Vam­pi­re, Mumi­en, Hexen: Hal­lo­ween der Natur


Halloween Löwenmäulchen
Können Pflanzen gruselig sein? Aber ja! © Kym Szalay / iStock / Getty Images

Manch­mal muss man wirk­lich den­ken die Natur hät­te für den Hal­lo­ween­gru­sel Pate gestan­den. Oder war es gar anders rum? Jeden­falls gibt es Vam­pi­re, Mumi­en, Hexen und noch viel mehr zu entdecken. 

Knus­per Knus­per Knäuschen

Fingertier Halloween aye aye
Trick or tre­at? © ima­go / GFC Collection

Die­se „Hal­lo­ween-Hexe“ mit buck­li­gem Rücken, gro­ßen, gel­ben, bei Nacht leuch­ten­den Augen und strup­pi­gen Fell ali­as Fin­ger­tier gehört zu den Pri­ma­ten. Fin­ger­tie­re gibt es nur auf Mada­gas­kar. Sie leben nacht­ak­tiv und ernäh­ren sich am liebs­ten von Insek­ten, Insek­ten­lar­ven, Nüs­sen eben­so wie von Früch­ten. Als Anpas­sung an die Art der Nah­rungs­su­che besit­zen Fin­ger­tie­re zwei beson­de­re Merk­ma­le: ein nager­ähn­li­ches Gebiss mit mei­ßel­ar­ti­gen Schnei­de­zäh­nen und die namens­ge­ben­den ver­län­ger­ten Mit­tel­fin­ger, die als Tast- und Jagd­werk­zeu­ge die­nen.

Mit den lan­gen Fin­gern klop­fen die haus­kat­zen­gro­ßen „Hexen“ zum Bei­spiel Holz ab, um Hohl­räu­me zu orten, genau dort mit ihren kräf­ti­gen Zäh­nen die Rin­de auf­zu­bei­ßen und wie­der­um mit den lan­gen Fin­gern Lar­ven her­aus zu fischen. Auf die­sel­be Art und Wei­se prü­fen Fin­ger­tie­re die Qua­li­tät von Kokos­nüs­se und Man­gos und fres­sen nur die bes­ten Früch­te. Die­se Art der Nah­rungs­su­che ent­spricht der von Spech­ten, die aller­dings hin­ge­gen mit ihren Schnä­beln klop­fen und pulen.

Gürteltier Halloween
Kei­ne Mumie, ein Gür­tel­tier © ima­go stock&people

Das Tier als Mumie

Wer hat sich denn da in Klo­pa­pier ein­ge­wi­ckelt? Neun­bin­den-Gür­tel­tie­re haben einen plum­pen Kör­per, kur­ze Bei­ne und einen lan­gen Schwanz. Außen­her­um tra­gen sie einen Pan­zer. Die­ser besteht aus vie­len klei­nen Kno­chen­plätt­chen, die in der Kör­per­mit­te und am Schwanz in klo­pa­pier­la­gen­ar­ti­gen, gür­tel­ähn­li­chen Rin­gen ange­ord­net und mit der nächs­ten Rei­he gelen­kig ver­bun­den sind. So besit­zen die Tie­re trotz des Pan­zers eine gute Beweg­lich­keit. Am Kopf, in der Schul­ter­re­gi­on und auf Höhe des Beckens sind die Plat­ten zu Schil­den ver­wach­sen. Gür­tel­tierba­bys kom­men schon mit einem Pan­zer zur Welt. Die­ser ist aller­dings anfangs noch weich und ver­knö­chert erst im Lau­fe der Zeit. Der fer­ti­ge Pan­zer besitzt dann eine Stär­ke von ca. zwei bis drei Mil­li­me­ter und schützt die wan­deln­den „Mumi­en“ vor allem vor dor­ni­gem Gestrüpp und weni­ger gut vor Fress­fein­den wie Puma und Jaguar.

Wie es sich an Hal­lo­ween gehört, leben Neun­bin­den-Gür­tel­tie­re nacht­ak­tiv. Im Dun­keln gehen sie auf Nah­rungs­su­che. Mit einem Schlag ihrer lan­gen, kleb­ri­gen Zun­gen fan­gen sie vor allem Käfer, ande­re Insek­ten sowie klei­ne Wir­bel­tie­re. Tags­über ver­krie­chen sich die Neun­bin­den-Gür­tel­tie­re in ihren Erdhöhlen.

Halloween Moschustier
Zum Glück sind Moschus­tie­re Vege­ta­ri­er © ima­go images / Ardea

Bam­bi und Dracula

Die in bewal­de­ten Berg­re­gio­nen Mit­tel- und Ost­asi­ens leben­den Moschus­tie­re sehen auf den ers­ten Blick aus wie Rehe. Sie gehö­ren wie die­se zu den Paar­hu­fern. Aber weder Weib­chen noch Männ­chen tra­gen ein Geweih. Dafür besit­zen männ­li­che Moschus­tie­re lan­ge spit­ze Eck­zäh­ne, die weit aus dem Maul her­aus­ra­gen. Vor allem in der Brunft­sai­son set­zen sie die­se „Vam­pir­zäh­ne“ im Kampf gegen Art­ge­nos­sen ein, um sich Zugang zu Weib­chen zu ver­schaf­fen. Aber kei­ne Angst, bei der Nah­rungs­su­che spie­len die lan­gen Zäh­ne kei­ne Rol­le. Moschus­tie­re trin­ken näm­lich nur grü­nes Blut. Also, äh, sie ernäh­ren sich rein pflanzlich.

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Ein wei­te­res cha­rak­te­ris­ti­sches Merk­mal der männ­li­chen Tie­re sind die Moschus­drü­sen. Das wert­vol­le Sekret die­ser Drü­sen wird seit Jahr­tau­sen­den zur Her­stel­lung von Par­fü­men und Sei­fen sowie in der Asia­ti­schen Medi­zin ver­wen­det. In der Kos­me­tik­in­dus­trie ist ech­ter Moschus mitt­ler­wei­le wei­test­ge­hend durch künst­lich her­ge­stell­te Duft­stof­fe ersetzt. In der Asia­ti­schen Medi­zin ist Moschus aller­dings wei­ter­hin stark nach­ge­fragt. Vor allem in Chi­na und Korea wird Moschus bei Herz-Kreis­lauf­be­schwer­den eben­so wie bei Atem­wegs­er­kran­kun­gen ein­ge­setzt. Von den sie­ben Moschus­tier­ar­ten gel­ten alle als „bedroht“, sechs sogar als „stark gefährdet“.

Huh-Huuuuh

Laut­los schwebt die Ost-Krei­sch­eu­le durch die Nacht. Zur Hal­lo­ween­fei­er ist nur die graue Farb­va­ri­an­te ein­ge­la­den. Sie kommt natür­lich als Geist. Ihre Feder„ohren“ die­nen als Tarn­hil­fen im Geäst. Die Augen leuch­ten gespens­tisch in Gelb. Spoo­ky ist auch die Art wie Eulen ihren Kopf zu drei Vier­teln um die eige­ne Ach­se dre­hen. So kön­nen sie zum einen mit mini­ma­ler Bewe­gung in einem gro­ßen Bereich rund um sich her­um nach Beu­te suchen. Zum ande­ren kön­nen sie bei auf die Beu­te fixier­tem Blick im Jagd­an­flug kom­pli­zier­te Flug­ma­nö­ver aus­füh­ren, ohne die Beu­te aus den Augen zu ver­lie­ren. Ana­to­mi­sche Beson­der­hei­ten bei Eulen ver­hin­dern, dass sie sich bei den extre­men Ver­dre­hun­gen des Kop­fes die Blut­zu­fuhr zum Gehirn abschnüren.

Kreischeule Halloween
Was kreischt da so in der Nacht? Ein Pferd? © ima­go images / blickwinkel

Eigent­lich wäre das namens­ge­ben­de Krei­schen einer Krei­sch­eu­le im nächt­li­chen Wald ja schon schau­rig genug gewe­sen. Die Lau­te der Ost-Krei­sch­eu­le sind aber fast noch unheim­li­cher. Als Aus­nah­me die­ser Gat­tung wie­hert sie wie ein Pferd. Viel­leicht der kopf­lo­se Reiter?

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Nacht­jä­ger mit Röntgenblick

Die Zeich­nung der Wel­witsch-Fle­der­maus erin­nert mich an ein Kind im Ske­lett­an­zug. Des­halb habe ich sie für die­se Zusam­men­stel­lung aus­ge­wählt. Wel­witsch-Fle­der­mäu­se leben in den Savan­nen des süd­li­chen und öst­li­chen Afri­kas. Sie besit­zen ein brau­nes Fell, sind nacht­ak­tiv und machen Jagd auf Insek­ten. Man sagt Fle­der­mäu­se wür­den mit den Hän­den flie­gen. Tat­säch­lich sind bei die­sen ein­zi­gen flie­gen­den Säu­ge­tie­ren die Fin­ger­kno­chen stark ver­län­gert. Die Flug­haut spannt sich zwi­schen den Fin­gern, Armen und Bei­nen. Die­se ist bei der Wel­witsch-Fle­der­maus schwarz, die Kno­chen ihrer Fin­ger und Arme sind in leuch­ten­dem Hal­lo­ween-Kür­bis-Oran­ge nachgezeichnet.

Halloween Welwitsch-Fledermaus
Wel­witsch Fle­der­maus © Pio­tr Naskrecki

Zum Ruhen, Put­zen und Schla­fen hän­gen sich Fle­der­mäu­se kopf­über mit den Füßen auf. Dabei hilft ihnen ein Mecha­nis­mus ihrer Seh­nen, der ohne Mus­kel­kraft funk­tio­niert. So kön­nen sie stun­den- und mona­te­lang und sogar über den Tod hin­aus hän­gen blei­ben. Die Gebur­ten erfol­gen bei Fle­der­mäu­sen jedoch nicht kopf­über. Zum Gebä­ren stel­len sich die Weib­chen hin und fan­gen ihren Nach­wuchs mit den Flü­geln auf.

Fle­der­mäu­se sind ein wich­ti­ger Teil der Öko­sys­te­me. Sie fres­sen Insek­ten, bestäu­ben Blü­ten und ver­brei­ten Samen.

Zum (Beutel-)Teufel

Beu­tel­teu­fel gehö­ren eben­so wie Kän­gu­rus und Koa­las zu den Beu­tel­tie­ren und leben auf der süd­lich des aus­tra­li­schen Fest­lan­des gele­ge­nen Insel Tas­ma­ni­en. Von der Sta­tur sehen Beu­tel­teu­fel aus wie eine Mischung aus Hund, Rat­te und Mar­der. Namens­ge­bend sind nicht nur das schwar­ze Fell und die sich bei Erre­gung rot fär­ben­den Ohren, son­dern auch das mar­kerschüt­tern­des Geschrei und ihr aggres­si­ves Ver­hal­ten bei der Nah­rungs­su­che. Beu­tel­teu­fel haben star­ke Kie­fer und eine enor­me Beiß­kraft. Zu ihrem Beu­te­spek­trum zäh­len sämt­li­che Tier­ar­ten bis zur Grö­ße von klei­ne­ren Kän­gu­rus. Vor allem aber ernäh­ren sich Beu­tel­teu­fel von Aas. Sie ver­schlin­gen ihre Beu­te mit Haut und Haa­ren, ver­put­zen sämt­li­che Orga­ne und Tei­le des Skeletts.

Beutelteufel Halloween
Jetzt gibt es rote Ohren! © ozflash / iStock / Get­ty Images

 

Als Beu­tel­tie­re wer­den die Beu­tel­teu­fel­ba­bys in einem sehr frü­hen Sta­di­um gebo­ren und wach­sen dann im Beu­tel der Mut­ter her­an. Anders als bei Kän­gu­rus öff­net sich der Beu­tel der Beu­tel­teu­fel aller­dings nach hin­ten, so dass kei­ne Inter­ak­tio­nen zwi­schen Mut­ter und Kin­dern mög­lich sind. Bald nach­dem die jun­gen Beu­tel­teu­fel im Alter von einem knap­pen Jahr selbst­stän­dig gewor­den sind, paa­ren sich die Weib­chen erneut und der Zyklus beginnt von vorn.

Sind das Leichenteile?

Auch bei Pflan­zen gibt es Gru­se­li­ges zu ent­de­cken. Nach der Blü­te­zeit der Löwen­mäul­chen kom­men die aus­ge­trock­ne­ten Samen­kap­seln zum Vor­schein. Die­se sehen doch aus wie klei­ne Toten­köp­fe oder?

Und aus dem Reich der Pil­ze ist das Judasohr zu erwäh­nen. Der bräun­li­che Frucht­kör­per die­ses welt­weit ver­brei­te­ten Pil­zes hat häu­fig die Form einer Ohr­mu­schel. Judasoh­ren sind auch bei uns hei­misch. Wenn du eines fin­dest, drü­cke ich die Dau­men, dass es nicht echt ist…

Was fin­det ihr in der Natur beson­ders gru­se­lig? Schreibt uns!

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