es gibt sie in ver­schie­de­nen Grö­ßen und mit ver­schie­den gro­ßen Ein­flug­lö­chern. Oder auch halb offen für Halb­höh­len­brü­ter. Man muss beob­ach­ten, wel­che Arten vor Ort hei­misch sind und danach Nist­käs­ten aus­wäh­len.

Nist­käs­ten soll­ten in einer Höhe von cir­ca 2,50 Metern hän­gen. Und nicht in der Nähe von Ästen oder ande­ren Klet­ter­mög­lich­kei­ten für Kat­zen und ande­re Nest­räu­ber. Obacht: Bit­te kei­ne der erhält­li­chen Plas­tik­käs­ten, dar­in wird es im Som­mer viel zu heiß!

Vögel retten: Stare am Nistkasten
Sta­re fin­den: Gute Idee, so ein Nist­kas­ten © Ola Jen­ners­ten / WWF-Swe­den

5) Tot­holz ste­hen las­sen!

Alte Bäu­me bit­te nicht fäl­len, son­dern ste­hen las­sen. Sie bie­ten idea­le Plät­ze für Brut­höh­len. Spech­te, Klei­ber und Mei­sen wer­den es dan­ken. Spech­te schla­gen Höh­len hin­ein, die ande­ren Vogel­ar­ten nut­zen sie nach deren Aus­zug. Wenn man wald­nah wohnt, sie­delt sich viel­leicht sogar ein Wald­kauz an. Auch ein Sta­pel Alt­holz in einer Ecke des Gar­tens ist wert­voll. Zum Bei­spiel der Zaun­kö­nig ver­steckt sich hier ger­ne.

6) Vögel füt­tern – aber rich­tig!

Soll man Vögel füt­tern? Aber ja. Wir sagen: Es spricht nichts gegen das Füt­tern, solan­ge ihr es rich­tig macht. Hier haben wir auf­ge­schrie­ben, was wir dabei emp­feh­len.

7) Vögel haben Durst

Vögel brau­chen auch zu trin­ken, gera­de in Zei­ten von Dür­re und Hit­ze. Vogel­trän­ken soll­ten aber das gan­ze Jahr über zur Ver­fü­gung ste­hen. Im Som­mer das Was­ser nach eini­gen Tagen wech­seln, es soll­te nicht zu kei­mig wer­den.

8) Die Sache mit den Kat­zen

Auch wenn es eini­ge Kat­zen­freun­de nicht gern hören: Frei­lau­fen­de Kat­zen töten hier­zu­lan­de jedes Jahr Mil­lio­nen Vögel. Alle Wohl­ta­ten für Vögel müs­sen kat­zen­si­cher sein. Um die Vogel­trän­ke soll­te aus­rei­chend Platz sein, damit sich Kat­zen und ande­re Vogel­jä­ger nicht her­an­pir­schen kön­nen.

Vögel füttern oder nicht - das fragen sich viele im Herbst und Winter
Soll man die­se Vögel füt­tern? CC0 Phil Botha https://unsplash.com/photos/UhlFlHMNpEQ

9) Gegen den mil­lio­nen­fa­chen Glas­tod

Glas­fas­sa­de, Bus­hal­te­stel­le, Ter­as­sen­tür: Vogel­schlag an Glas­schei­ben kennt fast jeder. Dadurch kom­men wohl über 100 Mil­lio­nen Vögel in Deutsch­land um, schätzt der NABU. Je grö­ßer die Glas­flä­chen, des­to grö­ßer die Gefahr für die Piep­mät­ze. Jedes Jahr ster­ben zwi­schen fünf bis zehn Pro­zent aller Vögel die­sen Tod!

Es ist ein Leich­tes, den Vogel­tod zu ver­mei­den – durch alles mög­li­che, was Glas­schei­ben für Vögel sicht­bar macht. Es gibt Schnü­re, Net­ze, Auf­kle­ber, manch­mal hilft auch ein­fach ein Rol­le oder eine Jalou­sie. Unter dem Namen Bird-Tape las­sen sich halb­trans­pa­ren­te Kle­be­strei­fen fin­den. Man muss nicht jede Schei­be bekle­ben. Am eige­nen Haus weiß man ja, wo die Vögel Pro­ble­me haben. Dort bit­te unbe­dingt ent­schär­fen.

Übri­gens: Die schwar­zen Sil­hou­et­ten von Greif­vö­gel sind zwar oft zu sehen, nut­zen aber so gut wie nichts. Die Vögel flie­gen oft direkt neben den Auf­kle­bern auf die Schei­be.

10) Bio ist bes­ser

Im eige­nen Gar­ten kein Gift zu benut­zen soll­te Ehren­sa­che sein. Wir alle kön­nen den Vögeln aber auch hel­fen, wenn wir bewusst Pro­duk­te aus nach­hal­ti­ger Land­wirt­schaft kau­fen. Und das heißt eben in der Regel Bio. Damit es zuneh­mend mehr Flä­chen gibt, die vogelfreundlich(er) bewirt­schaf­tet wer­den.

Habt ihr noch Tipps zum Vögel ret­ten? Bit­te hier in die Kom­men­ta­re schrei­ben. Dan­ke!

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1 Kommentar

  1. Avatar
    Regine THORN
    27. April 2020
    Antworten

    Nach­dem wir ges­tern Abend einen Bericht über Insek­ten­ster­ben im TV gese­hen haben wird unser Gar­ten nun umge­stal­tet. Eine ca. 250 m² gro­ße Flä­che wer­den wir zur Wild­kräu­ter-Blu­men­wie­se, natür­lich bie­nen­freund­lich, umän­dern. Wir hof­fen, das es klappt und die­se gut ange­nom­men wird.

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