Rund ums Ei


Eier: Kiwi mit Ei
Riesig: Das des Kiwis © IMAGO Naure Picture Library

Im Lau­fe der Evo­lu­ti­on haben sich im Reich der Tie­re ver­schie­de­ne Fort­pflan­zungs­for­men ent­wi­ckelt. Ins­ge­samt legen die meis­ten Tie­re Eier, ein gerin­ger Anteil ist lebend­ge­bä­rend oder eile­bend­ge­bä­rend. Bei der so genann­ten ovu­li­pa­ren Fort­pflan­zung erfolgt die Befruch­tung der Eier nach der Abla­ge. Ovi­pa­re Tie­re legen hin­ge­gen bereits befruch­te­te Eier ab. Die Embryo­nen ernäh­ren sich jeweils bis zum Schlüp­fen vom in den Eiern gespei­cher­ten Dotter.

Kaiserpinguine mit Ei
Vor­sicht, Vor­sicht! © pic­tu­re alliance/ Min­den Pic­tures Ste­fan Christmann

Heik­le Übergabe

Kai­ser­pin­gui­ne leben rund um den Süd­pol und kom­men in Regio­nen der Ant­ark­tis vor, in denen kein ande­res Wir­bel­tier über­le­ben könn­te. Bedingt durch die schwie­ri­gen Lebens­um­stän­de im Lebens­raum die­ser Pin­gui­ne zei­gen sie einen kom­ple­xen Fort­pflan­zungs­zy­klus. Zu Beginn des ant­ark­ti­schen Win­ters zie­hen die Kai­ser­pin­gui­ne zu ihren Brut­plät­zen bis zu über ein­hun­dert Kilo­me­ter land­ein­wärts in Regio­nen, die im Som­mer immer noch jen­seits der Pack­eis­gren­ze lie­gen. Dort ange­kom­men beginnt die Paa­rungs­zeit. Dann legt das Weib­chen ein ein­zi­ges Ei und über­gibt es sofort an das Männ­chen. Bei der Eiüber­ga­be darf nichts schief gehen. Soll­te das Ei kurz­zei­tig weg­rol­len, ist der Embryo nach weni­gen Minu­ten ver­lo­ren. Wenn alles geklappt hat, bewahrt das Männ­chen das Ei auf sei­nen Füßen auf und bedeckt es schüt­zend mit sei­ner Bauch­fal­te. Das Weib­chen macht sich nach der Eiüber­ga­be auf den Weg zurück zum Meer, um sich neue Reser­ven für die Küken­auf­zucht anzu­fres­sen. Das Männ­chen brü­tet das Ei allein aus. Nach etwa zwei Mona­ten schlüpft das Küken und die Mut­ter kehrt zurück, um es zu füttern…

Eier der Krokodile
Jun­ge oder Mäd­chen? Hängt von der Tem­pe­ra­tur ab © Mar­tin Har­vey / WWF

Das Son­nen­ei

Kro­ko­di­le ver­gra­ben ihre Eier ent­we­der im Boden oder bau­en Nes­ter aus Erde und Pflan­zen­ma­te­ri­al, bei des­sen Ver­rot­tung Brut­wär­me durch Gärung ent­steht. Eine Beson­der­heit bei die­ser aus­schließ­lich eier­le­gen­den Tier­grup­pe ist, dass das Geschlecht der Jun­gen nicht gene­tisch fest­ge­legt ist. Bei eini­gen ande­ren Rep­ti­li­en ist das eben­so. Ob sich männ­li­che oder weib­li­che Jung­tie­re ent­wi­ckeln hängt von der Tem­pe­ra­tur der Eier in einem bestimm­ten Abschnitt wäh­rend der Embryo­nal­ent­wick­lung ab. In einem Gele­ge ent­ste­hen nor­ma­ler­wei­se sowohl Weib­chen als auch Männ­chen, zum Bei­spiel wenn die Eier unter­schied­lich tief ein­ge­gra­ben wur­den. Mit­tel­fris­tig ist zu befürch­ten, dass sich das Geschlech­ter­ver­hält­nis durch die Erd­er­hit­zung ver­schie­ben wird. Bei Grü­nen Mee­res­schild­krö­ten ist die­ser Effekt sogar schon nach­ge­wie­sen. Bei ihnen gibt es mitt­ler­wei­le mehr Weib­chen, bei Kro­ko­di­len wür­den hin­ge­gen Männ­chen überwiegen.

Blindschleiche mit Nachwuchs
Eier in der Mut­ter: Blind­schlei­chen machen es noch­mal anders © ima­go / Natu­re Pic­tu­re Libary

Halb so, halb so

Die bei uns eben­so wie in ande­ren euro­päi­schen Län­dern hei­mi­sche Blind­schlei­che gehört zu den eile­bend­ge­bä­renden Arten. Bei der in der Fach­spra­che ovo­vi­vi­pa­ren Fort­pflan­zung wer­den die Eier nicht abge­legt, son­dern ver­blei­ben im Mut­ter­leib und wer­den dort aus­ge­brü­tet. Die Ver­sor­gung wäh­rend der Embryo­nal­ent­wick­lung erfolgt jedoch nicht über den Stoff­wech­sel des Mut­ter­tie­res. Die Embryo­nen ernäh­ren sich aus­schließ­lich von in den Eiern gespei­cher­tem Dot­ter. Nach rund drei Mona­ten erfolgt die ver­zö­ger­te Eiab­la­ge, bei der die voll ent­wi­ckel­ten Nach­kom­men schlüp­fen. Neu­ge­bo­re­ne Blind­schlei­chen sind sofort voll­kom­men selbstständig.

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Ach du dickes Ei

Kiwis pfle­gen lebens­lan­ge „Ehen“. Die­se flug­un­fä­hi­gen Vögel Neu­see­lands mit dem brau­nen Gefie­der und den lan­gen, nach unten gebo­ge­nen Schnä­beln legen rund einen Monat nach der Paa­rung meist ein ein­zel­nes Ei. Aber nicht ein­fach ein Ei.  das größ­te Ei der Welt im Ver­hält­nis zur Kör­per­grö­ße der Mut­ter. Das Ei kann bis zu einem Vier­tel des Kör­per­ge­wichts des Weib­chens wie­gen. In den letz­ten Tagen vor der Eiab­la­ge sind die Eier so ein­neh­mend, dass die Kiwi­weib­chen nichts mehr fres­sen kön­nen. Wenn das Ei abge­legt ist, über­nimmt das Brü­ten häu­fig das Männ­chen oder bei­de Eltern­tei­le wech­seln sich ab.

Ameisenigel
Etwas ganz beson­de­res: der Amei­sen­igel und sei­nen Fort­pflan­zung © iStock / Get­ty Images

Aus­nahms­wei­se: Eier­le­gen­de Säugetiere

Säu­ge­tie­re sind typi­scher­wei­se lebend­ge­bä­rend. Von den rund 5500 Säu­ge­tier­ar­ten sind nur das Schna­bel­tier und Amei­sen­igel­ar­ten eier­le­gend. Amei­sen­igel sind in Aus­tra­li­en, Tas­ma­ni­en und Neu­gui­nea zuhau­se. Sie ähneln den Igeln, sind aber nicht näher mit ihnen ver­wandt. Amei­sen­igel legen cir­ca drei bis vier Wochen nach der Begat­tung meist ein ein­zel­nes Ei. Zur sel­ben Zeit bil­det sich am Bauch des Weib­chens ein klei­ner Brut­beu­tel aus, in den es das Ei hin­ein­legt und dort etwa zehn Tage lan­ge bebrü­tet. Wenn die Zeit gekom­men ist, öff­net das Amei­sen­igel­jun­ge mit Hil­fe eines Eizahns die Scha­le und schlüpft.

Eierlegend: das Schnabeltier unter Wasser
Biber oder Ente oder bei­des? Das Schna­bel­tier © ima­go / Ardea

Lie­be ist die bes­te Diät

Eier abzu­le­gen birgt ein gewis­ses Risi­ko. Um die Brut bei Gefahr schnell in Sicher­heit brin­gen zu kön­nen, haben sich bei man­chen Eier­le­gen­den Tier­ar­ten im Lau­fe der Evo­lu­ti­on For­men der inne­ren Brut­pfle­ge ent­wi­ckelt. Eini­ge Bunt­bar­sche sind zum Bei­spiel so genann­te Maul­brü­ter. Meis­tens sind es bei ihnen die Weib­chen, die die Eier ins Maul neh­men, mit sich tra­gen und dort bebrü­ten. Die Männ­chen besit­zen im After­be­reich oft hel­le Eifle­cken. Wenn die Weib­chen nach der Eiab­la­ge beim Ein­sam­meln der Eier nach die­sen ver­meint­li­chen Eiern schnap­pen, geben die Männ­chen Sper­ma ab. Die­ses wird von den Weib­chen mit auf­ge­schnappt, gelangt in die Mund­höh­le und befruch­tet dort die Eier. Fres­sen kön­nen die maul­brü­ten­den Tie­re dann natür­lich nicht…

Eier der Florfliege auf kleinen Fäden
Eier am Stil © iStock / Get­ty Images

Ei am Stiel

Man­che Eier müs­sen beson­ders gesi­chert wer­den. Flor­flie­gen zum Bei­spiel befes­ti­gen jedes ein­zel­ne Ei an einem lan­gen Stiel an Pflan­zen. So sind die Eier bes­ser vor vor­bei­krab­beln­den Fein­den geschützt, die sogar auch aus der eige­nen Fami­lie stam­men. Manch­mal sehen die Pflan­zen dann aus wie eine Haar­bürs­te oder ein geschmück­ter Osterstrauß.

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Um eine aus­rei­chen­de Sauer­stoff­ver­sor­gung wäh­rend der Embryo­nal­ent­wick­lung zu gewähr­leis­ten, müs­sen die Eier der Nagel­ro­chen, einer in der Nord­see heu­te sel­ten gewor­de­nen Knor­pel­fisch­art, an Orten abge­legt wer­den, die von sauer­stoff­rei­chem Was­ser durch­strömt wer­den. Damit die Eier aber von der Strö­mung nicht weg­ge­schwemmt wer­den, sind sie in ein­zel­nen vier­ecki­gen mit Hal­te­ar­men an den Ecken ver­se­he­nen Kap­seln ver­packt. Mit Hil­fe der Hal­te­ar­me kön­nen sie in Boden­nä­he an Struk­tu­ren wie Bewuchs befes­tigt werden.

Eischnur von Meeresschnecken
Hals­band oder Eischnur? © ima­go / Bluegreen-Pictures

Ket­te der Meerjungfrau?

Die Eier der gro­ßen, räu­be­ri­schen Mee­res­schne­cken der Gat­tung Busy­con, sind auch in Kap­seln ver­packt. Die bis zu über 100 schei­ben­för­mi­gen Kap­seln eines Gele­ges sind mit­ein­an­der ver­bun­den und bil­den eine spi­ral­för­mig gewun­de­ne Eischnur. Die­se Eischnü­re sind auch bekannt als die Ket­te der Meerjungfrau.

Grüne Eier im Vogelnest
So bunt wie die Vögel kön­nen auch die Eier sein © iStock / Get­ty Images

Far­ben­viel­falt der Eier

Die Scha­le von Vogel­eiern besteht aus Cal­ci­um­car­bo­nat und ist mehr­schich­tig auf­ge­baut. Die Far­ben wer­den durch zwei Pig­men­te gebil­det, dem rot­bräun­li­chen Pro­to­por­phy­rin und dem blau­grü­nen Bili­ver­din. Eine Viel­falt an Far­ben ent­steht durch unter­schied­li­che Men­gen die­ser bei­den Pig­men­te, die Fär­bung in ver­schie­de­nen Schich­ten Über­la­ge­run­gen bei­der Pig­men­te und natür­lich Mus­te­run­gen. Zu den bun­tes­ten Eiern in der Vogel­welt gehö­ren die grü­nen wie gla­siert wir­ken­den Eier der Perl­steiß­hühner, die hell­blau­en Eier der Wan­der­dros­seln, nach deren Eier­far­be sogar ein Farb­ton benannt wor­den ist und die rot­braun gefleck­ten Eier der welt­weit ver­brei­te­ten Wan­der­fal­ken.

Spiegeleiqualle
Die­ses Spie­gelei fin­den vor allem Schild­krö­ten lecker © iStock / Get­ty Images

Spie­gel­eier für die Grü­ne Meeresschildkröte

Zu guter Letzt sei die auf­grund ihres Aus­se­hens beson­ders gut zum The­ma pas­sen­de Spie­gelei­qual­le erwähnt. Spie­gelei­qual­len besit­zen einen weiß­li­chen Schirm mit einer durch Algen­be­satz oran­ge gefärb­ten Erhe­bung in der Mit­te. Fer­tig ist das Spie­gelei. Spie­gelei­qual­len leben im Mit­tel­meer und wer­den vor allem von Grü­nen Mee­res­schild­krö­ten ver­speist. Sie hal­ten sich haupt­säch­lich auf hoher See knapp unter der Was­ser­ober­flä­che auf. Die Spie­gelei­qual­len set­zen bei der Fort­pflan­zung aller­dings nicht auf Eier. Sie ver­meh­ren sich abwech­selnd ent­we­der geschlecht­lich durch Abga­be von Lar­ven ins Was­ser — oder unge­schlecht­lich durch Knos­pung und Abschnürung.

 

Tipps für Ostern

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