Alle reden über Plas­tik im Meer – und was tut die Umwelt­mi­nis­te­rin?


Wir müssen die Plastikflut in die Ozeanen beenden! © Shutterstock / Rich Carey / WWF
Wir müssen die Plastikflut in die Ozeanen beenden! © Shutterstock / Rich Carey / WWF

Muss ich hier noch erzäh­len, wie schlimm alles ist? Wie­viel Mil­lio­nen Ton­nen Plas­tik­müll jähr­lich ins Meer geschwemmt wer­den, die größ­ten­teils nicht rück­hol­bar sind und wel­che Men­gen noch hin­zu­kom­men, wenn die Mensch­heit nichts dage­gen unter­nimmt? Wie es den Walen, den Schild­krö­ten, den See­vö­geln in den Ozea­nen ergeht, wenn sie sich ver­fan­gen oder mit Mägen vol­ler Plas­tik ver­hun­gern? Oder dass mikro­sko­pisch kleins­te Plas­tik­teil­chen im Orga­nis­mus von fast allen Mee­res­le­be­we­sen zu fin­den sind, und am Ende auch bei uns?

Nein, wir sind doch schon viel wei­ter. Wir wis­sen genug. Wir wol­len Lösun­gen sehen, Ent­schei­dun­gen, die zum Ziel haben, die glo­ba­le Ver­mül­lung der Mee­re zu been­den. Ja, das ist ein Rie­sen­un­ter­fan­gen, und ja, der Weg dahin ist kom­pli­ziert und stei­nig.

Wie Regie­run­gen der Welt die Plas­tik­flut stop­pen kön­nen

Aber jetzt gibt es erst­mals die Mög­lich­keit, den Start­schuss für ein wirk­sa­mes, welt­um­span­nen­des Abkom­men zu geben, dass die wei­te­re Ver­mül­lung der Mee­re been­det. Zwi­schen dem 11. und 15. März auf der Umwelt­ver­samm­lung der Ver­ein­ten Natio­nen (UNEA) in Nai­ro­bi. Auf dem Tisch liegt die Opti­on, eine rechts­ver­bind­li­che glo­ba­le Ver­ein­ba­rung auf den Weg zu brin­gen und den Start von Ver­hand­lun­gen zu beschlie­ßen. Eine Opti­on, für die ich mich bei den vor­her­ge­hen­den Expert*innentreffen mit einem inter­na­tio­na­len WWF-Team stark gemacht habe. Vie­le Län­der haben sich dort schon dafür aus­ge­spro­chen, vie­le Län­der hiel­ten sich noch bedeckt und nur weni­ge sind bis­her expli­zit dage­gen.

Wird Deutsch­land han­deln, sehr geehr­te Sven­ja Schul­ze?

Und wo steht Deutsch­land? Wo steht die Bun­des­um­welt­mi­nis­te­rin Sven­ja Schul­ze? Die Minis­te­rin, die den Kampf gegen den Plas­tik­müll zu ihrer Prio­ri­tät erklärt hat. Vor­nehm zurück­hal­tend, wenn man die bis­he­ri­gen Äuße­run­gen aus ihrem Minis­te­ri­um auf inter­na­tio­na­lem Par­kett umschrei­ben soll­te. Jetzt aber gilt es! Vie­le der noch unschlüs­si­gen Län­der wer­den sich an Deutsch­land ori­en­tie­ren, und daher trägt die Umwelt­mi­nis­te­rin hier eine beson­de­re Ver­ant­wor­tung.

Ist Minis­te­rin Schul­ze also für eine glo­ba­le Ver­ein­ba­rung gegen wei­te­ren Plas­tik­müll in den Mee­ren mit ver­bind­li­chen natio­na­len Zie­len, oder dage­gen? Der WWF wird sich natür­lich mit aller Kraft dafür ein­set­zen, dass sie Far­be bekennt und sich den fort­schritt­li­chen Staa­ten als Mei­nungs­füh­re­rin anschließt.

Plas­tik­müll im Bun­des­tag

Am Frei­tag, dem 1. Febru­ar wird zum The­ma Mee­res­müll mit der For­de­rung nach einer inter­na­tio­na­len Kon­ven­ti­on nun auf Betrei­ben von Bündnis90/Grüne im Bun­des­tag dis­ku­tiert. Es ist natür­lich zu hof­fen, dass sich auch die ande­ren Frak­tio­nen gemein­sam oder mit eige­nen Anträ­gen für eine inter­na­tio­na­le Kon­ven­ti­on aus­spre­chen.

Lasst uns Druck machen auf die Regie­run­gen!

Deutsch­land kann und muss eine wich­ti­ge Rol­le spie­len, um die glo­ba­le Plas­tik­kri­se zu been­den. Alle Län­der die­ser Welt sind mit für die­se Kri­se ver­ant­wort­lich, aber kein Land die­ser Welt kann sie allei­ne been­den. Damit sich die Regie­run­gen der Welt bewe­gen, braucht es den Druck von vie­len Men­schen, welt­weit. Dar­um wer­den wir vom WWF nächs­te Woche eine glo­ba­le Peti­ti­on star­ten.

In den kom­men­den Wochen und Mona­ten wird viel pas­sie­ren. Und wir wer­den dafür wie­der eure Hil­fe brau­chen. Dafür müs­sen wir aber in Kon­takt blei­ben. Abon­niert unse­ren News­let­ter, damit ihr alle wich­ti­gen Infor­ma­tio­nen zu The­ma Plas­tik erhal­tet.

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1 Kommentar

  1. Avatar
    2. Februar 2019
    Antworten

    Lie­ber Alo­is
    das sind zwei ganz inter­es­san­te Fra­gen. Es wäre doch schön, wenn Du bei­de unter­su­chen und beant­wor­ten könn­test. Also was tut die Umwelt­mi­nis­te­rin? Wie ver­bannt sie Plas­tik­müll bei ihr zu Hau­se, in ihrem Minis­te­ri­um, im Bun­des­tag, in Deutsch­land und in Euro­pa??
    Du schreibst, am Frei­tag wird das The­ma im Bun­des­tag dis­ku­tiert. Das wäre dann die 2. Fra­ge: Wie sieht die Ver­mei­dung von Plas­tik­müll im Bun­des­tag aus???
    Es wäre doch Klas­se, wenn Du dar­über berich­ten könn­test.
    (Bei der Dis­kus­si­on kei­ne Geträn­ke in Plastkfla­schen und kei­ne “Glä­ser” aus Poly­car­bo­nat zu benut­zen, kann ja nicht alles sein.)
    Bes­te Grü­ße Car­los

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