You­tuber in der Ark­tis — den Eis­bä­ren auf der Spur


Den Eisbären auf der Spur. © Melanie Gömmel / WWF
Den Eisbären auf der Spur. © Melanie Gömmel / WWF

Heu­te sind wir den Eis­bä­ren auf der Spur, im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes. Dick ein­ge­packt suchen wir nach Tat­zen­ab­drü­cken im Schnee. Dabei sehen wir aus wir Astro­nau­ten auf einer Mars­ex­pe­di­ti­on, so dick ein­ge­packt sind wir.

Die Spu­ren der Eis­bä­ren benö­ti­gen wir, um eine neue Tech­nik zu tes­ten. Die­se wur­de in einem fran­zö­si­schen Labor ent­wi­ckelt und ver­spricht eine exak­te Bestim­mung der Indi­vi­du­en. Alles, was wir brau­chen sind eben jene Tat­zen­ab­drü­cke im Schnee, von denen wir ein paar DNA-Pro­ben ent­neh­men kön­nen.

Der Eis­bär soll­te noch in der Nähe sein”

Ganz unge­fähr­lich ist unser klei­ner Aus­flug nicht. Wir müs­sen bei der Spu­ren­su­che immer nah an unse­rem Auto blei­ben. Ein vor­bei­fah­ren­der Chief warnt uns: Der Eis­bär, des­sen Abdrü­cke wir gera­de begut­ach­ten, soll­te sich noch ganz in der Nähe auf­hal­ten. Eine War­nung, die durch­aus ein mul­mi­ges Gefühl hin­ter­lässt — auch bei DeCh­an­ge­man und Anton Reyst. Ein­zig unse­re Exper­tin Sybil­le scheint voll­kom­men in ihrem Ele­ment zu sein. Sie tütet die Schnee­pro­be eines fri­schen Tat­zen­ab­drucks ein, wäh­rend wir ange­spannt Aus­schau nach Eis­bä­ren hal­ten. Glück­li­cher­wei­se läuft alles glatt. Mis­si­on accom­plis­hed. Jetzt schnell wie­der weg.

Die WWF-Eisbären-Expertin Sybille Klenzendorf ist voll in ihrem Element © Melanie Gömmel / WWF
Die WWF-Eis­bä­ren-Exper­tin Sybil­le Klen­zen­dorf ist voll in ihrem Ele­ment © Mela­nie Göm­mel / WWF

Auf dem Rück­weg in die Stadt kommt uns ein Jeep mit einer rie­si­gen Eis­bä­ren­fal­le auf dem Anhän­ger ent­ge­gen. Wir wen­den sofort und fol­gen dem Auto, in der Hoff­nung, einen Blick auf einen Eis­bä­ren zu ergat­tern. Tat­säch­lich fah­ren die Mit­ar­bei­ter der Natur­schutz­be­hör­de gera­de in das “Eis­bä­ren­ge­fäng­nis”. Bären, die der Stadt zu nahe gekom­men sind, wer­den in die­se Hal­le gebracht. Im ers­ten Moment klingt das grau­sam. Aber sobald das Eis auf der Hud­son Bay zuge­fro­ren ist, wer­den sie wie­der in Frei­heit ent­las­sen. Die­se tem­po­rä­re „Inhaf­tie­rung“ hilft, den Kon­flik­te zwi­schen Mensch und Bär zu redu­zie­ren. Frü­her wur­den die Bären, die sich der Stadt zu weit genä­hert hat­ten, ein­fach erschos­sen.

Zu Besuch im Eis­bä­ren­ge­fäng­nis

Wir sind glück­lich, einen kur­zen Blick in die Hal­le zu erha­schen, die für Men­schen nor­ma­ler­wei­se nicht zugäng­lich ist. Der Grund ist nach­voll­zieh­bar: Zuviel Nähe zwi­schen Men­schen und den Raub­tie­ren könn­te dazu füh­ren, dass sich die Bären an den Men­schen gewöh­nen. Das wie­der­um könn­te dra­ma­ti­sche Fol­gen haben. Sogar unse­re Ark­tis-Exper­tin Sybil­le ist ein wenig auf­ge­regt, die­ses Spek­ta­kel ein­mal live mit­zu­be­kom­men – wenn auch nur von außen.

Um große Tiere zu fangen, benötig man große Fallen. Das ist eine Eisbärenfalle Den Eisbären auf der Spur. © Melanie Gömmel / WWF
Um gro­ße Tie­re zu fan­gen, benö­tig man gro­ße Fal­len. Das ist eine Eis­bä­ren­fal­le Den Eis­bä­ren auf der Spur. © Mela­nie Göm­mel / WWF

Neue Metho­den fürs Eis­bä­ren-Tracking

Nach einem ereig­nis­rei­chen Vor­mit­tag tref­fen wir unse­re Kol­le­gin Eli­sa­beth aus dem WWF Alas­ka-Büro zum Mit­tag­essen. Sie berich­tet uns über eine neue Metho­de der Eis­bä­ren-Besen­de­rung. Bis­lang war es üblich, Eis­bä­ren zur Beob­ach­tung GPS-Hals­bän­der anzu­le­gen, um mehr über ihr Leben uz erfah­ren und um sie damit bes­ser zu schüt­zen. Hier kann man die Eis­bä­ren ver­fol­gen. Eli­sa­beth arbei­tet nun mit ver­schie­de­nen Tech­no­lo­gie-Unter­neh­men “Ohren­mar­ken” zu ent­wi­ckeln. Die­se kom­mu­ni­zie­ren eben­falls mit Satel­li­ten und kön­nen so Eis­bä­ren über das gesam­te Jahr ver­fol­gen.

Die Vor­tei­le gegen­über der „alten Metho­de“ sind offen­sicht­lich: Die Hals­bän­der mit Satel­li­ten­peil­sen­der, funk­tio­nie­ren nur bei weib­li­chen Eis­bä­ren. Männ­chen, die einen brei­te­ren Nacken haben, strei­fen die Sen­der ein­fach ab. Die neue Ohren­mar­ken-Tech­no­lo­gie hilft uns, mehr über das Ver­hal­ten der Eis­bä­ren zu ler­nen. Wir erhof­fen uns neue Ein­bli­cke dar­über, wie sich der Kli­ma­wan­del sich auf das Über­le­ben von Jung­tie­ren und Männ­chen aus­wirkt.

Die Kli­ma­er­wär­mung ver­än­dert das Ver­hal­ten der Eis­bä­ren

Was wir jetzt schon wis­sen: Die kli­ma­ti­sche Erwär­mung der Ark­tis schrei­tet mit gra­vie­ren Fol­gen vor­an. Das Eis schmilzt immer frü­her und die See ver­eist immer spä­ter. Was das mit Eis­bä­ren lang­fris­tig macht, wer­den wir ver­su­chen her­aus­zu­fin­den.

⇩⇩⇩ Das neue Video von Reyst zu unse­rer Ark­tis-Rei­se ist online! ⇩⇩⇩

 

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