Mein Bal­kon wird bie­nen­freund­lich


Biene im Anflug auf Blüten
Biene sucht Blume © iStock-Getty-Images

Gera­de im frü­hen Früh­ling ist die Blü­ten­aus­beu­te – ins­be­son­de­re in dicht besie­del­ten Städ­ten – für Nek­tar­samm­ler eher mager. Jede Bal­kon-Blü­ten­in­sel ist dann will­kom­men.

Auf der Suche nach dem rich­ti­gen Buf­fet für Bie­nen und Co gibt es eine wich­ti­ge Regel: Nicht alles, was spek­ta­ku­lär blüht, macht auch satt. Es gibt sowas wie Potem­kin­sche Dör­fer unter den Blu­men. Vie­le Züch­tun­gen haben außer Unmen­gen an Blü­ten­blät­tern nichts zu bie­ten, kei­nen Nek­tar, kei­nen Pol­len. Im Fach­chi­ne­sisch ist dann die Rede von „gefüll­ten Blü­ten“. Stief­müt­ter­chen sind häu­fig der­art optisch „gepimpt“, aber auch Rosen, Nar­zis­sen oder Dah­li­en.

Blü­hen­de Land­schaf­ten auf dem Bal­kon

Ich wer­de daher ab die­sem Früh­jahr auf mög­lichst mehr­jäh­ri­ge Wild­pflan­zen auf dem Bal­kon set­zen. Bei der Initia­ti­ve Netz­werk Blü­hen­de Land­schaft habe ich dazu eine gute Ein­füh­rung in die rich­ti­ge Aus­wahl je nach Son­nen­si­tua­ti­on gefun­den.

Was den Bie­nen schmeckt

Die Bie­nen freut das Ange­bot. Mich freut, dass ich mei­nen Bal­kon win­ter­fest gestal­te und nicht jedes Jahr wie­der von vor­ne anfan­ge. Und lecker ist es außer­dem: Es gibt eini­ge Küchen­kräu­ter, deren Blü­ten den Bie­nen schme­cken:, Schnitt­lauch, Ysop, Laven­del, Sal­bei oder Min­ze zum Bei­spiel. Ich pro­bie­re es zum Start mit Zitro­nen­me­lis­se und Boh­nen­kraut.

Kaf­fee­fil­ter wer­den Blu­men­er­de

Beim Kauf der Erde­bit­te auf„torffrei“ ach­ten. Torf­moo­re spei­chern Koh­len­di­oxid und sind ein­zig­ar­ti­ger Lebens­raum für vie­le Pflan­zen und Tie­re. Ich habe den Tipp bekom­men, mei­ne Erde doch aus regio­na­ler Kom­pos­tie­rung zu bezie­hen. Für mich „Ber­li­ner Pflan­ze“ hat zum Bei­spiel der Recy­cling­be­trieb BSR sol­che Kom­post­er­de im Ange­bot.

Ber­li­ner Kaf­fee­fil­ter goes Ber­li­ner Blu­men­er­de. Das ist doch ein schö­ner Kreis­lauf!

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Über mich
Wiebke Elbe

Pressereferentin beim WWF Deutschland, leidgeplagtes HSV-Mitglied und Gelegenheitsstadionbesucherin mit Herz für U-Musik

5 Kommentare

  1. Avatar
    9. Juli 2015
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    Schö­ner Arti­kel über das Start Up near­bees, dass ver­sucht die Bie­nen vor dem Aus­ster­ben zu ret­ten.
    http://www.thechanger.org/de/blog-de/sweet-on-bees-social-business-nearbees-rallies-communities-to-save-a-species-in-decline/

  2. Avatar
    8. Dezember 2015
    Antworten

    Ich freue mich schon auf mei­nen Bal­kon. Unser Ver­mie­ter lässt zur Zeit einen bau­en. Ich und mein Mann wol­len dann auch Pflanz­kör­be etc. anbau­en. Ich habe mir da auch schon über­legt, was den Bie­nen gefal­len wür­de. Da mich die aktu­el­le Lage(Bebauung von Deutsch­land etc.) sehr beschäf­tigt. Man muss ein­fach die Natur wah­ren und pfle­gen. Des­halb fin­de ich den Arti­kel auch super. Wei­ter so und Dan­ke für die Tipps =)

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    Wiebke
    9. Dezember 2015
    Antworten

    Hal­lo Bal­kon Lieb­ha­ber, wir sind im Herbst umge­zo­gen und haben jetzt zwei Bal­ko­ne, auf denen wir uns für die Bie­nen aus­to­ben kön­nen. Wir freu­en uns auch rie­sig. Ich habe die­ses Jahr gute Erfah­run­gen mit Küchenräu­tern gemacht, es gibt tol­le Minz­sor­ten, die auch pri­ma duf­ten! Gelernt habe ich für die neue Sai­son, dass ich frü­her anfan­gen muss zu pla­nen und zu pflan­zen, damit es den Bie­nen im Früh­jahr schon hilft. Euch viel Spaß!

  4. Warum Bienensterben schlimme Folgen hat?! | Öko mit Uke #16 | Tierfutter Online
    19. Mai 2017
    Antworten

    […] Mein Bal­kon wird bie­nen­freund­lich […]

  5. Avatar
    19. Mai 2017
    Antworten

    Bie­nen zäh­len zu den dritt­wich­tigs­ten Nutz­tie­ren für den Men­schen. Sie sor­gen nicht nur für Honig, son­dern bestäu­bern ca. 80 Pro­zent der Pflan­zen und sichern damit unser Essen und letzt­end­lich unser aller Über­le­ben. Pes­ti­zi­de, Para­si­ten, Umwelt­be­las­tun­gen, Fut­ter­man­gel durch z.B. Mono­kul­tu­ren sowie Kli­ma­ver­än­de­run­gen bedro­hen das Leben unse­rer Bie­nen und füh­ren zu welt­wei­ten Ster­ben. Allein in Deutsch­land sind im letz­ten Jahr 30 Pro­zent gestor­ben. Jetzt ist es an der Zeit, dass wir die­sen flei­ßi­gen Geschöp­fen auch mal hel­fen. Jeder ein­zel­ne Blu­men­topf macht da einen Unter­schied. Lie­be Wieb­ke, vie­len Dank für die­sen Arti­kel und den wich­ti­gen Tipps hin­sicht­lich nahr­haf­ter Pflan­zen­wahl für unse­ren klei­nen Lebens­ret­ter.

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