War­um mei­ne Liebs­ten jetzt Vege­ta­ri­sches lieben


Fleischalternativen: Wie bekomme ich jemanden vom Fleischessen weg?
Wie kann ich meine Liebsten davon überzeugen, vegetarisch zu essen? © imago / panthermedia / mykola

Klar ist, wer weni­ger Fleisch isst, tut Umwelt, Kli­ma, Tie­ren und sich selbst etwas Gutes. Doch Essen ist ein emo­tio­na­les The­ma und oft ist es schwie­rig, das Ess­ver­hal­ten ande­rer Men­schen zu kri­ti­sie­ren. Trotz­dem besteht gera­de im engs­ten Umfeld häu­fig das Bedürf­nis, auf die Aus­wir­kun­gen von unse­rem Ein­kaufs- und Ess­ver­hal­ten auf­merk­sam zu machen. Vor allem wenn es um den Kon­sum von Fleisch und ande­ren tie­ri­schen Pro­duk­ten geht.

Wie kann ich mei­ne Liebs­ten von einer pflan­zen­ba­sier­ten Ernäh­rung über­zeu­gen? Was, wenn alle Argu­men­te nicht zie­hen oder sogar ner­ven? Dann braucht es neben Geduld und Ver­ständ­nis vor allem lecke­re alter­na­ti­ve Rezep­te! Hier sind eini­ge Tipps, Wege, Tricks und Anrei­ze, um Men­schen, die Euch nahe­ste­hen, dafür zu begeis­tern, dass weni­ger oder kein Fleisch ein guter und auch lecke­rer Weg ist.

Ver­zicht auf Fleisch: Klein anfangen

Manch über­zeug­te Fleischesser:innen kön­nen nicht von hun­dert auf null aus­bremst wer­den. Oft spie­len Gewohn­hei­ten und Tra­di­tio­nen eine Rol­le und auch feh­len­de Alter­na­ti­ven. Fangt des­we­gen lang­sam an. Das funk­tio­niert bei vie­len Gerich­ten sehr gut, zum Bei­spiel bei Spa­ghet­ti Bolo­gne­se: einen Teil Hack­fleisch, einen Teil Soja­gra­nu­lat. Glei­ches gilt für Ein­töp­fe, wo sich der Fleisch­an­teil wun­der­bar unauf­fäl­lig redu­zie­ren und unter ande­rem durch Lin­sen erset­zen lässt. Falls der Wunsch nach Fleisch wei­ter besteht, einigt euch zum Bei­spiel auf ein­mal pro Woche, dafür Bio und bewusst mit Genuss.

Pflanz­li­cher Flei­scher­satz — Mei­ne Tipps

Was es noch braucht, um eine aus­ge­gli­che­ne, pflan­zen­ba­sier­te Ernäh­rungs­wei­se zu leben: Zeit und Lust zum Aus­pro­bie­ren! Für mich per­sön­lich ist jedes neue Rezept eine Ent­de­ckungs­rei­se zu neu­en Zuta­ten und Gewür­zen. Es begeis­tert mich, Gerich­te neu zu den­ken und durch pflanz­li­che Zuta­ten zu erset­zen. Zum Bei­spiel kann Lachs aus ein­ge­leg­ten Karot­ten her­ge­stellt wer­den oder Rühr­ei aus Natur­to­fu mit Kala­ma­nak-Gewürz (des­sen schwe­fel­hal­ti­ger Geruch zu einem ei-ähn­li­chem Geschmack führt).

Fleisch reduzieren - Mit welchen Vorteilen überzeuge ich andere?
Vie­les lässt sich auch ohne Fleisch zau­bern © mar­gouil­lat­pho­tos / iStock / Get­ty Images

Aus schwar­zen Boh­nen und Miso­pa­ste wer­den lecke­re flei­sch­ähn­li­che Brat­lin­ge. Oder die berühm­ten spa­ni­schen Tapas Dat­teln im Speck­man­del, bei denen der Speck durch mari­nier­te Auber­gi­ne, unter ande­rem mit geräu­cher­tem Papri­ka­ge­würz, ersetzt wird. Es macht immer wie­der Spaß, Fami­lie und Freund:innen zu beko­chen und deren über­rasch­te UND begeis­ter­te Gesich­ter zu sehen.

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Fer­ti­ge Fleisch-Ersatzprodukte?

Wer die­se Zeit erst­mal nicht hat, kann zu fer­ti­gen Flei­scher­satz­pro­duk­ten grei­fen. Aller­dings gilt hier zu beach­ten, dass Flei­scher­satz nicht auto­ma­tisch gesund heißt. Eini­ge Pro­duk­te ent­hal­ten zahl­rei­che Zusatz­stof­fe, um die gewünsch­te Struk­tur, Geschmack, Far­be und Kon­sis­tenz zu errei­chen. Es lohnt sich ein genau­er Blick auf die Inhalts­stof­fe! Mitt­ler­wei­le gibt es eine Viel­zahl an Ange­bo­ten. Der Markt für Flei­scher­satz wächst rasant. Ermu­tigt Eure Liebs­ten und pro­biert die Pro­duk­te ein­fach mal aus. Von vege­ta­ri­schen Würst­chen auf Lupi­nen­ba­sis über Soja-Geschnet­zel­tes bis zu Erb­sen­brat­lin­gen, Seit­an-Rou­la­den und Shii­ta­ke-Pilz-Gulasch… Und irgend­wann packt Euch bestimmt die Neu­gier­de und Ihr könnt die Rezep­te selbst aus­pro­bie­ren und gemein­sam neue Geschmacks­wel­ten kennenlernen.

Ganz ohne Fleisch: Lecke­re Gemüsegerichte

Ob selbst­ge­macht oder gekauft, oft braucht es gar kei­ne Flei­scher­satz­pro­duk­te. Gerich­te wie Rata­touille, Stein­pilz-Risot­to, Boh­nen­ein­topf über­zeu­gen von ganz allein. Fragt am bes­ten nach den Lieb­lings­ge­rich­ten der Per­so­nen. Bestimmt sind eini­ge Rezep­te dabei, die bereits vege­ta­risch oder vegan sind. So wer­den die ers­ten fleisch­frei­en Tage garan­tiert lecker 😊.

Rezepte, Tipps und Tricks für den Fleischverzicht: Vom Fleisch-Esser zum Vegetarier
Hül­sen­früch­te als Alter­na­ti­ve © Oksa­na Kiian / iStock / Get­ty Images

Ich möch­te auch dazu ermu­ti­gen, die Viel­falt der Hül­sen­früch­te ken­nen­zu­ler­nen und gemein­sam mit den Liebs­ten neue Rezep­te aus­zu­pro­bie­ren. Erb­se, Boh­ne, Lin­se, Lupi­ne, Kicher­erb­se und wei­te­re Körner­le­gu­mi­no­sen soll­ten eine grö­ße­re Bedeu­tung in unse­rem Spei­se­plan spie­len. Sie eig­nen sich nicht nur ide­al für Ein­töp­fe oder als Bei­la­gen, son­dern bie­ten eine bun­te Viel­falt an Ein­satz­mög­lich­kei­ten. Zum Bei­spiel Erb­sen­drinks als Mil­ch­imi­tat, Lupi­nen­mehl zum Brot­ba­cken, Boh­nen-Brat­lin­ge für Bur­ger, gerös­te­te Lupi­nen als Kaf­fee­er­satz und vie­les mehr. Hül­sen­früch­te sind auch von beson­de­rer Bedeu­tung für eine umwelt­ge­rech­te und res­sour­cen­scho­nen­de Land­wirt­schaft. Sie för­dern die Boden­frucht­bar­keit, tra­gen zur Stei­ge­rung der Agro­bio­di­ver­si­tät bei und bie­ten Nah­rung für Insekten.

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Posi­ti­ve Verstärkung

Das ist ein Begriff aus Päd­ago­gik und Psy­cho­lo­gie. Lob und Beloh­nung hel­fen mehr als Mah­nen und Bestra­fen. Anstatt den Fleisch­kon­sum zu kri­ti­sie­ren, beto­ne lie­ber, wie Du Dich freust, wenn vege­ta­risch geges­sen wur­de. Das Prin­zip kannst Du auch nut­zen, wenn Du über Fleisch­ver­zicht und Vege­ta­ris­mus dis­ku­tie­ren möch­test. Argu­men­tie­re mit den Vor­tei­len und der Geschmacks­viel­falt, dem Spaß am Aus­pro­bie­ren und gesund­heit­li­chen Aspekten.

Vegetarier:innen leben gesünder

Jetzt kom­me ich also doch noch zu den Argu­men­ten für einen bewuss­ten und redu­zier­ten bis gar kei­nen Fleisch­ver­zehr. Hier kön­nen wir auf drei ver­schie­de­nen Ebe­nen argu­men­tie­ren: Mit dem Tier­wohl, dem Kli­ma und der Gesundheit.

Ers­tens soll­te es die Pflicht einer jeden Fleisch essen­den Per­son sein, sich mit Her­kunfts- und Hal­tungs­be­din­gun­gen der tie­ri­schen Lebens­mit­tel aus­ein­an­der­zu­set­zen, um sich dann bewusst für Pro­duk­te zu ent­schei­den, bei denen Kri­te­ri­en zu Platz, Beschäf­ti­gung, Füt­te­rung, Aus­lauf usw. dem Tier gerecht ein­ge­hal­ten wer­den. In der Regel führt die­ser bewuss­te Kauf auch zu einem gerin­ge­ren Konsum.

Zwei­tens hat unse­re Ernäh­rungs­wei­se erheb­li­che Aus­wir­kun­gen auf das Kli­ma. So ver­ur­sacht der bun­des­deut­sche Ver­brauch von tie­ri­schen Lebens­mit­teln etwa 70 Pro­zent der ernäh­rungs­be­ding­ten Treib­haus­gas­emis­sio­nen. Wür­de sich der der durch­schnitt­li­che Fleisch­kon­sum in Deutsch­land hal­bie­ren (im Schnitt 470 Gramm pro Woche pro Per­son) und durch Hül­sen­früch­te und Nüs­se ersetzt wer­den, könn­ten jähr­lich 56 Mil­lio­nen Ton­nen CO2-Äqui­va­len­te ein­ge­spart wer­den und auch der ernäh­rungs­be­ding­te Flä­chen­be­darf wür­de gleich­zei­tig um fast drei Mil­lio­nen Hekt­ar sin­ken. Das ist in etwa die Grö­ße Bran­den­burgs. Noch höhe­re Ein­spa­run­gen sind bei einer vege­ta­ri­schen oder vega­nen Ernäh­rung möglich.

Schließ­lich bringt weni­ger bis kein Fleisch­kon­sum auch per­sön­li­chen Vor­tei­le. Dazu gehö­ren ein gerin­ge­res Krebs­ri­si­ko und eine höhe­re Lebens­er­war­tung, wie die­se Stu­die sagt.

Letz­ter Tipp: Ver­bün­de­te suchen

Gemein­sam ist vie­les leich­ter. Viel­leicht über­zeugst Du nicht nur Dei­nen Papa, son­dern mit ihm zusam­men Dei­ne Geschwis­ter? Viel­leicht nicht nur deine:n Partner:in, son­dern auch gemein­sa­me Freund:innen. Star­tet gemein­sa­me Koch­aben­de und ver­zau­bert Euer Umfeld mit der Viel­falt der pflanz­li­chen Ernäh­rung. Stellt Spaß, Ver­gnü­gen und Genuss in den Vor­der­grund. Und jetzt: Viel Erfolg & Guten Appetit!

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