Igel gefunden – was tun? Igel richtig pflegen und füttern.


Ein Igel schläft im Herbstlaub
Nur ein Nickerchen © iStock / getty images

Auf einmal ist es Herbst geworden. Zeit für den Igel, durch Gärten und Siedlungen zu trapsen und sich einen dicken Speckvorrat für den Winterschlaf anzufressen. Gehen die Temperaturen dann dauerhaft gegen Null, so verkriechen sich Igel in einem Unterschlupf, in dem sie die kalten Wintermonate gemütlich verschlafen können. Doch immer wieder finden Menschen nach Wintereinbruch aktive Igel, meist kranke oder junge Tiere, die nicht genügend Winterspeck für den Winterschlaf ansetzen konnten. Wie sollten wir mit diesen Tieren umgehen? Mitnehmen oder in Ruhe lassen? Womit füttern? Und was brauchen sie, um Winterschlaf halten zu können? Unsere sieben Tipps helfen euch beim Umgang mit gefundenen Igeln.

1. Braucht das Tier überhaupt Hilfe?

Igel sind Wildtiere, keine Haustiere! Es ist gesetzlich verboten, sie aus der Natur zu entnehmen, es sei denn, sie brauchen Hilfe. Bevor ihr einen Fundigel aufnehmt, prüft daher bitte genau, ob es sich um ein verletztes, krankes oder sehr junges (verwaistes) Tier handelt.

2. Igel im Herbst bitte in Ruhe lassen!

Normalerweise verkriechen sich die stacheligen Tiere im Oktober oder November in den Winterschlaf und wachen Ende März oder Mitte April, wenn die Temperaturen auf über 15 Grad steigen, wieder auf. Wenn ihr Ende Oktober ein herumlaufendes Igelchen seht, ist das noch kein Grund zur Sorge – es handelt sich wahrscheinlich um ein Tier, das sich erst noch ein ausreichendes Fettpolster anfressen muss. Erst nach Wintereinbruch müssen Igel überhaupt „gerettet“ werden. Wenn ein Igel bei Minusgraden oder Schnee herumläuft, dann stimmt etwas nicht. Dieses Tier braucht Hilfe.

3. Unterkühlte Igel wärmen!

Die Körpertemperatur eines Igels liegt bei 36°C. Wenn sich die weiche Bauchunterseite des Igels deutlich kühler als die eigene Hand anfühlt, dann sollte das Tier sofort gewärmt werden. Dazu setzt ihr den Igel auf eine lauwarme, in ein Handtuch gehüllte Wärmflasche und deckt ihn mit einem weiteren Handtuch zu.

4. Vorsichtig untersuchen!

Ihr solltet das Tier vorsichtig nach Wunden untersuchen und Parasiten wie Maden, Zecken oder Flöhe vorsichtig entfernen.

5. Richtig füttern!

Igel ernähren sich normalerweise von Insekten und Regenwürmern. Da wohl die wenigsten Menschen Zugriff auf diese Speisen haben, sind etwas leicht angebratenes (ungewürztes!) Hackfleisch oder Rührei mit wenig Öl auch eine gute Idee. Katzenfutter ist auch gute Igelnahrung. Obst oder Gemüse sowie Nüsse, Brot, Nudeln oder Reis sollten dem Tier nicht angeboten werden. Zum Trinken bitte nur Wasser und niemals Milch geben, denn Milch verursacht Durchfall und kann zum Tod des Igels führen.

Ein Igel trägt einen Apfel auf dem Rücken
Nur tragen, nicht essen! Obst ist keine geeignete Igelnahrung. © iStock / getty images

6. Keine Igel-WG!

Igel sind Einzelgänger und möchten auch gerne alleine wohnen. Habt ihr durch einen (unglücklichen Zufall) mehrere Tiere gefunden, so setzt sie bitte separat in Pappkartons (es sei denn, es handelt sich um eine Mutter mit Jungtieren). Die Pappkartons sollten mit Zeitungspapier ausgelegt werden und einen Platz zum Verstecken bieten.

7. Ab zum Tierarzt!

Ist die erste Versorgung erfolgt, so bringt das Tier bitte schnellstmöglich zum Tierarzt oder zu einer Igelnothilfe. Adressen für Igelschutzvereine in ganz Deutschland findet ihr hier. Die Igel-ExpertInnen können euch beraten, was das Beste für euren Findling ist. Bitte versucht nicht, den Igel ohne entsprechende Kenntnisse bei euch zu Hause zu überwintern.

 

Ich habe keinen Igel gefunden, will aber trotzdem Igelretter werden.

Kein Problem. Auch ohne Fundigel könnt ihr wirklich eine Menge für die stacheligen Tierchen tun.

  1. Augen auf bei der Gartenpflege! Bitte Vorsicht im Umgang mit Rasenmähern, Laubsaugern oder Rechen, diese können Igel töten oder schwer verletzen. Besonders gern bauen die Tiere Nester in Laub- oder Komposthaufen. Seid ganz vorsichtig beim Umgraben und lasst den Komposthaufen zwischen November und April besser ganz in Ruhe. Wenn ihr möchtet, dass sich die stacheligen Tiere in euren Gärten wohlfühlen, schaut euch hier die Tipps für einen igelfreundlichen Garten an.
  2. Sorge für Schlupflöcher im Zaun und heiße Igel in Deinem Garten willkommen! Igel wandern auf der Suche nach leckeren Insekten weit umher. Durch viele Zäune kommen sie aber nicht durch und können sogar in grobmaschigen Drahtzäunen hängen bleiben.
  3. Vorsichtig fahren! Jedes Jahr sterben zahllose Igel im Straßenverkehr. Besonders aufmerksames Fahren in der Dämmerung und nachts kann viele Igelleben retten.
  4. Keinen Müll in die Natur schmeißen! Joghurtbecher und Blechdosen können zu tödlichen Fallen werden, wenn die neugierigen Tiere sich darin verfangen. Auch Plastiktüten haben in der Natur nichts zu suchen. Stellt volle Müllsäcke besser nicht schon Tage vor der Müllabfuhr auf die Straße, denn ein neugieriges Igelchen auf der Suche nach einem Unterschlupf könnte sich im Sack verstecken und auf der Müllkippe landen.
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Über mich
Albert Wotke

Schon als kleiner Junge in Nürnberg begeisterte ich mich für die Wunderwelt von Tieren und Pflanzen und wollte Biologe werden. Seit meiner Jugend arbeite ich ehrenamtlich in verschiedenen Naturschutzorganisationen. Nach dem Biologiestudium forschte ich einige Zeit zur Entwicklung von Naturwaldreservaten, arbeitete als freier Journalist zu Naturschutz- und Umweltthemen und leitete 13 Jahre lang die Bundesgeschäftsstelle der Deutschen Umwelthilfe in Berlin. Beim WWF setze ich mich seit 2014 dafür ein, die Naturschätze in Deutschland zu erhalten und den Verlust der Biodiversität zu stoppen.

18 Kommentare

  1. Anna
    21. Oktober 2016
    Antworten

    Bei Fressnapf gibt es sogar extra Igelnahrung.

    • Pietsch Antje
      22. Oktober 2016
      Antworten

      Die gibt es in jedem gut sortiertem Gartencenter oder Zoomarkt auch. Das Igelfutter ist sehr teuer im Vergleich zum Katzenfutter und auch nicht ungedingt besser.

      • AMI
        26. Oktober 2016
        Antworten

        Das Futter im Gartencenter und Co. ist in höchstem!!! Maße ungeeignet, enthält getrocknetes OBST, Äpfel z.B….., geht gar nicht, oft auch Bäckereinebenerzeugnisse d.h. ZUCKER und Teigreste. Sonst auch meist Nicht!!! Geeignete andere Zutaten. Die Igel fressen das nicht freiwillig nur wenn sie am verhungern sind und dann geben Ihnen Magen Darm Probleme, Durchfall etc den Rest. Lieber Herr Wottke, und anbraten des Rühreis sowie Rindfleisches ( was auch nicht so sehr zu empfehlen ist, besser ist Huhn)
        Mögl. OHNE!! Fett!!!!. wenn dann bitte nur wenig hocherhitzbares Öl
        . Und etwas Banane oder auch Avocado werden gerne angenommen, wegen Fettgehalt und Darmpflege…sind aber wie Süßigkeiten, also nicht so oft !!!!

    • AMI
      26. Oktober 2016
      Antworten

      Die wird nicht gefressen..Mal auf die Inhaltsangaben achten, Resteverwertung, Bäckernebenerzeugnisse , also Zucker, Mehl etc..das was man keinem Haustier geben sollte…das hier sind Wildtiere. Das Feuchtfutter wird auch nicht freiwillig gefressen und bitte auf Schweinefleisch!! Oft verdeckt als Fleischnebenerzeugnisse Ich weiß nicht warum da noch NABU Stempel drauf sind !??? Die Kenntnisse können nicht
      Vorhanden sein.
      Deutschland ist in den Babyschuhen was Igelschutz angeht. England ist 10 Jahre weiter.
      Es gibt Igelhospitaeler !!! Mit Intensivstation !!! So, und hier gibt es K e I n e !!! Wenn dann nur gaaanz gaaanz selten Tierärzte die über die 4 Stunden Unigrundkenntnisse in den ersten Semestern !!! hinaus über Haupt Ahnung haben und womöglich beim Sterben nachhelfen mit Advocat, Spot on etc. Flohpuder oder Spritzen setzen mit antiwurm anriparasit Zeugs….so sieht das hier aus !! Selbst Igelforscher sind hinten, ganz weit mit Kenntnissen. unfassbar !!! Und es ist das beliebteste Wildtier der Deutschen !!! Wie geht das! ??? Und ! am aussterben !

      • G.Löffler
        28. Oktober 2016
        Antworten

        Hallo,
        inzwischen bin ich soweit, das es keinen Sinn hat immer zu wettern was es n i c h t gibt. Sie haben völlig Recht. Aber dadurch ändert sich nichts.
        Wie wäre es, eine Infoeinheit aufzubauen, die Tiermedizinstudenten einen ersten Einblick geben kann wie man mit Igeln umgeht? Wer dann Ansprechpartner ist? Schlage vor, dass man das erstmal in Gießen anbieten könnte. Muss aber fundiert sein. Gibt es sicher schon irgendwo, könnte man dann übertragen. Muss wahrscheinlich erstmal ehrenamtlich sein, würde aber möglicherweise aus Spendengeldern finanzierbar sein.
        Sie können gerne mit mir Kontakt aufnehmen, vielleicht läßt sich was entwickeln.
        Lg G.L.

  2. 22. Oktober 2016
    Antworten

    […] Nach Wintereinbruch müssen Igel „gerettet“ werden. Wenn ein Igel bei Minusgraden oder Schnee herumläuft, dann stimmt etwas nicht. Dieses Tier braucht Hilfe. Igel gefunden – was tun? […]

  3. AMI
    26. Oktober 2016
    Antworten

    IGEL die im Spätherbst, oder Winter herumirren tagsüber , oder nachts EGAL!!
    MÜSSEN dringend !!!! Reingeholt werden. Sie sind krank, unterkühlt und haben eben nicht genug Fettreserven, das heißt unterernährt!!! Und finden auch kaum noch Futter, da die Gärten von jedem Herbst Blatt befreit !!! KEINE Nahrung mehr bieten können..Laufkaefer, Ohrwürmer etc. Die Igel müssen sofort reingeholt werden und gewärmt. Es ist falsch was Sie schreiben, dass man sie so laufen lassen soll im Winter, kälter Jahreszeit. Ein Igel im Winterschlaf schraubt seine Temperatur auf bis zu 2 Grad runter.Ja, Was passiert wenn er aufwacht? Energiesparmodus rast auf volle Pulle hoch, sprich an die 36 Grad…und verbraucht sehr, sehr viel Energie, das heißt die letzten Reserven..Auch Ratten wegen dem zunehmenden Müll!!! überall Straße Parks Gehwege sind ein riesiges Problem sie stöbern die Nester auf und fressen die Igel… Jetzt aber bitte nicht irgendwo RTtengift verteilen !!! Auch Igel fressen das !!! Gerade wenn es nur einfach in die Löcher gestopft wird und nicht!!! Gesichert in entsprechenden Köder Boxen…Leider machen selbst professionelle Schädlingsbekämpfer diesen Fehler. Hunde Katzen buddeln das auch aus…oder Menschen!!!

  4. AMI
    26. Oktober 2016
    Antworten

    Lieber Herr Wottke,
    Ich finde es toll, dass Sie sich für unsere Natur engagieren.
    Ich würde mich gerne malit Ihnen kurzschließen in puncto Igel.
    Es muss dringend!! Aufklärungsarbeit geleistet werden, das geht so nicht weiter.
    Es werden total veraltete Weisheiten weitergegeben. Das meiste ist überholt, und noch wichtiger es müsse n dringendst Tierärzte Schulungen diese Tiere betreffend erhalten. Es ist fast schon zu spät wir haben kaum noch Igel.
    Retten Sie die letzten mit mir ?
    Bin mit England vernetzt, die Igel Society dort treibt mich auch an das zu tun, sie sind entsetzt wie rückständig Deutschland in Sachen Igel ist !!!! Eine Katastrophe .

  5. Verena Wendt
    27. Oktober 2016
    Antworten

    Schon allein die Abbildung von dem Igel im Schnee ist ein Witz, denn hierbei handelt es sich nicht um unseren Braunbrustigel, sondern um eine exotische Art.
    Dann immer diese undifferenzierten Aufrufe, dass man alle Igel im Herbst in Ruhe lassen soll, die für viele Igel tödliche Folgen haben. Denn aufgrund zunehmend erschwerter Lebensbedingungen gibt es immer häufiger kranke Igel. Woran man diese erkennt, sollte mal aufgeführt werden und nicht dieser pauschale Unsinn, den Herr Wottke da verzapft. Herr Wottke sollte sich vor weiteren Veröffentlichungen zur „Igel-Hilfe“ besser erstmal bei wirklichen Igelfachleuten schlau machen. Zumindest auf die Seiten von Pro Igel sollte er mal im Internet schauen, dann würde er seine Fehler erkennen.
    Was ich auch sehr vermisse, ist der Hinweis, dass Igel in einem warmen Raum bei ca. 20 Grad untergebracht werden. Dass ist überlebenswichtig für die Tiere. Und auch der Hinweis von Herrn Wottke, den Fundigel umgehend einem Tierarzt vorzustellen, ist falsch, denn leider gibt es deutschlandweit so gut wie keinen Tierarzt, der die erforderliche Sachkenntnis hat, einen Igel korrekt medizinisch zu versorgen. So ist es traurige Tatsache, dass für die meisten Igel der Weg zum Tierarzt der letzte ist. Vor allem dann, wenn man den Igel umgehend einem Tierarzt vorstellt. Denn waren die Tiere nicht vor einer Tierarztbehandlung mehrere Stunden in einem warmen Raum untergebracht, besteht die große Gefahr, dass sie im unterkühlten Zustand behandelt werden, was tödliche Folgen für die Igel hat. Und das passiert leider – aufgrund fehlerhafter Veröffentlichungen in den Medien – sehr häufig. Dass es immer weniger Igel gibt, liegt nicht nur am Straßenverkehr, sondern das jedes Jahr zig Igel bei den Tierärzten aufgrund fehlender Sachkenntnis und Interesse unnötigerweise zu Tode behandelt werden. Zeigt man diesen Missstand bei den Tierärztekammern an, besteht keinerlei Interesse dagegen vorzugehen. Dabei wäre es zum Wohl des Igels dringend erforderlich, sämtliche Tierärzte zu Fortbildungsmaßnahmen zu verpflichten und an den Universitäten in der tierärztlichen Ausbildung das Thema Igel zu integrieren. Falls nicht, wird es irgendwann keine Igel mehr geben.

    • 1. November 2016
      Antworten

      Sehr geehrte Frau Wendt, wir freuen uns sehr, dass Sie sich so engagiert und aktiv für den Igelschutz einsetzen. Sie haben recht: Intensive Aufklärung und fundierte Informationen sind die Grundvoraussetzung, um helfen zu können. Auf der von Ihnen zitierten Seite http://www.pro-igel.de finden sich viele nützliche Informationen für Igel-Retter. Ihre Skepsis gegen Tierärzte können wir aber so pauschal nicht teilen. Igel sind die häufigsten Wildtiere, die in Kleintierpraxen vorgestellt werden. Dank hervorragender Weiterbildungs-Unterlagen, unter anderem von Pro-Igel, kennen sich die meisten Tierärzte inzwischen wirklich gut aus. Es gibt auch eine Reihe von Igel-Stationen, die auf die Hilfe von Igeln spezialisiert sind, und die sich gut auskennen. Gesunde, wohlgenährte Igel brauchen im Herbst keine Hilfe. Verletzten und kranken Igel oder verwaisten Igelsäuglingen sollte geholfen werden. Haben Sie vielen Dank für den Hinweis auf das Bild. Da ist unserer Bildredaktion ein Fehler unterlaufen. Noch ein Hinweis zum Umgang: Auch wenn Ihnen die Sachen der Igel sehr am Herzen liegt, bitten wir Sie, Ihre Kritik sachlich vorzutragen. Pauschale Vorwürfe helfen unserer gemeinsamen Sache nicht.

  6. Eberhard Diezel
    27. Oktober 2016
    Antworten

    EDi
    Wir haben schon mehrfach Igel im Spätherbst versorgt. Beachtet werden muss das Gewicht und der körperliche Zustand. Die meisten Igel können nach einer Stärkungskur wieder im Spätherbst oder einem milden Winteranfang in die Natur entlassen werden, was sicherlich das Beste ist.
    Beispiel: Junger gefundener Igel neben einem geparkten Auto Mitte 10/2015 – Gewicht 180 g – Tier völlig teilnahmslos und total unterkühlt – nicht mehr gehfähig.
    Wärmung u. etwas Warmwasser zum Trinken – s.kleine Nahrungsstücke anfangs mit Steigerung (Baby-Katzen-futter) bis zu einem riesigen Appetit bereits nach wenigen Tagen. Nach 4 Wochen wurde der quicklebendige und runde Igel mit 750 g Körpergewicht wieder in der Natur (ohne Autoverkehr) ausgesetzt, wo er sich sofort in einen vorbereiteten Strohhaufen begab ohne weitere Nahrungs-aufnahme in den Folgetagen (Kontrolle!). Ganz geschwächte Tiere haben wir auch im Winter in einem grossen Karton mit Versteckmöglichkeit durchgebracht. Sie schlafen viel bei etwas abgesenkter Wohnraumtemperatur, wachen öfters auf und trinken etwas mit wenig Nahrungsaufnahme.
    Im April geht es wieder an die frische Luft. Manchmal kommen sie abends zurück, weil sie offenbar bekannte Stimmen vernehmen. Natürlich werden sie dabei auch ein bisschen „belohnt“.

  7. 28. Oktober 2016
    Antworten

    Wir freuen uns, dass Sie sich so engagiert für Igel einsetzen, die Hilfe brauchen. Danke für die guten Tipps und Anregungen. Gerne nehme ich mit Ihnen direkt Kontakt auf.

    • Ralf Hempe
      28. Oktober 2016
      Antworten

      Hallo,
      gibt es ein Mindestgewicht, ab dem gefundene Igel vor dem Winter Hilfe brauchen und ab wann (z.B. Mitte November)?

      • 1. November 2016
        Antworten

        Die Fachleute haben sich darauf geeinigt, dass ein Jungigel Anfang November ungefähr 500 Gramm wiegen sollte, um den Winter unbeschadet zu überstehen. Je später im Jahr ein untergewichtiger Igel gefunden wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass er krank ist und Hilfe braucht. Jetzt im November gibt es auch immer weniger Nahrung.

  8. Heike
    28. Oktober 2016
    Antworten

    Noch etwas anderes, leider nimmt die Population der Marder in Deutschland sehr zu, es gibt ja kaum noch ien Revier ohne und die gehen auch auf Igel. Unseren Igel haben sie auch umgebracht . Wir haben die Reste in unserem Dach gefunden, wo die Marder ihr Unwesen treiben.

    • 19. November 2016
      Antworten

      Hallo Heike, ich dachte immer die Population der Marder geht deutlich zurück. Hast Du da vielleicht eine Quellenangabe für mich? Weiter gilt es doch wohl auch zu beachten, dass dies in der Tierwelt ganz normal ist. Der Marder reist einen Igel wahrscheinlich nicht nur zum Spaß. Liebe Grüße

  9. Verena Wendt
    30. Januar 2017
    Antworten

    Sehr geehrter Herr Wottke,
    zu meinem Bedauern muss ich feststellen, dass Ihre Bildreaktion noch nimmer nicht die Aufnahme des exotischen Igels gegen den heimischen Igel ausgetauscht hat. Auch bezüglich Ihrer Aussage, dass sich die meisten Tierärzte mittlerweile hervorragend bei der Behandlung von Igeln auskennen, irren Sie sich leider.
    Denn Fakt ist, dass deutschlandweit kaum ein Tierarzt über die erforderliche Sachkenntnis für eine Igelbehandlung verfügt, weswegen die meisten Igel einen Besuch beim Tierarzt nicht überleben und selbst wenn, sterben sie die darauffolgenden Tage oder Wochen nahezu ausnahmslos, weil sie nicht gezielt und mit beim Igel wirksamen Medikamenten behandelt wurden. Das muss ich leider bei meiner praktischen Arbeit ständig erfahren, darum auch meine Intervention.
    Zudem wurde mir sogar vor kurzem von einer Tierärztin bestätigt, dass sie nicht einen einzigen Tierarztkollegen kennt, der sich mit der Behandlung von Igeln auskennt.
    Auch Ihrer Aussage, dass es eine Reihe von Igel-Stationen gibt, die sich gut auskennen, muss ich leider widersprechen, denn qualifizierte und erfahrene Igelstationen gibt es leider viel zu wenige.
    Dass leider auch bei Ihnen die Sachkunde fehlt oder nur unzureichend vorhanden ist, wird dadurch verdeutlicht, dass Ihnen die Ausführungen vom 27.10.16 von Eberhard Diezel in dem Maße sachkundig vorkommen, dass Sie sogar Kontakt mit diesem aufnehmen möchten.
    Dabei ist leider auch bei Herrn Diezel kaum Igel-Sachkunde vorhanden. So setzt man einen 180 Gramm leichten Jungigel nachdem dieser aufgepäppelt wurde, nicht einfach wieder Mitte oder Ende November irgendwo in der Natur aus, sondern der Igel muss zunächst in einem Freigehege, in dem er weiter mit Futter versorgt wird, an die neue Umgebung gewöhnt werden und auch daran, wieder selbständig Nahrung zu suchen. Vor allem, wenn das Tier erst so spät im Jahr (Mitte oder sogar erst Ende November) wieder ausgewildert wird. Zudem müssen Igel generell nach ihrer Auswilderung noch mindestens 14 Tage im Garten zugefüttert werden. Vor allem, wenn sie erst Mitte oder Ende November wieder auswildert werden, da zu dieser Zeit aufgrund vielfach kühler Nachttemperaturen kaum mehr die Nahrungstiere des Igels vorhanden sind.
    Schon fast blauäugig ist die Vorgehensweise von Herrn Diezel, den Igel in einen Strohhaufen zu setzen und zu glauben, dass er darin dauerhaft bleibt. Zumal Stroh kein geeignetes Nistmaterial für Igel ist, denn aufgrund seiner starren, sperrigen Struktur können längere Halme Schleimhautläsionen im Maulbereich verursachen oder sich in die Rachenschleimhaut einsprießen. Zudem besteht durch die Drehbewegungen des Igels die Gefahr, dass er sich mit einem längeren Halm ein Beinchen abschnürt. Das scheinen aber offensichtlich auch Sie selbst, werter Herr Wottke, nicht zu wissen.
    Zudem hat Herr Diezel offensichtlich keine Ahnung, wie man Igel in menschlicher Obhut Winterschlaf machen lässt, denn die von ihm empfohlene „abgesenkte Zimmertemperatur“ ist völlig falsch, da die Tiere dadurch nur in einen kräftezehrenden Dämmerungsschlaf verfallen, was der Grund ist, weswegen die Tiere immer wieder aufwachen. wie auch er selbst beschreibt.
    Fehler über Fehler, weswegen es zum Wohle des Igels besser wäre, wenn Naturschutzverbände dass Thema Igel wirklichen Igelfachleuten überlassen würden.
    Im Übrigen ist nicht das Gewicht des Igels ausschlaggebend für seine Hilfsbedürftigkeit, sondern die Fundumstände. So sind tagaktive Igel nahezu ausnahmslos krank und deshalb hilfsbedürftig. Gleich, welches Gewicht sie haben. Völlig falsch ist aber, einen sofortigen Tierarztbesuch zu empfehlen, denn das erhöht die Gefahr, dass die Tiere den nicht überleben werden, weil sie im geschwächten und unterkühlten Zustand behandelt wurden. Besser wäre darauf hinzuweisen, dass der Igel eben nicht sofort einem Tierarzt vorgestellt werden darf, sondern erst nachdem er mehrere Stunden in einem ca. 20 Grad warmen Raum untergebracht wurde, um zumindest das Risiko zu verringern, dass er im unterkühlten Zustand behandelt wird. Im Übrigen muss generell nicht jeder Igel noch am Fundtag einem Tierarzt vorgestellt werden, sondern nur solche Tiere, die Verletzungen haben, die Nahrungsaufnahme verweigern, Durchfall haben oder einen starken Ektoparasitenbefall aufweisen. Aber auch diese Igel dürfen einem Tierarzt erst dann vorgestellt werden, wenn sie mehrere Stunden in einem ca. 20 Grad warmen Raum aufgewärmt wurden.

  10. Maren Pejas-Bremer
    16. Oktober 2017
    Antworten

    Hallo
    Bei mir hat gestern geklappt.
    Liebe Grüße
    Maren

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