Mei­ne Mas­ke, unser Was­ser: War­um auch Bana­nen etwas mit Soli­da­ri­tät zu tun haben


Bananen im Supermarkt: Mann mit Maske kauft ein
Einkaufen hat auch etwas mit Solidarität zu tun © Yurolaits Albert/iStock/Getty Images

Mitt­ler­wei­le mache ich es auto­ma­tisch, ohne dar­über nach­zu­den­ken. Sobald ich einen Super­markt betre­te, set­ze ich mei­ne Mas­ke auf. Das Tra­gen ist für mich ein Zei­chen der Soli­da­ri­tät. Wenn es alle tun, dann wird der Schutz jede:r Ein­zel­nen und ins­be­son­de­re der gefähr­dets­ten Mit­glie­der unse­rer Gesell­schaft erhöht. Es geht dabei nicht (nur) um mich selbst, son­dern auch um ande­re. Ich bin dar­auf ange­wie­sen, dass ande­re sie auch tra­gen, damit ich selbst geschützt bin. Und da gibt es Par­al­le­len zu mei­nem Job: Auch beim nach­hal­ti­gen Umgang mit der geteil­ten Res­sour­ce Was­ser spielt Soli­da­ri­tät eine gro­ße Rol­le. Was­ser ist Gemein­gut. Um sau­be­res Was­ser zu haben, bin ich dar­auf ange­wie­sen, dass es ande­re nicht ver­schmut­zen. Oder es ein­fach ver­brau­chen.

Das Kon­zept, nach dem Unter­neh­men sich für einen nach­hal­ti­ge­ren Umgang mit Süß­was­ser ein­set­zen, nen­nen wir Water Ste­wardship. „Ste­wardship“ bedeu­tet, für etwas Sor­ge zu tra­gen, das einem nicht gehört. In die­sem Fall Was­ser. Denn alle Men­schen, Tie­re und Pflan­zen in einem Fluss­ge­biet benö­ti­gen Süß­was­ser. Der Fluss gehört eben nie nur einem Was­ser­nut­zer. Die Gemein­den, die Betrie­be, aber auch die Natur müs­sen sich das Was­ser tei­len.

Unter­neh­men, die das Pro­blem Was­ser ernst­neh­men:

  • ken­nen die Was­ser­pro­ble­me durch ihre Pro­duk­ti­on und Lie­fer­ket­ten
  • set­zen sich ambi­tio­nier­te Zie­le, um die Pro­ble­me zu lösen
  • arbei­ten mit ihren Lie­fe­ran­ten, Behör­den, NGOs und Wassernutzer:innen in betrof­fe­nen Fluss­ge­bie­ten zusam­men
  • redu­zie­ren die Was­ser­men­ge in ihrer Pro­duk­ti­on
  • ver­mei­den die Ver­schmut­zung von Gewäs­sern

Durch mei­ne Arbeit ken­ne ich das natür­lich. Aber wie sehe ich nun beim Ein­kau­fen, ob das Unter­neh­men Water Ste­wardship umsetzt? Der Bana­ne im Ein­kaufs­korb mer­ke ich ja nicht an, ob sie ver­ant­wor­tungs­voll ange­baut wur­de. Es gibt kaum Pro­dukt­sie­gel, die aus­rei­chen­de Was­ser­kri­te­ri­en von den Produzent:innen ver­lan­gen. Auch Bio- und Fairtra­de-Bana­nen garan­tie­ren mir nicht, dass der Anbau im Fluss­ge­biet nicht mehr Was­ser ver­schlingt, als dort auf Dau­er vor­han­den ist.

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Das soll aller­dings nicht hei­ßen, dass Unter­neh­men sich nicht trotz­dem unab­hän­gig beschei­ni­gen las­sen kön­nen, dass sie gute Water Ste­wards sind. Hier­für wur­de 2014 der Stan­dard der Alli­an­ce for Water Ste­wardship (AWS) ins Leben geru­fen. Der beinhal­tet Kri­te­ri­en, die Unter­neh­men dazu brin­gen, Was­ser ein­zu­spa­ren, es weni­ger zu ver­schmut­zen, für gerech­te­re Ver­tei­lung zu sor­gen, Trink­was­ser- und Sani­tär­ver­sor­gung zu ver­bes­sern und Süß­was­ser­öko­sys­te­me zu schüt­zen. Die Kri­te­ri­en sind so for­mu­liert, dass sie auf das jewei­li­ge Fluss­ge­biet pas­sen. Der Rhein ist halt anders als der Nil.

Ein Selbst­läu­fer ist das Anwen­den des Stan­dards sicher nicht. Für Landwirt:innen bei­spiels­wei­se ist die Zusam­men­ar­beit mit ande­ren Wassernutzer:innen etwas kom­plett Neu­es. Auch braucht es unab­hän­gi­ge Prü­fer, die das Fluss­ge­biet ken­nen und ein­schät­zen kön­nen, ob der Betrieb wirk­lich vor­bild­lich han­delt. Am bes­ten wird die Land­wirt­schaft daher vom Ein­zel­han­del und NGOs bei der Umset­zung die­ser Her­aus­for­de­rung unter­stützt.

Modell­fall Was­ser und Zitrus

In der Part­ner­schaft von EDEKA und WWF ist das The­ma Water Ste­wardship seit 2012 fes­ter Bestand­teil. Der AWS-Stan­dard spielt dabei eine wich­ti­ge Rol­le. Die Zitrus­farm aus dem EDE­KA-WWF-Pro­jekt in Spa­ni­en bei­spiels­wei­se war 2018 der ers­te euro­päi­sche Betrieb über­haupt, der nach AWS zer­ti­fi­ziert wur­de. Er hol­te sich dabei gleich den sel­te­nen Gold­sta­tus für beson­ders her­aus­ra­gen­de Leis­tun­gen.

Modell­fall Was­ser und Bana­ne

Auch im Modell­pro­jekt Bana­ne wird zum The­ma Was­ser gear­bei­tet. Die teil­neh­men­den Far­men spa­ren Was­ser und schüt­zen Gewäs­ser vor Che­mi­ka­li­en. So wer­den zum Bei­spiel Pflan­zen­strei­fen zwi­schen Farm und Gewäs­sern ange­legt. In Kolum­bi­en wur­de zudem eine Platt­form ins Leben geru­fen, in der Inter­es­sen­grup­pen gemein­sam ihr Fluss­ge­biet schüt­zen. So arbei­ten Bananen‑, Palm­öl- und Kaf­fee­f­ar­men gemein­sam mit NGOs, Behör­den, Gemein­den, indi­ge­nen Stäm­men und Fischern an der Wie­der­her­stel­lung der Natur, an Hoch­was­ser­schutz oder einer ver­nünf­ti­gen Abfall­ent­sor­gung.

Bananen mit WWF Aufkleber im Edeka Supermarkt
Ein Bild von einer Bana­ne © EDEKA/Thomas Schin­del

Dafür wur­den die zwölf Bana­nen­far­men des Pro­jekts nun auch nach dem AWS-Stan­dard zer­ti­fi­ziert. Es han­delt sich dabei um die ers­te AWS-Grup­pen­zer­ti­fi­zie­rung welt­weit und die ers­te Zer­ti­fi­zie­rung in Kolum­bi­en über­haupt. Die Pro­jekt­far­men sind so zu Vor­bil­dern gewor­den. Über das Netz­werk der Alli­an­ce for Water Ste­wardship, über den WWF und die glo­ba­len Lie­fer­ket­ten von EDEKA wird das Gelern­te auch über Kolum­bi­ens Gren­zen hin­aus welt­weit ange­wen­det.

War­um nicht mal nach­fra­gen?

Mit einem posi­ti­ven Gefühl lege ich die EDEKA Pro­jekt­ba­na­nen auf das Kas­sen­band. Und den­ke dar­über nach, wie wir die Pro­duk­ti­on unse­rer Lebens­mit­tel, aber auch zum Bei­spiel unse­rer Klei­dung nach­hal­ti­ger gestal­ten kön­nen. Ein wich­ti­ger Aspekt ist sicher die ganz kon­kre­te Nach­fra­ge. Und das mei­ne ich ganz wört­lich: Fragt doch mal bei den Unter­neh­men nach, wie sie mit Was­ser umge­hen und was die Was­ser­pro­ble­me im Her­kunfts­land sind!

Ja, es geht dabei um Soli­da­ri­tät. Auch beim Ein­kau­fen kann man die zei­gen. Mit den Men­schen, die unse­re Pro­duk­te her­stel­len. Und der Natur, die uns mit Was­ser ver­sorgt.

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1 Kommentar

  1. Avatar
    Walburga Schmidberger
    1. August 2020
    Antworten

    Hal­lo , in Aus­tra­li­en star­ben sehr vie­le Tie­re durch die Brän­de. War­um hört oder liest man nichts über Tas­ma­ni­en? Dort wer­den Wäl­der mit “Spreng­bom­ben” die am Boden Fun­ken sprü­hen in Brand gesetzt ?

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