Kli­ma­kon­fe­renz in Bonn: Kar­ten auf den Tisch!


Klimakonferenz Intersessionals Bonn: Eis schmilzt in der Sonne: Eisfiguren in berlin als WWF aktion gegen den Klimawandel und für den Klimaschutz. Jetzt startet der wwf Mooc wieder.
Die Zeit drängt © Rosa Merk / WWF

In den ers­ten zwei Mai­wo­chen tref­fen sich Dele­gier­te aller Län­der zu den Kli­ma­kon­fe­renz Inter­ses­sio­nals in Bonn, um die Umset­zung des Pari­ser Abkom­mens voranzutreiben. 

Bei die­ser Zwi­schen­kon­fe­renz vor der nächs­ten gro­ßen COP in Polen im Dezem­ber 2018 steht die ers­te Run­de des soge­nann­ten Tala­noa-Dia­logs an. Er dient zum einen als Bestands­auf­nah­me der bis­her zuge­sag­ten Kli­ma­bei­trä­ge und fragt die Teil­neh­mer zum ande­ren: Wo wol­len wir hin und wie schaf­fen wir das?

Ver­al­te­te Kli­ma­zie­le der EU

Aktu­ell klafft der Ver­gleich zwi­schen Stand und Ziel weit aus­ein­an­der. Noch rei­chen die Bei­trä­ge der ein­zel­nen Län­der bei wei­tem nicht aus, um die Zie­le von Paris zu erfül­len. Das gilt ins­be­son­de­re für die EU.

Ihre Kli­ma­zie­le sind ver­al­tet. Sie stam­men aus der Zeit vor dem Paris-Abkom­men und sind nun                 viel zu nied­rig, um einen fai­ren Anteil an den welt­wei­ten Kli­ma­schutz­be­mü­hun­gen abzu­bil­den. Für 2030 sagen sie ledig­lich eine Reduk­ti­on der Treib­haus­gas­emis­sio­nen von 40 Pro­zent zu. Nötig wären min­des­tens 55 Pro­zent. Auch bis Mit­te des Jahr­hun­derts sind 80 Pro­zent unge­nü­gend. Die EU muss bis 2050 treib­haus­gas­neu­tral wer­den, um die Kli­ma­zie­le von Paris einzuhalten.

Schlote und dunkle Wolken - Blamage für die Bundesregierung: Deutschland hat seinen Klimaschutzplan 2050 nicht fertig bekommen. Und die Weltklimakonferenz COP 22 in Marrakesch läuft schon.
Koh­le­kraft­wer­ke müs­sen für die deut­schen Kli­ma­zie­le vom Netz © iStock / Get­ty Images

Eine gute Lang­frist­stra­te­gie ver­an­kert die­se neu­en Zie­le und rückt die EU end­lich näher an Paris. Bis 2019 muss die Kom­mis­si­on eine sol­che Stra­te­gie vor­le­gen, dazu haben sie die Mit­glied­staa­ten jüngst auf­ge­for­dert. Mit ihr las­sen sich jetzt die Wei­chen stel­len, um spä­ter abrup­te Brü­che zu ver­mei­den. Denn je frü­her wir den Über­gang zu einer CO2-armen, moder­nen EU in die Wege lei­ten, des­to sanf­ter wird er. Das ist nicht nur in öko­lo­gi­scher, aber beson­ders auch in sozia­ler Hin­sicht von gro­ßer Bedeu­tung, wenn alte zu neu­en Jobs wer­den müs­sen. An solch gerech­ten Über­gän­gen arbei­tet der WWF im Rah­men des von der Euro­päi­schen Kli­ma­schutz­in­itia­ti­ve der Bun­des­re­gie­rung geför­der­ten Pro­jek­tes „Just Tran­si­ti­on“ bereits in ein­zel­nen Regio­nen Europas.

Nega­tiv­bei­spiel Deutschland

Seit die EU ihre Kli­ma­zie­le defi­niert hat, ist viel pas­siert. Nicht nur Paris. So sind etwa auch die Prei­se für Erneu­er­ba­re dras­tisch gefal­len. Eini­ge Län­der haben bereits den Koh­le­aus­stieg beschlos­sen. Die EU ist nun im Zugzwang.

Doch in Bonn wird sich nicht nur die EU fra­gen las­sen müs­sen, was aus ihrer eins­ti­gen Vor­rei­ter­rol­le gewor­den ist. Ein Mit­glieds­land sticht noch ein­mal geson­dert her­vor. Nega­tiv. Und das ist Deutsch­land, das sich inter­na­tio­nal ger­ne noch als Kli­ma­schutz-Vor­kämp­fer gibt. Nur: Zuhau­se ver­sagt die Politik.

In Bonn muss Deutsch­land nun vor der ver­sam­mel­ten Welt­ge­mein­schaft erklä­ren, war­um die Emis­sio­nen seit 2009 auf dem glei­chen Niveau geblie­ben sind, statt zu sinken.

Dabei könn­te Deutsch­land rela­tiv schnell auf die rich­ti­ge Spur kom­men. Inwie­weit die Kli­ma­zie­le Deutsch­lands erfüll­bar sind, ist kei­ne Fra­ge der tech­ni­schen Mög­lich­keit, son­dern vor allem eine Fra­ge des poli­ti­schen Wil­lens. Das Ein­set­zen einer Kom­mis­si­on reicht nicht. Sie braucht den rich­ti­gen Auf­trag, und zwar die Umset­zung der Kli­ma­zie­le 2020 und 2030. Und sie ersetzt nicht drin­gend nöti­ge Sofort­maß­nah­men, die nicht auf die Kom­mis­si­ons­er­geb­nis­se war­ten können.

Was jetzt pas­sie­ren muss

Pas­sen­de Instru­men­te lie­gen auf dem Tisch. Dazu zählt Emma­nu­el Macrons Vor­schlag für einen euro­pä­isch-regio­na­len CO2-Min­dest­preis. Neben Frank­reich befür­wor­ten auch die Nie­der­lan­de, CO2 mit einem Preis­schild zu ver­se­hen. Deutsch­land muss zu die­sen pro­gres­si­ven EU-Mit­glie­dern aufschließen.

Der WWF konn­te in einer aktu­el­len Stu­die zei­gen: Ein CO2-Min­dest­preis von anfäng­lich 25 Euro pro Ton­ne, kom­bi­niert mit Still­le­gun­gen von sie­ben GW an Braun­koh­le­ka­pa­zi­tä­ten in Deutsch­land, schraubt den CO2-Aus­stoß schnell hin­un­ter. Vor­aus­set­zung dafür ist aber auch die Still­le­gung von Atom­kraft­wer­ken in Frank­reich in Ein­klang mit dem fran­zö­si­schen Ener­gie­wen­de­ge­setz. Die­se Kom­bi­na­ti­on rückt auch Deutsch­lands 2020-Kli­ma­ziel in greif­ba­re Nähe.

Mit dem Strom­sek­tor allein ist es natür­lich nicht getan – auch Indus­trie, Land­wirt­schaft sowie der Ver­kehrs- und Gebäu­de­sek­tor müs­sen mit CO2-Min­de­run­gen dazu bei­tra­gen, ver­lo­re­ne Zeit gut­zu­ma­chen.  Und Deutsch­land dabei hel­fen, end­lich wie­der eine Vor­rei­ter­rol­le für den Kli­ma­schutz in der EU ein­zu­neh­men. So wäre auch die EU einen Schritt wei­ter, als Gemein­schaft einen ange­mes­se­nen Bei­trag zu Paris zu leisten.

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