Del­fi­ne – Was Du schon immer über sie wis­sen wolltest


Wie lange können Delfine unter Wasser bleiben? Wie tief können sie tauchen? Wie schnell schwimmen?
Intelligent, zu Gefühlen fähig und nachweislich optimistisch © Andrea Izzotti / iStock / Getty-Images

Del­fi­ne leben rund um den Glo­bus in allen Welt­mee­ren – in fla­chen Küs­ten­ge­wäs­sern genau­so wie in der Hoch­see – und teil­wei­se in Flüs­sen. Über 40 ver­schie­de­ne Arten in höchst unter­schied­li­cher Form und Farb­ge­bung gibt es und immer wie­der wer­den neue ent­deckt. Die intel­li­gen­ten Tie­re haben Selbst­hei­lungs­kräf­te, geben sich Namen, kön­nen Trau­er emp­fin­den, knüp­fen Freund­schaf­ten und kom­mu­ni­zie­ren mit ihren Sprün­gen. Unse­re fas­zi­nie­ren­den Fak­ten:

Del­fi­ne geben sich selbst Namen

Pfei­fen, Kli­cken, Schnat­tern: Del­fi­ne ver­fü­gen über eine hoch ent­wi­ckel­te Spra­che aus einer Viel­falt an Geräu­schen und Ton­la­gen. Sie sind fähig, auch mit ande­ren Mee­res­le­be­we­sen zu kom­mu­ni­zie­ren und die ein­zi­gen bis­her bekann­ten Tie­re, die sich Namen ähn­lich dem Men­schen geben.

Wird ein Del­fin-Jun­ges gebo­ren, wie­der­holt die Mut­ter bereits vor der Geburt und danach immer wie­der eine bestimm­te Abfol­ge von Pfeif­tö­nen. Sie bringt ihm ihren Namen bei! In Stu­di­en mit Gro­ßen Tümm­lern haben Wis­sen­schaft­ler her­aus­ge­fun­den, dass die­se sich selbst Namen geben: Bereits im Säug­lings­al­ter ent­wi­ckelt jeder Del­fin eine eige­ne Laut­fol­ge, an der er zu erken­nen ist und die er ein Leben lang bei­be­hält. Unab­hän­gig vom Klang der eige­nen Stim­me, das ist das Beson­de­re. Auch ande­re Del­fi­ne kön­nen den Namen rufen – oder mit­ein­an­der über ihn reden.

Wie leben Delfine? Was können Delfine?
Die bekann­tes­ten Del­fi­ne: Gro­ße Tümm­ler — Mut­ter mit Kalb © Nalu­Pho­to / iStock / Get­ty Images

Jagd per Echolot

Die Klick­lau­te der Del­fi­ne sind für uns Men­schen kaum zu hören. Es sind Ultra­schall-Töne, die von Hin­der­nis­sen im Was­ser zurück­ge­wor­fen wer­den: Ein Sonar-Sys­tem ähn­lich dem der Fle­der­mäu­se. Del­fi­ne ori­en­tie­ren sich mit die­sem Echo­lot und spü­ren Beu­te­tie­re wie Thun­fisch­schwär­me, Tin­ten­fi­sche oder Kreb­se auf. Als akti­ve und geschick­te Räu­ber neh­men sie eine wich­ti­ge Rol­le im Öko­sys­tem ein.

Aus­sa­ge­kräf­ti­ge Sprünge

Del­fi­ne sind neu­gie­rig und ver­spielt. Sie schwim­men ger­ne neben Schif­fen her, rei­ten auf deren Bug­wel­len und sind bekannt für ihre akro­ba­ti­schen Sprün­ge aus dem Was­ser, die bis zu sie­ben Meter hoch sein kön­nen. Abge­se­hen vom Spaß die­nen die Sprün­ge wahr­schein­lich der Jagd, der Ori­en­tie­rung – und der Kom­mu­ni­ka­ti­on über wei­te Stre­cken. Die Mee­res­säu­ger kom­bi­nie­ren für ihre Aus­sa­gen ver­schie­de­ne Sprung­fi­gu­ren wie eine Zei­chen­spra­che.

Wie sprechen Delfine? Wieso springen Delfine? Warum surfen sie auf Bugwellen?
Sprün­ge als Zei­chen­spra­che © Richard Bar­rett / WWF UK

Wie intel­li­gent sind Del­fi­ne wirklich?

Schon ihr viel­schich­ti­ger Sprach­ge­brauch, ein ver­hält­nis­mä­ßig gro­ßes Gehirn und dass Del­fi­ne Werk­zeu­ge nut­zen, lässt auf eine hohe Intel­li­genz schlie­ßen. So schüt­zen eini­ge Del­fin­po­pu­la­tio­nen ihre Schnau­zen mit Mee­res­schwäm­men, wenn sie den Boden nach Beu­te durchwühlen.

Del­fi­ne erken­nen sich außer­dem im Spie­gel, sind sehr lern­fä­hig und fähig zu abs­trak­tem Den­ken und kom­ple­xen Emo­tio­nen wie Trau­er beim Tod von Ange­hö­ri­gen.

Die Mee­res­säu­ger spre­chen sich ab, um Pro­ble­me gemein­sam zu lösen. Und sie haben eines der bes­ten Gedächt­nis­se im Tier­reich. All die­se Fähig­kei­ten resul­tie­ren aus einem engen Sozi­al­le­ben. Die Tie­re einer Grup­pe ken­nen sich, haben Freun­de und leh­ren und ler­nen voneinander.

Das Lächeln der Delfine

Warum sind Delfine so schlau? Wieso lächeln sie?
Fal­sches Lächeln © Natu­re­LovePho­to­gra­phy / iStock / Getty-Images

In Stu­di­en konn­te man nach­wei­sen, dass Del­fi­ne eine sehr opti­mis­ti­sche Per­sön­lich­keit haben. Spä­tes­tens wenn sie ihre Schnau­ze öff­nen, sieht es auch aus, als wür­den sie stän­dig lächeln. Doch das tun sie nicht. Sie haben im Gegen­satz zu uns Men­schen kei­ne Gesichts­mus­keln. Ihr Gesichts­aus­druck hat also nichts mit ihren Gefüh­len zu tun.

Auch der Orca ist ein Delfin

Del­fi­ne sind Säu­ge­tie­re und gehö­ren zur Ord­nung der Wal­tie­re, genau­er zu den Zahn­wa­len.
Der größ­te Del­fin der Welt ist der Orca oder Gro­ße Schwert­wal, der tat­säch­lich zur Fami­lie der Del­fi­ne (Del­phi­ni­dae) zählt. Orcas kön­nen fast zehn Meter lang und über sechs Ton­nen schwer wer­den und leben im Gegen­satz zu den meis­ten ande­ren Del­finar­ten auch in den Polargebieten.

Wie groß werden Delfine?
Größ­ter Del­fin der Welt: Orca © IMAGO / Ger­ard LACZ

Berühm­tes­ter Ver­tre­ter: Gro­ßer Tümmler

Bekannt aus der Serie Flip­per, sehen Gro­ße Tümm­ler aus, wie wir uns einen klas­si­schen Del­fin vor­stel­len. Sie sind weit ver­brei­tet und leben meist in sub­tro­pisch-tro­pi­schen Gewäs­sern. Aber auch in warm bis kalt-gemä­ßig­ten Brei­ten wie im Mit­tel­meer, um die Bri­ti­schen Inseln und manch­mal sogar bis in Nord- und Ost­see. Gro­ße Tümm­ler wer­den zwei bis vier Meter lang und haben eine rela­tiv kur­ze Schnau­ze und sichel­för­mi­ge Fin­ne. Wesent­lich häu­fi­ger in Euro­pa ist aber der klei­ne­re und bun­te­re Gemei­ne Delfin. 

Enor­me Selbstheilungskräfte

Wird ein Gro­ßer Tümm­ler zum Bei­spiel von einem Hai gebis­sen, heilt sei­ne Wun­de in erstaun­lich kur­zer Zeit. Sie ent­zün­det sich nicht, das Tier ver­blu­tet nicht und scheint kaum Schmer­zen zu haben. Denn die Del­fi­ne ver­fü­gen über kör­per­ei­ge­ne, natür­li­che Anti­bio­ti­ka und Mor­phi­ne - also Schmerzmittel.
So wie sie ihre Blut­ge­fä­ße ver­en­gen, um beim Tau­chen Sauer­stoff zu spa­ren, kön­nen sie wahr­schein­lich außer­dem die Blut­zu­fuhr zur Wun­de ver­rin­gern. Die schlau­en Mee­res­säu­ger nut­zen auch pflanz­li­che Heil­mit­tel aus dem Meer und rei­ben sich an ent­zün­dungs­hem­men­den Koral­len. Selbst gro­ße Wun­den ver­schlie­ßen Del­fi­ne durch eine Art selbst gebil­de­te Zell­fli­cken so, dass kaum Del­len oder Nar­ben zurückbleiben.

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Jung­brun­nen: Stän­di­ge Selbsterneuerung

Man­che Del­finar­ten schwim­men am Tag bis zu 100 Kilo­me­ter weit und kön­nen bis zu 55 km/h schnell wer­den. Mög­lich macht das ihr strom­li­ni­en­för­mi­ger Kör­per, die enor­me Rück­stoß­kraft ihrer Schwanz­flos­se und eine sehr glat­te Haut: Die äuße­re Haut­schicht schält und erneu­ert sich etwa alle zwei Stun­den. Eine stän­di­ge Rege­ne­ra­ti­on, die den Strö­mungs­wi­der­stand ver­rin­gert und für die Wis­sen­schaft genau wie die Selbst­hei­lung sehr inter­es­sant ist.

Wo leben Delfine? Gibt es Delfine bei uns?
Einer der bun­tes­ten: Gemei­ner Del­fin © IMAGO / blickwinkel

Nur im Halbschlaf

Fünf Minu­ten und län­ger kön­nen Del­fi­ne je nach Art für tie­fe­re Tauch­gän­ge unter Was­ser blei­ben. Nor­ma­ler­wei­se tau­chen sie mehr­mals pro Minu­te auf, um Luft zu holen. Auch im Schlaf. Sie schla­fen des­halb nie ganz. Eine ihrer Gehirn­hälf­ten ist immer wach. Der soge­nann­te Halb­sei­ten­schlaf.

Die Mee­res­säu­ger atmen durch ihr Blas­loch oben am Kopf. Beim Aus­at­men ent­steht die typi­sche Fon­tä­ne durch weg­sprit­zen­des Was­ser, beim Unter­tau­chen schließt sich das Blas­loch sofort.

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Del­fi­ne kön­nen rosa sein – und in Flüs­sen leben

Nur sechs Arten von Fluss­del­fi­nen gibt es heu­te noch und alle sind vom Aus­ster­ben bedroht oder stark gefähr­det. Sie leben im Süß­was­ser der gro­ßen Flüs­se Süd­ame­ri­kas und Asi­ens. Vor allem im Ama­zo­nas und Ori­no­ko, im Gan­ges, Indus und Mekong. Doch Unter­was­ser­lärm, Ver­schmut­zung, die Zer­stö­rung und Zer­stü­cke­lung ihrer Lebens­räu­me, die Fische­rei und die Kli­ma­kri­se dezi­mie­ren ihre Bestände.

Fluss­del­fi­ne sind an ihre Umge­bung per­fekt ange­passt und unter­schei­den sich von den Ver­wand­ten im Meer: Sie haben nur klei­ne Augen, ein umso bes­se­res Echo­lot-Sys­tem und häu­fig lan­ge Schnä­bel und brei­te Vor­der­flos­sen, mit denen sie im Schlamm wühlen.

Wie sehen Delfine aus? Können sie in Süßwasser leben?
Ama­zo­nas­del­fin aka Rosa Fluss­del­fin © Michel VIARD / iStock / Getty-Images

Der Ama­zo­nas­del­fin kann im Gegen­satz zu den mari­nen Arten sogar rück­wärts schwim­men, um sich auf Nah­rungs­su­che durch bewach­se­ne Über­schwem­mungs­flä­chen zu schlän­geln. Er wird auch Boto oder Rosa Fluss­del­fin genannt. Denn die erwach­se­nen Tie­re sind tat­säch­lich rosa! Wir haben die pin­ken Fluss­be­woh­ner auf einer Expe­di­ti­on ins Ama­zo­nas­ge­biet besucht, um auf Bra­si­li­ens Umwelt­pro­ble­me auf­merk­sam zu machen.

Eine Schu­le Delfine

Del­fi­ne sind hoch sozia­le Wesen und sehr gesel­lig. Sie leben in Fami­li­en­ver­bän­den und Grup­pen von teil­wei­se über meh­re­ren hun­dert, manch­mal sogar 1000 Tie­ren. Del­fin­schu­len wer­den die­se Grup­pen genannt. Die hoch sozia­len Tie­re küm­mern sich umein­an­der, spie­len mit­ein­an­der, leh­ren den Nach­wuchs und hel­fen sich gegen­sei­tig. Sie schwim­men zum Bei­spiel gemein­sam los, um einen Art­ge­nos­sen aus seich­tem Was­ser zurück­zu­ho­len. Auch wenn sie dabei alle zu stran­den dro­hen. Und sie brin­gen ver­letz­te Tie­re an die Ober­flä­che, um zu atmen.

Warum werden Delfine gejagt? Was bedroht sie?
Am kleins­ten und am sel­tens­ten: Maui-Del­fi­ne @ Sharon Jones / iStock / Getty-Images

So wun­der­sam wie emp­find­lich – und drin­gend schutzbedürftig

Nicht nur Fluss-Del­fi­ne sind bedroht. Ver­schmut­zung und Lärm durch Bohr­in­seln und Schif­fe set­zen auch den Mee­res­ar­ten zu. Sie ver­lie­ren durch die indus­tri­el­le Fische­rei ihre Nah­rung, lan­den als unge­woll­ter Bei­fang in Fischer­net­zen, kol­li­die­ren mit Schif­fen und wer­den von man­chen Natio­nen bis heu­te bejagt. Auch Del­fin-Tou­ris­mus und Fän­ge für Del­fi­na­ri­en sind ein Pro­blem. Immer mehr Arten und Unter­ar­ten sind heu­te gefähr­det.

Was tun?

Wir set­zen uns für den Schutz der Del­fi­ne, für gro­ße, wirk­sa­me Schutz­ge­bie­te, mehr Kon­trol­len und eine nach­hal­ti­ge­re Fische­rei ein, bekämp­fen die Kli­ma­kri­se und Lärm und Ver­schmut­zung in den Mee­ren und betrei­ben wich­ti­ge Schutzforschung.

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1 Kommentar

  1. Avatar
    Jana
    18. September 2022
    Antworten

    Toll was ihr da macht!🌍🌍🌍
    Save the Planet 🌍🌍

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