Kamt­schat­ka: War­um es kein Ölun­fall gewe­sen sein kann


Kamtschatka: Angeschwemmte tote Tiere, hier Kraken und Muscheln
Die Tiere kommen aus allen Tiefen und allen Gattungen © imago images / ITAR-TASS

Noch ist es ein Rät­sel, was die Mee­reska­ta­stro­phe vor Kamt­schat­ka ver­ur­sacht. Aber Öl war es nicht.

Der gan­ze Strand liegt vol­ler toter Tie­re. Es sind schlim­me Bil­der, die uns von der Was­ser­ver­schmut­zung in den Buch­ten Mala­ya Lager­na­ya und Srednya­ya Lager­na­ya an der Küs­te Kamt­schat­kas errei­chen. Es ste­hen noch die che­mi­schen Ana­ly­sen aus, was das Ster­ben ver­ur­sacht hat, aber wir kön­nen anhand der Bil­der schon eini­ge Ursa­chen aus­schlie­ßen.

Fol­ge uns in Social Media

Facebook
Twitter
Instagram
YouTube
RSS

 

Wir sehen in Kamt­schat­ka tote Muscheln, Kreb­se, Kra­ken, See­igel und aber auch Säu­ge­tie­re. Das heißt, es sind Tie­re und Pflan­zen aller mög­li­chen Mee­res­tie­fen und Arten­grup­pen betrof­fen. Sol­che Aus­wir­kun­gen kön­nen offen­sicht­lich nicht das Ergeb­nis eines Sturms oder einer Was­ser­ver­schmut­zung mit Öl sein. Die­se wür­de vor allem die Tie­re der Ober­flä­chen betref­fen. Eine natür­li­che Ursa­che ist bei dem sehr kal­ten und sauer­stoff­rei­chen Was­sers des Pazi­fiks sehr unwahr­schein­lich. Die Wahr­schein­lich­keit einer toxi­schen Kon­ta­mi­na­ti­on mit einer vom Men­schen her­ge­stell­ten hoch­lös­li­chen Sub­stanz ist dage­gen groß, da mas­sen­haft grund­le­ben­de Pflan­zen- und Tier­ar­ten ange­spült wer­den.

Kamtschatka: Angeschwemmte Seesterne und Seeigel
Ange­schwemm­te See­ster­ne und See­igel © ima­go images / ITAR-TASS

Für genaue­re Erkennt­nis­se müs­sen uns zunächst die Ergeb­nis­se der Was­ser­pro­ben und der Unter­su­chung toter Mee­res­tie­re vor­lie­gen. Erst danach wird es mög­lich sein, die Fol­gen und das Aus­maß der Ver­schmut­zung in Kamt­schat­ka zu beur­tei­len. Die Pro­ben wur­den zur Unter­su­chung in ein Labor nach Mos­kau gebracht.

Es ist ein gesamt­rus­si­sches Pro­blem

Die aktu­el­le Situa­ti­on in Kamt­schat­ka offen­bart aber ein Pro­blem von gesamt­rus­si­schem Aus­maß: das Feh­len eines prä­ven­ti­ven Umwelt­kon­troll­sys­tems. Unzu­sam­men­hän­gen­de föde­ra­le und loka­le Regu­lie­rungs­be­hör­den sind zwar bereit, Umwelt­ver­stö­ße mit Geld­bu­ßen zu bestra­fen, aber die Auf­de­ckung liegt oft bei der Bevöl­ke­rung, bei Anwoh­nern und Umwelt­ak­ti­vis­ten.

Russ­land steht vor enor­men Her­aus­for­de­run­gen im Umwelt­be­reich, durch die Kli­ma­kri­se, aber auch durch Ver­schmut­zun­gen der immer wei­ter ver­rot­ten­den Anla­gen aus sowje­ti­scher Zeit. Das hat zuletzt die ver­hee­ren­de Ölka­ta­stro­phe von Norilsk gezeigt. Es ist not­wen­dig, in Russ­land über­all ein Sys­tem der stän­di­gen Umwelt­über­wa­chung zu ent­wi­ckeln, bei der die zustän­di­gen Behör­den auf föde­ra­ler und loka­ler Ebe­ne eng zusam­men­ar­bei­ten müs­sen. Der WWF Russ­land hat Hil­fe bei der Schaf­fung eines sol­chen Sys­tems ange­bo­ten.

Wie hat Dir die­ser Bei­trag gefal­len?

Durch­schnitt­li­che Bewer­tung 4.6 / 5. Anzahl Bewer­tun­gen: 31

Sehr schön, das freut uns! Viel­leicht magst Du ja…

…die­sen Bei­trag jetzt tei­len:

Scha­de, dass Dir der Bei­trag nicht so gut gefal­len hat.

Dein Feed­back wäre sehr wert­voll für uns.

Wie könn­ten wir die­sen Bei­trag Dei­ner Mei­nung nach opti­mie­ren?

Vorheriger Beitrag Igel in Not - was tun? Igel richtig pflegen und füttern
Nächster Beitrag Rote Liste: Ein Drittel aller Säugetiere Deutschlands gefährdet

1 Kommentar

  1. Avatar
    Paula von Fürstenberg
    10. Oktober 2020
    Antworten

    Ich bin erschüt­tert von disem schreck­li­chen Ereig­nis im Meer vor Kamt­schat­ka! Hof­fent­lich wird bald gefun­den, was der Grund für die­ses gro­ße Ster­ben der Mee­res­tie­re sein könn­te? Viel­leicht wur­den wie­der mal irgend wel­che Ver­su­che mit Atom oder ande­ren star­ken Gif­ten unter Was­ser gemacht? Was da in Russ­land geschieht, kön­nen wir ja gar nicht wis­sen. Sol­che schreck­li­chen Ereig­nis­se wür­de sie ja bestimmt am liebs­ten geheim hal­ten.
    Möge Gott uns hel­fen, die schö­ne Welt zu erhal­ten!

Einen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.