Palm­öl: Macht es Sinn, Nutel­la zu boykottieren?


Macht es Sinn, Nutella zu boykottieren, weil es Palmöl enthält? © iStock / Getty Images
Macht es Sinn, Nutella zu boykottieren, weil es Palmöl enthält? © iStock / Getty Images

Nutel­la boy­kot­tie­ren, der Umwelt zulie­be. Wegen Palm­öl. Das habe ich schon oft gehört, seit die ehe­ma­li­ge fran­zöi­sche Umwelt­mi­nis­te­rin das mal for­der­te. Dar­auf­hin woll­ten Jour­na­lis­ten aus ganz Deutsch­land von mir hören, was denn da dran sei. Ich glau­be, die meis­ten woll­ten auch von mir hören, dass ich ihr Recht gebe und den Auf­ruf zum Boy­kott unter­stüt­ze. Ganz so ein­fach ist das aber nicht.

Dafür muss ich ein­mal ganz kurz aus­ho­len. Palm­öl ist seit jeher ein Bestand­teil von Nutel­la. Palm­öl ist aber auch noch in ganz ande­ren Pro­duk­ten zu fin­den: in Tief­kühl­piz­zen, Lip­pen­stif­ten, Scho­ko­la­de, Tüten­sup­pen, Cremes und Wasch­mit­teln. Ich könn­te noch vie­le wei­te­re Pro­duk­te auf­zäh­len. Was ich aber eigent­lich sagen möch­te, ist: Wir alle kon­su­mie­ren jeden Tag Palm­öl, ob wir wol­len oder nicht.

Pflanzenöl braucht Fläche: Beim Vergleich der Ölerträge [t/ha] schneidet die Ölpalme besser ab als die Ersatzpflanzen Kokos, Soja, Sonnenblume und Raps. © Anita Drbohlav
Pflan­zen­öl braucht Flä­che:
Beim Ver­gleich der Öler­trä­ge [t/ha] schnei­det die Ölpal­me bes­ser ab als die Ersatz­pflan­zen Kokos, Soja, Son­nen­blu­me und Raps. © Ani­ta Drbohlav

Palm­öl hat ganz beson­de­re Eigenschaften:

Ölpal­men wach­sen schnell und sind die effi­zi­en­tes­ten Ölpflan­zen der Welt. Das Öl sel­ber ist bei Raum­tem­pe­ra­tur fest und zudem geschmacks­neu­tral. Für die Indus­trie ist es daher sehr inter­es­sant. So inter­es­sant, dass die­se Pal­men welt­weit inzwi­schen schon auf etwa 16 Mil­lio­nen Hekt­ar ange­baut wer­den. Zum Ver­gleich: Deutsch­land umfasst eine Flä­che von etwa 36 Mil­lio­nen Hektar.

Das gro­ße Pro­blem ist: Ölpal­men wach­sen aus­schließ­lich in den Tro­pen­re­gio­nen. Also in den Gebie­ten unse­re Erde, die für ihren Arten­reich­tum bekannt sind. Lei­der wer­den für die Plan­ta­gen viel zu häu­fig gro­ße Flä­chen wert­vol­len Regen­wal­des ver­nich­tet. Die größ­ten Palm­öl­pro­du­zen­ten sind Indo­ne­si­en und Malay­sia. Die bei­den Staa­ten haben in den ver­gan­ge­nen Jah­ren unzäh­li­ge Hekt­ar Regen­wald ver­lo­ren, eben­so wie eine Viel­zahl der Tie­re, die dort leb­ten. Palm­öl wur­de daher auch zum Syn­onym für die Aus­rot­tung der Orang-Utans. Indo­ne­si­en ist auf­grund von Abhol­zung und Zer­stö­rung von Torf­bö­den zum dritt­größ­ten „CO2-Emit­ten­ten“ der Welt gewor­den, gleich hin­ter den USA und Chi­na. Etwa 30 Pro­zent die­ser Wald­ro­dun­gen sind auf Palm­öl zurückzuführen.

Aber wel­che Alter­na­ti­ven zu Palm­öl hat Ferrero?

In Nutel­la ist eine Men­ge Palm­öl. Bei Scho­ko­la­de wird als Ersatz meist Kokos genom­men. Kokos­pal­men wach­sen unter ähn­li­chen Bedin­gun­gen und in ähn­li­chen Regio­nen wie Ölpal­men. Dabei sind sie weit weni­ger ertrag­reich. Auf Palm­öl zu ver­zich­ten und ein­fach ande­re Fet­te zu ver­wen­den, ver­schiebt das Pro­blem also meist nur. Wird Palm­öl bei­spiels­wei­se durch Soja­öl ersetzt, kom­men wir vom Regen in die Trau­fe. Wir wür­den die sechs­fa­che Flä­che benö­ti­gen und dazu kommt noch das Pro­blem „Gen­so­ja“. Eine ähn­li­che Rech­nung könn­te ich auch für Raps und Son­nen­blu­men auf­stel­len, die zwar nicht in den Tro­pen wach­sen, aber auch mehr Flä­che benö­ti­gen als Palm­öl. Und an jeden Ersatz wür­de ich die glei­chen Ansprü­che an „Nach­hal­tig­keit“ stel­len wie an Palm­öl. Und davon, dass das meis­te Palm­öl in Indo­ne­si­en als loka­les Öl zum Kochen, Bra­ten, Frit­tie­ren genutzt wird – davon rede ich jetzt mal lie­ber nicht. Es soll ja nicht noch kom­pli­zier­ter werden.

Was wäre mein Vorschlag?

Die ein­zi­ge wirk­li­che Alter­na­ti­ve, die ich sehe, ist die Ver­wen­dung von nach­hal­ti­ge­rem Palm­öl. Ja, dafür hat der WWF schon viel Prü­gel kas­siert. Denn der Run­de Tisch für Palm­öl (RSPO), der zumin­dest  die Ein­hal­tung von Min­dest­stan­dards bei der Pro­duk­ti­on ein­for­dert, steht immer wie­der in der Kri­tik, weil Mit­glie­der gegen Kri­te­ri­en ver­sto­ßen. Der RSPO ist kein Öko-Label und auch uns feh­len noch schär­fe­re Kri­te­ri­en – aber nichts tun, ist auch kei­ne Lösung.

Und lei­der gibt es auch in Deutsch­land immer noch viel zu vie­le Unter­neh­men, die nicht ein­mal zer­ti­fi­zier­tes Palm­öl nut­zen. Auf­grund der Kri­tik am RSPO haben sich auch wei­te­re Initia­ti­ven gebil­det, die die Pro­duk­ti­on wei­ter ver­bes­sern wol­len. Die “Palm Oil Inno­va­tors Group” bei­spiels­wei­se for­dert stren­ge­re Kri­te­ri­en ein. Hier sind neben uns auch Green­peace und ande­re NGOs mit an Bord. Dazu kommt das “Deut­sche Forum Nach­hal­ti­ges Palm­öl”, des­sen Mit­glie­der auch eine Ver­bes­se­rung der Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen anstreben.

Und was ist nun mit dem Boy­kott von Nutella?

Fer­re­ro gehört zu den weni­gen gro­ßen Unter­neh­men, die Palm­öl bezie­hen und dar­an inter­es­siert sind, zu erfah­ren, wo es her­kommt, unter wel­chen Bedin­gun­gen es her­ge­stellt wur­de. Ich behaup­te, dass Fer­re­ro weiß, was in ihren Pro­duk­ten benutzt wird. Bei vie­len, vie­len ande­ren Fir­men wür­de ich das nicht behaup­ten. Fer­re­ro nutzt zu 100% phy­sisch seg­re­gier­tes Palm­öl, weiß wo es her­kommt und unter­stützt die oben beschrie­be­nen Palm Oil Inno­va­tors Group. Des­we­gen trifft es dies­mal lei­der die Fal­schen. Aldi Nord, Bur­ger King oder Proc­ter & Gam­ble wären Mar­ken, die viel mehr Orang-Utans auf dem Gewis­sen haben. 

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Auch wenn ich die Idee von Boy­kott von Nutel­la nicht tei­le, fin­de ich es super, wenn dar­über dis­ku­tiert wird. Das The­ma Palm­öl ist viel zu wich­tig, um nicht öffent­lich dar­über zu diskutieren.

Daher mei­ne Tipps:

Die Ver­brau­cher wis­sen oft­mals gar nicht, wo über­all Palm­öl drin ist. Bes­ser wäre es, wenn wir alle ein wenig mehr auf unser Ein­kaufs­ver­hal­ten ach­ten wür­den. Daher mei­ne Tipps zum Ver­mei­den von Palmöl:

  • Kauft mög­lichst fri­sche Lebens­mit­tel, weni­ger Süßes und Fet­ti­ges, auch wenn es weh tut!
  • Schmeißt weni­ger weg!
  • Kauft Bio, denn Bio­palm­öl kommt zusätz­lich noch ohne Pes­ti­zi­de aus.

Doch bis­lang inter­es­siert die­ses The­ma noch zu weni­ge Menschen.

Das glaubt ihr nicht? Dann habe ich einen klei­nen Test für euch: Wer von euch kann von sich behaup­ten, auch nur ein ein­zi­ges Mal in sei­nem Leben bewusst ein Pro­dukt mit zer­ti­fi­zier­tem Palm­öl gekauft zu haben? 

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91 Kommentare

  1. münchnerin
    17. Juni 2015
    Antworten

    Ich habe sicher auch schon Pro­duk­te gekauft, die Palm­öl ent­hiel­ten. Ich ach­te aber dar­auf, ob Palm­öl ent­hal­ten ist und es ist schon öfter pas­siert, daß ich die­se Pro­duk­te nicht gekauft habe, ent­we­der habe ich dann ein Alter­na­tiv­pro­dukt genom­men oder aber ganz ver­zich­tet, wenn es z.B. nur ein “Genuß­kauf” war.

    • Swantje
      20. Januar 2020
      Antworten

      Hal­lo Frau Petersen

      Wir arbei­ten momen­tan an einem Schul­pro­jekt über den Kon­zern Nest­lé. Wir besu­chen die 12. Klas­se eines Gym­na­si­um in Hamburg.
      Bei unse­ren bis­he­ri­gen Recher­chen viel uns sofort auf, dass Nest­lé auf Kri­tik geschickt aus­weicht und Fra­gen umgeht. Dabei stellt sich Nest­lé Fälsch­li­cher­wei­se in ein sehr posi­ti­ves Licht. Jetzt geht es uns dar­um Nest­lé mit Fak­ten und Zah­len zu kon­fron­tie­ren. Daher mei­ne Fra­ge ob Sie kon­kre­tes Info­ma­te­ri­al zur Ver­fü­gung ste­hen haben, wel­ches Sie mir zukom­men las­sen können.
      Lie­be Grüße

  2. Schwoabaseggl
    18. Juni 2015
    Antworten

    Dan­ke für die­sen tol­len Artikel!

    Obwohl ich nor­ma­ler­wei­se weit weg jeg­li­cher Öko Bewe­gung ste­he fin­de ich es toll, dass das Pro­blem dif­fe­ren­ziert ange­gan­gen wird.

    Vie­le Jour­na­lis­ten soll­ten sich hier ein Bei­spiel nehmen!

    • Patrick
      18. Juni 2015
      Antworten

      Auch ich fin­de es gut, dass hier kein pau­scha­les Indus­trie-Basching betrie­ben wird, wie man es so oft erlebt, son­dern ein sol­ches The­ma zwar kri­tisch, aber dif­fe­ren­ziert und aus­ge­wo­gen beleuch­tet wird. Wenn jetzt von Umwelt­schüt­zer­sei­te die unleid­li­che Gen­tech­nik­de­bat­te aus­ge­wo­gen dis­ku­tiert wür­de, dann wäre ins­ge­samt sehr viel gewon­nen. So sind auch gen­tech­nisch ver­än­der­te Pflan­zen nicht grund­sätz­lich schlecht, son­dern könn­ten je nach Anwen­dungs­fall sogar ein Bei­trag zu Nach­hal­tig­keit und Umwelt­schutz leis­ten. Nicht pau­schal in jedem Anwen­dungs­fall, son­dern auch dass muss eben aus­ge­wo­gen und fall­wei­se betrach­tet werden.

      • Thorsten
        30. Juni 2015
        Antworten

        Hi Patrick,
        sie ken­nen aber schon die Doku­men­ta­tio­nen über den Gen­her­scher Monsanto ?
        Wenn nicht mal Bit­te nach “Mons­an­to — Mit Gift und Genen” suchen.

      • Heidi Reber
        16. Oktober 2019
        Antworten

        Bei dem aus­ge­wo­ge­nen Ansatz fehlt etwas ganz Wesent­li­ches: daß Palm­öl krebs­er­re­gen­de und erb­gut­schä­di­gen­de Mole­kü­le ent­hält — 3‑MCPD Ester und Gly­c­i­dyl­es­ter — die bei der Raf­fi­na­ti­on ent­ste­hen, auch bei zer­ti­fi­zier­tem Palm­öl. Sie ent­ste­hen auch bei der Raf­fi­na­ti­on ande­rer Pflan­zen­fet­te, aller­ding nicht in so gro­ßen Mengen.
        Agen­tu­ren wie die AGES, die Öster­rei­chi­sche Agen­tur für Lebens­mit­tel­si­cher­heit, und auch das BfR, das deut­sche Bun­des­in­sti­tut für Risi­ko­be­wer­tung, infor­mie­ren Kon­su­men­tIn­nen, daß der Kon­sum von palm­öl­häl­ti­gen Pro­duk­ten mög­lichst redu­ziert wer­den soll­te, und daß ins­be­son­de­re Kin­der die­se Pro­duk­te mög­lichst nicht essen soll­ten. Green­peace emp­fiehlt, m.E. zu Recht, palm­öl­häl­ti­ge Pro­duk­te kom­plett zu meiden.

    • Heidi
      16. Oktober 2019
      Antworten

      Bei dem dif­fe­ren­zier­ten Ansatz fehlt etwas ganz Wesent­li­ches: Im Arti­kel steht nichts dar­über, daß daß Palm­öl krebs­er­re­gen­de und erb­gut­schä­di­gen­de Mole­kü­le ent­hält — 3‑MCPD Ester und Gly­c­i­dyl­es­ter — die bei der Raf­fi­na­ti­on ent­ste­hen, auch bei zer­ti­fi­zier­tem Palm­öl. Sie ent­ste­hen auch bei der Raf­fi­na­ti­on ande­rer Pflan­zen­fet­te, aller­ding nicht in so gro­ßen Mengen.
      Agen­tu­ren wie die AGES, die Öster­rei­chi­sche Agen­tur für Lebens­mit­tel­si­cher­heit, und auch das BfR, das deut­sche Bun­des­in­sti­tut für Risi­ko­be­wer­tung, infor­mie­ren Kon­su­men­tIn­nen, daß der Kon­sum von palm­öl­häl­ti­gen Pro­duk­ten mög­lichst redu­ziert wer­den soll­te, und daß ins­be­son­de­re Kin­der die­se Pro­duk­te mög­lichst nicht essen soll­ten. Green­peace emp­fiehlt, m.E. zu Recht, palm­öl­häl­ti­ge Pro­duk­te kom­plett zu meiden.

  3. 18. Juni 2015
    Antworten

    Ich hal­te es für ein Gerücht, daß Fer­re­ro schon immer Palm­öl in sei­nen Pro­duk­ten ein­setzt. Es hat wohl rei­ne Kos­ten­grün­de. Spei­se­öle sind Com­mo­di­ties und wer­den welt­weit gehandelt!
    Wenn die Fir­ma Fer­re­ro wie­der zurück­fin­den wür­de zu ggf. teu­re­rem euro­päi­schen Raps-oder Son­nen­blu­men­öl wür­den garan­tiert kei­ne Urwäl­der in Süd-Ost Asi­en mehr zusätz­lich dafür gero­det! Das wäre der nächs­te logi­sche Schritt um die Nach­fra­ge nach Palm­öl zu reduzieren!

    • Avatar-Foto
      18. Juni 2015
      Antworten

      Hal­lo Sven, Palm­öl wird tat­säch­lich schon sehr lan­ge bei uns ver­wen­det. Schon 1950 wur­den 0,6 Mio. Ton­nen Palm­öl nach Deutsch­land impor­tiert. In Ber­lin steht zum Bei­spiel ein alter Palm­kern­öl­spei­cher aus dem Jahr 1881. Dort wur­de auch damals schon Mar­ga­ri­ne mit Palm­öl her­ge­stellt. Grü­ße Ilka

  4. Klaus
    18. Juni 2015
    Antworten

    Sehr geehr­te Frau Petersen,
    Sie sind im WWF Deutsch­land und rufen im Abschluss Ihres Bei­tra­ges zu Bio auf?
    Haben Sie ggf auch mal Lust und Lau­ne übet die Ent­ste­hung von Bio­pro­duk­ten zu recherchieren?
    Gruss
    Klaus

    • Avatar-Foto
      18. Juni 2015
      Antworten

      Hal­lo Klaus,
      ja, bei Palm­öl ist Bio mei­ner Ein­schät­zung nach die bes­te Wahl. Ich habe mir die Bio­plan­ta­ge in Kolum­bi­en ange­schaut — und ja, es ist eine Mono­kul­tur, aber es ist beein­dru­ckend zu sehen, wie dort alles auf­ein­an­der abge­stimmt ist und auch ohne Pes­ti­zi­de funktioniert.

  5. Christine
    18. Juni 2015
    Antworten

    Fer­re­ro nutzt zu 100% phy­sisch (seg­re­gier­tes) Palm­öl, weiß wo es her­kommt und unter­stützt die oben beschrie­be­nen Palm Oil Inno­va­tors Group.”

    Ver­ständ­nis­fra­ge: Was bedeu­tet “zu 100% phy­sisch seg­re­gier­tes Palm­öl” bzw. war­um soll das nach­hal­ti­ger sein als ande­res Palmöl?

    • Avatar-Foto
      18. Juni 2015
      Antworten

      Hal­lo Chris­ti­ne, es gibt ver­schie­de­ne “Lie­fer­ket­ten­mo­del­le” beim Kauf von Palm­öl. “Phy­sisch seg­re­giert” heißt, dass in einem Pro­dukt wie Nutel­la, 100% zer­ti­fi­zier­tes Palm­öl ent­hal­ten ist. Es wur­de von der Plan­ta­ge an von nicht-zer­ti­fi­zier­tem Palm­öl getrennt trans­por­tiert. Hier ist die Rück­ver­folg­bar­keit & damit die Kon­trol­le, wo es her­kommt, am höchs­ten. Dann gibt es noch “Mas­sen­bi­lanz”. Da wird das zer­ti­fi­zier­te Palm­öl mit nicht-zer­ti­fi­zier­tem gemischt — ähn­lich wie beim Öko­strom. Das aus unse­rer Sicht schwächs­te Sys­tem ist der Zer­ti­fi­ka­te­han­del. Da kauft ein Unter­neh­men Zer­ti­fi­ka­te von einer zer­ti­fi­zier­ten Plan­ta­ge, aber im Pro­dukt selbst ist kein zer­ti­fi­zier­tes Palmöl.

      • Christine
        18. Juni 2015
        Antworten

        Dan­ke. 🙂

      • Heidi
        16. Oktober 2019
        Antworten

        Egal wie zer­ti­fi­ziert: immer ent­hält Palm­öl krebs­er­re­gen­de und erb­gut­schä­di­gen­de Mole­kü­le ent­hält — 3‑MCPD Ester und Gly­c­i­dyl­es­ter — die bei der Raf­fi­na­ti­on ent­ste­hen, auch bei zer­ti­fi­zier­tem Palm­öl. Sie ent­ste­hen auch bei der Raf­fi­na­ti­on ande­rer Pflan­zen­fet­te, aller­ding nicht in so gro­ßen Mengen.
        Agen­tu­ren wie die AGES, die Öster­rei­chi­sche Agen­tur für Lebens­mit­tel­si­cher­heit, und auch das BfR, das deut­sche Bun­des­in­sti­tut für Risi­ko­be­wer­tung, infor­mie­ren Kon­su­men­tIn­nen, daß der Kon­sum von palm­öl­häl­ti­gen Pro­duk­ten mög­lichst redu­ziert wer­den soll­te, und daß ins­be­son­de­re Kin­der die­se Pro­duk­te mög­lichst nicht essen soll­ten. Green­peace emp­fiehlt, m.E. zu Recht, palm­öl­häl­ti­ge Pro­duk­te kom­plett zu meiden.

  6. Soehnke
    18. Juni 2015
    Antworten

    Bis auf die Tat­sa­che, dass pau­schal zum Kauf von Bio­palm­oel gera­ten wird, wirk­lich ein dif­fe­ren­zier­ter und inter­es­san­ter Arti­kel. Denn Bio bedeu­tet in der Regel weni­ger Ertrag und somit auch mehr benoe­tig­te Anbau­flae­che, was man nicht aus­ser Acht las­sen sollte!

    • Avatar-Foto
      18. Juni 2015
      Antworten

      Hal­lo Söhn­ke, stimmt, Bio-Palm­öl hat ein biss­chen weni­ger Ertrag, aber schont dafür ande­re Res­sour­cen, wie Boden, Was­ser und Luft. Des­we­gen ist es ein Puz­zle­stück. Ande­re sind z.B. bewuss­te­rer Kon­sum, aber auch bes­se­re Schu­lun­gen bei­spiels­wei­se für Klein­bau­ern, womit der Ertrag auf den bestehen­den Flä­chen durch z.T. sehr ein­fa­che Mit­tel ver­bes­sert wer­den kann.

    • Eric
      14. Oktober 2019
      Antworten

      Dann soll sich Nutel­la ein Bei­spiel an Nudo­s­si neh­men. Hier wird seit kur­zem auf Palm­öl verzichtet.
      Eric

  7. Sussie
    18. Juni 2015
    Antworten

    zer­ti­fi­zier­tes Palm­öl” — die Pro­du­zen­ten kon­trol­lie­ren sich selbst. GENAU!!!!! Ich lege immer mehr Pro­duk­te wie­der ins Regal zurück, da immer mehr Pro­du­zen­ten Palm­öl ( zuletzt gefun­den in einem “Bio”-Regionalen Mohn­stru­del — da wür­dest am liebs­ten laut zu schrei­en anfan­gen ) ver­wen­den. Beson­ders schlimm fin­de ich es in “vege­ta­ri­scher Wurst” — was soll das?

  8. 18. Juni 2015
    Antworten

    Sehr guter Bei­trag! Wenigs­tens mal eine sach­li­che und fai­re Dar­stel­lung ohne Effekt­ha­sche­rei wie in den Bou­le­vard­me­di­en. Es gibt näm­lich in der Tat eine Kehr­sei­te der Medail­le. Zudem enga­gie­ren sich etli­che Unter­neh­men in Bezug auf umsetz­ba­re Palm­öl-Alter­na­ti­ven Es gibt also schon Lösun­gen zu Pro­dukt­be­stand­tei­len, die das Palm­öl erset­zen kön­nen (sie­he Vor­rei­ter Frosch, Rapun­zel o.a.) Aber auch zu alter­na­ti­ven Anbau­flä­chen gibt es zahl­rei­che Lösun­gen… Eines ist Ségolè­ne Roy­al aber gelun­gen: Sie hat damit inter­na­tio­na­le Auf­merk­sam­keit errun­gen… ob bewusst oder nicht.…

  9. Sabrina
    18. Juni 2015
    Antworten

    War­um wird hier mit kei­nem Wort erwähnt, dass Palm­öl in sehr viel grö­ße­ren Antei­len im “Bio“diesel und E 10 steckt?
    Und hier sind dann genau die Poli­ti­ker schuld, die sich heu­te im Vor­wahl­kampf pro­fi­lie­ren wollen!
    Wir müs­sen auch end­lich auf­hö­ren, Nah­rungs­mit­tel in unse­ren Tank zu gie­ßen und zu behaup­ten, das sei ökologisch.
    Ansons­ten: Erfreu­lich aus­ge­wo­gner Artikel.

  10. Jörg Brüggemann
    18. Juni 2015
    Antworten

    Die Argu­men­ta­ti­on ist nicht schlecht, doch ver­fehlt sie aus mei­ner Sicht den­noch das The­ma. Denn Nutel­la ist süß und fet­tig. Nutel­la ist nicht Bio. Fer­re­ro ver­wen­det offen­sicht­lich kein nach­hal­ti­ges Bio-Palm­öl. Und es gibt eini­ge gute Alter­na­ti­ven im Bio-Regal… — ergo kommt die abschlie­ßen­de Emp­feh­lung “Und kauft Bio…”! defak­to einem Boy­kott­auf­ruf von Nutel­la und Fer­re­ro gleich. 

    In die­sem Sin­ne beißt sich hier die ver­meid­lich gute Argu­men­ta­ti­on in den Schwanz. Nutel­la fin­de ich gut, doch ande­res fin­de ich besser!

    #Kon­sum­rE­vo­lu­ti­on

    http://www.utopia.de/magazin/nutella-alternativen-aus-dem-Supermarkt

  11. Thomas
    18. Juni 2015
    Antworten

    Vie­len Dank, inter­es­san­ter Aspekt!

    Ich den­ke, der wirk­li­che Grund, Nutel­la zu Recht zu boy­kot­tie­ren liegt dar­in, dass das ver­wen­de­te Milch­pul­ver von Kühen aus Mas­sen­tier­hal­tung stammt. Dabei wer­den jedes Jahr aufs Neue die Kühe ver­ge­wal­tigt (Ein­set­zen von Samen) und nach der Geburt Mut­ter und Kalb getrennt (trau­ma­tischs­tes Erleb­nis über­haupt für ein Säu­ge­tier). Milch(pulver)-Konsum bedeu­tet in der heu­ti­gen Indus­trie­ge­sell­schaft in fast allen Fäl­len gro­ße Tier­qual, das muss jedem Kon­su­men­ten bewusst sein.

    Gut, dass es eine Viel­zahl von vega­nen Alter­na­ti­ven zu Nutel­la gibt, die wun­der­bar schme­cken — und sogar auch noch Bio-Palm­öl ent­hal­ten nach stren­ge­ren Kri­te­ri­en. Und dazu unter­stützt man noch nach­hal­ti­gen Kakaoanbau.

    Wer also Nutel­la wegen des Palm­öls kri­ti­siert, hat das eigent­li­che Pro­blem nicht erkannt.

  12. Daniela Fehr
    19. Juni 2015
    Antworten

    Herz­li­chen Dank für den auf­schluss­rei­chen Bei­trag und die aus­ge­gli­che­ne Infor­ma­ti­on. Es ist schön und glaub­wür­dig, einen pro und con­tra Bei­trag sei­tens des Umwelt­schut­zes zu lesen. Viel zu oft bekommt man zu hören was alles schlecht ist, was man nicht darf, es wer­den zu wenig alter­na­ti­ven erforscht und pau­schal Kon­zer­ne ver­ur­teilt. Was hier nicht der Fall ist. Wei­ter so!

  13. Max
    19. Juni 2015
    Antworten

    Mal im Ernst. Habt ihr Geld für die Num­mer gesteckt bekom­men? Fer­re­ro gehört zu Mons­an­to, dem größ­ten Sch*** Kon­zern die­ser Welt, und ihr behaup­tet es trifft die fal­schen? Der Boy­kott ist das ein­zi­ge, was die­ses Maß an Zer­stö­rung, das besag­te Fir­men aus­rich­ten, been­den kann.
    Kei­ne Kun­den, kein Geld, kei­ne Macht mehr.

  14. Britta Bertsch
    19. Juni 2015
    Antworten

    Dan­ke Max! Sehe ich auch so! Nur weil wir Scho­ko­la­de aufs Brot schmie­ren wol­len, müs­sen Tie­re ster­ben! Da bleibt mir das Essen im Hals ste­cken! Ich kau­fe über­haupt nichts mehr, wo Palm­öl drin ist, egal wie es ange­baut wur­de! Es ist schlimm genug, dass ich Pro­duk­te kau­fe, wo ich nicht weiß, dass da wel­ches drin ist! Wir Ver­brau­cher wer­den doch für blöd gehalten!
    Aber jeder ein­zel­ne von uns kann mit sei­nem Kauf­ver­hal­ten etwas bewirken!
    Also, was gibt es da noch zu über­le­gen und diskutieren!

    • Walenta H
      22. Juni 2015
      Antworten

      Genau Dei­ner Mei­nung. Wir Ver­brau­cher haben die Macht und soll­ten sie end­lich nut­zen und ver­dammt noch­mal auf die Zuta­ten­lis­te schau­en bevor wir etwas kau­fen. In unse­re Autos kip­pen wir das teu­ers­te Öl. In uns kip­pen wir den letz­ten bil­ligs­ten Rotz den es zu kau­fen gibt. Lebens­mit­tel wie Fleisch usw. kön­nen ja gar­nicht bil­lig genug sein. Egal woher das kommt. Haupt­sach ein Kilo Pute für 5 Euro oder 1 Kg. Hack­fleisch für 3 Euro. Süs­sig­kei­ten fast nur aus Zucker und Fett. Haupt­sach bil­lig. Naja wir sind auf dem bes­ten Wege der USA Kon­ku­renz zu machen. TTIP wird wohl den Rest erle­di­gen. Prost Mahl­zeit sach ich da nur.

  15. Alexander
    19. Juni 2015
    Antworten

    Es ist viel zu kurz gedacht Nutel­la und alle Pro­duk­te in denen Palm­öl ent­hal­ten ist zu boy­kot­tie­ren. Es wird kei­nen Boy­kott von Nutel­la geben und er ist sogar Schwach­sinn . Im Bericht wur­de doch klar vor­mu­liert dass es kei­ne Alter­na­ti­ven zu Palm­öl gibt. Des Wei­te­ren wer­den ins­be­son­de­re die Inder und Chi­ne­sen ihren Kon­sum nicht ändern. Bei der Her­stel­lung von Kos­me­tik und Wasch­mit­teln ist man seit Jahr­zehn­ten auf Palm­öl ange­wie­sen. Die­se Indus­trie­zwei­ge wer­den Palm­öl min­des­tens die nächs­ten 100 Jah­ren in glei­chem Umfang ver­wen­den wie jetzt. Es kann daher nur eine lang­fris­ti­ge Lösung ange­strebt wer­den und die­se kann nur mit Fir­men wie Fer­re­ro und Mons­an­to erar­bei­tet wer­den . Ers­tens die Labels müs­sen ver­bes­sert wer­den. Damit ver­bun­den ist dass die Anbau­be­din­gun­gen zukünf­ti­ger Palm­öl­plan­ta­gen ver­bes­sert wer­den müs­sen. Außer­dem dür­fen wei­te­re Ölpal­men nicht in beson­ders fra­gi­len und arten­rei­chen Regen­wald­re­gio­nen ange­pflanzt wer­den. Die­se Schrit­te kön­nen nur mit­hil­fe der dor­ti­gen Regie­rung erfol­gen. Des wei­te­ren und hier appel­lie­re ich beson­ders an den WWF ‚müs­sen Wald­kor­ri­do­re durch bestehen­de Plan­ta­gen errich­tet wer­den, damit Tie­re von Wald 1 zu Wald 2 gelan­gen kön­nen. Die bereits bestehen­den Plan­ta­gen sor­gen für die Aus­rot­tung von Sub­spe­zi­es im malay­ischen Teil Bor­neo. Die Lösung führt an den Tisch mit den Palmölproduzenten.

    • Johanna
      4. Februar 2016
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      Ja, aber es ist leich­ter, sich zu empö­ren und sich dadurch mora­lisch über­le­gen zu füh­len. Dass das Pro­blem dadurch nicht gelöst wird, ist dabei zweitrangig…

  16. MLN
    20. Juni 2015
    Antworten

    mal wie­der eine höchst merk­wür­di­ge argu­men­ta­ti­on. weil man das palm­öl­pro­blem mit dem boy­kott nicht auf einen schlag lösen kann, wir behaup­tet, die akti­on wäre nicht sinn­voll. und dann wird auf ande­re unter­neh­men mit dem fin­ger gezeigt. aber mal ehr­lich, was ist denn so ver­kehrt dar­an, an einer stel­le, wo es sicher jeder ver­schmer­zen kann, einen anfang zu machen, ein signal zu set­zen? viel­leicht auch um ande­re unter­neh­men zum umden­ken zu ani­mie­ren. sicher sind zer­ti­fi­ka­te und prüf­s­igel eine net­te sache, um das gewis­sen zu beru­hi­gen, aber für sol­che kos­me­ti­schen ein­grif­fe in das welt­wei­te indus­tri­el­le wüten ist es ein biss­chen spät. sobald irgend­wie an den ein­ge­fah­re­nen gewohn­hei­ten der wohl­stands­ge­sell­schaft gerührt oder die­se in fra­ge gestellt wer­den, stößt man selbst bei den eta­blier­ten akti­vis­ten auf wider­stand. anschei­nend haben viel zu vie­le men­schen viel zu wenig fan­ta­sie, um sich auch nur im ansatz vor­zu­stel­len, wie immens erst ein­mal die ent­beh­run­gen für jeden ein­zel­nen men­schen auf die­sem pla­ne­ten sein wer­den, wenn eben kei­ne radi­ka­len umwäl­zen in pro­duk­ti­on und ver­wer­tung stat­fin­den. was wäre denn die fol­ge, wenn ein unter­neh­men wie fer­re­ro auf einen nach­hal­ti­ge­ren, aber weni­ger ertrag­rei­chen grund­stoff aus­wei­chen müss­te? sie könn­ten ihre luxus­ar­ti­kel nicht mehr zu bil­ligs­ten dis­coun­ter­prei­sen anbie­ten und der nor­mal­sterb­li­che gering­ver­die­ner könn­te sich die über­zu­cker­te schmie­re nicht mehr sie­ben mal die woche aufs brot klat­schen, son­dern viel­leicht nur noch ein- oder zwei­mal. das geht natür­lich nicht!

  17. 20. Juni 2015
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    Frau Peter­sen, darf ich Ihnen mein poli­ti­sches Kon­zept zu die­sem The­ma unter­brei­ten? Nun, ich tue es ein­fach mal, wenn es auch noch nicht aus­ge­reift ist und ich natür­lich auf Hil­fe von Exper­ten ange­wie­sen bin.
    Zunächst wäre es ein wich­ti­ger Schritt, auch unab­hän­gig der Palm­öl­de­bat­te, dass eine Ampel­kenn­zeich­nung für Lebns­mit­tel ein­ge­führt wür­de. Damit könn­te der Ver­brau­cher immer­hin schnell, wenn auch rudi­men­tär erken­nen, wo sei­ne Kauf­ar­ti­kel ein­zu­ord­nen sind.
    Ich bin eigent­lich kein Freund von Ver­bo­ten und Sank­tio­nen, doch wür­de in sol­chen Fäl­len eine Abga­be der Palm­öl­ver­wer­ter, sofern sie sich nicht zer­ti­fi­zier­ten Pro­dukt­li­ni­en bedie­nen, ein Anreiz geschaf­fen wer­den, sich für bes­se­re Stan­dards zu bemü­hen. Man kann nicht von den Ver­brau­chern ver­lan­gen, dies in allen Ein­zel­fäl­len zu über­prü­fen. Ohne eine Besteue­rung nicht zer­ti­fier­ter Pro­duk­te bleibt der Wett­be­werbs­vor­teil für Bil­lig­pro­duk­te ohne Zer­ti­fi­zie­rung erhal­ten. Es gibt kei­nen öko­no­mi­schen Grund, eine Zer­ti­fi­zie­rung anzu­stre­ben. Das darf aller­dings nicht so in die Hose gehen wie bei dem Han­del mit CO2- Zer­ti­fi­ka­ten… Gruß von http://soznet.org

  18. Alexander
    20. Juni 2015
    Antworten

    Ich bin selbst schon in Suma­tra gewe­sen und darf hier dar­auf hin­wei­sen dass auf Suma­tra als auch in Malay­sia bereits so gro­ße Palm­öl­plan­ta­gen exis­tie­ren, dass bereits jetzt irrever­si­ble Umwelt­schä­den ange­rich­tet sind. Die­se Flä­chen auf denen die Ölpal­me wächst sind für Jahr­zehn­te öko­lo­gisch zer­stört. Der Boden ist aus­ge­laugt und die Wir­kung von Pes­ti­zi­den ist wohl nicht ansatz­wei­se abzu­schät­zen. Der Scha­den ist also bereits ange­rich­tet, was natür­lich nicht heisst das ich das wei­te­re Roden für Plan­ta­gen befür­wor­te. Herr Brück spricht das Pro­blem an. Palm­öl ist in einer rie­si­gen Pro­dukt­pa­let­te ent­hal­ten. Und der Durch­schnitts­kon­su­ment wird sich nicht bei jedem Pro­dukt ver­ge­wis­sern ob Palm­öl ent­hal­ten ist .Eine Besteue­rung und auch deren Kon­trol­le kann aber wohl nur mit­hil­fe der Regie­run­gen erfol­gen. Ich sehe da lei­der ziem­lich schwarz. Trotz­dem bleibt die­ser Ansatz ‚und da schlie­ße ich mich an, zu verfolgen.

  19. Walenta H
    22. Juni 2015
    Antworten

    Mir geht es nicht nur dar­um das man mitt­ler­wei­le in fast allen Pro­duk­ten Palm­öl oder Fett auf der Zuta­ten­lis­te fin­det. Fett und Zucker sind bil­ligs­te Roh­stof­fe mit denen man neben Salz und Aro­men bil­ligst Lebens­mit­tel stre­cken kann. Wenn auf einer Zuta­ten­lis­te an ers­te Stel­le Zucker und Palm­fett oder Öl steht war das für den Her­stel­ler erst­mal bil­ligst ein­zu­kau­fen und die Gewinn­mar­che wird maxi­mal den­ke ich. Schließ­lich ist doch das kauf­män­ni­sche Ziel mit wenig Ein­satz maxi­ma­len Gewinn zu erzie­len. Dann kommt die Wer­bung wel­che einem teil­wei­se sug­ge­riert das bes­te am Mor­gen oder über den Tag zu essen wenn man die­se Pro­duk­te kauft. Wie gesund ist über­haupt Palm­öl oder Fett? Im Ver­gleich zu Son­nen­blu­men­öl oder ande­ren Planz­li­chen Ölen und Fet­ten?? Freund­li­che Grü­ße H. Walenta

  20. Sebastian
    25. Juni 2015
    Antworten

    Palm­öl scheint mir nicht so lebens wich­tig zu sein. Da könn­ten wir gut drauf ver­zich­ten. Es ist trau­rig um den Regen­wald und sei­ne Bewoh­ner und letzt­lich lebens­ge­fähr­lich für alles Leben auf der Erde, den Regen­wald zu zerstören.

    • Angie
      2. Juni 2018
      Antworten

      NICHTS auf der Welt — außer satt wer­den, genug Trink­was­ser und einen tro­cke­nen Platz zum schla­fen zu haben — ist lebens­wich­tig. Was nicht heißt, dass Du auf die­sen Zustand frei­wil­lig redu­ziert wer­den möch­test, neh­me ich doch an, Sebas­ti­an?! Womit tipps Du übri­gens Internetkommentare? 😉

      Weißt Du auch sicher, wie­viel Palm­öl Du pro Tag ver­brauchst? Direkt oder indi­rekt? In Sprit, Sei­fe, Creme, Sham­poo, Wasch­mit­tel, Nah­rungs­mit­teln? Was man nicht weiß, ist näm­lich oft genau solan­ge nicht wich­tig,… bis man tat­säch­lich und per­sön­lich ohne es aus­kom­men muss.

      Nicht, dass ich gegen die Reduk­ti­on der welt­wei­ten Palm­öl­nut­zung wäre. 🙂 Im Gegen­teil. Nein, auch ich lebe NICHT im Wald und 100% öko­lo­gisch. 🙂 Aber ich kann auch in der Stadt mein Wasch­mit­tel und Sham­poo selbst kochen mit Wasch­nüs­sen (aus Wild­samm­lung), NULL Palm­öl. Mei­ne Cremes und Sei­fen sind hand­ge­macht. Aus Shea­but­ter (Wild­samm­lung), Kakao­but­ter (afrik. Koope­ra­ti­ve) und Kokos­öl (dito). Mein Essen koche ich selbst, mein “Fast­food” kommt aus dem eige­nen Weck­glas oder Gefrier­schrank. Bio. NULL Palm­öl. Mar­ga­ri­ne? Darf gern jemand anders essen. Ich esse Bio­but­ter aus der Regi­on. Nutel­la habe ich als Kind das letz­te Mal geges­sen. Also… mit 50+ ziii­iem­lich lan­ge her. 😉

      Mei­ne Schmin­ke kann und will ich nicht selbst machen. Aber die reicht Mona­te. Ein paar Gramm Palm­öl. Was im Sprit ist, den ich tan­ke, bestimmt mein Auto und der Her­stel­le. Ich fah­re wenig, das Auto schluckt wenig. Also hier und da einen Liter Palmöl.

      Und genau dar­um geht’s m.E. ein­zig und allein, wenn es kei­ne Augen­wi­sche­rei und Selbst­be­schiss wer­den soll: Dar­um, kon­se­quent ein­mal Erkann­tes im eige­nen Leben, tat­säch­lich und höchst per­sön­lich, umzu­set­zen. Mul­ti­na­tio­na­le Indus­trien dazu zu brin­gen alter­na­ti­ve Inhalts­stof­fe für Umwelt­schäd­li­ches zu fin­den ist ein Anfang, aber ehr­lich… bes­ser gar nicht erst irgend­ei­nen Indus­trie­müll kau­fen, der sich als Essen tarnt. Dann redu­ziert sich der Palm­öl­ver­brauch von ganz allein. Nur… wer will schon kon­se­quent sein? ;-)))

  21. Dörte Böke
    25. Juni 2015
    Antworten

    Hal­lo,

    Edi­tie­ren
    das kann nicht sein, es gibt kein Palm­öl, dass nach­hal­tig ange­pflanzt wird! Das hat selbst Bär­bel Höhn zugegeben.
    Alles mit Kor­rup­ti­on durch­zo­gen, und ich kanns dann auch noch ver­ste­hen, wir haben unse­re Wäl­der ja schließ­lich auch platt gemacht und wenn denn mal ein Bär umher­streift oder Wöl­fe auf­tau­chen dann ist das Geschrei gleich wie­der da, da wird mir schlecht. aber dar­um gehts ja nicht.
    Es muss end­lich Abstand davon genom­men wer­den die­ses Zeug über­all, aber auch wirk­lich über­all ein­zu­set­zen. Orang-Utans, Ele­fan­ten und was weiß ich noch für Tie­re ver­lie­ren Ihren Lebens­raum, Ein­hei­mi­sche wer­den ver­trie­ben und irgend­wann beißt und die­ses Pro­blem selbst in den A.…!
    Ich für mei­ne Per­son boy­kot­tie­re es wo ich kann und mache auch ande­re dar­auf auf­merk­sam. Trau­rig ist dann auch noch, dass fast alles BIO-Pro­duk­te das ein­set­zen, kann nicht war sein. Dar­un­ter auch Alna­tu­ra, also die Pro­duk­te, die güns­tig sind und ent­spre­chend gekauft wer­den. Also für mich gibt’s nur eins, Boykott!

  22. hohberg hans-peter
    25. Juni 2015
    Antworten

    ich esse das drecks­zeug seit über 40 jah­ren nicht mehr und habe mei­ner toch­ter auch bei­gebracht es nicht zu essen.
    lei­der hat mein enkel auf grund der Wer­bung mit der Natio­nal­mann­schaft solan­ge rum­ge­macht bis er es essen durf­te, fuss­bal­ler leben gesund war die antwort.
    ob Palm­öl oder nicht es macht dick und die kos­ten trägt natür­lich die All­ge­mein­heit und nicht Ferrero.
    wie wäre es lie­be Poli­ti­ker wenn man eine gesund­heits­ab­ga­be für fett und zucker­hal­ti­ge Pro­duk­te ein