Was der Bre­x­it für den Natur­schutz bedeu­tet


Brexit könnte schlimme Folgen für Naturschutz in Großbritannien haben.
Brexit könnte auch für den Naturschutz Folgen haben. CC BY-SA 4.0 - George Tsiagalakis - bit.ly/291AO7M

Die Bri­tin­nen und Bri­ten haben ent­schie­den: Groß­bri­tan­ni­en soll nicht län­ger Teil der Euro­päi­schen Uni­on sein. Das ist nicht nur ein erschüt­tern­des poli­ti­sches Zei­chen und eine öko­no­misch fol­gen­schwe­re Ent­schei­dung, son­dern könn­te auch schlim­me Kon­se­quen­zen für den Natur­schutz haben. Der Bre­x­it könn­te vie­les des­sen, was die EU für den Natur­schutz erreicht hat, wie­der gefähr­den.

Groß­bri­tan­ni­ens Natur hat der EU viel zu ver­dan­ken

Ein Groß­teil der bri­ti­schen Umwelt­ge­set­ze fußt auf EU-Vor­ga­ben, nach Anga­ben der Natur­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on Fri­ends of the Earth sind es 85%. Sie haben dafür gesorgt, dass es in Groß­bri­tan­ni­en deut­li­che Fort­schrit­te, z.B. bei der Rein­hal­tung von Luft und Was­ser, gab. Das Staa­ten­bün­dis EU hat unheim­lich viel für den Umwelt­schutz bewirkt und gezeigt, dass die gro­ßen Umwelt­pro­ble­me und Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Zeit, sei es der Kli­ma­wan­del oder der dra­ma­ti­sche Ver­lust an bio­lo­gi­scher Viel­falt, auch vor Natio­nal­staats­gren­zen nicht halt­ma­chen. Doch mit dem Aus­stieg Groß­bri­tan­ni­ens aus der EU könn­ten bri­ti­sche Natur­schutz­ge­bie­te ver­lo­ren gehen oder Umwelt­stan­dards gesenkt wer­den.

Kommt jetzt der „Dir­ty Man“ zurück?

Dir­ty Man of Euro­pe“ – den dre­cki­gen Mann Euro­pas – nann­te man das Ver­ei­nig­te König­reich, als es vor 43 Jah­ren der EU bei­trat. Die­ser Spitz­na­me kam nicht von unge­fähr und auch nach EU-Bei­tritt begeg­ne­te das Ver­ei­nig­te König­reich Umwelt­schutz­maß­nah­men der EU teils mit erheb­li­chem Pro­test. Die Befürch­tung, dass der „Dir­ty Man“ nun zurück­kommt, liegt daher nahe. Nach Anga­ben des Spie­gels hof­fen bei­spiel­wei­se bri­ti­sche Pes­ti­zid­her­stel­ler, dass nach dem EU-Aus­tritt die Auf­la­gen für Che­mi­ka­li­en gelo­ckert wer­den. Eben­so hofft die Fracking-Indus­trie, von einer Abkehr der EU zu pro­fi­tie­ren.


Was kön­nen wir tun?

Wir müs­sen einen umwelt­po­li­ti­schen Roll­back auf der Insel und in ganz Euro­pa unbe­dingt ver­hin­dern! Unse­re Lösun­gen und Stra­te­gi­en für Umwelt­pro­ble­me dür­fen kei­ne Gren­zen ken­nen, genau­so wenig wie Kli­ma­wan­del und Luft­ver­schmut­zung Gren­zen ken­nen. Es braucht nun mehr denn je eine star­ke EU, die ihre Vor­rei­ter­rol­le im inter­na­tio­na­len Kli­ma- und Umwelt­schutz ernst nimmt und ihr gerecht wird. Der WWF arbei­tet seit über fünf­zig Jah­ren in einem welt­wei­ten Netz­werk, über fünf Kon­ti­nen­te hin­weg. Ein Bre­x­it ist vor allem auf euro­päi­scher Ebe­ne ein Rück­schlag. Aber er darf uns nicht beim Kampf für einen leben­di­gen Pla­ne­ten und einen star­ken Natur­schutz in ganz Euro­pa stop­pen.

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Über mich
Marco Vollmar

Ich bin Panda-Fan und leidenschaftlicher Kommunikator in der Geschäftsleitung beim WWF Deutschland. Verantwortlich für die Kampagnen, die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die Kommunikation in den sozialen Kanälen, die Bildungsarbeit und das politische Lobbying. Vorher habe ich bei der Deutschen Welle das deutsche Radio- und Online-Programm geleitet. Ehrenamtlich engagiere ich mich für die Internationalen Journalistenprogramme IJP e.V. und organisiere jährlich einen Journalistenaustausch zwischen Deutschland und dem südlichen Afrika.

3 Kommentare

  1. […] den wich­tigs­ten Kun­den Deutsch­lands gehö­re. bitkom.org (Roh­le­der); deutschestartups.org (Nöll); wwf.de (Voll­mar), bauernverband.de […]

  2. […] 1 Seve­rin hät­te auch mit „Out!“ gestimmt. Aber aus ande­ren Grün­den. 2 Ste­fan Biel­mei­er (DZ Bank) über die Über­re­ak­ti­on der Märk­te auf den Bre­x­it 3 André Tau­ten­hahn: Bre­x­it: Weder Hirn noch Hand­ta­sche 4 Manu­el Mül­ler (Lost in Euro­pe): Der Bre­x­it, eine Chan­ce? 5 Fio­na Weber-Stein­haus für NEON: Should we stay or should we go? 6 Mar­co Voll­mar (WWF): Was der Bre­x­it für den Natur­schutz bedeu­tet […]

  3. Avatar
    Florian Geier
    21. Juni 2017
    Antworten

    Der Arti­kel ist völ­li­ger Unfug. Die EU ist ein Aus­beu­ter-Gre­mi­um par excel­lence und hat für dem Umwelt­schutz nur men­schen­feind­li­che Sachen gemacht. Und der Kli­ma­schwin­del ist genau das­sel­be und soll uns arm machen. Die EU ver­äp­pelt uns alle und wir doo­fen Deut­schen fal­len am leich­tes­ten von allen dar­auf rein. Aber im Ernst, die EU ist schon bald Ver­gan­gen­heit und nie­mand wird ihr eine Trä­ne nach­wei­nen, außer die­ser Arti­kel­schrei­ber.

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