Doñana, ein Weltnaturerbe der Menschheit. Auf dem Weg zum Klimagipfel nach Marrakesch waren wir noch dort. Jetzt wüteten hier im Südwesten Spaniens heftige Waldbrände. Die gute Nachricht: Die Feuerwehr hat die Flammen inzwischen unter Kontrolle. Die Menschen sind mit einem blauen Auge davon gekommen. 15 abgebrannte Häuser, einige verkohlte Autos und eine Handvoll Leichtverletzte, so die vorläufige Bilanz.
Waldbrand in der Doñana auf 10.000 Hektar
Nach dem Waldbrand sitzen der Schrecken und auch der Ärger tief. Es war ein Inferno mit Ansage. Rund 10.000 Hektar wurden ein Raub der Flammen. Der WWF hat seit Jahren immer wieder angeprangert, dass die Natur in der Region mit Füßen getreten wird. Juan Carlos del Olmo, Chef vom WWF Spanien, ärgert sich vor allem über die ausufernden Erdbeerplantagen, illegale Brunnen und das chaotische Flächenmanagement in der Region. Er fordert Konsequenzen. „Es ist ein Spiel mit dem Feuer, wenn sich an den Rahmenbedingungen in der Region nichts ändert, werden wir solche Brände ein ums andere Mal erneut erleben. Die Verantwortlichen in den Gemeinden, die die Ereignisse jetzt beklagen, haben jahrelang weggesehen.“
Doñana se ha quedado en silencio… Desoladoras las imágenes que nos envía nuestro @FFuentelsaz #DoñanaArde pic.twitter.com/xn6vWGkENo
— WWF España 🐼 (@WWFespana) June 26, 2017
Luchszentrum in Acebuche
Betroffen vom Doñana Waldbrand war auch das Luchszentrum in Acebuche. Hier werden seit einigen Jahren erfolgreich die seltenen Iberischen Luchse gezüchtet und in die Freiheit entlassen. Dank dieser Arbeit konnte sich der Bestand der bedrohten Pinselohren auf zuletzt. 438 Exemplaren stabilisieren. Das Zentrum und ein Großteil der Luchse musste wegen der Brände evakuiert werden. Dabei starb ein Tier an den Folgen des Stresses. Auch die Auswilderung dürfte schwieriger werden, denn die Luchse, die sich fast ausschließlich von Kaninchen ernähren finden auf den verbrannten Flächen nichts mehr zu fressen, auch wenn sich die Kieferwälder in der Region in einigen Jahren erholt haben sollten.
Dank der Auswilderungen leben die Tiere inzwischen auch wieder vereinzelt in Kastilien, Extremadura und Portugal. Das wichtigste Rückzugsgebiet der scheuen Pinselohren ist aber nach wie vor die Doñana, das einstige Jagdrevier der Herzogin Doña Ana de Silva, die dem Naturparadies an den Ufern des steinigen Flusses Guadalquirir ihren Namen gab. Seit 1994 gehört das Gebiet zum Weltnaturerbe der UNESCO und findet international Beachtung.
https://youtu.be/O‑9SYWAOQoA
Nationalpark Doñana: eine WWF-Erfolgsgeschichte
Das war nicht immer so. In den 1960er Jahren, in Spanien herrschte noch der greise Diktator Francisco Franco, wollte man die unproduktive Landschaft in der bitterarmen Region urbar machen. Die Pinienwälder sollten Eukalyptusplantagen weichen. Das Wasser aus den Überflutungsgebieten sollte für die Bewässerung von Feldern für den Paella-Reis genutzt werden.
Dass große Teile der einmaligen Landschaft von Agrarindustrie und Massentourismus verschont blieben, ist einigen solventen Naturschützern aus dem Umfeld des WWF zu verdanken. Die Organisation kaufte kurzerhand 7000 Hektar des Marschlandes. Sie legten damit den Grundstein für den heutigen Nationalpark, der sich auf über 50.000 Hektar erstreckt. Es ist ein Mosaik aus unterschiedlichen Landschaften. Bis zu 40 Meter hohe Wanderdünen begraben ganze Wäldchen aus Schirmkiefern unter weißem Sand. Marschflächen, die monatelang überflutet sind.
Nicht nur Waldbrände bedrohen die Doñana
Die Doñana ist für die letzten Luchse ein wichtiger Rückzugsort. Außerhalb des Schutzgebietes enden die Tiere noch immer häufig an der Stoßstange eines Autos - auch bei den Luchsprojekten in Deutschland ist der Verkehr ein großes Problem. Mehr als sechs Millionen Vögel rasten oder brüten jedes Jahr in diesem wichtigsten Feuchtgebiet Europas. 360 Vogelarten und damit mehr als die Hälfte der europäischen Vögel wurden hier gesichtet. Flamingos, Störche, Stelzenläufer, Löffler und der seltene Iberische Kaiseradler machen das Naturerbe im Süden Spaniens zu einem Anziehungspunkt für Ornithologen aus aller Welt.
Doch trotz seinem Weltnaturerbestatus: Das Paradies ist bedroht. Rund um den Nationalparke breiten sich Erdbeerfelder aus. Die roten Früchte gehen in Deutschland oft schon im Februar über den Ladentisch. Ein Genuss mit bitterem Beigeschmack. Die Erbeerfelder werden oft illegal in den Nationalpark hinein erweitert und meist illegal bewässert. Noch immer drücken die Behörden mehr als nur ein Auge zu. In Andalusien gibt es Zehntausende illegale Brunnen. In ganz Spanien wird ihre Zahl auf eine halbe Million geschätzt.
Aus diese Weise wird der Doñana nach und nach das Wasser abgegraben.
Was ist denn das? Ich habe hier eben einen Kommentar abgeschickt, nun steht hier unten immer noch mein Name und E‑Mail-Adresse, aber der Text ist nicht zu sehen. Und es kam auch keine Empfangsbestätigung mit Hinweis, dass er noch freigeschaltet werden müsste.
Immer ärgerlich, wenn so etwas nicht funktioniert!