COP25: Der Pra­do & Kunst in Zei­ten des Kli­ma­wan­dels


König Philipp IV. steht das Wasser bis zum Hals. Zumindest in der aktuellen Klimawandel-Prado-Version. © Museo del Prado-WWF España

Tage­lang war kein Fort­schritt spür­bar. Es ging ledig­lich in Trip­pel­schrit­ten vor­an und wie­der zurück. Mit der Ankunft der Minis­te­rin­nen und Minis­ter anfangs der Woche wur­de der End­spurt auf der dies­jäh­ri­gen Kli­ma­kon­fe­renz (COP25) ein­ge­läu­tet. Denn sie kamen, um einer­seits neue inno­va­ti­ve Kli­ma­schutz­pro­jek­te zu ver­kün­den, aber ande­rer­seits auch die Kno­ten bei schwie­ri­gen The­men zu lösen.

COP25: Das Museo del Pra­do stellt den Kli­ma­wan­del aus

Um etwas Druck auf die ent­schei­den­den Per­sön­lich­kei­ten auf­zu­bau­en, haben unse­re Kol­le­gen und Kol­le­gin­nen vom WWF Spa­ni­en eine bemer­kens­wer­te Akti­on gestar­tet. In Koope­ra­ti­on mit dem welt­be­rühm­ten Museo del Pra­do haben sie vier neue Ver­sio­nen von bekann­ten ibe­ri­schen Gemäl­den ver­öf­fent­licht. Nur wird der Kli­ma­wan­del mit­ein­be­zo­gen.


Am Diens­tag nun durf­te jeder Mit­glieds­staat in drei Minu­ten den aktu­el­len Stand beim Kli­ma­schutz zuhau­se dar­stel­len – so auch Deutsch­land. Bun­des­um­welt­mi­nis­te­rin Sven­ja Schul­ze gab sich viel Mühe, die Kli­ma­po­li­tik der Bun­des­re­gie­rung ins rech­te Licht zu rücken. Spä­ter nahm sie an der Pres­se­kon­fe­renz der High Ambi­ti­on Coali­ti­on teil – einer Grup­pe von Staa­ten unter Füh­rung der Mar­shall­in­seln, die sich als pro­gres­si­ve Kli­ma­schüt­zer sehen.

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Bei vie­len die­ser Staa­ten stimmt das sicher­lich, sind es doch ärme­re Insel­staa­ten und ande­re Län­der des Glo­ba­len Südens, die selbst wenig zur Kli­ma­kri­se bei­getra­gen haben, aber mas­siv dar­un­ter lei­den. Im Fal­le von Deutsch­land haben jedoch vie­le Beob­ach­ter und Beob­ach­te­rin­nen vor Ort in Madrid Zwei­fel am Nar­ra­tiv der deut­schen Umwelt­mi­nis­te­rin Sven­ja Schul­ze. Denn das frisch ver­ab­schie­de­te Kli­ma­pa­ket der Bun­des­re­gie­rung wird die Lücke zum Kli­ma­schutz­ziel 2020 nicht schlie­ßen.

End­spurt COP25: Gre­ta Thun­bergs Gene­ral­ab­rech­nung

Der aktu­el­le Ent­wurf des Koh­le­aus­stiegs­ge­set­zes bleibt hin­ter dem hart errun­ge­nen Kom­pro­miss der Koh­le­kom­mis­si­on zurück und soll zum Koh­le­re­du­zie­rungs­ge­setz zurück­ge­stutzt wer­den. In Brüs­sel lob­by­iert Wirt­schafts­mi­nis­ter Alt­mei­er hin­ter den Kulis­sen, dass die EU ihre Kli­ma­zie­le für 2030 nicht kurz­fris­tig auf 50 bis 55 Pro­zent hoch­setzt.


Am Mitt­woch hat­te die chi­le­ni­sche Prä­si­dent­schaft der COP meh­re­re High Level Events ange­setzt, um noch ein­mal Druck auf­zu­bau­en. Gleich mor­gens ging es mit einer Ver­an­stal­tung mit der Kli­ma­ak­ti­vis­tin Gre­ta Thun­berg los. Sie nut­ze das Forum für eine Fun­da­men­tal­ab­rech­nung. “Das ist kei­ne Füh­rung, das ist Irre­füh­rung” – lau­te­te ihr Fazit zu die Füh­rungs­per­sön­lich­kei­ten der Welt­po­li­tik. Sie kri­ti­sier­te die Pra­xis der Staa­ten, sich für das blo­ße Auf­stel­len von Zie­len zu beju­beln. 

COP25: Euro­pean Green Deal

Dar­um erwar­te­ten vie­le Beob­ach­ter mit Span­nung auch Nach­rich­ten aus Brüs­sel: Stich­wort Euro­pean Green Deal. Wür­de auch dort nur alt­be­kann­tes neu auf­ge­wärmt wer­den? Wie weit wür­de Ursu­la von der Ley­en ihre Ankün­di­gun­gen von mehr Kli­ma­schutz in der EU wahr machen kön­nen? So hat­te sie ange­kün­digt, dass Euro­pa bis zum Jahr 2050 kli­ma­neu­tral wer­den soll. Die gro­ße Fra­ge lau­te­te aber, ob und wel­che Zwi­schen­schrit­te auf dem Weg dahin fest­ge­legt wer­den.


Und wäh­rend der nun vor­ge­stell­te Euro­pean Green Deal für Umwelt­schüt­ze­rin­nen und Unter­stüt­zer auch vie­le Schwach­stel­len auf­weist – etwa bei der Bekämp­fung des Arten­ster­bens – ist er für die COP25 ein drin­gend benö­tig­tes Auf­bruch­si­gnal für den End­spurt. Denn das Ziel der Kli­ma­neu­tra­li­tät bis zum Jahr 2050 wur­de dar­in bekräf­tigt. Auch wird sich Euro­pa als ers­ter Kon­ti­nent ein Kli­ma­schutz­ge­setz geben. Das Kli­ma­schutz­ziel für das Jahr 2030  — also ein Zwi­schen­ziel auf dem Weg dahin – blieb aber unan­ge­tas­tet. Er soll erst­mal eine Fol­gen­ab­schät­zung ein­ge­holt wer­den, wie sich eine Erhö­hung von der­zeit 40% auf 50 bis 55% aus­wir­ken wür­de. 

Finan­zie­rung und Ent­schä­di­gun­gen blei­ben unge­klärt

Den Rest der Woche kommt es nun dar­auf an, wich­ti­ge umstrit­te­ne Punk­te zu lösen: So ist der Arti­kel 6 des Regel­buchs – der fest­legt, wie Staa­ten Kli­ma­schutz aus­la­gern kön­nen, indem sie etwas Kli­ma­schutz­pro­jek­te im Aus­land finan­zie­ren – noch nicht geklärt. Hier dro­hen Schlupf­lö­cher, die das Poten­zi­al besit­zen, das gesam­te Pari­ser Kli­ma­schutz­ab­kom­men aus­höh­len könn­ten. Auch das The­ma Loss und Dama­ge ist noch offen. Unklar ist dabei der Umgang mit kli­ma­be­ding­ten Schä­den und Ver­lus­ten, wenn eine Anpas­sung an den Kli­ma­wan­del nicht mehr mög­lich ist.

Bleibt zu hof­fen, das das Tem­po wei­ter anzieht. Und hof­fent­lich konn­te das Museo de Pra­do die Ent­schei­de­rin­nen und Ent­schei­der über­zeu­gen, dass es Zeit zu han­deln ist. 

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