Die konservative brasilianische Regierung will riesige Schutzgebiete am Amazonas der Bergbau-Industrie opfern.

Es macht mich nicht weniger wütend, weil es zu befürchten war: Die konservative brasilianische Regierung von Präsident Michel Temer steht der Agrar- und Bergbauindustrie nahe.  Jetzt will sie den Schutz großer Flächen des Amazonas-Regenwaldes aufheben. Insgesamt geht es um fünf Gebiete von rund einer Million Hektar Fläche. Das ist viermal so groß wie das Saarland. Mit diesem Gesetzesvorhaben zeigt die Regierung Temer, dass sie vor allem die kurzfristigen Profite der Industrie im Sinn hat.

Die Regierung will Schutzgebiete verkleinern und auflösen

Die Schutzgebiete Manicoré, Urupadi, Aripuanã sowie den Nationalpark Acari sollen verkleinert werden. Zudem soll das Schutzgebiet Campos de Manicoré vollständig verschwinden. Die Pläne sind ein Generalangriff auf den Amazonas. Die fünf Schutzgebiete liegen im Süden des Amazonas im gleichnamigen Bundesstaat. Sie wurden im August 2016 von der damaligen Präsidentin Dilma Rousseff kurz vor ihrer Amtsenthebung unter Schutz gestellt. Sie sollten als Schutzwall gegen die fortschreitende Entwaldung entlang der Straße Transamazonica  dienen, welche den Amazonas durchzieht.

regenwälder am Amzonas: Hier in diesen Schutzgebieten soll abgeholzt werden dürfen

Um diese Gebiete geht es © WWF Brasilien

Dort, wo die Rohstoffe sind

Natürlich soll genau dort abgeholzt werden, wo Rohstoffe liegen: Die Flächen decken sich fast komplett mit den Förder-Anträgen der Bergbauindustrie. Die Bergbauindustrie entwickelt sich mehr und mehr zu einer der größten Bedrohungen für den südamerikanischen Regenwald und deren Bewohner. Auch für den Bergbau schwinden Brasiliens Wälder. In diesen Fällen geht es um Gold, Edelsteine und Niob.

Die Folgen des Goldrauschs am Amazonas

Beim Bergbau drohen nicht nur wertvoller Wälder für die Minen direkt verloren zu gehen. Es geht auch nicht nur um die drohende Verseuchung von Boden und Gewässern. Zur Gewinnung von Bodenschätzen braucht Brasilien sehr viel Energie. Die soll besonders durch den Bau monströser neuer Wasserkraftwerke erzeugt werden. Bis 2022 will Brasilien mehr als 400 Milliarden Euro in die Energiegewinnung stecken. Alleine der Wasserkraftanteil aus dem Amazonasbecken soll um rund 150 Prozent gesteigert werden.

Die Folgen des drohenden Goldrausches sind noch gar nicht abzuschätzen. Auch deshalb, weil vieles im Geheimen abläuft und noch schwer zu durchschauen ist.Wir kämpfen seit vielen Jahren gegen die Auflösung oder Verkleinerung von Schutzgebieten. Für den Wald, seine Bewohner, für uns. Unterstütze uns dabei!