War­um man Enten nicht füt­tern sollte

Freut das Kind, schadet den Enten und dem See © iStock / Getty Images

Beson­ders Kin­der fin­den es toll, wenn sie mit der Tüte rascheln und zahl­rei­che Enten, Bläss­hüh­ner oder auch Schwä­ne auf sie zulau­fen. Aber sie tun weder den Was­ser­vö­geln, noch dem Gewäs­ser einen Gefal­len damit.

Enten ver­tra­gen kein Brot

Schwänz­chen in die Höh‘: Enten ver­tra­gen Brot nicht gut © iStock / Get­ty Images

Enten fin­den in Parks eigent­lich genug zu essen. Aber für sie ist es natür­lich beque­mer das ange­bo­te­ne Brot zu essen, statt selbst auf Nah­rungs­su­che zu gehen. Brot oder Gebäck ist aber für die Enten unge­sund. Es lässt den Magen auf­quel­len und ent­hält zu viel Salz oder Zucker. Zudem ver­lie­ren sie auch durch die Füt­te­rung die Scheu vor Men­schen. Das kann für die Tie­re schnell gefähr­lich wer­den, sie kön­nen durch Unfäl­le auf der Stra­ße oder durch Hun­de getö­tet werden.

Was­ser­qua­li­tät leidet

Wenn’s denn sein muss: Bit­te an Land © iStock / Get­ty Images

Auch die Was­ser­qua­li­tät lei­det unter der Füt­te­rung, Brot­bro­cken und Enten­kot füh­ren dazu, dass das Was­ser mit zusätz­li­chen Nähr­stof­fen ange­rei­chert wird. Es ent­ste­hen immer mehr frei­schwim­men­de Algen. Die­se ver­hin­dern durch ihren Schat­ten das Vor­drin­gen der Son­nen­strah­len in tie­fe­re Ufer­be­rei­che und schließ­lich fehlt Unter­was­ser­pflan­zen das Licht für die Pho­to­syn­the­se. Sie ster­ben ab. Und mit ihnen oft das gan­ze Gewässer.

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Fol­ge: Pflan­zen sterben

Beson­ders im Som­mer kann das Gewäs­ser leicht umkip­pen. War­mes Was­ser bin­det weni­ger Sauer­stoff als kal­tes und wenn dann Blü­ten, Pol­len, Abwäs­ser und eben zusätz­li­che Nähr­stof­fe wie Enten­brot, in den See gelan­gen, kann die­ser schnell kip­pen. Der Sauer­stoff­ge­halt ist dann so nied­rig, dass Fische und Pflan­zen ersti­cken. Außer­dem wer­den durch das her­um­lie­gen­de Fut­ter auch ande­re Tie­re, wie Rat­ten oder Mäu­se angelockt.

Wenn man aber trotz­dem den Was­ser­vö­geln im Win­ter hel­fen möch­te, soll­te man die­se Tipps beachten:

  1. Wenn man aufs Enten füt­tern nicht ver­zich­ten möch­te, soll­te man zumin­dest auf spe­zi­el­les Was­ser­vo­gel­fut­ter aus dem Zoo­han­del oder dem Bau­markt zurück­grei­fen. Kein Brot!
  2. Nur so viel füt­tern, wie die Tie­re auch fres­sen. Wenn man merkt, dass sie satt sind, soll­te man sofort aufhören.
  3. Fut­ter immer am Ufer aus­le­gen, dann ver­schmutzt es nicht das Gewässer.
  4. Nach der Füt­te­rung soll­ten die Res­te auf­ge­sam­melt werden.
  5. Ver­schim­mel­tes Fut­ter scha­det den Tie­ren. Es gehört in den Bio-Müll.

Ich bin zwar noch nicht lange Teil der Panda-Familie, aber Umwelt- und Naturschutz waren mir schon immer wichtig. Als Kind versuchte ich über die Natur-AG in meiner Schule etwas zu verändern. Heute möchte ich als Social Media Managerin so viele Menschen wie möglich erreichen und mit den Botschaften des WWF zum Nachdenken anregen.

Kommentare (15)

  • Bin ganz und gar Ihrer Meinung. Man sollte aber auch erwähnen, dass mit Stöcken und Steinen nach Wasservögeln zu werfen, ihnen genauso schadet. Verlieren sie doch viel Energie durch das Flüchten, dass sie wiederum schwächt. Wenn Kinder unbedingt mit den Enten interagieren wollen, könnte man für kleines Geld eine Tüte KERNIGE Haferflocken kaufen. Diese können die Kinder in kleinen Häufchen am Ufer verteilen und dann von einiger Entfernung beobachten, wie die Enten schnatternd die Flocken aufnehmen. In Drogerien (die meist einfacher zu erreichen sind als Baumärkte), bekommt man auch ganze Weizenkörner, mit denen bei der Fütterung genauso verfahren wird, wie mit den Haferflocken.

  • Super Tipps. Das ist absolut wahr was hier erwähnt wird. Deswegen Enten nicht füttern und vor allem nicht im Wasser;)

  • Sehr gute Tipps. Gerade Kinder füttern die Enten immer wieder mit Brot. Die Enten werden zum Teil vollgestopft. Wie im Bericht schon richtig steht, quillt den Enten dabei der Magen auf. Ich werde auf meiner Seite auch darauf hinweisen. Vielleicht hilft es ja ein wenig!

    Viele Grüße,
    Andreas

  • Es ist richtig, dass Brot Enten schadet. Der Prozess der Eutrophierung ist allerdings nicht richtig dargestellt worden.

  • Liebe Frau Schulz, vielen Dank für Ihren Beitrag!
    Eine Frage bzw. Bitte: Wäre es möglich, dass sich der WWF diesbezüglich mal an Schulen und Kindergärten in ganz Deutschland wendet?
    Es ist in manchen Gegenden leider immer noch eine Unsitte, dass sich ganze Schulklassen auf dem Weg zum örtlichen Ententeich machen, um tonnenweise Brot hineinwerfen. Diskussion mit den Lehrern sinnlos (leider schon versucht), da wird man dann als Spielverderber beschimpft.
    Dabei könnte man gerade bei den Kindern ansetzen.... Und die würden das auch verstehen und wären in Zukunft die besten Multiplikatoren.
    Viele Grüße, Petra B.

  • Als Vogelbeobachter und Ringableser beobachte ich intensiv Vögel in der "freien Natur" und and Futterstellen und mich wundern die Argumente, die gegen die Fütterung angeführt werden. Daher würden mich die Originaluntersuchungen interessieren, auf denen diese Empfehlungen beruhen.
    - "Es lässt den Magen aufquellen und enthält zu viel Salz oder Zucker." Was ist ein aufgequellter Magen und welche Folgen hat das? Viele Vogelarten suchen sogar auf Mülldeponien nach Nahrung und können zwischen guten und schlechtem Futter zumindest so gut differenzieren, dass sie den Winter gut überstehen. Klar, Brot enthält Salz und Zucker, aber Stockenten suchen sogar im Wattenmeer und in Salzwiesen nach Nahrung, müssen also gut mit dem Salz zurecht kommen. Zuviel Zucker ist für uns Menschen inzwischen nicht mehr gut, aber als Energiequelle sollte es den Vögeln zusätzlich helfen gut über den Winter zu kommen. (Spätestens, wenn die Gewässer vereist sind, ist die Nahrungssituation für die Vögel schwierig.)
    - "Zudem verlieren sie auch durch die Fütterung die Scheu vor Menschen. Das kann für die Tiere schnell gefährlich werden, sie können durch Unfälle auf der Straße oder durch Hunde getötet werden." Ja, die Fluchtdistanzen reduzieren sich. Darin besteht für viele Menschen ja der Spaß bei der Fütterung. Aber Vögel können sehr gut zwischen Menschen, Autos und Hunden differenzieren. Ich sehe immer, dass die Fluchtdistanzen vor Hunden sehr hoch ist. Aus meiner Erfahrung entstehen die meisten Hundeopfer bei Gänsen, wenn sie abseits der Futterstellen in der Mauserzeit auf Parkwiesen nach Nahrung suchen und nicht schnell genug zurück ins Wasser kommen. Für Enten sind Autos keine Menschen. Die meisten Todesfälle gibt es nach meiner Einschätzung auf Schnellstraßen auf dem Lande im Frühjahr.
    - "Wasserqualität leidet" Ja, dem stimme ich zu. Jedoch werden in unsere Gewässer durch Landwirtschaft, Verkehr etc so viele Nährstoffe eingetragen, dass die meisten Gewässer eh schon sehr eutroph sind. Der Entenkot hat wahrscheinlich nur Anteil davon, was an Nährstoffen in unsere Gewässer kommt, solange das Gewässer nicht allzu klein ist. Also gerade an großen Seen oder Flüssen (mit regelmäßigem Wasseraustausch) vermute ich, dass der Effekt von Entenkot eher gering ist. Wenn man also im Winter füttert und das Futter an Land ausstreut, dann kann ich mir in den meisten Fällen nicht vorstellen, dass der Effekt so groß sein soll.

    Ein positiver Effekt ist auf jeden Fall, dass viele Stadtkinder einen Bezug zur Natur bekommen. Hier helfen auch keine Naturführungen, weil viele Fütterer werden dieses Angebot nicht wahrnehmen und einen Vogel im Spektiv zu sehen ist halt noch was anderes als wenn sich die Vögel einen Meter vor mir auf die Brotkrumen stürzen, die ich hingeworfen habe. Es sind die Natuschützer von morgen!

  • Also, ist das Schlimmste am Enten füttern, dass die Plastiktüte, in der das Brot gesammelt wurde, achtlos am Ufer weggeworfen wird. Manche entsorgen ihre Tüte auch im Spalt zwischen Hauswand und Dachrinne.

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