9 Tipps für einen umweltfreundlichen Frühjahrsputz


Zu viel Chemie aus unseren Reinigungsmitteln landet in Meeren, Tieren und Pflanzen. 9 Tipps, wie es besser geht!
Beim Frühjahrsputz Umwelt und Gesundheit schonen. CC0 annca / Pixabay

Endlich weg mit dem Wintermief und bis in die letzte Ecke richtig sauber machen! Frühjahrsputz tut gut! Aber viele Reinigungsmittel schaden der Umwelt. Was viele nicht wissen: Wasch- und Putzmittel werden in den Kläranlagen überhaupt nicht ausreichend abgebaut. Die Chemikalien aus den Reinigern gelangen über das Abwasser und die Flüsse bis ins Meer. Sie können sich in der Umwelt und in Organismen wie Fischen und Pflanzen anreichern – und außerdem beim Putzen unserer Gesundheit schaden.

Zu viel Chemie aus unseren Reinigungsmitteln landet in Meeren, Tieren und Pflanzen. 9 Tipps, wie es besser geht!
Welches Putzmittel? CC0 Congerdesign / Pixabay

Ich habe ein paar einfache Tipps für Euch gesammelt, um beim Putzen die Umwelt zu schonen.  

1) Das Schlimmste vermeiden

Besonders ätzend für die Umwelt kann der Badputz sein. Putzmittel mit Chlor und WC-Reiniger mit anorganischen Säuren wie Natriumhydrogensulfat oder Phosphorsäure sind wesentlich umweltschädlicher als andere Mittel. Die solltet Ihr vermeiden und stattdessen zum Beispiel auf Eure eigenen Kräfte setzen.

2) Pömpel statt chemische Keule

Es ist so einfach und trotzdem kommt man manchmal nicht darauf: Statt des Rohrreinigers eine Saugglocke (Pömpel) benutzen, statt des Glasreinigers einen Abzieher, statt Scheuermilch eine Bürste. Viel Chemie kann durch mechanische Hilfsmittel ersetzt werden!

9 Tipps für einen umweltfreundlichen Frühjahrsputz. Denn zu viel Chemie aus unseren Putzmitteln landet in Meeren, Tieren und Pflanzen.
Die richtigen Hilfsmittel sparen ätzende Reiniger © Stephanie Probst

3) Kein Triclosan

Noch so ein chemischer Begriff, auf den Ihr bei den Inhaltsstoffen achten solltet: Vermeidet Putzmittel mit Triclosan. Das ist ein antibakterielles Desinfektionsmittel. Es reichert sich in der Natur an und wurde schon in Fischen und in der Muttermilch nachgewiesen!

4) Viel hilft nicht viel

Es wird nicht sauberer, wenn es mehr schäumt: Putzmittel kann man ruhig sparsam verwenden, Überdosieren bringt kein besseres Ergebnis! Beachtet auch die Packungsbeilage. Bei Waschmitteln genügt im Haushalt übrigens meistens die Dosierung für „leicht“ verschmutzte Wäsche.

9 Tipps für einen umweltfreundlichen Frühjahrsputz. Denn zu viel Chemie aus unseren Reinigungsmitteln landet in Meeren, Tieren und Pflanzen.
Überdosieren macht die Wäsche nicht weißer. CC0 Caspar Rubin / Unsplash

5) Nur nachhaltiges Palmöl

Bei diesem Tipp geht es mir nicht ums Abwasser, sondern um die Produktion: Viele Putzmittel enthalten Palmöl, für das vor allem in Indonesien und Malaysia riesige Flächen Regenwald abgeholzt werden. Nachhaltiges Palmöl darf nicht auf Regenwaldflächen angebaut werden. Weitere Vorteile sind besseres Saatgut, weniger Pestizide und bessere Arbeitsbedingungen. Ihr erkennt es auf manchen Produkten am RSPO-Siegeloder kauft Bio!

6) Ohne Palmöl und Chemie: Putzmittel selber machen

Ich finde, dass man mit Essigessenz alles sauber bekommt, was ein scharfes Putzmittel nicht besser könnte. Verdünnt mit warmem Wasser habt Ihr einen guten Allzweckreiniger. Das Gleiche gilt für Zitronensäure oder Soda.
Ein Gemisch aus Essig und Salz ergibt selbst gemachtes Spülmittel, mit Kastanien kann man Wäsche waschen. Im Internet finden sich noch viel mehr solche Rezepte und hilfreiche Hausmittel, zum Beispiel hier.

Putzmittel selber machen: einer von neun Tipps für einen umweltfreundlichen Frühjahrsputz. Denn zu viel Chemie aus unseren Reinigungsmitteln landet in Meeren, Tieren und Pflanzen.
Auch mit selbst gemachten Putzmitteln lassen sich hartnäckige Verschmutzungen entfernen. CC0 Pepe Nero / Unsplash

7) Wunderwaffe Backpulver

Backpulver ist so ein Hausmittel, mit dem man vieles sauber bekommt – angebrannte Töpfe, verkalkte Fliesenfugen oder den Backofen: Backpulver auf die verschmutzte Stelle geben, auf 50 Grad erhitzen und hinterher auswischen.
Gemischt mit Zitronensaft entfernt Backpulver viele hartnäckige Verschmutzungen. Man kann es auch auf eine halbe Zitrone streuen und damit die Spüle blank wischen.

8) Blauer Engel oder Biomarkt

Ihr wollt trotz aller Hausmittel nicht ganz auf Putzmittel verzichten aber habt auch keine Lust, mühsam die Inhaltsstoffe auf den Verpackungen zu studieren? Dann könnt Ihr euch am Umweltzeichen „Blauer Engel“ orientieren, das umweltfreundliche Produkte kennzeichnet. Oder Ihr geht gleich im Bioladen einkaufen.

9) Verschmutzungen schnell entfernen

Damit der nächste Frühjahrsputz viel einfacher wird: Kann der Schmutz gar nicht erst einziehen oder antrocknen, braucht man weniger scharfe Putzmittel. Ich trockne nach jedem Duschen die Armaturen ab. So habe ich hinterher kaum Mühe mit Kalkflecken. Verschmutzungen an Herd und Backofen solltet Ihr auf jeden Fall vor der nächsten Nutzung abwischen, bevor sie einbrennen.

Habt Ihr noch mehr Tipps und Rezepte?

Welche Hausmittelchen und selbst gemachte Reiniger könnt Ihr empfehlen? Wie putzt Ihr umweltfreundlich? Schreibt es uns als Kommentar!
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Über mich
Stephanie Probst

Journalistin und Redakteurin für Video, Audio und Text. Freie Autorin für den WWF, weil ich an den Umweltschutz glaube und dafür trommeln möchte. Und weil das alles so wahnsinnig spannend ist!

7 Kommentare

  1. 6. April 2018
    Antworten

    Habe das ein oder andere selbst schon genutzt und mache das auch weiterhin. Wir sollten die Menschen in unserer direkten Mitte weiter für alle möglichen Umwelt-Themen sensibilisieren und drableiben bei solch wichtigen Dingen.
    Im kleinen fängt es an. Also mal weniger Chemie zu Hause und auf bewährte alte und neue Hausmittel zurückgreifen.

  2. Susanne Schipper
    7. April 2018
    Antworten

    Einen Essigreiniger mit Orangenduft kann mann auch selbst machen. Orangenschalen in eine
    Flasche mit großer Öffnung (z.B. Milchflasche oder Tomatensaucen-Flaschen) füllen und mit billigem Essig auffüllen. 2 Wochen auf der Fensterbank stehen lassen und dann abgießen und in eine Zerstäuberflasche füllen. fertig…….

  3. Roger Pflaum
    7. April 2018
    Antworten

    Das Aufmacherbild mit Kehrschaufel und Handbesen aus Plastik? Wie wäre es wieder mit Holz und Metall?

    • Lieber Roger, Plastik ist meiner Meinung nach tatsächlich eines der drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit und ich habe schon etliche Artikel darüber geschrieben – zum Beispiel über Plastikmüll im Meer.
      Genau aus dem Grund habe ich auch eine Weile über das Titelbild nachgedacht, mich dann aber doch dafür entschieden, weil ich es mit den ganzen Blumen so schön passend zum Thema „Frühjahrsputz“ fand.
      Liebe Grüße!

  4. Susanne Heyne
    8. April 2018
    Antworten

    Möglichst keine Kunststoffputzlappen benutzen.
    Kleingeschnittene Leinentücher oder eh schon verschlissene Handtücher erfüllen den gleichen Zweck, bringen aber kein Mikroplastik in die Umwelt ein.

  5. 16. April 2018
    Antworten

    Ich benutze oft Soda. Soda eignet sich als Putz-, Spül- und Waschmittel, es entfernt Fett, Flecken und selbst hartnäckige Verschmutzungen.

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