Viel­leicht war ihr Tod ja nicht umsonst”


Abgemagerter Eisbär auf einer dünnen Eisscholle - Symbolbild für den Klimawandel © 2015 Kerstin Langenberger
Die verhungernde Eisbärendame als traurige Zeugin des Klimawandels © Kerstin Langenberger

Kers­tin Lan­gen­ber­gers Foto des ver­hun­gern­den Eis­bä­ren ging um die Welt. Auch bei uns auf face­book wur­de kein Bild jemals so oft kom­men­tiert. Im Inter­view erzählt die Foto­gra­fin von der Ent­ste­hung des Fotos, was mit dem Eis­bär danach geschah und von ihrer Arbeit in Schnee und Eis.

Ein ver­hun­gern­der Eis­bär — wie kam es zu die­ser erschüt­tern­den Aufnahme? 

Im Juli 2015 durch­quer­ten wir auf einem Expe­di­ti­ons­schiff die Hin­lo­pen­stra­ße auf Spitz­ber­gen. Plötz­lich sahen wir einen gel­ben Punkt auf einer Eis­schol­le: ein Eis­bär! Obwohl wir noch weit ent­fernt waren, stand das Tier auf und mach­te uns deut­lich, dass es unse­re Anwe­sen­heit nicht schätz­te. Unser Kapi­tän dreh­te sofort ab, denn spä­tes­tens jetzt erkann­ten alle, dass die­ser trau­ri­ge Eis­bär viel zu dünn war. Da wir ihn nicht stö­ren woll­ten, setz­ten wir unse­ren Kurs gen Süden fort. Er leg­te sich wie­der auf sei­ne dün­ne Eis­schol­le und trieb im neb­li­gen Nie­sel­re­gen schnell außer Sicht. Jeder an Bord war sehr betrof­fen. Wir wis­sen alle, dass die Natur auch grau­sam sein kann und den Eis­bä­ren eine eher düs­te­re Zukunft pro­gnos­ti­ziert wird. Aber das mit eige­nen Augen zu sehen, hat mich sehr bewegt.

Ein Eisbär auf dem Packeis. © Kerstin Langenberger
Ein Eis­bär auf dem Weg in eine unge­wis­se Zukunft. © Kers­tin Langenberger

Was vie­le Nut­ze­rIn­nen der sozia­len Netz­wer­ke inter­es­siert: Wis­sen Sie, wie es mit dem Eis­bä­ren weiterging?

Die­ses ver­mut­lich jun­ge bis mit­tel­al­te Weib­chen war schon so der­ma­ßen abge­ma­gert, dass sie nach unse­rer Begeg­nung wahr­schein­lich nur noch ein paar Tage gelebt haben dürf­te. Even­tu­ell könn­te sie schon am dar­auf­fol­gen­den Tag ertrun­ken sein, denn die­se Eis­schol­le war nicht groß und dürf­te sie nicht viel län­ger getra­gen haben. An ein Hap­py End glau­be ich daher lei­der nicht, so sehr ich es mir auch wün­schen wür­de. Ver­dammt trau­rig das Ganze.

Machen Sie auf Ihren Rei­sen öfter solch trau­ri­ge Begegnungen?

Die­ser Eis­bär war ein extre­mer Fall. Ich habe auf mei­nen Rei­sen in die hohe Ark­tis schon öfters tote Bären gese­hen und oft auch sehr abge­ma­ger­te Tie­re, aber ein so der­ma­ßen aus­ge­hun­ger­ter Bär ist mir noch nie begeg­net. Mir sind aber auch schon vie­le gesun­de und fet­te Eis­bä­ren begeg­net, die gibt es zum Glück auch. Gera­de im Pack­eis nörd­lich und öst­lich von Spitz­ber­gen trifft man kugel­run­de, vor Leben nur so strot­zen­de Eis­bä­ren. Aber die Schat­ten­sei­te gibt es eben auch: Tie­re, die an Land gestran­det sind, weil sich das Eis Jahr für Jahr wei­ter zurück­zieht. Eis­bä­ren jagen in ers­ter Linie Rob­ben, und die hal­ten sich dort auf, wo Treib­eis das Meer bedeckt. Eis­bä­ren­männ­chen kön­nen ihr gan­zes Leben auf dem Eis blei­ben und sind daher oft wohl­ge­nährt. Die Weib­chen aber gehen an Land, um dort ihre Jun­gen zu gebä­ren. Da sich Win­ter für Win­ter weni­ger Treib­eis bil­det, stran­den die Weib­chen mit ihren neu­ge­bo­re­nen Jun­gen oft an Land, wo sie kaum Nah­rung finden.

Muntere Eisbärenfamilie läuft durch den Schnee. © Kerstin Langenberger
So soll­te es aus­se­hen: Eis­bä­ren­fa­mi­lie auf Spitz­ber­gen. © Kers­tin Langenberger


Wel­che Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels haben Sie auf Ihren Rei­sen durch die Ark­tis und Ant­ark­tis beob­ach­ten können?

Genau das glau­be ich auf Spitz­ber­gen beob­ach­ten zu kön­nen: dass es immer weni­ger Eis­bä­ren­weib­chen gibt und sie oft viel mage­rer sind, als die Männ­chen. Zudem gibt es immer weni­ger jun­ge Bären, die den Sprung ins Erwach­se­nen­da­sein über­le­ben. Das ist der Kli­ma­wan­del mit sei­nen Aus­wir­kun­gen!  Auch habe ich beob­ach­tet, wie sich in unglaub­li­chem Tem­po Glet­scher zurück­zie­hen. Eini­ge Glet­scher­zun­gen auf Spitz­ber­gen und auf der ant­ark­ti­schen Halb­in­sel zie­hen sich Jahr für Jahr 100 — 300 Meter zurück: Wenn ich an einen Ort zurück­keh­re, kann es sein, dass ich plötz­lich ganz neu­es Land sehe, das im Jahr zuvor noch unter Eis lag.

Auch die Tier- und Pflan­zen­welt ver­än­dert sich. Die auf Käl­te spe­zia­li­sier­ten Tie­re und Pflan­zen fin­den immer weni­ger geeig­ne­ten Lebens­raum. Auch dar­um gehen die Bestands­zah­len sehr vie­ler Arten ste­tig zurück. Dafür sind dort nun plötz­lich Arten, die dort vor­her nicht leben konn­ten. Auf Spitz­ber­gen sind in den letz­ten Jah­ren plötz­lich Feu­er­qual­len im Meer auf­ge­taucht, die es dort vor­her nie gab. Sie wer­den vom Golf­strom bis in die Ark­tis gebracht. Sie ernäh­ren sich vom tie­ri­schen Plank­ton und ste­hen damit in direk­ter Kon­kur­renz zu fast allen ande­ren Tie­ren: Fische, Vögel und Wale fin­den nun weni­ger Nah­rung. Mei­ner Erfah­rung nach ist der Kli­ma­wan­del die stärks­te Trieb­kraft für die­se rasan­ten Veränderungen.

Detail eines schmelzenden Eisbergs © Kerstin Langenberger
Wenn das Eis schmilzt. © Kers­tin Langenberger

Haben Sie über­haupt noch Hoff­nung auf eine Zukunft mit Eisbären?

Ja, die habe ich, auch wenn ich natür­lich rea­lis­tisch sein muss. Eis­bä­ren leben mit und auf dem gefro­re­nen Meer: Ohne Treib- und Pack­eis wird es die Eis­bä­ren ver­mut­lich nicht mehr lan­ge geben. Wis­sen­schaft­ler sagen, dass das Pack­eis extrem anfäl­lig für Tem­pe­ra­tur­schwan­kun­gen ist. Wird es nur unwe­sent­lich wär­mer, schmilzt es, aber wenn es meh­re­re Jah­re hin­ter­ein­an­der wie­der etwas käl­ter wird, bil­det es sich auch wie­der. Daher gehen vie­le Wis­sen­schaft­ler davon aus, dass das Pack­eis einen welt­wei­ten Tem­pe­ra­tur­an­stieg von maxi­mal 2 Grad Cel­si­us über­dau­ern wür­de. Das ist die ein­zi­ge Chan­ce, die die hoch­spe­zia­li­sier­ten Tie­re der Ark­tis haben. Und genau des­halb ist es so unglaub­lich wich­tig, die Erd­er­wär­mung jetzt zu bremsen.

Porträt der Fotografin Kerstin Langenberger
Foto­gra­fin: Kers­tin Langenberger

Wel­chen Bei­trag kann der oder die Ein­zel­ne über­haupt leisten?

Klar, wir klei­nen Leu­te kön­nen nicht von heu­te auf mor­gen die Welt ver­än­dern. Wir sind aber sehr wohl in der Lage, klei­ne Din­ge zu ändern. Und wenn das mehr ist, als wir ges­tern noch gemacht haben, dann ist das ein Fort­schritt. Im End­ef­fekt dreht sich doch alles “nur” um das Redu­zie­ren von Kli­ma­ga­sen. Jedes biss­chen CO2 das wir ein­spa­ren, und sei es noch so wenig, unter­stützt schließ­lich das gro­ße Ziel, die Erd­er­wär­mung zu brem­sen. Weni­ger Auto fah­ren, sel­te­ner flie­gen, weni­ger Fleisch essen, bewuss­ter kon­su­mie­ren, sich lokal poli­tisch enga­gie­ren: Kli­ma­schutz fängt im Klei­nen an, und jeder kann sei­nen Bei­trag leis­ten, Tag für Tag! Ich habe so vie­le posi­ti­ve Rück­mel­dun­gen erhal­ten von Men­schen, für die mein Eis­bär-Foto der letz­te Anstoß war, etwas in ihrem Leben zu ändern. So trau­rig die Begeg­nung mit der dür­ren Eis­bä­rin auch war — viel­leicht war ihr Tod ja nicht ganz umsonst.

Und die Politik?

Der­zeit ver­han­deln ja Ver­tre­ter vie­ler Staa­ten auf der Welt­kli­ma­kon­fe­renz in Paris. Es geht bei die­ser Kon­fe­renz aber nicht nur um das Welt­kli­ma, son­dern um die Arten­viel­falt unse­rer Erde, den Schutz von Res­sour­cen und die Ver­mei­dung von Kon­flik­ten — also um nichts gerin­ge­res als die Zukunft der Mensch­heit. Die Zeit für Kom­pro­mis­se ist vor­bei: Jetzt brau­chen wir Taten und Ver­än­de­rung! Ich habe so vie­le posi­ti­ve Bewe­gun­gen in Deutsch­land gese­hen, so vie­le klei­ne Pro­jek­te, Taten und Hoff­nungs­trä­ger: Es ist ermu­ti­gend zu sehen, was wir schon erreicht haben. Dar­auf aber darf sich unse­re Regie­rung nicht aus­ru­hen, die Ener­gie­wen­de in Deutsch­land muss sich jetzt end­lich ein­mal in die rich­ti­ge Rich­tung bewe­gen, also weg von Koh­le und hin zu einem gerin­ge­ren Aus­stoß von CO2. Wenn uns die­ser gro­ße Schritt end­lich gelin­gen wür­de, könn­ten wir ein welt­wei­tes Signal gegen den Kli­ma­wan­del set­zen. Genau das wün­sche ich mir von den deut­schen Poli­ti­kern und deren Ver­tre­tern auf der Klimakonferenz.

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78 Kommentare

  1. Michael
    11. Dezember 2015
    Antworten

    War­um hilft man sol­chen Tie­ren nicht durch eine Fut­ter­ga­be? Will man hier nicht in die “freie Natur” ein­grei­fen, obowhl es aller­höchs­te Not wäre?
    Ver­ste­he nicht, wie man das trau­rig fin­den und ein Foto schie­ßen kann, aber der Eis­bä­ren­da­me nichts von dem Schiffs­pro­vi­ant (meh­re­re Dosen Boh­nen zum Bei­spiel) geben kann…

    • Gesa Koch-Weser
      11. Dezember 2015
      Antworten

      Hal­lo Micha­el, eine Fut­ter­ga­be wäre aus meh­re­ren Grün­den nicht sinn­voll gewe­sen. Ers­tens sind Eis­bä­ren Kar­ni­vo­ren (Fleisch­fres­ser), die Eis­bä­rin hät­te die von dir vor­ge­schla­ge­nen Boh­nen – wenn sie sie über­haupt gefres­sen hät­te – gar nicht gut ver­dau­en kön­nen. Zwei­tens wäre eine ein­ma­li­ge Fut­ter­ga­be ein Trop­fen auf den hei­ßen Stein und hät­te die Bärin nicht geret­tet. Dazu hät­te man sie schon ein­fan­gen und auf­päp­peln müs­sen, was dem Expe­di­ti­ons­schiff der Foto­gra­fin zum einen sicher­lich nicht mög­lich war, zum ande­ren aber auch gar nicht sinn­voll wäre, da man gera­de bei Bären eine Gewöh­nung an den Men­schen unbe­dingt ver­mei­den soll­te. Viel sinn­vol­ler ist es, sich auf nach­hal­ti­ge Eis­bär­hil­fe zu kon­zen­trie­ren. Was das heißt? Erd­er­wär­mung bremsen!

      • Jasmin
        5. Januar 2016
        Antworten

        Wen inter­es­siert die Gewöh­nung an den Men­schen, wenn das Tier gera­de qual­voll stirbt?

        • Stefan
          19. März 2016
          Antworten

          Das trifft den Nagel auf den Kopf.
          Die­ses Argu­ment hät­te die Eis­bä­rin sicher herz­lich wenig inter­es­siert und geht an der Sache vorbei.
          Den­noch: jeder, der die Natur beob­ach­tet, also beson­ders auch Tier­fil­mer und ‑foto­gra­fen, wer­den Zeu­gen von Dra­men, die in der Natur “nor­mal” sind. Und die­se Nor­ma­li­tät soll ja gera­de abge­bil­det wer­den. Soll ich ein­grei­fen, wenn das ver­irr­te Ele­fan­ten­ba­by von Hyä­nen umkreist wird? Oder soll ich doku­men­tie­ren, wie die Geset­ze der Natur sich an die­sem Bei­spiel dar­stel­len? Oft wäre es ein Leich­tes, zuguns­ten des bedroh­ten Indi­vi­du­ums ein­zu­grei­fen. Die meis­ten Tier­fil­mer hal­ten wei­ter drauf. Ich wäre ein schlech­ter Tier­fil­mer, ich wür­de ein­grei­fen. Im Fall der ver­hun­gern­den Eis­bä­rin gibt es außer dem zu Recht kri­ti­sier­ten eini­ge Argu­men­te, die ein Ein­grei­fen wohl nicht erfolg­reich hät­ten erschei­nen las­sen. Das arme Tier wäre wohl bei jeder Annä­he­rung von der Schol­le gewi­chen und wäre im Eis­was­ser ver­en­det. Den­noch alle Sym­pa­thie den­je­ni­gen, die einen Hilfs­im­puls ver­spü­ren! Und einen sol­chen viel­leicht auch umsetzen.

  2. Sandra
    11. Dezember 2015
    Antworten

    Wie­so wur­de dem eis­bãr nicht gehol­fen ?! Ich glau­be kaum das der Eis­bär signa­li­siert; helft mir bloss nicht?! Haupt­sa­che gutes Foto für die Zei­tung um Geld zu kassiern!

    • 6. Januar 2016
      Antworten

      Hal­lo San­dra, wenn Du den gesam­ten Text auf­merk­sam gele­sen hät­test, hät­test Du der Foto­gra­fin nicht die­sen Vor­wurf gemacht. Es wäre ein ufer­lo­ses Unter­fan­gen, jedem kran­ken und schwa­chen Tier in frei­er Wild­bahn hel­fen zu wol­len. Die Natur hat da ihre eige­nen Gesetze.
      Schon allei­ne der Ver­such, die Bärin ein­fan­gen zu wol­len, damit man sie auf­päp­peln kann, hät­te wahr­schein­lich zur Fol­ge gehabt, dass sie ins Was­ser gesprun­gen und vor Stress ertrun­ken wäre. Auch ist auf einem sol­chen Schiff nicht das nöti­ge Rob­ben­fleisch vor­rä­tig, eben­so­we­nig wie ein Eisbärkäfig.

      Wir haben zu unse­ren Haus­tie­ren ein sehr enges und meist lie­be­vol­les Ver­hält­nis. Das darf man nicht 1:1 auf die Wild­tie­re übertragen.

      Den Vor­wurf, dass es der Foto­gra­fin nur ums Geld ging, fin­de ich mehr als unfair.

      • Christian
        10. Mai 2017
        Antworten

        Tja.…die Natur hat in der Tat ihre eige­nen Geset­ze! Aller­dings ist das hier ein von Men­schen gemach­tes Problem…

  3. Christian
    11. Dezember 2015
    Antworten

    Mei­ner Mei­nung nach wenn der Mensch schon in die freie Natur ein­greift um sie zu zer­stö­ren, dann kann er auch ein­grei­fen um sie zu ret­ten. Die­ser bio­lo­gi­sche Mist ist ein­fach nur wis­sen­schaft­li­che kran­ke Neu­gier um zu sehen, ob und was pas­siert damit man es doku­men­tie­ren kann. Genau das ist mei­ne ganz kla­re Mei­nung, Leu­te die sagen:“Haben wir euch damals doch gesagt” braucht kei­ner. Sie sind hin­der­li­che Bes­ser­wis­ser, die es bes­ser wuss­ten aber nur Neu­gie­rig dane­ben stan­den, fast sensationsgeil.
    Sor­ry dass ich das so sage, Aber lie­ber Leu­te die schwei­gen und han­deln anstatt Bericht­erstat­ter die nur labern aber vor Ort die Mög­lich­kei­ten hat­ten zu handeln.
    Es geht dabei nicht nur um Eis­bä­ren oder gar nur um Tie­re, jeder der nicht die Pflicht emp­fin­det zu hel­fen, ist mei­ner Mei­nung nach am Lebens­recht vorbei. 

    Hart aber herzlich

    P.S. : Dar­um noch­mal herz­li­chen Dank an die Leu­te die sich jeden Tag dafür ein­set­zen hel­fen zu kön­nen und wenigs­tens ihren trop­fen auf den hei­ßen Stein gie­ßen, ein Vor­bild zum Menschsein.

    • Barbara
      5. Januar 2016
      Antworten

      Hal­lo Christian,

      Du sprichst mir mit Dei­nem Kom­men­tar aus der See­le. Wir Men­schen tra­gen jeden Tag aktiv oder pas­siv dazu bei, dass unser Lebens­raum zer­stört wird. Wir quä­len und zer­stö­ren täg­lich. Und wir haben nicht die Begrün­dung, dass wir unser Über­le­ben sichern müs­sen. Sehr trau­rig. Mei­ner Mei­nung nach ein Tier sei­nem siche­rem Schick­sal zu über­las­sen ist eben­so grau­en­voll als es selbst zu töten. Es geht um jedes ein­zel­ne Lebe­we­sen. Und für ein Nichts­tun gibt es kei­ne Ent­schul­di­gung. Man kann vie­les mög­lich machen, gera­de mit Hil­fe der Pres­se. Aber hier war ja nicht ein­mal der Gedan­ke an einen Ver­such. Haupt­sa­che Publi­ci­ty. Sehr traurig

    • Dorothee
      5. Januar 2016
      Antworten

      Doro
      GANZ DEINER MEINUNG CHRISTIAN !!!

    • Jasmin
      5. Januar 2016
      Antworten

      Dan­ke­schön, ich tei­le voll­kom­men Ihre Meinung.
      Der Mensch schickt sich an, immer wie­der alles bes­ser zu wis­sen und sich damit zu recht­fer­ti­gen, auf dass er selbst kei­nen Nach­teil erleidet.

    • Bettina Breidbach
      6. Januar 2016
      Antworten

      Dann fang mal damit an

    • Pamela
      12. März 2016
      Antworten

      Das fin­de ich gut, Chris­ti­an. End­lich mal jemand, der nicht nur lamen­tiert, son­dern etwas ver­än­dert. Echt klas­se!!!!! Des­we­gen fährst du kein Auto und selbst­ver­ständ­lich fliegst du nicht in den Urlaub. Du isst kein Fleisch und kaufst nichts aus Plas­tik, um die Müll­ber­ge im Meer nicht zu ver­meh­ren. Du wohnst in einem Nied­rig­ener­gie­haus und den Strom, den du brauchst, erzeugst du dir mit Solar­tech­nik selbst. Selbst­ver­ständ­lich trägst du kei­ne Wol­le aus Ausstra­li­en oder Süd­ame­ri­ka und kei­ne Leder­schu­he oder Leder­ta­schen, geschwei­ge denn irgend­et­was mit oder aus Fell. Und auch Bil­lig­pro­duk­te aus Fern­ost sind in dei­nem Haus­halt nicht zu fin­den. Du bist eben kein Schnacker, son­dern ein ech­ter “Hand­ler”.

  4. Fine
    11. Dezember 2015
    Antworten

    Bes­ser lie­ber bewe­gen­de Fotos in die Welt set­zen, als in den All­tag zu star­ten und davon nichts zu wis­sen oder? Selbst wenn Sie und Ihre Mit­hel­fer den Eis­bä­ren ver­sucht hät­ten zu hel­fen, den sein Leben­raum kann ihn nie­mand mehr zurück­ge­ben. Dann müss­te man ja zu jedem Lebe­we­sen die Fra­ge stel­len, war­um man nicht hilft. Aber manch­mal lässt es sich nicht ändern so trau­rig es ist. Manch­mal kann man die Natur nicht aufhalten.

  5. David
    11. Dezember 2015
    Antworten

    …und ist bei Beklei­dung für die­se Art Rei­sen immer noch Pelz­be­satz die ers­te Wahl? Ich kann das nicht mehr sehen…

    • Tanja
      5. Januar 2016
      Antworten

      .…bei Green­peace gibt es inter­es­san­te Infos zur Che­mi­ka­li­en­be­las­tung durch Funktionskleidung/Outdoorkleidung. .…..
      Da stel­le ich mir die Fra­ge, was denn nun über­haupt noch geht: Kunststoffprodukte/Synthetische Pro­duk­te haben alle ihren Ursprung in der Erd­öl­che­mie.… auch Mist .…..Tie­re töten für Pel­ze — auch Mist.…..Was nun?

      • Bettina Breidbach
        6. Januar 2016
        Antworten

        Dann lie­ber Erdoelchemie

      • Heinz Beier
        6. Januar 2016
        Antworten

        Man muss das anzie­hen, was die Urein­woh­ner auch anzie­hen. Das ist umwelt­freund­li­cher als Kunst­stof­fe. Wenn wir von Fel­len reden, die nicht mehr getra­gen wer­den sol­len, ist das etwas völ­lig ande­res. Da wer­den Tie­re extra für die “Fell­ern­te” gezüch­tet, z.B. Mar­der­hund­ei in Chi­na, zu Mil­lio­nen. Denen wird dann, wen der Pelz “ern­te­fer­tig” ist, das Fell lebend über die Ohren gezo­gen. Da kann man sich enga­gie­ren und auf­re­gen und die Pel­ze nicht mehr tra­gen, usw. Aber denen, die sich in die bedroh­te Eis­welt wagen, zu ver­bie­ten, sich mit Fel­len zu beklei­den, ist zu ein­fäl­tig. Ich weiss, was die Kunst­stof­fe, die sonst ver­wen­det wer­den für eine Schwei­ne­rei sind, ich habe 30 Jah­re für eine die­ser Fir­men gearbeitet.

    • Martin
      5. Januar 2016
      Antworten

      Bit­te, es ist so schwer, die eige­ne Selbst­ge­rech­tig­keit aufzulösen,
      Die Kli­ma­er­wär­mung zu ver­hin­dern fängt damit an, wie ich mich selbst fort­be­we­ge… zu Fuß, mit dem Fahr­rad oder mit dem Auto? Wie gelangt man denn zum Nordpol?

      Das mit der Bärin tut mir wirk­lich weh… was bleibt denn ande­res, als es zu akzeptieren?

      • Heinz Beier
        6. Januar 2016
        Antworten

        Da gibt es vie­le Mög­lich­kei­ten, z.B. sich bei Green­peace enga­gie­ren, die haben schon vie­les ins Lot gebracht. z.B. das Wal­fang­ver­bot, auch wenn es noch Löcher hat, hilft es den Walen, oder bei food­watch, oder eben hier bei WWF. Nur Mut und ran an die Tasten.

  6. Svea
    5. Januar 2016
    Antworten

    Ich kann mich mei­nen Vor­schrei­bern nur anschlie­ßen — abge­se­hen vom Pelz­be­satz, hier wäre Hil­fe ange­sagt. Punkt.
    Der Ein­griff in die Natur hat schon lan­ge statt­ge­fun­den und ist ver­mut­lich der Grund für den Zustand der Bärin — aber mit einem guten Fang Fische hät­te man ihr even­tu­ell genü­gend Kraft geschenkt um in der Fol­ge wie­der selbst erfolg­reich zu jagen.
    Wenn man es ver­sucht kann man ver­lie­ren — wenn man es nicht ver­sucht HAT MAN SCHON VERLOREN!!!

  7. Pep
    5. Januar 2016
    Antworten

    Genau, es stoert mich auch enorm, wenn man bei sol­chen The­men aus­ge­rech­net in einer Pelz­muet­ze posie­ren muss!

    • Kiwi
      5. Januar 2016
      Antworten

      Kann mich Ihnen nur anschlie­ßen. Fin­de es völ­lig dane­ben, dass ich die­se wider­li­che Pelz“mode” auch noch in solch einem Umfeld ertra­gen muss — ist schon schlimm genug, die gan­zen Fell­kra­gen­trä­ger auf der Stra­ße tole­rie­ren zu müs­sen. Und als Jour­na­lis­tin kann ich nur sagen: es gibt für mich Gren­zen der Pas­si­vi­tät. Nur des Fotos wegen taten­los zuzu­se­hen, wie eine Krea­tur ver­hun­gert, fin­de ich ein­fach nur daneben.

  8. Svea
    5. Januar 2016
    Antworten

    …sor­ry, schlecht for­mu­liert — mit “abge­se­hen vom Pelz­be­satz” mein­te ich natür­lich dass die­ser mich eben­so stört wie die Ver­hal­tens­wei­se dem Elend zuzusehen.….

  9. Angelika Werner
    5. Januar 2016
    Antworten

    Ich kann mich da nur den bis­he­ri­gen Äuße­run­gen anschlie­ßen. Wie­so konn­te man der Bärin nicht hel­fen, auch Expe­di­ti­ons­schif­fe haben in der Regel Har­pu­nen oder ein Gewehr an Bord zur Selbst­ver­tei­di­gung. Wenn der Bärin Fleisch von Fisch oder Rob­be etc. zur Ver­fü­gung gestellt wor­den wäre, hät­te sie zu Kräf­ten kom­men kön­nen. Der Mensch kann wenn er will sehr viel mehr machen. Ich gehö­re auch nicht zu den gro­ßen Red­nern son­dern zu den Machern, arbei­te ehren­amt­lich für den Tier­schutz und set­ze mich für von Men­schen gequäl­te, miß­han­del­te und nicht art­ge­rech­te Hal­tung von Tie­ren ein. Jedes Tier hat ein Recht auf ver­sehr­tes Leben und geach­tet zu wer­den. Vor allem die Lebens­räu­me der Tie­re zu erhalten.

  10. Vaith
    5. Januar 2016