Laub­blä­ser: Bit­te nicht!


Laubbläser bläst Laub in die Luft - und so manches andere auch
Laubbläser sind der Tod vieler wertvoller Insekten - und wirbel Unschönes auf. CC0 Matthew Hamilton / https://unsplash.com/photos/YzSed_tOzrM

Laub­blä­ser, jetzt dröh­nen sie wie­der. Wem sin­ken­de Tem­pe­ra­tu­ren und kür­zer wer­den­de Tage noch nicht die Lau­ne ver­der­ben, den trei­ben spä­tes­tens Laub­blä­ser in die Depres­si­on. Ihre Moto­ren sind so laut wie ein Press­luft­ham­mer. Ihre Abga­se ver­pes­ten die Luft und scha­den dem Kli­ma. Doch schlim­mer noch: Sie rich­ten im Gar­ten Unheil an. Laub­sauger zie­hen alles in ihren Sack, was nicht fest ver­wur­zelt ist. Pech für Klein­tie­re wie Käfer, Asseln, Spin­nen, Tau­send­füß­ler, auf die am ande­ren Ende des Saug­roh­res oft noch ein Häcks­ler lau­ert.

War­um Laub­blä­ser sogar gesund­heit­lich bedenk­lich sind

Die Laub­blä­ser sau­gen nicht nur. Sie wir­beln alles durch­ein­an­der, was nicht bei drei auf den Bäu­men ist. Igeln und Vögeln wird so die Nah­rung ver­scheucht. Unter Laub­hau­fen suchen Igel, Krö­ten und ande­re Tie­re auch oft Schutz vor Käl­te. Dem Boden wird die natür­li­che Deck­schicht geraubt, die ihn vor Aus­trock­nung und Käl­te schützt. Zudem wir­beln die Höl­len­ma­schi­nen neben  Blät­tern auch Schim­mel­pil­ze, Spo­ren und getrock­ne­ten Hun­de­kot auf. Die TU Mün­chen hat die Fein­staub­be­las­tung der Laub­blä­ser unter­sucht: Die Gerä­te wir­bel­ten zehn Mal so vie­le Par­ti­kel auf wie ein Rechen. Das ist nicht nur eke­lig, son­dern auch gesund­heit­lich min­des­tens bedenk­lich.

Im Herbst Laub bedeckter Boden
Laub: Dün­ger und Käl­te­schutz CC0 Maria Chan­tal Rodríguez Nil­son / https://unsplash.com/photos/cI2Yx29F

Dazu kommt: Kaum zusam­men­ge­bla­sen, reicht ein Wind­stoß und die Laub­hau­fen ver­wir­beln wie­der, neue Blät­ter fal­len von den Bäu­men, und das Spiel beginnt von vorn. Viel Lärm um Nichts.

Laub — der bes­te Dün­ger!

Am Bes­ten: sich den Auf­wand spa­ren. Denn Herbst­laub ist der bes­te Dün­ger fürs nächs­te Früh­jahr. Was heu­te vom Baum fällt, nährt mor­gen alles, was dar­un­ter lebt. Und natür­lich auch wie­der den Baum, von dem das Blatt her­un­ter­fiel.

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Daher: Auf den Bee­ten, unter Bäu­men und Sträu­chern unbe­dingt eine Laub­schicht lie­gen las­sen. Blät­ter von Obst­bäu­men, Ahorn oder Lin­de ver­rot­ten rasch und sind als Dün­ger gut geeig­net. Die Laub­schicht schützt dazu emp­find­li­che Pflan­zen und klei­ne Boden­be­woh­ner am bes­ten gegen die Win­ter­käl­te. Im begin­nen­den Früh­jahr zer­set­zen dann die Boden­le­be­we­sen das Laub und geben wert­vol­le Mine­ral­stof­fe an den Boden ab.

Die­ses Laub bit­te ent­fer­nen!

  • Hil­fe für die Kas­ta­ni­en gegen die Minier-Mot­te: Gründ­li­ches Laub­sam­meln! Die Blät­ter müs­sen ent­sorgt wer­den, am bes­ten in Laub­sä­cken oder auf Wert­stoff­hö­fen der Stadt oder Gemein­de.
  • Lang­sam ver­rot­ten­de, gerb­stoff­rei­che Blät­ter von Wal­nuss oder Eiche soll­ten bes­ser gleich auf den Kom­post­hau­fen. Um die Ver­rot­tung zu beschleu­ni­gen, kann man Horn­spä­ne als Stick­stoff­ge­ber hin­zu­fü­gen.
  • Laub auf dem Geh­weg vor der Haus­tür muss weg­ge­fegt wer­den. Denn es kann bei Näs­se gefähr­lich rut­schig wer­den. Das gilt für Haus­be­sit­zer und Mie­ter, sofern es im Miet­ver­trag steht. Geht her­vor­ra­gend mit Rechen, Har­ke und Besen. Einen Laub­blä­ser braucht dafür wirk­lich nie­mand — auch wenn die Wer­bung im Bau­markt das Gegen­teil behaup­tet.

Noch einen guten Tip für den Umgang mit Laub?

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Über mich
Joern Ehlers

Gibt seit 17 Jahren dem Panda eine Stimme und erzählt gerne mal was vom Pferd. z.B. @JoernEhlers

3 Kommentare

  1. Avatar
    Hartmut Reinke
    9. November 2018
    Antworten

    Wer­de mei­nen ver­schrot­ten.
    Dan­ke für die Auf­klä­rung.

  2. Avatar
    Ilona Steiner
    11. November 2018
    Antworten

    Ich habe nie ver­stan­den, war­um die­se Höl­len­ma­schi­nen über­haupt zuge­las­sen wur­den. Ihr schä­di­gen­der Bei­trag auf die Umwelt schreit zum Him­mel. Sie gehö­ren ver­bo­ten. Beson­ders schlimm fin­de ich, dass öffent­li­che Ein­rich­tun­gen wie z.B. Grün­flä­chen­äm­ter zuneh­mend die­se Laub­sauger und ‑blä­ser anschaf­fen. Das ist steu­er­fi­nan­zier­te Umwelt­zer­stö­rung!

  3. Avatar
    Lothar Meiß
    13. November 2018
    Antworten

    Der deut­sche Ord­nungs­sinn tobt sich hier aus, ähn­lich wie beim wöchent­li­chen Rasen­mä­hen! Die Gar­zen­äm­ter müs­sen mit gutem Bei­spiel vor­an gehen, und den Rechen in die Hand neh­men oder einen grö­ße­ren Heu­re­chen ein­set­zen.

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