Vom Fisch, der fehlt


Tote Fische in China: Wie sieht nachhaltige Fischerei aus?
Wieviel dürfen wir fischen? © Brent Stirton / Getty Images / WWF-UK

Wir in Euro­pa essen Fisch, der anders­wo fehlt. Das ist natür­lich etwas knapp dar­ge­stellt und muss in einen grö­ße­ren Zusam­men­hang gestellt wer­den. Aber im Kern geht es um den Fisch­kon­sum des glo­ba­len Nor­den (also unse­ren Fisch­kon­sum!) und was der mit den Lebens- und Arbeits­be­din­gun­gen in Ent­wick­lungs­län­dern zu tun hat. Von dort kom­men heu­te 61 Pro­zent des welt­weit gehan­del­ten Fisches.

Auf der welt­größ­ten Agrar­mes­se, der Grü­nen Woche (#IGW) in Ber­lin, machen wir gera­de dar­auf auf­merk­sam. Aber natür­lich nicht nur da. In elf EU-Län­dern arbei­ten wir zur­zeit mit #fish­for­ward dar­an, sol­che Zusam­men­hän­ge zu (er)klären.

Wie­viel Fisch  darf es sein?

Was kann die Fischerei beitragen? © WWF / Germany
Eine Welt ohne Hun­ger — und was trägt Fische­rei bei? © WWF / Ger­ma­ny

Eine Fra­ge brennt mir dabei beson­ders unter den Nägeln: Wie hoch kann der Bei­trag von wild gefan­ge­nem Fisch zu Nah­rungs­si­che­rung und glo­ba­lem Pro­te­in­be­darf im Jahr 2050 sein? Dafür arbei­te ich mit Wis­sen­schaft­le­rIn­nen von der Uni­ver­si­tät Kiel zusam­men. Sie hel­fen mir bei den Pro­gno­sen und rech­nen hoch, wie sich der Fisch­be­darf welt­weit und in ein­zel­nen Län­dern bis zur Mit­te des Jahr­hun­derts ent­wi­ckeln wird. Auf die Ergeb­nis­se die­ser Berech­nun­gen bin ich schon sehr gespannt.

Das Fische­rei-Spiel

Fischerei Spiel © EcoOcean
Wie wür­dest Du fischen? © EcoO­ce­an

Die glei­chen Wis­sen­schaft­le­rIn­nen haben ecoO­ce­an ent­wi­ckelt, ein Com­pu­ter­spiel, das den Akteu­ren Zusam­men­hän­ge des glo­ba­len Fisch­fangs ver­mit­telt. Den digi­ta­len Spiel­tisch dafür brach­ten sie gleich mit. Wir lie­ßen zahl­rei­che Besu­cher in die Rol­le der Fischer schlüp­fen. Fas­zi­nie­rend, wie sehr die Spie­ler über­rascht waren von den Aus­wir­kun­gen, die es hat, wenn immer das Maxi­mum raus­ge­holt wird: Auch wenn sich nicht alle an der dras­ti­schen Über­nut­zung der Res­sour­cen betei­li­gen, ist am Ende für nie­man­den mehr genug da.

Noch bis zum 24. Janu­ar stellt das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Zusam­men­ar­beit (BMZ) sei­ne Son­der­initia­ti­ve  „Eine Welt ohne Hun­ger“  in den Mit­tel­punkt der Grü­nen Woche. Mit die­sem und einem wei­te­ren inter­ak­ti­ven “Angel-Spiel” konn­ten wir die Büh­ne bespie­len, die uns das BMZ zur Ver­fü­gung gestellt hat.

Ich fin­de: Wir konn­ten in jedem Fall gute Denk­an­stö­ße lie­fern.

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Über mich
Karoline Schacht

Ich bin Meeresbiologin und kämpfe beim WWF für gesunde Meere - ganz konkret für eine nachhaltige Fischerei in Europa, die die Meere nicht ausbeutet.

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