Plogging: Müllsammeln als Sommertrend 2018?!


Plogging: Eine Mischung aus Joggen und Müllsammeln. Wo kommt das Wort her? Woher der Trend? Und was bringt es wirklich?
Etwas für Fitness und Umwelt tun: Plogging © Stephanie Probst

Müllsammeln beim Joggen – das ist Plogging. Der Plogging Trend kommt aus Schweden und hat mittlerweile weltweit seine Anhänger. Auf Social Media Kanälen wie Instagram teilen sie ihre Fundstücke, ihre Laufstrecken und ihre Botschaft: „Wir wollen euren Müll (nicht).“

Woher kommt das Wort Plogging?

Der Begriff Plogging setzt sich zusammen aus dem schwedischen Wort plocka upp (aufheben) und – natürlich – Jogging.

Wer hat’s erfunden?

Der Schwede Erik Ahlström: Genervt von herumliegendem Müll in Stockholm begann er zu ploggen. Zunächst alleine und von vielen belächelt. Doch langsam wich die Belustigung der Bewunderung und es gab erste Berichte in den Medien. Ahlström fand immer mehr Mitstreiter,
bis sich seine Idee sogar international verbreitete.

Ist das gesund?

Viele Plogging-Fans schwören auf den Intervall-Effekt, den die Laufunterbrechung beim Müllsammeln hat. Und während manch einer sich vielleicht einfach nur bückt, bauen andere Squats, also Kniebeugen, und Dehnübungen beim Aufheben ein.

Alles nur Show oder wirklich gut für die Umwelt?

Ist es wirklich nötig, in Städten Müll aufzusammeln? Gibt es dafür nicht die Stadtreinigung? Solche Fragen müssen sich urbane Plogger gefallen lassen. Sinnvoller ist Plogging sicherlich in der Natur, im Wald oder am Strand zum Beispiel. Doch auch in der Stadt kann man womöglich das ein oder andere Plastikteil daran hindern, in einen Fluss geweht zu werden und schließlich im Meer zu landen.


Und noch etwas anderes kann man in der Stadt – und über die sozialen Medien – besser als alleine im Wald: Ein Zeichen setzen! Schließlich sollten wir den Müll lieber vermeiden, als ihn hinterher einzusammeln.
Um das mehr ins Bewusstsein zu rücken, wünsche ich mir, dass Plogging KEIN vergänglicher Sommertrend ist, sondern eine langfristige Bewegung.

Wer ploggt wo – und wie kann man mitmachen?

Plogger gibt es inzwischen deutschlandweit, allen voran die mehrere hundert Mitglieder starke Gruppe „Plogging Cologne“ aus Köln. In Berlin gibt es verschiedene Plogging-Treffs. In Hamburg ploggten dieses Jahr Tausende bei der städtischen Frühlingsputzaktion „Hamburg räumt auf“. Schöner finde ich solche Aktionen aber selbst organisiert. Also Laufschuhe an, ein paar Freunde zusammen trommeln und los!

Plogging-Gruppen finden oder gründen und verbreiten

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Über mich
Stephanie Probst

Journalistin und Redakteurin für Video, Audio und Text. Freie Autorin für den WWF, weil ich an den Umweltschutz glaube und dafür trommeln möchte. Und weil das alles so wahnsinnig spannend ist!

2 Kommentare

  1. 28. Juni 2018
    Antworten

    Bei mir um die Ecke im Park lohnt sich Ploggen auf jeden Fall. Auch ohne Rennen. Beweisfotos folgen.

  2. simone
    2. Juli 2018
    Antworten

    Ich sammle schon seit Jahren tütenweise Müll auf, wenn ich mit meinen beiden Hunden spazieren gehe….am Fluss, im Wald, in unserem Park….etc…
    Es ist schon wirklich sehr bedauerlich, was sich da alles so einsammlen läßt und dafür muß man nicht mal weit laufen !
    Oftmals werde ich einfach nur wütend auf solche Leute, die einfach alles hinwerfen…es ist eine Schande !! Und eine große Schweinerei.
    Andere scheint das nicht zu stören oder sie gehen nicht mit offenen Augen durch`s Leben – normalerweise dürfte es so etwas nicht geben. Sehr, sehr schade !!!

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