Bruch­lan­dung in Madrid – Wie wei­ter nach der COP25?


Die Weltklimakonferenz in Madrid geht ohne echte Ergebnisse zu Ende.
Unbefriedigend: Abschlussplenum der COP25 © Bernat Armangue / AP Photo / picture alliance

Ein Rekord, auf den kei­ner stolz sein kann: Sonn­tag­mit­tag ende­te die längs­te Kli­ma­kon­fe­renz in der 25-jäh­ri­gen Geschich­te die­ser Ver­hand­lun­gen.
Kein Wun­der, dass ein­zel­ne Beob­ach­ter völ­lig erschöpft am Com­pu­ter­tisch oder in einem Ses­sel ein­ge­schla­fen waren. Die Rei­hen der Dele­ga­tio­nen, Beob­ach­ter und Jour­na­lis­ten hat­ten sich spür­bar gelich­tet. Die Mes­se­bau­er began­nen, die Län­der­pa­vil­lons abzu­mon­tie­ren, inklu­si­ve der Kaf­fee­ma­schi­nen. Doch dann end­lich war es so weit – die chi­le­ni­sche COP-Prä­si­den­tin Caro­li­na Schmidt schwang den Ham­mer ein letz­tes Mal: Fer­tig!

Kli­ma­schäd­li­che Kli­ma­kon­fe­renz

Und der Kater war groß – zumin­dest auf Sei­ten der Umwelt­schüt­zer und all derer, die sich für enga­gier­te­ren Kli­ma­schutz ein­ge­setzt hat­ten. Dar­un­ter vie­le Län­der des glo­ba­len Südens: Sie haben weder Zusa­gen für mehr Kli­ma­schutz von den gro­ßen, rei­chen Ver­ur­sach­er­län­dern erhal­ten, noch wer­den sie Geld für kli­ma­be­ding­te Schä­den und Ver­lus­te sehen. Auch das Regel­buch des Pari­ser Abkom­mens wur­de nicht fer­tig­ge­stellt. Arti­kel 6, der den inter­na­tio­na­len Emis­si­ons­han­del zwi­schen Staa­ten regelt, wur­de nach Glas­gow ver­scho­ben, auf die COP 2020.

COP25: Ver­zagt, ver­tagt, ver­sagt

Die Demons­tra­tio­nen haben nichts gebracht: COP25 © Juan Car­los Lucas / Nur­Pho­to / pic­tu­re alli­an­ce

Die Beschlüs­se von Madrid sind so müde wie die Dele­gier­ten nach zwei durch­ver­han­del­ten Näch­ten. Damit ist die Kon­fe­renz ein gru­se­li­ger Fehl­start in das für die Umset­zung des Pari­ser Kli­ma­ab­kom­mens so ent­schei­den­de kom­men­de Jahr. Denn ab 2020 gilt das Pari­ser Kli­ma­schutz­ab­kom­men. Zugleich sol­len Staa­ten für die kom­men­de COP im Novem­ber das ers­te Mal neue, erhöh­te Kli­ma­schutz­bei­trä­ge vor­be­rei­ten. Das Ziel: Die Erd­er­hit­zung von etwa 3 bis 4 Grad glo­ba­ler Erwär­mung — auf die wir nach aktu­el­lem Stand zusteu­ern — bis Ende des Jahr­hun­derts in Rich­tung 1,5 Grad abmil­dern.

Kli­ma­schutz: Die Hoff­nung liegt auf Euro­pa

Doch nach den von Blo­cka­den gepräg­ten Madrid-Ver­hand­lun­gen gilt auch: Auf­ge­ben ist nicht. Jetzt erst recht! Jetzt kommt es dar­auf an, an den ein­zi­gen Hoff­nungs­schim­mer der Kon­fe­renz anzu­knüp­fen: Die EU. Es gilt, Ursu­la von der Ley­en dabei zu hel­fen, ihre Mond­ra­ke­te namens Euro­pean Green Deal zu zün­den. Die­ser beinhal­tet nicht nur Kli­ma­schutz, aber das ist der Bau­stein, der hel­fen kann, außer­halb der COP für Ambi­tio­nen zu sor­gen.

Als gutes Vor­bild ande­re mit­zie­hen

Der Fun­ken muss auf ande­re über­sprin­gen. Kon­kret: Beim EU-Chi­na-Gip­fel im Sep­tem­ber in Leip­zig kom­men der größ­te und der dritt­größ­te Kli­ma­ver­schmut­zer der Welt zusam­men und da wird Kli­ma­schutz auf der Agen­da ste­hen. Aber Chi­na wird kaum in Vor­leis­tung gehen.

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Die EU muss daher ihre Haus­auf­ga­ben erle­di­gen
und ihr Kli­ma­schutz­ziel bis 2030 von der­zeit minus 40 Pro­zent Treib­haus­gas-Emis­sio­nen auf min­des­tens 55 Pro­zent erhö­hen. Dazu braucht sie auch die Unter­stüt­zung der Bun­des­re­gie­rung. Umwelt­mi­nis­te­rin Sven­ja Schul­ze trat per­sön­lich in Madrid enga­giert für die Erhö­hung der EU-Zie­le ein. Doch klar war auch – noch steht nicht die gesam­te Bun­des­re­gie­rung hin­ter die­sem Ziel.

Von der Madri­der Kli­ma­kon­fe­renz bleibt nicht viel mehr als ihr Mot­to: Time for Action, Zeit zu Han­deln. Wir blei­ben dran!

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1 Kommentar

  1. Avatar
    Peter Schaller
    16. Dezember 2019
    Antworten

    Ein Trost ist, dass jeder selbst etwas tun kann. So ist es doch sinn­voll aber durch­aus nicht der Nor­mal­fall kein neu­es son­dern ein Second Hand Han­dy zu kau­fen!!!!

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