4 Tipps zum Grü­nen Gril­len


Grünes Grillen im Park
Grillen im Park geht auch ohne Müllberge Rob Bye CC0 https://unsplash.com/photos/4hcpIbqQM8c

Das Feu­er zum Grü­nen Gril­len

Für Grü­ne Gril­len will doch nie­mand unnö­tig Wäl­der abfa­ckeln, oder? Genau das pas­siert aber nur zu oft: Eine WWF-Markt­ana­ly­se von Grill­koh­len belegt, dass 80 Pro­zent Auf­fäl­lig­kei­ten wie falsch dekla­rier­te Holz­ar­ten auf­wei­sen (pdf). In 40 Pro­zent der Grill­koh­len fan­den wir sogar tro­pi­sche Höl­zer. Skan­da­lö­ses­te Umwelt­saue­rei war aber eine Grill­koh­le, die mit dem Auf­druck „kein Tro­pen­holz“ warb, laut Laborana­ly­se jedoch aus­schließ­lich aus sol­chem bestand. Wir haben auch Ulme, Padouk und Bon­gos­si ent­deckt – alle­samt Holz­ar­ten, die vom Aus­ster­ben bedroht sind.

Bes­ser als beim Grill­fest Holz­koh­le aus dem Tro­pen­wald abzu­fa­ckeln: Auf das Sie­gel des Forest Ste­wardship Coun­cil (FSC) ach­ten. Das FSC-Sie­gel gewähr­leis­tet, dass alle Roh­stof­fe aus nach­hal­ti­ger Wald­be­wirt­schaf­tung stam­men. Gibt es fast über­all und ist noch nicht mal teu­rer.

Tipp: Wech­sel der Hard­ware: Gas- oder Elek­tro­grill. Dabei blei­ben die Risi­ken von Wald und Kli­ma­zer­stö­rung deut­lich gerin­ger. Und das Krebs­ri­si­ko übri­gens auch.

Der Anzün­der

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Statt gefähr­li­chen und stin­ken­den che­mi­schen Brand­be­schleu­ni­ger neh­men Kön­ner für das Grü­ne Gril­len einen Kami­n­an­zün­der aus wachs­ge­tränk­ter Holz­fa­ser. Gibt es im Bau­markt. Posi­ti­ve Neben­ef­fek­te: Die äthe­ri­schen Öle im Holz rie­chen lecker. Und hal­ten Insek­ten fern.

Tipp: Anzün­den mit brau­nem Kar­ton, denn die­ser ist nicht che­misch behan­delt.

Das Grill­gut

Grünes Grillen: Champingons
Gesün­der als Fleisch, bes­ser als Fleisch? Har­shal Hir­ve CC0 https://unsplash.com/photos/oZ0xzQFVCWY

Würst­chen, Steak, Ripps: Für vie­le heißt Gril­len Fleisch. Viel Fleisch. Und wenn jeder was zum Gril­len mit­brin­gen soll bleibt jede Men­ge übrig. Die letz­ten schrum­pe­li­gen Würst­chen gehen dann in den Müll. Das ist kras­se Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung.

Wir wer­den nicht müde zu sagen: Bit­te weni­ger, bes­se­res Fleisch. Das ist gesund für Euch und gut für die Welt. Die Ver­nich­tung der Ama­zo­nas-Wäl­der in Bra­si­li­en geht zu rund 70 Pro­zent auf die Umwand­lung in end­lo­se Wei­de­flä­chen für Rin­der zurück. Und die Soja-Indus­trie rückt nach, über­nimmt die Wei­de­flä­chen und drängt wie­der­um die Rin­der­far­mer wei­ter in den Regen­wald. Soja wird in Euro­pa zum größ­ten Teil als Fut­ter für Mast­vieh ver­wen­det – und damit für unse­re Grill­würst­chen.

Tipp: Auber­gi­nen oder Papri­ka, Pil­ze oder Spar­gel. Mari­niert in Öl und Gewür­zen schmeckt das auch den Hard­core-Fleisch­essern, wet­ten? Und schon mal Bana­nen grillt? Lecker!

Der Müll

Drau­ßen im Park Gril­len ist ja längst ein Syn­onym für Sum­mer in the City. Wer nach einem Som­mer­wo­chen­en­de durch irgend­ei­nen Park spa­ziert hier in Ber­lin sieht die Müll­ber­ge: Plas­tik­be­steck, Plas­tik­be­cher, Plas­tik­tü­ten, Plas­tik­ver­pa­ckun­gen. Alu­fo­lie, Grill­scha­len, Fla­schen, Papp­tel­ler. Was mich (und Uke) beson­ders auf­regt: Die Ein­mal-Grill-Sets aus Alu-Folie.

Den Müll nach dem Gril­len nicht weg­zu­räu­men geht natür­lich gar nicht. Was aber geht: bes­ser ein­kau­fen. Für all die­se Arti­kel gibt es bes­se­re Alter­na­ti­ven. Klar, oder?

Tipp: Statt der Alu-Grill­scha­le sind gro­ße Rha­ba­ber- oder Kohl­blät­ter per­fek­te Unter­la­gen für wirk­lich Grü­nes Gril­len.

Ihr habt noch gute Tipps? Her damit!

 

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Über mich
Oliver Samson

Journalist und jetzt Redakteur beim Panda - weil unverändert überzeugt, dass wir Menschen es besser hinkriegen können. Noch immer optimistisch mit guten Vorsätzen.

1 Kommentar

  1. Avatar
    Sascha
    7. Mai 2018
    Antworten

    Guter Arti­kel, der mich teil­wei­se auch auf­ge­klärt hat (FSC z.B.). Was den Grill­an­zün­der angeht, hab ich die brau­nen, getränk­ten Faser­klöt­ze lei­der satt. Viel zu oft sind wir unver­rich­te­ter Din­ge wie­der abge­zo­gen, weil die Din­ger ein­fach nicht ordent­lich zün­den — viel­leicht hat sich ja inzwi­schen was getan.

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