Die besten Orte in Deutschland, um Sternschnuppen zu sehen


Wer Sterne und Sternschnuppen sehen will, braucht einen dunklen Ort ohne Lichtverschmutzung. © iStock/getty images
Wer Sterne und Sternschnuppen sehen will, braucht einen dunklen Ort ohne Lichtverschmutzung. © iStock/getty images

Morgen ist die perfekte Nacht, um einmal in aller Ruhe in den Nachthimmel zu schauen und Sterne zu beobachten. In Deutschland ist ein Perseiden-Schauer, d.h. eine Nacht voller Sternschnuppen angesagt. Doch um den Sternenhimmel auch wirklich gut zu sehen, braucht es Dunkelheit. Wir verraten, wo es in Deutschland noch richtig dunkel ist und wo man am besten die Milchstraße sehen und Sternschnuppen zählen kann.

Warum wir keine Sterne mehr sehen

Wenn ihr in einer Großstadt wohnt, habt ihr sicherlich schon einmal bemerkt, dass ihr nachts die Sterne kaum sehen könnt. Das liegt daran, dass unsere Städte zu hell sind. Mit unserem künstlichen Licht verschmutzen wir die Nacht. Straßenlaternen, Industriebeleuchtung oder leuchtende Werbeflächen zerstören Nacht für Nacht die Dunkelheit.

Lichtsmog zerstört ganze Ökosysteme

Der sogenannte Lichtsmog macht nicht nur astronomische Beobachtungen des Nachthimmels schwer, sondern hat auch negative Folgen für Flora und Fauna. Der Wachstumszyklus von Pflanzen gerät durcheinander, Zugvögel können sich bei zu viel Licht nicht mehr an lebenswichtigen Signalen orientieren, und nachtaktive Tierarten sind irritiert. In einem Artikel der NZZ heißt es, dass allein in Deutschland in einer Sommernacht durchschnittlich mehr als eine Milliarde Insekten an Straßenlampen verenden. Und auch für den Menschen ist zu viel Licht nicht gesund. Denn genau wie alle anderen Tiere brauchen auch wir Erholungsphasen in Dunkelheit.

Berliner bei Nacht, kein Stern am Himmel - Lichtverschmutzung par excellence. © iStock/getty images
Berliner bei Nacht – Lichtverschmutzung par excellence. Keine Chance für Sternenfreunde. © iStock/getty images

Wo kann man die Milchstraße sehen? – Die dunkelsten Orte Deutschlands

Um der Lichtverschmutzung zu entfliehen, müsst ihr den Lichtradius unserer Städte verlassen. Nur an wenigen Orten in Deutschland könnt ihr den Sternenhimmel in absoluter Dunkelheit und seiner vollen Pracht genießen. Im Hochsommer ist es zwar erst sehr spät richtig dunkel, doch dafür könnt ihr die ganze Nacht im Gras liegen und in den Himmel gucken, ohne zu frieren. Packt einfach eine Picknickdecke, Snacks und Getränke ein und lasst euch von den unendlichen Weiten des Nachthimmels faszinieren. An diesen Orten geht das am besten:

1. Norddeutschland: Mecklenburgische Seenplatte und Nordseeinseln

Der Bereich um die Mecklenburgische Seenplatte gehört zu den Gegenden mit der geringsten Lichtverschmutzung in Deutschland. Auch einige deutsche Nordseeinseln können mit einem funkelnden Sternenhimmel in tiefschwarzer Nacht aufwarten. Auf der Insel Büsum kann man sogar in Schlafstrandkörben direkt an der Nordsee übernachten.

2. Ostdeutschland: Naturpark Westhavelland

Der Naturpark Westhavelland in Brandenburg, etwa 70 km westlich von Berlin, ist der berühmteste Ort für einen ungestörten Blick in den Nachthimmel. Der Sternenpark Westhavelland wurde 2014 zum ersten Sternenpark Deutschlands ernannt. Hier befindet sich auch Gülpe, der offiziell dunkelste Ort in ganz Deutschland.

3. Süddeutschland: Biosphärengebiet Schwäbische Alb

Im Süden der Bundesrepublik gibt es in der schwäbischen Alb dunkle Orte, zum Beispiel den ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen oder die Orte Ittenhausen, Kochstetten und Wolfswiesen. Die Initiative Sternenpark Schwäbische Alb hat es sich zum Ziel gesetzt, die Dunkelheit an diesen Orten zu erhalten und die Lichtverschmutzung zu bremsen.

4. Westdeutschland: Nationalpark Eifel

Auch der Nationalpark Eifel ist ein ausgewiesener Sternenpark. Bei verschiedenen Veranstaltungen auf der dortigen Sternwarte kann man mit Teleskopen den Himmel beobachten und die Kunst der Sternebeobachtung von AstronomInnen lernen.

5. Mitteldeutschland: Biosphärenreservat Rhön

An der Rhön gibt es auch Orte, an denen man gute Chancen hat, die Milchstraße zu sehen. Diese Karte vom Biosphärenreservat Rhön weist die besten Sterneguckerplätze aus.

 

Kein dunkler Ort bei euch in der Nähe?

Falls ihr nicht das Glück habt, in der Nähe einer dieser Sternengucker-Paradiese zu wohnen, könnt ihr auf dieser Lichtkarte nachsehen, wo es in eurer Nähe einen dunklen Ort gibt.

Europa bei Nacht © NASA
Europa bei Nacht © NASA

Was können wir gegen die Lichtverschmutzung tun?

Wir alle können einen kleinen Teil dazu beitragen, dass unsere Nächte wieder richtig dunkel werden. Klar, das größte Problem sind Straßenlaternen, Werbeflächen und Industriebeleuchtung, gegen die wir als Einzelne wenig unternehmen können. Aber auch vereinzelte Lichter in Höfen oder Gärten machen einen Unterschied. Also: Licht aus! Setzt weniger Beleuchtung im Freien ein und stattet eure Lampen wenn möglich immer mit Bewegungsmeldern aus, sodass sie nur dann leuchten, wenn es wirklich nötig ist. Der BUND informiert hier ausführlich über insektenfreundliche Leuchtmittel, die ihr auch in euren Gärten oder auf euren Balkonen einsetzen könnt. Mit insgesamt weniger und weniger hellen Beleuchtung tut ihr nicht nur HobbyastronomInnen und anderen nachtaktiven Tieren einen Gefallen, sondern spart übrigens auch echtes Geld.

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Über mich
Gesa Koch-Weser

Journalistin und Zeug-im-Internet-Produzentin im Dienste des Pandas. Ich mag Essbares aus der Natur, Salat vom Großstadtbalkon und digitale Delikatessen. Außerdem glaube ich fest daran, dass wir alle gemeinsam mit nur wenig Mühe viel verbessern können.

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