12 Raub­kat­zen, die Du (viel­leicht) nicht kennst


Raubkatze: Der Serval
Diese Katze hört sehr gut - aber wie heißt sie? © Martin Harvey / WWF

in Gras- und Busch­land, fel­si­ge­ren Gebie­ten und Wäldern.Diese Raub­kat­zen sind viel­leicht noch schö­ner als Tiger, Löwe, Leo­pard, Jagu­ar, Gepard und Puma – doch sehr viel unbe­kann­ter.

Sand­kat­ze: Die klei­ne Har­te

Wilde Katzen - Die Sandkatze unterwehs in der Wüste
Muss nichts trin­ken: Die Sand­kat­ze © iStock / Get­ty Images

Sieht aus wie die nied­li­che Miet­ze von neben­an, aber die­se Raub­kat­ze kann wirk­li­che Extre­me meis­tern: Die Sand­kat­ze lebt in der Saha­ra, auf der ara­bi­schen Halb­in­sel und in den Gebie­ten öst­lich und süd­lich des Kas­pi­schen Mee­res, wie der Kara­kum-Wüs­te. Dort ist es bekannt­lich sehr heiß. Und sehr tro­cken. Ihr dich­tes Fell iso­liert gegen extre­me Tem­pe­ra­tu­ren. Sie kom­men mit knapp 60 °C tags­über genau­so klar wie mit den bis zu ‑25 °C, die im Win­ter nachts erreicht wer­den kön­nen. Die Pfo­ten sind als Schutz vor dem bis zu 80 Grad hei­ßen Wüs­ten­sand mit einer Art Fell­filz bedeckt. Mit ihren gro­ßen Ohren kann die klei­ne Wild­kat­ze Beu­te selbst unter dem Sand hören. Und trin­ken muss sie qua­si nie. Ihren gesam­ten Bedarf an Flüs­sig­keit kann sie aus ihrer Beu­te decken.

Über die Sand­kat­zen ist recht wenig bekannt. Sie leben zurück­ge­zo­gen und sind schwer zu beob­ach­ten. Sie waren wohl nie beson­ders zahl­reich. Man geht aber davon aus, dass sie durch Lebens­raum­ver­lust und sin­ken­de Zahl an Beu­te­tie­ren noch sel­te­ner gewor­den sind. Auch machen ihnen ver­wil­der­te Hun­de und Kat­zen die Beu­te strei­tig, über­tra­gen Krank­hei­ten oder beja­gen die klei­nen Kat­zen direkt.

Asia­ti­sche Gold­kat­ze: Vie­le Far­ben, vie­le Namen

Wilöde Katzen: Die Asiatische Goldkatze
Furcht­los: Die Asia­ti­sche Gold­kat­ze © iStock / Get­ty Images

Asia­ti­sche Gold­kat­zen gibt es längst nicht nur in gold, son­dern in vie­len Far­ben. Es fin­den sich auch wel­che in grau, rot, zimt, schwarz und ver­schie­den­ar­tig gefleckt. Kame­ra­fal­len im nord­öst­li­chen indi­schen Bun­des­staat Aru­n­achal Pra­desh haben Asia­ti­sche Gold­kat­zen mit sechs ver­schie­de­nen Far­ben erfasst – in einem ein­zi­gen Tal! War­um kann die Wis­sen­schaft auch noch nicht wirk­lich erklä­ren.

Dem­entspre­chend haben sie auch vie­le Namen. In Chi­na heißt sie “Fel­sen­kat­ze” oder „Gel­ber Leo­pard“. Die ganz schwar­zen wer­den „Tin­ten­leo­par­den“ genannt, die mit Fle­cken­man­tel „Sesam­leo­par­den“. In eini­gen Regio­nen Thai­lands wer­den sie „Seua fai“ genannt —  Feu­er­ti­ger.

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Mit Groß­kat­zen wie Leo­pard oder gar Tiger sind die Asia­ti­schen Gold­kat­zen aber nicht näher ver­wandt. Die Asia­ti­sche Gold­kat­ze sieht in etwa so aus wie eine Haus­kat­ze, ist aber deut­lich grö­ßer und Männ­chen wie­gen bis zu 16 Kilo­gramm. Sie lebt in Nepal, Bhu­tan und im äußers­ten Osten von Indi­en bis nach Myan­mar, Thai­land, Malay­sia, Kam­bo­dscha, Laos, Viet­nam, im Süden Chi­nas und auf Suma­tra. Als Lebens­raum bevor­zugt sie Wäl­der, wur­de aber auch schon in Gras­land nach­ge­wie­sen.

In Thai­land wer­den sie in Fabeln als so wild und mutig beschrie­ben, dass sie angeb­lich sogar Tigern gefähr­lich wer­den kön­nen. Ein ein­zi­ges Gold­kat­zen­haar mit sich zu tra­gen soll dem Volks­glau­ben zufol­ge vor einem Tiger­an­griff schüt­zen.

Wegen des Ver­lusts ihres Lebens­raums und Wil­de­rei auf die hüb­schen Tie­re ste­hen sie auf der Vor­warn­lis­te der Welt­na­tur­schutz­uni­on IUCN.

Andenkat­ze: Die sel­te­ne Raub­kat­ze aus dem Hoch­ge­bir­ge

Wilde Katzen: Andekatze oder auch Bergkatze
Sehr kame­ra­scheu: Berg- oder Andenkat­ze © Sebas­ti­an Ken­ner­knecht / Min­den­Pic­tures / Arco­Images

Die Berg­kat­ze oder Andenkat­ze ist die bedroh­tes­te Rau­bat­zen­art Süd­ame­ri­kas – und wahr­schein­lich auch die här­tes­te. Sie lebt ihrem Namen ent­spre­chend in Chi­le, Argen­ti­ni­en, Boli­vi­en und Peru in den fel­si­gen, baum­lo­sen, kal­ten Regio­nen der Anden auf über 3000 Metern Höhe. Mitt­ler­wei­le wur­de auch eine wei­te­re Ver­brei­tung in der pata­go­ni­schen Step­pe bis run­ter auf 650 Meter Höhe ent­deckt. Doch nur weni­ge haben die Berg­kat­ze jemals gese­hen, geschwei­ge denn wis­sen­schaft­lich unter­su­chen kön­nen. Die ers­ten Film­auf­nah­men gelan­gen erst nach dem Jahr 2000.

Andenkat­zen sind etwa so groß wie Haus­kat­zen und jagen vor­nehm­lich Vis­cach­as, chin­chil­la­ähn­li­che Nage­tie­re. Es gibt wohl nur noch 1378 erwach­se­ne Andenkat­zen. Die Berg­kat­ze wird in der Roten Lis­te der Welt­na­tur­schutz­uni­on IUCN als stark Gefähr­det (End­an­ge­red) geführt. Sie sind von Lebens­raum­ver­lust und Jagd bedroht. In Zukunft wird ihnen in ihren Berg­le­bens­räu­men wohl die Erd­er­hit­zung zuset­zen. Doch es ist schwer, ein Tier zu ret­ten, das kaum jemand je sieht.

Kara­kal: Schwarz­ohr, nicht Wüs­ten­luchs

Raubkatze Schwarzohr Karakal
Bei die­sen Ohren wird jeder Luchs nei­disch: der Kara­kal © Mat­rin Har­vey / WWF

Kara­ku­lak bedeu­tet auf Tür­kisch „Schwarz­ohr“. Tat­säch­lich hat der Kara­kal beein­dru­cken­de Lau­scher, auf die sogar ein Luchs nei­disch wer­den könn­te. Der ver­brei­te­te Name Wüs­ten­luchs ist aber irre­füh­rend: Der Kara­kal wirkt zwar ein biss­chen wie ein Luchs, ist jedoch näher mit der Afri­ka­ni­schen Gold­kat­ze oder dem Ser­val ver­wandt.

Sie leben weit ver­brei­tet von West­afri­ka bis nach Nord­in­di­en. Das Beu­te­spek­trum ist sehr groß und reicht von Mäu­sen und Hasen bis zu klei­nen Anti­lo­pen und Vögeln. Da sie teil­wei­se auch Vieh jagen, wer­den sie in man­chen Län­dern als Schäd­lin­ge gejagt.

Auf der Roten Lis­te der IUCN wird der Kara­kal als nicht bedroht ein­ge­stuft. Süd­lich der Saha­ra ist er noch weit ver­brei­tet, in Nord­afri­ka und Zen­tral­asi­en aber gefähr­det.

Nebel­par­der: Klei­ne Groß­kat­ze

Raubkatze Sunda Nebelparder
Klei­ne Groß­kat­ze: Sun­da-Nebel­par­der © Alain Com­post / WWF

Der Nebel­par­der ist qua­si eine klei­ne Groß­kat­ze. Er sieht ent­fernt Leo­par­den ähn­lich (wes­we­gen er im eng­li­schen auch Clou­ded Leo­pard heißt). Er ist aber klei­ner und hat grö­ße­re, wol­ken­för­mi­ge Fle­cken, denen er auch sei­nen eng­li­schen Namen ver­dankt. Der Nebel­par­der ist zwar mit sei­nem Gewicht von maxi­mal 25 Kilo­gramm deut­lich klei­ner und leich­ter als Puma oder Gepard, wird im Gegen­satz zu ihnen aber zu den Groß­kat­zen gerech­net.

Der Nebel­par­der ist per­fekt für das Leben auf Bäu­men ange­passt. Sei­ne rela­tiv kur­zen Bei­ne und der lan­ge Schwanz machen ihn zu einem geschick­ten Klet­te­rer. Um zu jagen oder Stre­cken zurück­zu­le­gen kom­men sie aber doch meist auf den Boden.

Sonst weiß man nicht viel über Nebel­par­der. Erst 2006 fan­den Wis­sen­schaft­ler her­aus, dass es tat­säch­lich zwei ver­schie­de­ne Arten gibt. Neo­fe­lis nebu­losa fin­det man auf dem süd­ost­asia­ti­schen Fest­land bis nach Chi­na und bis in die Hima­la­ya-Aus­läu­fer Nepals. Neo­fe­lis diar­di, oder den Sun­da-Nebel­par­der, fin­det man nur auf den Inseln Suma­tra und Bor­neo. Die dor­ti­ge mas­si­ve Abhol­zung für Palm­öl lässt sei­nen Lebens­raum immer wei­ter schrump­fen. Es gibt schät­zungs­wei­se nur noch rund 3.800 Sun­da-Nebel­par­der auf Bor­neo und ledig­lich 730 auf Suma­tra.

Aber auch die kom­mer­zi­el­le Wil­de­rei setzt den Bestän­den schwer zu. Ihre hüb­schen Fel­le lan­den in gro­ßer Zahl auf den Märk­ten, ihr Fleisch wird geges­sen, ihre Kno­chen fin­den sich inzwi­schen in Tra­di­tio­nel­len Asia­ti­schen Medi­ka­men­ten – zum Teil als Ersatz für Tiger. Auch für den Haus­tier­han­del sind die Nebel­par­der gefragt.

Vom Nebel­par­der auf dem Fest­land gibt es nach Schät­zun­gen viel­leicht sogar weni­ger als 10.000 erwach­se­ne Tie­re, Ten­denz abneh­mend. Auf der IUCN Red List fin­den sich bei­de Arten als gefähr­det wie­der

Mar­mor­kat­zen: Nebel­par­ders klei­ner Dop­pel­gän­ger

Wilde Katzen: Marmorkatze in der Kamarafalle
Mar­mor­kat­ze in der Kame­ra­fal­le © WWF Indo­ne­sia

Sie ist zum Ver­wech­seln ähn­lich: Die Mar­mor­kat­ze ist so etwas wie die Mini­ver­si­on eines Nebel­par­ders. Die Fell­zeich­nung ist fast iden­tisch. Sie kom­men auch noch in den glei­chen Lebens­räu­men in tro­pi­schen Regio­nen Süd­ost­asi­ens vor. Mar­mor­kat­zen sind unge­fähr so groß wie Haus­kat­zen, sie wie­gen zwi­schen zwei und fünf Kilo­gramm. Auch sie leben ver­mut­lich viel auf Bäu­men, aber es ist sehr wenig über ihre Lebens­wei­se bekannt. Sie fres­sen, was der Wald her­gibt: haupt­säch­lich Vögel und Nage­tie­re wie Hörn­chen.

Bei der Gefähr­dung der Mar­mor­kat­zen sind sich Exper­ten nicht sicher. Auf­grund des gro­ßen Ver­brei­tungs­ge­biets und Ent­de­ckun­gen durch Kame­ra­fal­len in neu­en Gebie­ten gel­ten sie aktu­ell nur als gering gefähr­det. Ande­re Wis­sen­schaft­ler sehen sie als bedroht an.

Schwarz­fuß­kat­ze: Die klei­ne unbe­kann­te Raub­kat­ze

Wilde Katzen: Schwarzfußkatze
Klein, sel­ten, Schwarz­fuß­kat­ze © Gerald S. Cubitt / WWF

Die Schwarz­fuß­kat­ze ist eine der kleins­ten Raub­kat­zen welt­weit mit einem Gewicht von nur 1–2,5 Kilo­gramm. Die Unter­sei­te der Pfo­ten sind schwarz. Sie ist mit weni­ger als 1000 aus­ge­wach­se­nen Tie­ren wohl die sel­tens­te afri­ka­ni­sche Kat­ze und eine der scheu­es­ten. Doch trotz ihrer klei­nen Grö­ße ist sie eine der effek­tivs­ten Jäge­rin­nen.

Schwarz­fuß­kat­zen sind über­wie­gend nacht­ak­tiv. Anders als die meis­ten ande­ren Raub­kat­zen hält sie sich haupt­säch­lich am Boden auf. Den Tag ver­brin­gen sie in hoh­len Ter­mi­ten­hü­geln oder unbe­setz­ten Höh­len von Spring­ha­sen, Bors­ten­hörn­chen oder Erd­fer­keln.

In die Enge getrie­ben ver­tei­di­gen sich die klei­nen Kat­zen mit gro­ßem Mut. In Fabeln der indi­ge­nen San ist die Schwarz­fuß­kat­ze auch bereit eine Giraf­fe anzu­sprin­gen, um ihr den Hals durch­zu­bei­ßen. Wegen ihrer Tap­fer­keit wird sie manch­mal auch Amei­sen­hü­gel-Tiger genannt.

Seit 2002 gilt sie als bedroht.

Ser­val: Die Jäger mit den lan­gen Bei­nen

Wilde Katzen: Serval
Ser­val © Mar­tin Har­vay / WWF

Ser­va­le bewoh­nen ver­schie­de­ne Typen von afri­ka­ni­schem Gras­land und Savan­ne. Die lan­gen Häl­se und Bei­ne ermög­li­chen es ihnen über das Savan­nen­gras hin­weg zu schau­en. Ser­va­le fres­sen über­wie­gend Mäu­se und fan­gen einen Groß­teil ihrer Beu­te, indem sie hoch in die Luft sprin­gen und von oben auf der Beu­te lan­den. Dabei kön­nen sie Sät­ze von 3,5 Metern und 1 Meter Höhe machen. Sie wur­den auch schon beob­ach­tet wie sie 2–3 Meter in die Höhe schnel­len, um Vögel zu fan­gen oder wie sie mit ihren lan­gen Bei­nen in Höh­len grei­fen oder sogar fischen. Sie sind sehr erfolg­rei­che Jäger und essen sel­ten Aas. Weil sie aller­dings von Zeit zu Zeit auch Geflü­gel nicht ver­schmä­hen, wer­den sie teils auch als Schäd­lin­ge gejagt.

Der Ser­val kommt aus­schließ­lich in Afri­ka vor. Süd­lich der Saha­ra ist er noch weit ver­brei­tet, in Nord­afri­ka kommt er mit weni­ger als 250 Tie­ren nur noch ver­ein­zelt vor.

Die Fell­zeich­nun­gen des Ser­val sind sehr indi­vi­du­ell. Man­che haben sehr klei­nen Fle­cken, ande­re gro­ße, die am Nacken und Rücken in Strei­fen über­ge­hen. In Hoch­land­ge­bie­ten Ost­afri­kas gibt es auch voll­kom­men schwar­ze Ser­va­le.

Oze­lot: Behält jetzt sein Fell

Wilde Katzen: Ozelot
Sein Fell wäre ihm fast zum Ver­häng­nis gewor­den © Antho­ny B. Rath / WWF

Wegen ihres schö­nen Fells wur­den Oze­lo­te erbar­mungs­los gejagt. Bis Mit­te der 1970er Jah­re kamen jähr­lich bis zu 200.000 Fel­le in den Han­del. Die­se Zei­ten sind zum Glück vor­bei. Seit Janu­ar 1990 besteht ein abso­lu­tes inter­na­tio­na­les Han­dels­ver­bot – und die Bestän­de haben sich wie­der erholt.

Der Oze­lot ist der größ­te und wohl bekann­tes­te Ver­tre­ter der Par­del­kat­zen, einer ame­ri­ka­ni­schen Gat­tung klei­ne­rer, zumeist gefleck­ter Raub­kat­zen. Oze­lo­te kön­nen bis zu 15 Kilo­gramm schwer wer­den.

Der Oze­lot ist im Busch­land, in Man­gro­ven­wäl­dern, in der Gras­step­pe und im Regen­wald Mit­tel- und Süd­ame­ri­kas zu fin­den. Wegen ihres gro­ßen Ver­brei­tungs­ge­bie­tes zählt die IUCN sie noch nicht (bzw. nicht mehr) zu den bedroh­ten Arten. Eine aktu­el­le Bedro­hung stellt wie bei vie­len Wild­tie­ren die Zer­stö­rung und Zer­stü­cke­lung des Lebens­raums dar.

Pam­pas­kat­ze: Längst nicht nur in den Pam­pas 

Wilde Katzen: Pampaskatze
Schlecht gelaun­te Pam­pas­kat­ze © iStock / Get­ty Images

Pam­pas­kat­zen leben nicht nur in den Pam­pas, son­dern sind im mitt­le­ren und süd­li­chen Süd­ame­ri­ka in den ver­schie­dens­ten Lebens­räu­men weit ver­brei­tet. Aus­ge­wach­se­ne Pam­pas­kat­zen wie­gen bis zu 3,7 Kilo­gramm. Vom Erschei­nungs­bild her unter­schei­den sich die Pam­pas­kat­zen in den unter­schied­li­chen Regio­nen Süd­ame­ri­kas recht stark. Die Palet­te der Fell­fär­bun­gen reicht von rost­rot über gelb­lich bis grau, gepunk­tet, gestreift oder fast ohne Fell­zeich­nung.

Sie ernährt sich von Nage­tie­ren wie Meer­schwein­chen und Vis­cach­as sowie Boden­brü­tern. In Pata­go­ni­en fres­sen sie auch Eier und Küken von Pin­gui­nen. Viel mehr weiß man über die Pam­pas­kat­ze gar nicht.

Die Pam­pas­kat­ze wird von der IUCN als gering gefähr­det (Near Threa­tened) ein­ge­stuft.

Rost­kat­ze: die ganz Klei­ne

Wilde Katzen: Rostkatze
Klein, Kämp­fe­risch, Rost­kat­ze © iStock / Get­ty Images

Rost­kat­zen gehö­ren zu den kleins­ten Raub­kat­zen über­haupt. Sie sind klei­ner als eine Haus­kat­ze und wie­gen höchs­ten 1,6 Kilo­gramm. Sie leben in Indi­en und Sri Lan­ka in Gras- und Busch­land, fel­si­gen Gebie­ten und Wäl­dern.

Über das Leben die­ser Raub­kat­zen ist recht wenig bekannt. Sie sind haupt­säch­lich nacht­ak­tiv und aus­ge­zeich­ne­te Klet­te­rer und Jäger, die es auch mit grö­ße­ren Beu­te­tie­ren auf­neh­men.

Rost­kat­zen sind in ihrem Ver­brei­tungs­ge­biet eher sel­ten und müs­sen mit der Dezi­mie­rung ihres Lebens­rau­mes durch eine Viel­zahl von mensch­li­chen Ein­grif­fen kämp­fen — von Land­wirt­schaft, Berg­bau und Sied­lungs­ge­bie­ten bis hin zu rie­si­gen Solar­an­la­gen in Indi­en. 75 Pro­zent ihres Lebens­rau­mes dro­hen zu ver­schwin­den.

Jaguarun­di: Tagak­ti­ver Hüh­ner­dieb

Wilde Katzen: Jaguarundi
Jaguarun­di © Antho­ny B. Rath / WWF

Der Jaguarun­di bewohnt von Mexi­ko bis Argen­ti­ni­en Busch- und Gras­land. Sie kön­nen röt­li­ches oder grau­es Fell haben – bei­de Farb­va­ri­an­ten kön­nen in einem Wurf auf­tre­ten. Mit ihren kur­zen Bei­nen und dem lan­gen Schwanz erin­nern sie ent­fernt an Mar­der. Jaguarun­dis sind aber eng mit dem Puma ver­wandt. Sie sind mit höchs­tens acht Kilo­gramm aber viel klei­ner.

Das Ver­hal­ten der Jaguarun­dis unter­schei­det sich deut­lich von ande­ren wil­den Kat­zen. Jaguarun­di sind tags­über aktiv und ruhen nachts. Durch ihre tagak­ti­ve Lebens­wei­se wer­den sie häu­fi­ger beob­ach­tet — was zu der fal­schen Annah­me führt, dass Jaguarun­dis häu­fig vor­kom­men. Sie schei­nen die Nähe zu Men­schen aber bes­ser zu tole­rie­ren als ande­re wil­de Kat­zen. Sie mögen land­wirt­schaft­li­che Flä­chen, auf denen es reich­lich Rat­ten gibt. Ihr Appe­tit für Haus­hüh­ner sorgt aller­dings für Kon­flik­te mit Men­schen, die regel­mä­ßig töd­lich für die Kat­zen enden. Sie wer­den aller­dings nicht wie die gefleck­ten Rau­bat­zen Süd­ame­ri­kas direkt bejagt. Doch Lebens­raum­ver­lust und Zer­stü­cke­lung machen auch ihnen zu schaf­fen.

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Über mich
Anne Hanschke

Biologin im Artenschutzteam. Großstadtpflanze mit Wurzeln auf den großelterlichen Bauernhöfen. Sonnenanbeterin. Kann keiner Katze widerstehen und ist beim WWF zuständig für „alle anderen Arten“.

2 Kommentare

  1. Avatar
    Oli
    10. August 2019
    Antworten

    okay, ich habe zuerst gedacht: “Jaguarun­di” und so… schon klar! 😉
    Ich muss zuge­ben, ich habe kurz nach­schau­en müs­sen, ob heu­te 1. April ist… 🙂 aber gut, ich will es alles mal glau­ben… 🙂
    Nein, Spaß bei­sei­te, das war jetzt alles echt RICHTIG inter­es­sant!
    Hab´ ich (fast) alles noch nicht gewusst… und ich bin eben­falls Bio­lo­ge… pein­lich!
    Vie­len Dank für die­se TOLLEN Infos

  2. Avatar
    Konrad Masiero
    10. August 2019
    Antworten

    Ich freue mich dar­über, daß in über­sicht­li­cher Län­ge über teil­wei­se sehr sel­te­ne Tier­ar­ten (Pam­pas­kat­ze, Rost­kat­ze, Mar­mor­kat­ze, Berg­kat­ze, Sand­kat­ze) berich­tet wird und auch end­lich gute Bil­der in anstän­di­ger Auf­lö­sung dabei sind. Letz­te­res wünsch­te ich mir häu­fi­ger.

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