Bit­te kei­nen Reis wer­fen: 7 Tipps für eine umwelt­be­wuss­te Hochzeit


Hochzeit: Das Paar wird mit Reis beworfen
Reis werfen bei der Hochzeit? Bitte nicht. Frans Hulet CC0 https://unsplash.com/photos/-o59Ym-DrV4

Nach­hal­tig heiraten

Der Trend der „grü­nen“ Hoch­zeit – Green Wed­ding – kommt aus den USA und ver­brei­tet sich (zum Glück) auch bei uns immer mehr. Dabei muss es gar nicht das teu­re Bio-Cate­ring sein. Schon mit ein biss­chen Acht­sam­keit kann man viel errei­chen und oft sogar Geld spa­ren.

Hier ein paar Tipps und Ideen:

1.) Reis oder Luftballons?

Keins von bei­dem! Dass der Reis den Vögeln scha­det, ist zwar ein Gerücht. Trotz­dem ist Reis­wer­fen in vie­len Gemein­den ver­bo­ten – vor allem wohl, weil es Rat­ten und Mäu­se anlo­cken könn­te. Außer­dem ist es Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung.

Luft­bal­lons stei­gen las­sen ist lei­der auch kei­ne gute Idee. Sie ver­schmut­zen die Umwelt, Vögel ver­fan­gen sich in ihren Bän­dern, Tie­re ver­wech­seln sie mit Nah­rung (beson­ders im Meer, wo die Bal­lons oft für Qual­len gehal­ten wer­den). Auch Öko-Bal­lons ver­rot­ten nicht schnell genug, um nicht gefres­sen zu werden.

Green Wedding: Auf einer umweltfreundlichen Hochzeit sollte man Luftballons unbedingt vermeiden. Die Ballons schaden der Umwelt und vor allem den Tieren, speziell im Meer.
Bit­te kei­ne Luft­bal­lons stei­gen las­sen CC0 Unsplash / Andre­as Weiland

Wie wäre es statt­des­sen mit dem guten alten Bett­tuch (nicht neu kau­fen!), in wel­ches das Braut­paar ein Herz schnei­den und dann hin­durch stei­gen muss? Das aus­ge­schnit­te­ne Herz lässt sich mit den Wün­schen oder Bil­dern aller Gäs­te verzieren.

2.) Die Ein­la­dun­gen zur „Green Wedding“

Zu einer grü­nen Hoch­zeit soll­te man natür­lich nur auf zer­ti­fi­zier­tem Recy­cling-Papier ein­la­den. Oder das Papier ganz weg­las­sen! Wer statt Ein­la­dun­gen zu ver­schi­cken eine Hoch­zeits­web­sei­te gestal­tet, kann Geld spa­ren, die Gäs­te- und Geschen­ke­lis­te online stel­len und nach der Hoch­zeit alle bit­ten, ihre Fotos hochzuladen.

3.) Die grü­ne Location

Male­risch auf den Male­di­ven hei­ra­ten ver­ur­sacht natür­lich einen enor­men CO2-Fuß­ab­druck. Zu einem umwelt­freund­li­chen Hoch­zeit­s­ort gehö­ren mög­lichst kur­ze Anrei­se­we­ge. Am Bes­ten mit dem Zug oder wenigs­tens in Fahrgemeinschaften.

Tipp: Es gibt Bio­hö­fe, die Hoch­zei­ten aus­rich­ten – ein­schließ­lich umwelt­freund­li­chem Cate­ring und Dekoration.

4.) Das öko­lo­gisch kor­rek­te Brautkleid

Green Wedding heißt auch: Nachhaltige Materialien für das Brautkleid - oder besser noch Upcycling, "aus alt mach neu"
Nach­hal­ti­ges Braut­kleid? Oft sind die alten Stof­fe die schöns­ten. CC0 StockS­nap / Pixabay

Nicht nur für IHR Kleid, son­dern auch für SEINEN Anzug ist mein bes­ter Tipp — wie für die Deko und die Rin­ge — Upcy­cling! Lasst zum Bei­spiel das Braut­kleid der Oma umschnei­dern. Oder kauft Second Hand. Wenn Ihr Euch doch ein neu­es Kleid oder einen neu­en Anzug kau­fen möch­tet, ach­tet auf nach­hal­ti­ge und fair gehan­del­te Materialien.

5.) Die grü­ne Hochzeits-Dekoration

Kein Plas­tik, Topf­pflan­zen statt Schnitt­blu­men, aus alt mach neu: Wich­tig fin­de ich, dass man bewusst dar­über nach­denkt, wel­che Mate­ria­li­en man nutzt und wie viel (neue) Deko man wirk­lich braucht.

6.) Nach­hal­ti­ge Ringe

Der Abbau von Gold, Sil­ber und Edel­stei­nen bedeu­tet meis­tens eine gro­ße Belas­tung für die Umwelt und Aus­beu­tung der Arbei­ter. Es gibt aber nach­hal­ti­ge Ehe­rin­ge aus fair gehan­del­tem oder bes­ser noch recy­cel­tem Gold oder Silber.
Upcy­cling-Tipp: Ihr könnt auch selbst alte Schmuck­stü­cke zu neu­en Rin­gen umar­bei­ten lassen.

Green Wedding: Das Gold oder Silber für die Ringe sind eine große Belastung für die Umwelt. Aber es gibt nachhaltige Eheringe.
Alter Fami­li­en­schmuck kann zu schö­nen, neu­en Ehe­rin­gen wer­den. CC0 Unsplash / Paul Gar­cía

7.) Das umwelt­freund­li­che Menü

Sai­so­nal“ und „regio­nal“ hei­ßen die bei­den Zau­ber­wör­ter, um die Umwelt mög­lichst wenig zu belas­ten. Dar­über hin­aus schmeckt Bio ja häu­fig bes­ser – auch, was die Geträn­ke angeht. Und viel­leicht habt Ihr bis­her bei Ein­la­dun­gen, Loca­ti­on und Out­fit so viel gespart, dass Ihr Euch nun doch den Bio-Cate­rer leis­ten könnt. 😉

Jetzt müsst Ihr Eurer oder Eurem Liebs­ten nur noch einen Antrag machen – und dann hap­py Green Wed­ding!

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6 Kommentare

  1. Avatar
    Davut
    20. August 2018
    Antworten

    Super! Dan­ke für die tol­len Tipss. Ich wer­de eure News wei­ter im Auge behal­ten, weil eure News sehr inter­es­sant und hilf­reich sind. Wei­ter so!

  2. Avatar
    21. August 2018
    Antworten

    Ein Braut­kleid umschnei­dern las­sen, stel­le ich mir ja noch halb­wegs ein­fach vor, aber wie soll das bei einem Hoch­zeits­an­zug funk­tio­nie­ren? Ich fin­de die Ideen ja grund­sätz­lich gut, aber die Umsetz­bar­keit bei man­chen Din­gen zwei­fel­haft. Ist ja schliess­lich doch der schöns­te Tag des Lebens, da will man kei­ne Kom­pro­mis­se eingehen.

    • Avatar
      Flo HH
      24. August 2018
      Antworten

      Wenn das der schöns­te Tag im Leben ist, dann wür­de ich über die Hoch­zeit an sich nachdenken.

    • Avatar
      29. August 2018
      Antworten

      Ich fin­de nicht, dass man Kom­pro­mis­se ein­ge­hen muss. In mei­nen Augen machen Tipps wie die­se eine Hoch­zeit noch beson­de­rer. Durch die Hoch­zeits­web­sei­te zum Bei­spiel. Und dadurch, mit ganz viel Acht­sam­keit zu schmü­cken, das Essen aus­zu­wäh­len und Altes (mit Erin­ne­rungs­wert) wie­der auf­zu­ar­bei­ten. Ich hal­te die Vor­schlä­ge für gut umsetz­bar. (Einen Anzug wür­de ich nicht umschnei­dern, nur die Grö­ße anpassen.)
      Man muss bestimmt viel Lie­be und Mühe in die Vor­be­rei­tun­gen ste­cken. Aber das tut man bei einer Hoch­zeit doch sowieso.

  3. Avatar
    Heike
    13. August 2019
    Antworten

    Mein Freund und ich haben uns ent­schie­den nächs­ten Som­mer zu hei­ra­ten. Wir über­le­gen uns auch eine grü­ne Hoch­zeit zu fei­ern. Ihre Tipps wer­de ich mir daher ger­ne abspei­chern. Beson­ders toll fin­de ich die Idee mit Bio-Cate­rer, vie­len Dank dafür!

  4. Avatar
    MeTs
    1. Oktober 2019
    Antworten

    Sehr guter Bei­trag! Auch kön­nen die alten Trau­rin­ge aus Gold o.ä. inner­halb der Fami­lie wei­ter­ge­ge­ben wer­den an (z.B.) die Uren­kel. Das spart Res­sour­cen und ist zugleich eine schö­ne Tra­di­ti­on und Erinnerung.

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