Die vor-vorweihnachtliche Presseschau zur achtundvierzigsten Kalenderwoche startet mit einem Logo. Um genau zu sein: mit dem WWF-Logo. Der Panda ist Symboltier für den Artenschutz und zugleich ein Markenlogo mit hohem Wiedererkennungsfaktor. Trotzdem ist es faszinierend, wie ein Designer den stilisierten Panda in andere bedrohte Tierarten morphen lässt. Ob man daraus auch eine Kuh hätte machen können?
Kuh der Woche: Ein bisschen Camouflage
Yes Sir, I can boogie! – Zu mehr Armee hat es bei mir nie gereicht. Statt „zum Bund“ bin ich lieber Zivi geworden. (Unglaublich: Damals musste man seine Entscheidung noch mehrseitig begründen!) Nachdem die Bundeswehr 2014 noch eine peinliche „Frauen-Werbekampagne“ stoppen musste und wir lieber den gnädigen Vorhang des Schweigens über Wir.Dienen.Deutschland fallen lassen, finde ich die derzeitige Kampagne recht gelungen. Die Plakat- und Postkartenmotive sind schlicht im Camouflage-Look und stellen einzelne durchaus auch ironische oder gar selbstkritisch anmutende Slogans in den Vordergrund. Mein persönliches Highlight: „Wir kämpfen auch dafür, dass du gegen uns sein kannst.” Die Kampagne solle aufklären, dass der Job bei der Bundeswehr mit „einem Sinn“ verbunden sei, so die verantwortliche Agentur Castenow. BENTO-Redakteurin Julia Rieke fragt berechtigterweise: „Warum steht das eigentlich sonst in keiner Stellenausschreibung?“ Gute Kampagne hin oder her: Ich kann mir trotzdem nicht vorstellen zur Bundeswehr zu gehen. Und einen Job mit einem echten Sinn habe ich glücklicherweise auch gefunden. Der Transparenz wegen: Es gibt von mir tatsächlich einen Auftritt im Camouflage-Look. Der Anlass war damals allerdings keine Militärparade. Aber immerhin eine Parade.
Adopt a demonstrator
Der Klimagipfel in Paris steht unmittelbar bevor. Aufgrund der schrecklichen Anschläge wird es in der französischen Hauptstadt wegen eines entsprechenden Verbots keine großen Demonstrationen und Aktionen der Zivilgesellschaft geben. Doch dank der Aktion March4me von WWF und anderen NGOs kann jeder der möchte einen „verhinderten Demonstranten“ aus Paris und anderen Teilen der Welt adoptieren und auf seine eigene Klima-Demo vor Ort mitnehmen. Berlin geht übrigens am ersten Adventssonntag auf die Straßen. Auch der WWF Deutschland ist mit dabei.
Zwischen Himmel und Eis
Cineastische Begleitung zur COP21 gibt es übrigens auch: Seit Donnerstag läuft “Zwischen Himmel und Eis” in den Kinos. Die melancholisch-leise aber trotzdem spannende Doku begleitet den Glaziologen Claude Lorius auf seinen Expeditionen in das scheinbar ewige Eis der Antarktis. „Lorius ist eine Art Kronzeuge des Klimawandels“, beschreibt WWF-Kollegin Juliette de Grandpre in einem Filmhinweis dessen Arbeit. Der inzwischen 83jährige Wissenschaftler analysierte als erster die im antarktischen Eis eingeschlossenen Luftbläschen und führte so den Beweis des anthropogenen Klimawandels. Oscar-Preisträger Luc Jaquet hat dieses einzigartige Wirken bildgewaltig in Szene gesetzt.
Es geht auch ohne…
Raus aus der Kohle – diesen Weg hat der Allianz-Konzern eingeschlagen. Und dafür wird er gefeiert – von HANDELSBLATT bis SÜDDEUTSCHE ZEITUNG. Was es mit diesem Divestment-Ansatz auf sich hat und warum noch ein laaaanger Weg vor dem Konzern liegt, erklärt WWF-Kollege Matthias Kopp ausführlich in seinem Blog-Beitrag. Der Artikel ist besonders deshalb lesenswert, da Matthias für den WWF seit Frühjahr 2015 die Allianz berät, um deren Portfolio nachhaltiger zu gestalten.
#Lebensmittelverschwendung
Das Thema Lebensmittelverschwendung beschäftigt uns nun schon seit einigen Monaten sehr intensiv. Nach der Studie “Das große Wegschmeißen“ , der Gesetzesinitiative in Frankreich, dem #Essensretterbrunch und unserer Petition haben wir diese Woche unseren Blick gen Bundestag geworfen. Und wir müssen angesichts der aktuellen Haushaltsberatung leider feststellen: Eine umfassende Strategie gegen Lebensmittelverschwendung scheint für die Bundesregierung keine besondere Priorität zu haben. So ist nach wie vor keine Koordinierungsstelle gegen Lebensmittelverschwendung im Haushalt eingeplant worden. Doch Absichtserklärungen zum Wohlfühlen bringen uns bei dem Problem nicht weiter.