In Malay­sia aus­ge­stor­ben: Letz­tes Suma­tra-Nas­horn ist tot


Eines der letzten Fotos: Das letzte Sumatra-Nashorn in Malaysia ist gestorben.
Nashorn-Weibchen Iman ist gestorben © Kaisa Siren

Vor­ges­tern war ein trau­ri­ger Tag für den Arten­schutz. Nas­horn-Weib­chen Iman ist auf Bor­neo in einem Schutz­zen­trum, betreut von der Bor­neo Rhi­no Alli­an­ce einer schwe­ren Krank­heit erle­gen. Das ist dra­ma­tisch, denn sie war das letz­te Suma­tra-Nas­horn in Malay­sia. Jetzt ist die kleins­te Nas­horn-Art der Welt hier aus­ge­stor­ben.

Die letz­ten Suma­tra-Nas­hör­ner

Ich bin gera­de auf Pro­jekt­be­such in Indo­ne­si­en und nur hier gibt es nun die letz­ten Suma­tra-Nas­hör­ner. Doch es sind wahr­schein­lich nicht ein­mal mehr 80 Tie­re. Und sie leben viel zu ver­streut in den ver­blei­ben­den, zer­stü­ckel­ten Regen­wäl­dern. Wir müs­sen alles tun, damit es ihnen nicht genau­so ergeht wie Iman.

Suma­tra-Nas­horn: Den töd­li­chen Kreis­lauf durch­bre­chen

Eines der letzten Fotos: Das letzte Sumatra-Nashorn in Malaysia ist gestorben.
Eine der letz­ten Auf­nah­men des Suma­tra-Nas­horns Iman © Kai­sa Siren

Wir wuss­ten, dass Iman krank ist. Trotz­dem kam ihr Tod frü­her als erwar­tet.
Iman hat­te Krebs – ein Schick­sal, das vie­len ver­ein­sam­ten Nas­hör­nern droht. Denn wenn sie sich nicht paa­ren kön­nen, besteht die Gefahr, dass Nas­horn-Weib­chen an ihren Fort­pflan­zungs­or­ga­nen Zys­ten und Myo­me ent­wi­ckeln. Dadurch wer­den sie unfrucht­bar oder ster­ben gar, wie Iman. Je weni­ger Nas­hör­ner es aber gibt und je grö­ßer die Iso­la­ti­on durch den Ver­lust ihres Lebens­rau­mes ist, des­to schlech­ter ste­hen die Chan­cen für eine Paa­rung. Ein töd­li­cher Kreis­lauf.

Wir ver­lie­ren eine gan­ze Gat­tung

Das Suma­tra-Nas­horn ist ein­zig­ar­tig. Sei­ne nächs­ten Ver­wand­ten waren die eis­zeit­li­chen Woll­nas­hör­ner. Wenn wir das Suma­tra-Nas­horn ver­lie­ren, ver­lie­ren wir nicht nur eine Art, son­dern eine gan­ze Säu­ge­tier­gat­tung. Doch ohne mensch­li­che Hil­fe ist die Art nicht mehr zu ret­ten. Und auch allei­ne mit dem Schutz der letz­ten Indi­vi­du­en in der Wild­nis ist es nicht getan.

Was kön­nen wir tun, um die letz­ten Suma­tra-Nas­hör­ner zu ret­ten?

Natür­lich müs­sen die ver­blei­ben­den Suma­tra-Nas­hör­ner best­mög­lich geschützt wer­den. Natio­nal­parks müs­sen opti­mal geführt und aus­rei­chend gut aus­ge­bil­de­te und aus­ge­rüs­te­te Ran­ger ein­ge­setzt wer­den. Doch das reicht nicht.
Wir müs­sen die ver­blei­ben­den Suma­tra-Nas­hör­ner in den Wäl­dern Indo­ne­si­ens fin­den – so vie­le wie mög­lich und nötig, um ein brei­tes Zucht­pro­gramm auf­set­zen und die gene­ti­sche Varia­bi­li­tät sicher­stel­len zu kön­nen. Das ist ein auf­wän­di­ges Pro­gramm, aber das ein­zig sinn­vol­le. In die­sem Ret­tungs­pro­gramm unter­stüt­zen der WWF und vier ande­re gro­ße Natur­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on unter der Lei­tung der IUCN, als auch inter­na­tio­na­le Nas­horn Exper­ten und Vete­ri­när­me­di­zi­ner die indo­ne­si­sche Regie­rung und loka­le Spe­zia­lis­ten, um die Art vor dem Aus­ster­ben zu bewah­ren.

Betrof­fen­heit und Enga­ge­ment

Die Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen, ob WWF oder ande­re Orga­ni­sa­tio­nen, sind tief betrof­fen von Imans Tod. Vie­le sind sehr trau­rig. Aber vie­le sehen es auch als Weck­ruf, um die­ses Schick­sal den ver­blei­ben­den Nas­hör­nern in Indo­ne­si­en zu erspa­ren. Die Moti­va­ti­on, hier in aller Dring­lich­keit am Schutz und der Ret­tung der Tie­re zu arbei­ten, ist groß. Oder wie Jean Paul Rodri­guez, der Vor­sit­zen­de der IUCN Arten­schutz Kom­mis­si­on, sag­te: „Imans Tod unter­streicht die Dring­lich­keit der welt­wei­ten Anstren­gun­gen, das Suma­tra-Nas­horn vor dem Aus­ster­ben zu ret­ten. Wir sind bereit, Indo­ne­si­ens Regie­rung bei die­ser Anstren­gung best­mög­lich zu unter­stüt­zen.“
Das ist der Spi­rit, den ich ger­ne von Indo­ne­si­en nach Deutsch­land schi­cken möch­te. Wir sind trau­rig, aber wir blei­ben enga­giert, um alles Mög­li­che zur Ret­tung der Art zu unter­neh­men.

Den Nas­hör­nern hel­fen und das auf­wän­di­ge Pro­jekt in Suma­tra unter­stüt­zen

 

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Über mich
Michael Zika

Ich bin ein Wiener Ökologe, der nun in Berlin lebt um sich dem Naturschutz in Asien zu widmen. Unverbesserlicher Optimist. Ich glaube, dass Vernunft und Naturverständnis über Konsumzwang und Erschließungsdrang des Menschen siegt, bevor die letzte Wildnis verschwunden ist. Wir müssen den Schwund der Arten, Wälder und frei fließenden Flüsse jetzt stoppen und endlich einen echten nachhaltigen Weg bei der Land- und Ressourcennutzung einschlagen.

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