Plas­tik­müll: Was ich bei Lanz ger­ne auch noch gesagt hät­te


Über Plastikmüll reden: Marcella Hansch und Heike Vesper bei Lanz im Studio
Über Plastikmüll reden: Marcella Hansch und ich bei Lanz © ZDF / Cornelia Lehmann

In jedem Qua­drat­ki­lo­me­ter Meer schwim­men heu­te meh­re­re hun­dert­tau­send Tei­le Plas­tik­müll. Aus mei­ner Sicht ist es eines der größ­ten Pro­ble­me, die wir auf der Erde über­haupt haben. Ich bin froh, dass das The­ma inzwi­schen so weit im öffent­li­chen Bewusst­sein ange­kom­men ist, dass man auch in den Medi­en nicht dar­an vor­bei­kommt. Wenigs­tens das. Bei Hart aber Fair konn­te ich als Mee­res­ex­per­tin schon vor einer Wei­le etwas zu Plas­tik­müll sagen, jetzt war ich bei der Talk­show Mar­kus Lanz ein­ge­la­den. Aus­strah­lung heu­te um 23.30h, ZDF!

Es ging bei bei der Auf­zeich­nung der Sen­dung ums Müll sam­meln, den pro Kopf Plas­tik­ver­brauch und Recy­cling­quo­ten von Kunst­stoff in Deutsch­land. Ob wir hier mit den Fin­ger auf ande­re vor allem in Asi­en zei­gen dür­fen oder bes­ser nicht. Mikro­plas­tik, auch flüs­si­ges in Kos­me­tik war dabei. Gut, dass wir dar­über gere­det haben! Viel­leicht han­deln ja auch mehr Leu­te danach. Unse­re Mee­re hät­ten es drin­gend nötig.

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Ins­ge­samt hät­ten wir noch so viel mehr zum kom­ple­xen The­ma Plas­tik­müll sagen kön­nen. Gera­de, weil wir zu zweit waren. Aber so ist es eben. Mit mir zusam­men war Mar­cel­la Hansch im Stu­dio, die eine Kon­struk­ti­on erfun­den hat, um Klein­plas­tik aus dem Meer zu sam­meln — als Abschluss­ar­beit ihres Archi­tek­tur­stu­di­ums! Neben ihrer vol­len Berufs­tä­tig­keit setzt sie sich ehren­amt­lich für die Rea­li­sie­rung ihres Pro­jek­tes ein. Ein groß­ar­ti­ges Enga­ge­ment, das gro­ßen Respekt ver­dient hat. Dane­ben wur­de auch ganz kurz zum gera­de gestar­te­ten Oce­an Cleanup Pro­jekt gespro­chen.

https://www.youtube.com/watch?time_continue=11&v=Xd03sN3eIuM

Was über Plas­tik­müll aber noch gesagt wer­den muss:

Plas­tik­müll bedroht Arten!

Über 800 Tier­ar­ten im Meer wer­den vom Plas­tik­müll beein­träch­tigt, fast die Hälf­te der Mee­res­säu­ger- und See­vo­gel­ar­ten! Plas­tik im Magen beein­träch­tigt den Ver­dau­ungs­trakt der Vögel, die Tie­re ver­hun­gern. Auch Koral­len­rif­fe, wer­den durch Plas­tik­müll beschä­digt. Zehn­tau­sen­de Wale, Rob­ben und See­hun­de ver­fan­gen sich in „Fische­rei­müll“, also ver­lo­re­nen und weg­ge­wor­fe­nen Tau­en und Net­zen. So wird geschätzt, dass jedes Jahr 1 Mil­lio­nen See­vö­gel und 100.000 Mee­res­säu­ger wie Wale, Del­fi­ne und Rob­ben am Plas­tik ster­ben.

Plas­tik­müll stop­pen!

Plas­tik­kon­sum muss redu­ziert und der Ein­trag in die Umwlet unbe­dingt gestoppt wer­den. Denn die Mee­re auf­zu­räu­men ist rich­tig. Wenn aber wie bis­her jeden Tag ton­nen­wei­se Plas­tik­müll dazu­kom­men, ist das eine nicht lös­ba­re Auf­ga­be.

Auch Unter­neh­men sind für den Plas­tik­müll ver­ant­wort­lich!

Haupt­grün­de für die Flut an Plas­tik­müll sind die mas­sen­haf­te Ver­brei­tung von Ein­weg­plas­tik und feh­len­de Struk­tu­ren zum Sam­meln und zur Ver­ar­bei­tung von Abfäl­len. In Schwel­len- und Ent­wick­lungs­län­dern wird deut­lich weni­ger als die Hälf­te des Plas­tik­mülls ein­ge­sam­melt. An der Finan­zie­rung einer guten  Ent­sor­gung betei­li­gen die Unter­neh­men, die Plas­tik­ver­pa­ckun­gen auf den Markt brin­gen sich nicht oder viel zu wenig. Das hat zur Fol­ge, dass vor allem der Müll in Süd­ost­asi­en mas­sen­haft ins Meer gespült wird.

Erwei­ter­te Pro­du­zen­ten­ver­ant­wor­tung“ für Unter­neh­men!

Wir wol­len, dass Unter­neh­men, die ver­pack­te Pro­duk­te her­stel­len und/oder ver­brei­ten, sich an den Ent­sor­gungs­kos­ten betei­li­gen. So könn­ten bei­spiels­wei­se ‑wie in Deutsch­land beim Grü­nen Punkt- Unter­neh­men eine Geld-Abga­be pro Ver­pa­ckung zah­len, mit der dann Sam­meln und Recy­cling orga­ni­siert wird.

Beim Kampf gegen Plas­tik­müll müs­sen alle mit­ma­chen!

Alle müs­sen etwas machen. Poli­tik, Wirt­schaft und Ver­brau­cher. Kei­ner kann es allei­ne bewäl­ti­gen. Die ers­ten Schrit­te sind getan, aber das wird nicht rei­chen. Am Ende geht es ja auch um uns. Den unsin­ni­gen Umgang mit unse­ren natür­li­chen Res­sour­cen kön­nen wir uns ein­fach nicht mehr leis­ten. Wir haben nur die­sen einen Pla­ne­ten.

Ein Hin­weis noch: Bei der Ver­tei­lung der fünf Müll­stru­del in den Welt­mee­ren ist mir ein Pat­zer unter­lau­fen: Ich hab gesagt, es gebe einen im Pazi­fik, zwei im Atlan­tik und zwei bei den Polen. Das ist so natür­lich Quatsch! Es sind zwei im Pazi­fik, zwei im Atlan­tik und einer im Indi­schen Oze­an! Das kann in der Hit­ze so einer TV-Dis­kus­si­on lei­der auch mal pas­sie­ren, sor­ry.

Was kann man gegen Plas­tik­müll tun?

Auch in Deutsch­land kann jeder Plas­tik­müll redu­zie­ren!

  • Bit­te ver­zich­te auf Ein­weg­tü­ten beim Ein­kauf und Ein­weg­ge­schirr wie z.B. Ein­weg-Kaf­fee­be­cher, Plas­tik­tel­ler und Plas­tik­be­steck
  • Nut­ze wo immer mög­lich wie­der­ver­wend­ba­re Ver­pa­ckun­gen, wie etwa Mehr­weg­do­sen.
  • Wo mög­lich unver­pack­te Ware ein­kau­fen, z.B. auf dem Markt oder in ver­pa­ckungs­frei­en Läden
  • Auch im Urlaub Ein­weg­ta­schen und Ein­weg­ge­schirr ver­mei­den
  • Müll rich­tig tren­nen!
  • an Auf­räum­ak­tio­nen betei­li­gen – Plas­tik­müll am Ufer von Bächen und Flüs­sen kann irgend­wann im Meer lan­den
  • Abfäl­le beim Strand­ur­laub in die Müll­ton­ne wer­fen – oder wie­der mit­neh­men. Auch die Ziga­ret­ten­kip­pen – der Fil­ter ent­hält viel Plas­tik
  • Kei­ne Kos­me­tik­pro­duk­te mit Mikro­plas­tik nut­zen, nähe­re Infor­ma­tio­nen gibt es beim BUND.

 

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4 Kommentare

  1. Avatar
    Helmut Schmidt
    10. Oktober 2018
    Antworten

    Sehr geehr­te Frau Ves­per,
    Sie haben in der Sen­dung viel Rich­ti­ges gesagt. In einem Punkt unter­lie­gen Sie auch einem Mythos: Die Deut­schen Müll­ver­bren­nungs­an­la­gen sind bes­tens aus­ge­las­tet. Die brau­chen die Plas­tik­ver­pa­ckun­gen nicht. Das eigent­li­che Pro­blem neben der Men­ge ist, dass die Ver­pa­ckun­gen zu 70% aus Misch- und Ver­bund­kunst­stof­fen bestehen, die nicht zu recy­celn sind. Hier ist eine Ver­wer­tung über die MVA sogar die bes­se­re Alter­na­ti­ve. Zumin­dest bes­ser als die­se Mate­ria­li­en nach Asi­en zu expor­tie­ren, wo sie schlimms­ten­falls doch im Meer lan­den. Außer­dem sind gera­de Lebens­mit­tel­ver­pa­ckun­gen oft­mals geruchs­be­las­tet und ded­halb fürs Recy­cling nicht geeig­net. An der Ver­mei­dung und Ver­rin­ge­rung von Ver­pa­ckun­gen führt deshal kein Weg vor­bei, auch wenn das unser Umwelt­mi­nis­te­ri­um nicht wahr­ha­ben will.
    Hel­mut Schmidt, Wek­lei­ter AWM Mün­chen a.D.

  2. Avatar
    10. Oktober 2018
    Antworten

    Dan­ke für die­se inter­es­san­te Infor­ma­ti­on. Sie haben in der Sen­dung ser viel Rich­ti­ges gesagt und ich bin ganz ihrer Mei­nung. Eure News sind sowie­so wie immer inter­es­sant, also macht wei­ter so!

  3. Avatar
    Henning Clewing
    14. Oktober 2018
    Antworten

    Sehr geehr­te Frau Ves­per,
    ich habe Ihre Sen­dung lei­der nicht gese­hen, beschäf­ti­ge mich mit der Mate­rie aber schon seit lan­gem. Was mich in der öffent­li­chen Dis­kus­si­on oft ärgert: Die Müll­ver­bren­nung wird gern dis­kri­mi­niert als eine schlech­te Lösung, die gewählt wird, wenn nichts ande­res übrig bleibt. Herr Schmidt hat oben schon erwähnt, war­um das Rezy­klie­ren von Plas­tik so pro­ble­ma­tisch ist: es ist nur da wirk­lich mög­lich, wo der Plas­tik­ab­fall in der Fabrik selbst erzeugt wird; als Bestand­teil des nor­ma­len Haus- oder auch Indus­trie­mülls ist Plas­tik wegen der gro­ßen Unter­schied­lich­keit sei­ner Kom­po­nen­ten ein nur begrenzt ein­satz­fä­hi­ger Roh­stoff. Dar­um ist die Ver­bren­nung die ein­zig rich­ti­ge Ver­wer­tung des Plas­tik­mülls. Sie spart beacht­li­che Men­gen an Koh­le und Schwer­öl ein, die sonst zur Ver­bren­nung von Müll nötig wären — ein Bei­trag zur Nach­hal­tig­keit der Ener­gie- und Wär­me­wirt­schaft.

  4. Avatar
    Beatrice
    24. April 2019
    Antworten

    Sehr geehr­te Frau Ves­per,

    in den letz­ten Mona­ten habe ich mich ver­mehrt dar­über infor­miert, was unse­ren Plas­tik­kon­sum betrifft und ver­su­che in mei­nem All­tag so viel Plas­tik wie mög­lich ein­zu­spa­ren und auch mei­ne Fami­lie dafür zu sen­si­bi­li­sie­ren.
    Mein Sohn hilft mir dabei sehr, da er sich im Rah­men von “Fri­days for future” enga­giert, wobei ich ihn selbst ver­ständ­lich auch unter­stüt­ze. In unse­rem haus­halt haben wir mitt­ler­wei­le im Bad z.B. dank Sham­poo­bars unse­ren Plas­tik­kon­sum mini­miert und auch in der Küche haben wir größ­ten­teils auf unver­pack­te Nah­rungs­mit­tel umge­stellt.
    Bei mei­ner Recher­che, wel­ches Plas­tik wir vor allem im Super­markt als Ver­pa­ckun­gen fin­den und des­sen Wie­der­ver­wer­tung bin ich auch auf Sie und ihre Dis­kus­si­on bei Lanz auf­merk­sam gewor­den (die jedoch in Gän­ze lei­der nicht mehr ver­füg­bar ist). Ich wür­de des­halb ger­ne Ihre Mei­nung zu einem Pro­jekt hören, dass mir unter­kam: https://project-ae.com/
    Die­ses Pro­jekt stellt umwelt­freund­li­che Ver­pa­ckungs­ma­te­ria­len für Nest­lé, P&G und wei­te­re Glo­bal­play­er her. Den­ken Sie, dass das eine gute Alter­na­ti­ve ist und bei die­sen Fir­men nun auch ein Umden­ken statt­fin­det?
    Und haben Sie viel­leicht wei­te­re Tipps, wie man pri­vat mehr Men­schen davon über­zeu­gen kann, auf den Plas­tik­kon­sum zu ach­ten?

    Vie­len Dank und wei­ter­hin viel Erfolg bei ihrer Arbeit,
    Bea­te M.

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