Kar­tof­fel­tag: Fünf Fak­ten zu Kartoffeln

Es gibt mehrere tausend Arten © iStock / Getty Images

1. Scha­len sind (oft) doch nicht gesund

Habt ihr bestimmt auch schon mal gehört: Das Gesun­de der Kar­tof­fel steckt in der Scha­le. Das stimmt lei­der nicht immer. Wie fast alle Obst und Gemü­se­sor­ten haben Kar­tof­feln eine Scha­le, die sie schützt. Kar­tof­feln haben — wie fast alle Pflan­zen — ja das Pro­blem, dass sie nicht weg­lau­fen kön­nen. Um sich vor deren Zugriff oder Pil­zen zu schüt­zen hat die klu­ge Kar­tof­fel einen beson­de­ren Abwehr­me­cha­nis­mus ein­ge­baut. Es sind Bit­ter­stof­fe in der Scha­le, die ab einer gewis­sen Kon­zen­tra­ti­on auch gesund­heits­schäd­lich sein kön­nen. Jun­ge Kar­tof­feln haben noch eine dün­ne Scha­le, aber je älter eine Kar­tof­fel ist, des­to dicker wird auch die Scha­le. Daher gilt: Bis auf die ganz jun­gen soll­te jede Kar­tof­fel vor dem Ver­zehr geschält wer­den. Dann erhält man ein siche­res, gesun­des Lebens­mit­tel. Übri­gens: Die Scha­len der meis­ten Obst­sor­ten sind gesund und kön­nen beden­ken­los mit­ge­ges­sen werden.

2. Kar­tof­feln sind kei­ne Bio-Deutschen

Fried­rich II. von Preus­sen ord­ne­te mehr­fach den Anbau von Kar­tof­feln an

Welt­weit gibt es rund 5000 Kar­tof­fel­sor­ten, die von Finn­land bis Indo­ne­si­en wach­sen. Eigent­lich über­all, nur nicht in den Tro­pen und der Ark­tis. Fast alle stam­men aus Süd­ame­ri­ka. In Peru gibt es mehr als 3000 ende­mi­sche Kar­tof­fel­sor­ten. In Euro­pa galt die Kar­tof­fel zunächst als Zier­pflan­ze, wegen ihrer schö­nen Blü­ten. Wie und durch wen die Kar­tof­fel zu uns kam, ist bis heu­te nicht genau geklärt, jeden­falls war es im 17. Jahr­hun­dert. In Deutsch­land sol­len die ers­ten Kar­tof­feln im Jah­re 1647 (nein, nicht in Preu­ßen) in Pil­grams­reuth, Ober­fran­ken ange­baut wor­den sein. Um den ste­ti­gen Hun­gers­nö­ten Herr zu wer­den, gab Fried­rich II. in Preu­ßen schließ­lich 1746 sei­nen ers­ten Kar­tof­fel­be­fehl her­aus. Den Bau­ern wur­de dar­in der Anbau „der sog. Tartof­feln, als ein sehr nütz­li­ches und sowohl für Men­schen als Vieh auf sehr viel­fa­che Wei­se dien­li­ches Erd-Gewäch­se, ernst­lich anbefohlen.“

Da bin ich voll beim alten Preu­ßen­kö­nig: Für die Kar­tof­feln spricht näm­lich, dass kei­ne Frucht so viel Kalo­rien pro Hekt­ar erzeu­gen kann wie die Kar­tof­fel — und sie hat auch noch die gerings­ten Treib­haus­gas­emis­sio­nen.

3. Deutsch­land impor­tiert Kar­tof­feln – obwohl das unnö­tig ist

Deutsch­land ist wich­tigs­tes Import­land für Früh­kar­tof­feln. Im Früh­jahr kom­men jedes Jahr immer noch Kar­tof­feln aus dem Aus­land, zum Teil aus Spa­ni­en, Isra­el oder Ägyp­ten, wo es häu­fig gro­ße Pro­ble­me mit Was­ser­knapp­heit gibt. Dabei kann man an über 300 Tagen im Jahr Kar­tof­feln aus Deutsch­land genie­ßen, bei gewis­sen Abstri­chen an der Schön­heit kann man das gan­ze Jahr über deut­sche Kar­tof­feln essen. Ab Mai wer­den die im Lager zwar etwas schrum­pe­lig und grau, sind aber noch sehr gut zum Ver­zehr geeig­net. Ach­tet doch beim nächs­ten Kauf ein­mal dar­auf, wo die Kar­tof­feln her­stam­men. Auch hier gilt wie immer: regio­nal und bio ist bes­ser. Damit seid ihr auf der rich­ti­gen Seite.

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4. Deut­sche essen immer weni­ger Kartoffeln

Der Pro-Kopf-Ver­brauch nimmt immer wei­ter ab. Aß jeder Deut­sche im Jahr 2000 noch 70 Kilo­gramm Kar­tof­feln und Kar­tof­fel­er­zeug­nis­se pro Kopf im Jahr, sind es mitt­ler­wei­le nur noch 53,7 Kilo. 1950 waren es heu­te kaum zu glau­ben­de 186 Kilo.

 

Chi­ne­sen soll mehr Kar­tof­feln essen. Die Par­tei will es — aus guten Grün­den © iStock / Get­ty Images

5. Chi­ne­sen essen immer mehr Kartoffeln

Auch Kar­tof­fel­pro­duk­ti­ons­welt­meis­ter sind die Deut­schen nicht. Russ­land pro­du­zier­te das drei­fa­che, Chi­na schon jetzt das Zehn­fa­che – und es soll noch deut­lich mehr wer­den. Für Wei­zen und Reis gibt es in Chi­na zu wenig Was­ser und zu vie­le Men­schen, jetzt soll die genüg­sa­me Knol­le hel­fen. Das chi­ne­si­sche Ernäh­rungs­mi­nis­te­ri­um preist die Kar­tof­fel in den letz­ten Jah­ren als „idea­les Nah­rungs­mit­tel“, das auch unter „kal­ten, tro­cke­nen und unfrucht­ba­ren Bedin­gun­gen“ gedei­he. Um den Chi­ne­sen die Knol­le schmack­haft zu machen, strahl­te der chi­ne­si­sche Staats­sen­der CCTV sogar eine Koch­se­rie aus, in der Köche die Ver­wen­dung nach klas­si­scher chi­ne­si­scher Rezep­tur zeig­ten: Kar­tof­fel süss-sau­er, Kung-Pao-Kar­tof­feln, Kartoffelnudeln.

Und was kannst du tun?

Es ist alles ganz einfach:

  1. Weni­ger Fleisch, mehr Kar­tof­feln! Wie­so? Uke zeigt’s im Video.
  2. Bio-Kar­tof­feln aus hei­mi­schem Anbau kau­fen. Das ist gut für’s Kli­ma und für dich.

Guten Appe­tit!

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Journalist und jetzt Redakteur beim Panda - weil unverändert überzeugt, dass wir Menschen es besser hinkriegen können. Noch immer optimistisch mit guten Vorsätzen.

Kommentare (3)

  • In Ihrem Beitrag über die Kartoffel fehlt m.E. der Hinweis, dass in der industreillen Landwirtschaft das Kartoffelkraut vor der Ernte mit einem Herbizid zum Absterben gebrtacht wird. Es handelt sich dabei um Diquat bromide (Reglone), das aber von manchen Wissenschaftlern als kritisch eingestuft wird. Was meinen Sie dazu?
    Mit freundlichen Grüßem
    Richard Wildner

    • Sehr geehrter Herr Wildner,
      ja Sie haben recht, das Pestizid Diquat Bromide wird laut PAN (Pestizid Aktions Netzwerk) Liste als akut gefährlich eingestuft und auch noch in Deutschland im Kartoffel-Anbau eingesetzt.
      Im konventionellen Anbau werden diverse Pestizide verwendet, mir ging es in meinem Blog aber nicht im Einzelnen um die Wirkstoffe.
      Daher auch der Hinweis möglichst Bio-Kartoffeln zu kaufen, da im ökologischen Landbau auf chemisch-synthetische Pestizide gänzlich verzichtet wird, damit ist man auf der sicheren Seite und hat möglichst wenig negative Umweltauswirkungen.

      Mit besten Grüßen
      Markus Wolter

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