13 Dinge, die Du über Seekühe wissen willst


Seekühe: Zwei Manatis beim knutschen
Am 29. März ist der Tag der Seekühe © iStock / Getty Images

Seekühe wie der Amazonas Manati gehen es gern gemütlich an – sind aber durch und durch erstaunliche Tiere. 

1) Keine Kuh – ein Elefant!

Der engste heute lebende Verwandte der Seekühe ist aber nicht die Kuh – sondern der Elefant. Seekühe stammen von Landsäugern ab, die vor rund 60 Millionen Jahren in flachen Sumpfgebieten lebten und sich allmählich an das Leben im Wasser anpassten.

2) Dugong oder Manati?

Es existieren zwei Seekuhfamilien. Die Familie der Gabelschwanzseekühe oder auch Dugongs und die Rundschwanzseekühe (auch Manatee oder Manati). Zu denen gehören drei Arten: Nagel Manati, Westafrikanischer Manati und der Amazonas Manati, der ausschließlich im Süßwasser lebt.

Seekühe: Amazonas Manati in Nahaufnahme
Gestatten, Amazonas Manati © Picture Alliance

3) Fress- und Hungerkünstler

Der Amazonas Manati schafft es mit einer Länge von drei Metern auf 350 bis 500 Kilogramm Gewicht – nicht gerade zierlich. Von nichts kommt nichts: Sie fressen täglich etwa 8 bis 15 Prozent ihres Eigengewichts. Das sind etliche Kilo Wasserpflanzen. Sie können aber auch bis zu sechs Monate ohne Nahrung auskommen.

4) Hören gut, Orten schlecht

Manatis sehen nur schlecht, dafür können sie sehr gut vor allem hochfrequente Geräusche hören. Geräusche mit niedriger Frequenz wie zum Bespiel von Booten können sie nicht gut lokalisieren, weshalb sie oft zu spät ausweichen. Bootsunfälle sind für viele Todesfälle von Manatis verantwortlich.

5) Tönen ohne Stimmbänder

Manatis verständigen sich über das Aussenden von Geschmacks- und Geruchspartikeln – sowie durch hohes Gurren oder Zirpen. Bisher konnte noch nicht erklärt werden, wie sie diese Töne erzeugen, Seekühe besitzen keine Stimmbänder.

6) Leben im (warmen) Wasser

Alle Seekühe verbringen ihr gesamtes Leben im Wasser. Sie besitzen verschließbare Nasenlöcher, tauchen jedoch in Abständen von weniger als einer Minute auf, um zu atmen. Sie können aber auch bis zu 15 Minuten unter Wasser bleiben. Alle existierenden Seekühe leben in warmen Gewässern. Die einzige Kaltwasserart war die Stellersche Seekuh oder Riesenseekuh. Sie wurde 1768,  nur 27 Jahren nach ihrer wissenschaftlichen Entdeckung, von Pelztierjägern im Beringmeer endgültig ausgerottet.

7) Schön langsam – zum Energiesparen

Seekühe bewegen sich meist nur sehr langsam und verbrauchen in ihren tropischen Lebensräumen kaum Energie für die Regulierung ihrer Körpertemperatur. Sie benötigen nur etwa ein Drittel der Energie, die andere Säugetiere gleichen Gewichtes aufwenden müssen.

Ich bin keine Meerjungfrau, sondern ein Manati © iStock / Getty Images

8) Meerjungfrauen? Sirenen? Seekühe!

Seekühe heißen auf lateinisch Sirenia. Ihre trägen Bewegungen und ihre brustständigen Zitzen sollen Seemänner früher an Meerjungfrauen erinnert haben, was der Grund für die Entstehung einer Vielzahl von Legenden rund um die „Sirenen“ sein dürfte.

9) Wird es trocken, dann wird es voll

Amazonas-Manatis unternehmen ausgedehnte Wanderungen, deren Verlauf vom jahreszeitlichen Nahrungsangebot bestimmt wird. In der Trockenzeit schwimmen sie in tiefere Seen und Flüsse, die nicht von Austrocknung bedroht sind. Dabei kann es zu regelrechten Massenansammlungen kommen. Ansonsten leben Amazonas-Manatis für gewöhnlich weit verteilt als Einzeltiere und gehen keine festen Beziehungen ein.

10) Polyandrie, heißt das wissenschaftlich

Die Paarungsbereitschaft der Weibchen wird vermutlich durch das vorhandene Nahrungsangebot bestimmt. Dann treiben sie es aber bunt: Das Weibchen paart sich mit mehreren Männchen und bringt etwa ein Jahr später ein einzelnes Junges zur Welt.

11) Neue Zähne

Manatis haben einen besonderen „Zahnersatz“: Hinten im Kiefer wachsen ständig neue Zähne, diese schieben die gesamte Zahnreihe nach vorn. Die vorderen Zähne werden abgenutzt und fallen aus.

12) Jagd, Müll, Abholzung

Obwohl der Amazonas Mandati über ein großes Gebiet verbreitet ist und kaum natürliche Feinde hat, ist er sehr selten geworden. Seine Friedfertigkeit, Behäbigkeit sowie sein begehrtes Fett und Fleisch haben ihn zu einer leichten Beute des Menschen gemacht. Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN wird der Amazonas-Manati daher als gefährdet geführt. Neben der Jagd leidet der Amazonas-Manati auch durch die rasant voranschreitende Rodung der Amazonasregenwälder, den steigenden Schiffsverkehr und Umweltverschmutzungen – zum Beispiel Müll wie Plastiktüten, die Manatis töten.

13) Alle noch lebenden Seekuharten sind vom Aussterben bedroht

Vorheriger Beitrag Neuer Luchs on Tour in der Pfalz
Nächster Beitrag #KeepCitiesWild: Unsere Instagram-Aktion zur Earth Hour 2017

Über mich
Oliver Samson

Journalist und jetzt Redakteur beim Panda - weil unverändert überzeugt, dass wir Menschen es besser hinkriegen können. Noch immer optimistisch mit guten Vorsätzen.

1 Kommentar

  1. 4. Mai 2017
    Antworten

    Ein toller Beitrag, danke 🙂 Die Seekuh tut mir etwas Leid, weil sie so langsam und auch zahm ist, ist sie leichte Beute für das größte Raubtier dieser Erde.. den Menschen..

Einen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.