Der Papst als Kämp­fer für das Kli­ma


Der Papst und das Klima: Franziskus
Klare Worte zur Klimakrise aus dem Vatikan CC0 Nacho Artega https://unsplash.com/photos/g453jQQnJ-U

Der Papst ist ein Kämp­fer für das Kli­ma. Das hat er schon öfter gezeigt. Etwa als Fran­zis­kus sich mit Gre­ta Thun­berg getrof­fen hat. Der Papst hat in sei­ner Umwelt­en­zy­kli­ka “Lau­da­to si” sei­ne Vor­stel­lun­gen von einer ganz­heit­li­chen Öko­lo­gie dar­ge­legt. Und der Papst ergreift ange­sichts des enor­men Rau­mes, der durch die Mut­lo­sig­keit vie­ler Regie­run­gen gelas­sen wird, selbst Initia­ti­ven. Und er ver­folgt sie im Lau­fe der Zeit auch wei­ter.

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Das beka­men auch die rund 50 inter­na­tio­na­len Wirt­schafts­grö­ßen zu spü­ren, die der Papst im Juni zum Kli­ma­gip­fel gela­den hat­te. Hin­ter den ver­schlos­se­nen Türen der Päpst­li­chen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten fand der Papst deut­li­che Wor­te. Er warn­te ein­dring­lich vor der Kli­ma­kri­se. Und er for­der­te einen radi­ka­len Ener­gie­wan­del. Die Erwär­mung müs­se auf 1,5°C begrenzt wer­den. „In der Enzy­kli­ka ‚Lau­da­to si‘ habe ich an alle Men­schen guten Wil­lens appel­liert, sich um die Pfle­ge des gemein­sa­men Hau­ses zu küm­mern und eine Ener­gie­wen­de her­bei­zu­füh­ren, um ver­hee­ren­de Ände­run­gen im Kli­ma abzu­wen­den, die das Wohl­erge­hen und die Zukunft der Mensch­heits­fa­mi­lie und ihres gemein­sa­men Hau­ses in Gefahr brin­gen könn­ten”, sag­te der Papst in einer lan­gen Rede vor den  Mana­gern. “In die­sem Zusam­men­hang ist es wich­tig, mit ernst­haf­tem Ein­satz eine Wen­de ein­zu­lei­ten, die wach­sen­den Ener­gie­ver­brauch mit gerin­ger Umwelt­ver­schmut­zung kop­pelt. Das ist eine epo­cha­le Her­aus­for­de­rung – aber auch eine gro­ße Gele­gen­heit. (…) Die Zivi­li­sa­ti­on ruft nach Ener­gie, aber der Umgang mit Ener­gie darf nicht die Zivi­li­sa­ti­on zer­stö­ren.“

Der Papst setzt das 1,5 Grad Ziel als mora­li­sche Schwel­le

Die Schwel­le von 1,5°C ist für den Papst nicht nur eine phy­si­sche, son­dern auch eine mora­li­sche Schwel­le. Die Welt, die wir zer­stö­ren, sei schließ­lich das Geschenk Got­tes an die Mensch­heit. Ich hal­te es für sehr bedeut­sam, dass das 1,5 Grad-Ziel auch zu einer reli­giö­sen Schwel­le wird. Sie gibt ein Gefühl für das mög­li­che Aus­maß des Scha­dens für Mensch, Natur und alles, was die Gläu­bi­gen Schöp­fung nen­nen.

Erklä­run­gen zu C02 unter­zeich­net

Nach dem Tref­fen unter­zeich­ne­ten die Mana­ger, dar­un­ter Ver­tre­ter von Exxon­Mo­bil, BP, Roy­al Dutch Shell, Total, Che­vron und Eni, eine Erklä­rung. Sie for­dern , dass die Regie­run­gen Prei­se für C02 fest­le­gen soll­ten, die Unter­neh­men und Inves­ti­tio­nen för­dert, wäh­rend sie “die Kos­ten für gefähr­de­te Gemein­schaf­ten mini­mie­ren und das Wirt­schafts­wachs­tum unter­stüt­zen”.

Die Unter­zeich­ner for­dern “zuver­läs­si­ge und wirt­schaft­lich sinn­vol­le CO2-Preis­re­ge­lun­gen, sei es auf der Grund­la­ge von Steu­ern, Han­dels­me­cha­nis­men oder ande­ren markt­ba­sier­ten Maß­nah­men”. Eine wei­te­re Erklä­rung besagt, dass “Unter­neh­men für Klar­heit für Inves­to­ren dar­über sor­gen soll­ten, wie sie den Ener­gie­wan­del pla­nen und inves­tie­ren”. Es sei wich­tig, “dass die Vor­stands­mit­glie­der kli­ma­be­zo­ge­ne Fra­gen im Rah­men ihrer Risi­ko­auf­sicht bewer­ten”.

Ich glau­be, dass die gemein­sa­me Unter­zeich­nung mit den Inves­to­ren eine neue Per­spek­ti­ve eröff­net. Und ich bin mir sicher, dass Papst Fran­zis­kus den Weg fort­set­zen wird. Und jeden an die Ver­pflich­tun­gen erin­nern wird, die noch zu erfül­len sind.

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Mariagrazia Midulla

Über mich
Mariagrazia Midulla

Als Leiterin Klimapolitik beim WWF Italien beschäftige mich mit technischen und wissenschaftlichen Themen (Klima und Energie) ohne Formalitäten, da ich sowohl die Natur als auch die Menschheit (und das Menschsein) liebe. Ich versuche, eine Zukunft für den Planeten, wie wir ihn kennen, zu sichern. Einschließlich der menschlichen Zivilisation, versteht sich. In der Hoffnung, dass sie die vielen Mängel wirklich korrigiert.

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