Fisch­ot­ter: 10 Fak­ten über das Tier des Jah­res 2021


Fischotter sind durch Europas Naturschutz-Gesetze geschützt. © iStock / Getty Images
Fischotter stehen auf der Roten Liste als "potenziell gefährdet" © iStock / Getty Images

Fisch­ot­ter leben bereits seit fünf Mil­lio­nen Jah­re auf die­ser Erde, doch sie sind vom Aus­ster­ben bedroht. Die Deut­sche Wild­tier­stif­tung hat den Fisch­ot­ter (lut­ra lut­ra) zum Tier des Jah­res 2021 gewählt, um auf die Bedro­hung der hei­mi­schen Was­ser­mar­der auf­merk­sam zu machen. Ein guter Anlass, um sich die fas­zi­nie­ren­den Tie­re mal genau­er anzu­schau­en. Lei­der bekommt man sie sel­ten zu Gesicht, da es nur noch weni­ge Exem­pla­re gibt, die dazu noch nacht- und däm­me­rungs­ak­tiv sind.

1) Sie haben das dicks­te Fell

Im Gegen­satz zu Mee­res­säu­gern wie Walen oder Rob­ben haben Fisch­ot­ter kei­ne Fett­schicht, son­dern ein unglaub­lich dich­tes Fell, dass sie vor Näs­se und Käl­te schützt. Auf einem Qua­drat­zen­ti­me­ter Haut befin­den sich bis zu 70.000 Haa­re – der Mensch hat dage­gen auf glei­cher Flä­che im Durch­schnitt nur 200 Haa­re auf dem Kopf. Ins­ge­samt kom­men so bis zu 140 Mil­lio­nen Haa­re zusam­men, die für die not­wen­di­ge Iso­la­ti­on sor­gen. Die Haar­schich­ten sind mit­ein­an­der ver­zahnt und bewir­ken, dass im Was­ser Luft zwi­schen ihnen ein­ge­schlos­sen wird, die der Wär­me­re­gu­la­ti­on dient. Bei Tauch­gän­gen wer­den die­se Luft­pols­ter durch den Druck zum Teil wie­der aus dem Fell gepresst, was zu lan­gen Bla­sen­ket­ten führt, die tau­chen­de Otter hin­ter sich herziehen.

Fischotter auf Baumstamm
Fisch­ot­ter sind eigent­lich nacht­ak­tiv und sehr scheu © Ralph Frank / WWF

2) Fisch­ot­ter wur­den frü­her mit Hun­den bejagt

Sein ein­ma­li­ges Fell wäre dem Otter fast zum Ver­häng­nis gewor­den: Noch zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts wur­den Fisch­ot­ter bejagt und bei­na­he aus­ge­rot­tet, um ihre kost­ba­ren Pel­ze zu ver­ar­bei­ten. Jäger stell­ten ihnen mit Otter­hun­den, einer spe­zi­ell für die Otter­jagd gezüch­te­te Hun­de­ras­se, nach und kas­sier­ten Prä­mi­en für jedes erleg­te Tier.

3) Guten Hunger

Otter haben einen sehr schnel­len Stoff­wech­sel und müs­sen des­halb essen, was das Zeug hält. Sie neh­men täg­lich zwi­schen 15 und 25 Pro­zent ihres Kör­per­ge­wichts an Nah­rung zu sich. Die lose Haut des Otters ermög­licht es den Tie­ren klei­ne Taschen zu bil­den, in denen sie immer etwas zu essen bun­kern können!

Da die Otter so vie­le Fische fres­sen, wur­den sie lan­ge Zeit als Schäd­lin­ge an Fisch­tei­chen stark bejagt und vie­le Fisch­ot­ter ertran­ken in Fisch­reu­sen. Heu­te schüt­zen Elek­tro­zäu­ne und Otterkreu­ze (Metall­git­ter an den Reu­sen) die bewirt­schaf­te­ten Zucht­tei­che vor dem Fischliebhaber.

Fischotter beim Fressen
Otter lie­gen beim Fres­sen gern auf dem Rücken und las­sen sich trei­ben © Ralph Frank / WWF

4) Otter­männ­chen neh­men Jun­ge manch­mal als “Gei­sel”

Wie gesagt, müs­sen Otter wegen ihres Stoff­wech­sels eine Men­ge essen. Wenn sie aber nicht genug Nah­rung bekom­men, wird‘s bei den Ottern unge­müt­lich. Otter­männ­chen neh­men Jun­ge als Gei­sel, bis die Mut­ter des Babys mit Fut­ter für des­sen Frei­las­sung bezahlt.

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5) Frü­her gal­ten sie als Deli­ka­tes­se wäh­rend der Fastenzeit

Apro­pos Essen: Das Fleisch des Fisch­ot­ters stand frü­her sogar auf dem mensch­li­chen Spei­se­plan. Als Tier, das über­wie­gend im Was­ser lebt, galt der Otter für die Kir­che als „Fisch“ und durf­te des­halb auch in der Fas­ten­zeit geges­sen wer­den. Wie übri­gens auch der Biber.

6) Fisch­ot­ter kön­nen bis zu sie­ben Minu­ten tauchen

Otter kön­nen pro­blem­los bis zu sie­ben Minu­ten unter Was­ser blei­ben. Sie haben Schwimm­häu­te an den Pfo­ten, die für den Antrieb beim Schwim­men und Tau­chen sor­gen. Wie artis­ti­sche Kunst­schwim­mer jagen sie Fische und tau­chen nach Amphi­bi­en. Fisch­ot­ter kön­nen nahe­zu laut­los schwim­men und dabei alle Geräu­sche und Gerü­che wahr­neh­men. Wäh­rend sich der übri­ge Kör­per im Was­ser befin­det, lie­gen die Sin­nes­or­ga­ne auf einer Linie kurz ober­halb des Was­ser­spie­gels. Mit Hil­fe der stark aus­ge­präg­ten Vib­ris­sen (Tast­haa­re) machen Fisch­ot­ter ihre Beu­te auch im trü­ben Was­ser ausfindig.

7) Kot, der nach Veil­chen riecht

Zur Revier­ab­gren­zung set­zen Fisch­ot­ter häu­fig Kot­mar­kie­run­gen an her­aus­ra­gen­den Stei­nen oder ande­ren pro­mi­nen­ten Stel­len ab. Die Losung hat einen cha­rak­te­ris­tisch tra­ni­gen Geruch. Der Kot heißt in der Fach­spra­che “Otter­lo­sung” und kann nach Veil­chen rie­chen. Er ent­hält unver­dau­li­che Schup­pen und Grä­ten von Fischen.

Fischotter beim Kuscheln
Fisch­ot­ter sind eigent­lich Ein­zel­gän­ger, aber zur Paa­rung kom­men sie zusam­men © Ralph Frank / WWF

8) Otter-Müt­ter adop­tie­ren ver­wais­te Babys

Wenn Otter-Babys von Men­schen groß­ge­zo­gen wer­den, wer­den sie zu anhäng­lich, um in der Wild­nis allein klar­zu­kom­men. Dar­um über­las­sen vie­le Aqua­ri­en die Auf­zucht von sechs- bis acht­wö­chi­gen Babys oft ande­ren weib­li­chen Ottern.

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9) Fisch­ot­ter has­sen Brücken

Eine merk­wür­di­ge Eigen­art, die den Tie­ren oft das Leben kos­tet, ist dass sie es strikt ver­mei­den, unter Brü­cken hin­durch zu schwim­men. Sie lau­fen lie­ber neben dem Was­ser her. Das geht natür­lich nur, wenn es unter den Brü­cken noch rechts und links Wege gibt. Sonst neh­men sie lie­ber grö­ße­re Umwe­ge in Kauf und lei­der auch manch­mal den gefähr­li­chen Weg über die Stra­ße. Der Stra­ßen­ver­kehr gehört zu den größ­ten Bedro­hun­gen der Was­ser­mar­der. War­um die Otter Brü­cken mei­den, konn­te bis­her noch nicht geklärt wer­den. Man kann aber künst­li­che Wege unter den Brü­cken bau­en, so genann­te Ber­men. Die wer­den dann gern ange­nom­men und nicht mehr so vie­le Otter überfahren.

10) Otter ist nicht gleich Otter

Der Fisch­ot­ter hat noch einen Ver­wand­ten in Über­see — den kali­for­ni­schen See­ot­ter. See­ot­ter sind beson­ders schlaue Tier­chen, die Stein­werk­zeu­ge nut­zen, um Muscheln und Kreb­se zu kna­cken. See­ot­ter hal­ten oft Händ­chen beim Schla­fen und umwi­ckeln sich mit See­tang, damit sie nicht von der Strö­mung weg­ge­trie­ben wer­den. Das hat unser hei­mi­sche Otter nicht nötig.…

Wei­te­re inter­es­san­te Fak­ten über den Otter fin­det ihr auch in unse­rem Arten­le­xi­kon. Und wer wis­sen will, was den Otter vom Biber unter­schei­det, kann hier nachlesen.

Was kön­nen wir für die Otter tun?

Das wich­tigs­te, das wir für den Erhalt des Fisch­ot­ters tun kön­nen, ist ihren Lebens­raum zu schüt­zen. Dabei ist vor allem die Gewäs­ser­qua­li­tät von ent­schei­den­der Bedeu­tung, vor allem für sei­ne Lieb­lings­beu­te­tie­re: die Fische. Die Begren­zung von Schad­stoff­ein­trä­gen, das Anle­gen und die Rena­tu­rie­rung von Gewäs­sern und der Erhalt natur­na­her Ufer­struk­tu­ren sor­gen für eine Ent­span­nung der Otter-Popu­la­ti­on. Beson­ders wich­tig ist es, dass Brü­cken fisch­ot­ter­ge­recht so umge­baut wer­den, dass die Fisch­ot­ter tro­cke­nen Fußes unter den Brü­cken durch­lau­fen können.

Für ech­te Otter-Fans emp­fiehlt sich die Sei­te https://www.otterspotter.de/verhalten-und-lebensweise. Hier kann man die süßen Tie­re bei ihrem Trei­ben beobachten.

 

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2 Kommentare

  1. Avatar
    7. Januar 2021
    Antworten

    Fisch­ot­ter ret­ten und Plas­tik­müll vermeiden

  2. Avatar
    Achim Smit
    7. Januar 2021
    Antworten

    Ich bin gespannt auf die Berichte
    usw.

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