Nas­hör­ner – 12 Fak­ten, die Du (ziem­lich sicher) nicht kennst


Sind Nashörner gefährlich?
Mancher Angriff geschieht aus Kurzsichtigkeit © Bo Dabi

Nas­hör­ner schla­fen ger­ne tief, sind erstaun­lich schnell und tat­säch­lich mit Ein­hör­nern ver­wandt. Fas­zi­nie­ren­des Wis­sen über die kurz­sich­ti­gen Urzeit­tie­re:

Rasan­te Kolosse

3,5 Ton­nen schwer kön­nen Nas­hör­ner wer­den. Sie sind nach den Ele­fan­ten die größ­ten Land­säu­ge­tie­re. Mit bis zu 55 km/h wer­den sie dabei für ihre Mas­se unge­wöhn­lich schnell. Unter den Säu­ge­tie­ren, die über eine Ton­ne wie­gen, ist das Nas­horn das schnells­te. Und es kann beim Ren­nen sehr plötz­lich die Rich­tung wechseln.

Sind Nas­hör­ner gefährlich?

Ihr Gewicht, ihre Schnel­lig­keit, dazu die Hör­ner, ihre Vor­der­zäh­ne und ihre Kraft machen Nas­hör­ner zu gefähr­li­chen Geg­nern. Wenn sie sich bedroht füh­len. Denn Rhi­no­ze­ros­se sind nicht aggres­siv, grei­fen sel­ten ande­re Tie­re an und mei­den scheu mensch­li­che Nähe.

Breit­maul­nas­hör­ner nei­gen bei Gefahr zur Flucht, Spitz­maul­nas­hör­ner eher zum Angriff. Doch man­cher Angriff geschieht aus Versehen.

Sie könn­ten eine Bril­le brauchen

Was können Nashörner gut? Was können sie schlecht? Wie weit können Nashörner sehen?
Breit­maul­nas­horn © Mar­tin Har­vey / WWF

Rennt ein Nas­horn plötz­lich angriffs­lus­tig los, hat es sich womög­lich nur vor einer Bewe­gung erschreckt und kann die Ursa­che nicht ein­ord­nen: Weil es sie ver­schwom­men sieht. Rhi­no­ze­ros­se haben sehr klei­ne Augen und sind unglaub­lich kurz­sich­tig.

Zum Aus­gleich für ihr schlech­tes Seh­ver­mö­gen haben Nas­hör­ner ein gutes Gehör und einen fei­nen Geruchs­sinn. Sie neh­men weit ent­fern­te Gerü­che wahr und kom­mu­ni­zie­ren über Kot und Urin. Letz­te­ren sprit­zen sie zur Revier­mar­kie­rung auch schon mal fünf Meter weit.

Ein „Zusam­men­stoß“ Nashörner

Eine Grup­pe von Nas­hör­nern wird im Eng­li­schen a crash of rhi­nos genannt. Wahr­schein­lich wegen ihrer Kraft.
Das ist nicht der ein­zi­ge, lus­ti­ge eng­li­sche Aus­druck für Her­den und Schwär­me von Tie­ren. Es gibt zum Bei­spiel eine Gepar­den-Koali­ti­on, eine Rau­pen-Armee, den Giraf­fen-Turm, einen Kes­sel Fle­der­mäu­se – und ein Krä­hen­schwarm heiß auf Eng­lisch a mur­der of crows! 

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Nas­horn: Nach­fah­re des Einhorns

Ein­hör­ner gab es wirk­lich und sie leb­ten noch zu Zei­ten unse­rer Vor­fah­ren auf der Erde. Aller­dings ähnel­te das Sibi­ri­sche Ein­horn (oder Elas­mo­the­ri­um) weni­ger einem Pferd als viel­mehr einem Nas­horn und ist auch mit die­sem ver­wandt! Doch es trug sein bis zu einem Meter lan­ges Horn auf der Stirn und hat­te län­ge­re Bei­ne als die heu­ti­gen Rhi­no­ze­ros­se. Die Sibi­ri­schen Ein­hör­ner sind wahr­schein­lich vor etwa 39.000 Jah­ren auf­grund von Kli­ma­ver­än­de­run­gen ausgestorben.

So könn­te das Sibi­ri­sche Ein­horn aus­ge­se­hen haben © IMAGO / agefotostock

Aller­dings haben vie­le Nas­hör­ner zwei Hörner

Fünf ver­schie­de­ne Nas­horn-Arten leben heu­te noch in Afri­ka und Asi­en. Die bei­den afri­ka­ni­schen Nas­hör­ner – das Spitz­maul- und das Breit­maul­nas­horn – und das Suma­tra-Nas­horn aus Indo­ne­si­en tra­gen zwei Hör­ner hin­ter­ein­an­der, wobei das vor­de­re meist grö­ßer ist.

Wie die Nah­rung so das Maul

Die bei­den afri­ka­ni­schen Arten unter­schei­den sich — wie ihre Namen ver­mu­ten las­sen — anhand der Form ihres Mauls bezie­hungs­wei­se ihrer Ober­lip­pe. Nas­hör­ner sind Vege­ta­ri­er und fres­sen Grä­ser, Blät­ter, Äste und Früch­te.

Was fressen Nashörner? Welche Arten von Nashörnern gibt es? Wie unterscheiden sie sich?
Spitz­maul­nas­horn © Mar­tin Har­vey / WWF

Das Spitz­maul­nas­horn zupft mit sei­ner vor­ste­hen­den Greif­lip­pe Nah­rung von Büschen und Bäu­men. Breit­maul­nas­hör­ner gra­sen lie­ber und haben dafür eine brei­te, gera­de Lippe.
Breit­maul­nas­hör­ner sind außer­dem die größ­ten und schwers­ten aller fünf ver­blei­ben­den Arten.

Pan­zer­tie­re? Die letz­ten asia­ti­schen Nashörner

Nas­hör­ner haben kei­nen Pan­zer, aber eine durch­schnitt­lich zwei Zen­ti­me­ter dicke Haut, im Nacken sogar über vier Zen­ti­me­ter. Die ist bei den asia­ti­schen Arten am Hals und über den Bei­nen stark gefal­tet und erin­nert an einen Pan­zer. So heißt das Indi­sche Nas­horn denn auch Panzernashorn.

Pan­zer- und Java-Nas­horn tra­gen nur ein Horn am Ende der Schnau­ze. Das Suma­tra-Nas­horn mit den zwei Hör­nern ist die kleins­te Nas­horn-Art. Ins­ge­samt sind die drei asia­ti­schen Arten klei­ner als ihre afri­ka­ni­schen Ver­wand­ten und haben wesent­lich klei­ne­re Hörner.

Wie viele Nashörner gibt es noch? Wozu brauchen sie ihr Horn?
Pan­zer­nas­horn © Richard Edwards / WWF-UK

Wozu brau­chen Rhi­no­ze­ros­se ihr Horn?

Die Hör­ner die­nen nicht nur als Waf­fe, son­dern zum Gra­ben nach Was­ser oder Besei­ti­gen von Gestrüpp. Im Kampf mit­ein­an­der und zur Ver­tei­di­gung ihrer Jung­tie­re nut­zen vor allem die afri­ka­ni­schen Arten ihre län­ge­ren Hör­ner. Den asia­ti­schen Arten die­nen dafür eher ihre dol­ch­ar­ti­gen Schnei­de­zäh­ne. (Die afri­ka­ni­schen Rhi­nos haben gar kein Vor­der­ge­biss, son­dern nur Pflan­zen mah­len­de Backenzähne.)

Nas­horn-Hör­ner bestehen haupt­säch­lich aus Kera­tin, dem glei­chen Mate­ri­al wie unse­re Fin­ger­nä­gel. Trotz­dem wer­den die Hör­ner zu hohen Prei­sen als ille­ga­les Pro­dukt in Ost-Asi­en gehan­delt. Man schreibt ihnen Fie­ber sen­ken­de Wir­kun­gen zu, sie sind teu­res Sta­tus-Sym­bol und ver­meint­li­ches Stär­kungs­mit­tel.

Vom Aus­ster­ben bedroht: Wie vie­le Nas­hör­ner gibt es noch?

Dank Schutz­maß­nah­men ist die Zahl der Süd­li­chen Breit­maul­nas­hör­ner von rund
100 letz­ten Exem­pla­ren auf knapp 18.000 gestie­gen. Doch die Bestän­de fal­len wieder.

Vom Nörd­li­chen Breit­maul­nas­horn gibt es nur noch zwei Weib­chen.
Java-Nas­hör­ner gibt es nur noch um die 60.
Suma­tra-Nas­hör­ner gering­fü­gig mehr, mit Besorg­nis erre­gen­dem Rückgang.
Vom Spitz­maul­nas­horn gibt es nur noch rund 5.500 Tie­re, Pan­zer­nas­hör­ner knapp 3600.

Helft uns, die Art für unse­ren Pla­ne­ten zu erhalten!

Wo und wie schla­fen Nashörner?

Die Dick­häu­ter schla­fen etwa acht Stun­den am Tag und suchen dafür den schat­ti­gen Schutz von Büschen und Bäu­men. Sie kön­nen im Ste­hen und im Lie­gen schla­fen. Und auch sehr, sehr fest. Dafür legen sie sich hin, die Füße leicht seit­lich eingerollt.

Wo und wie schlafen Nashörner?
Breit­maul­nas­horn in Tief­schlaf-Posi­ti­on © Peter Chad­wick / WWF

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Schwim­mer und Nichtschwimmer

Nas­hör­ner suh­len sich ger­ne in küh­len­dem Schlamm, der die Haut vor Para­si­ten schützt. Beson­ders die asia­ti­schen Arten ver­wei­len aus­gie­big in Schlamm­lö­chern, Was­ser und Sümp­fen. Sie kön­nen gut schwim­men, wäh­rend ihre afri­ka­ni­schen Ver­wand­ten schlech­te Schwim­mer sind und in tie­fem Was­ser ertrin­ken können.

Wie klingt ein Nashorn?

Wel­che Lau­te gibt es von sich? Die Dick­häu­ter sind nicht stumm. Sie keu­chen, fau­chen, schnau­ben und wim­mern – in die­ser Rei­hen­fol­ge wahr­schein­lich zur Begrü­ßung, War­nung, beim Fres­sen und aus Hun­ger. Jun­ge Rhi­nos kom­mu­ni­zie­ren ihre Bedürf­nis­se mit ver­schie­de­nen Jammer-Lauten.

Welche Geräusche machen Rhinozerosse?
Auch Nas­horn-Nach­wuchs jam­mert © Brent Stir­ton / Get­ty Images / WWF UK

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