Kuh der Woche: Good News, Everyone!

So viele gute Nachrichten. Kuh der Woche gefällt das. © Roland Gramling / WWF

Die Pres­se­schau zur ach­ten Kalen­der­wo­che star­tet mit einer Erleuch­tung, einer Erkennt­nis uni­ver­sel­len Aus­ma­ßes, einer wah­ren Offen­ba­rung: Am Mon­tag ver­mel­de­te TURI2, dass Flo­ri­an Bio­tin, Chef­re­dak­teur des deut­schen PLAYBOY, kei­ne Redak­teurs­stel­le bei EMMA antre­ten wird. Zitat Bio­tin: „Wahr­schein­lich ist die Tür zur ‘Emma’ end­gül­tig ver­schlos­sen für mich.“  Wer hät­te es gedacht! Wenn Bio­tin statt für EMMA mal einen Bei­trag für den WWF-Blog schrei­ben will, ist er jeder­zeit will­kom­men.  Mög­li­che The­men: „Tie­ri­sche Lie­bes­be­wei­se“  oder die unkon­trol­lier­ba­re Musth-Pha­se bei Ele­fan­ten­bul­len.

Take me to the jungle II

Ver­gan­ge­ne Woche habe ich an die­ser Stel­le auf die neu­en Film-Trai­ler von Dschun­gel­buch und Tar­zan hin­ge­wie­sen. Wem das zu viel Fik­ti­on und Hol­ly­wood-Gedöns war, dem emp­feh­le ich einen Klick auf GOOD MORNING AMERICA von ABC NEWS. Mit neu­es­ter Kame­ra­tech­no­lo­gie, Droh­nen und 360-Grad-Look-Arounds ist ein Team der Fern­seh­show in Tan­sa­nia unter­wegs. Die Zuschau­er wer­den Ele­fan­ten, Löwen und Zebras wort­wört­lich mit neu­en Augen sehen.

Kuh der Woche: Good News!

Viel zu oft müs­sen Natur­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen schlech­te Neu­ig­kei­ten oder gar ech­te Kata­stro­phen­mel­dun­gen bekannt geben. Umso erfreu­li­cher, wenn es gleich zwei gute Nach­rich­ten aus dem Bereich Arten­schutz gibt – und die haben bei­de den Kuh der Woche red­lich ver­dient. Die ers­te kommt aus Nord­deutsch­land. Dort hat der WWF gemein­sam mit dem Wild­park Ekholt einen See­ad­ler nach einer über­stan­de­nen Blei­ver­gif­tung wie­der in die Frei­heit ent­las­sen. Blei­ver­gif­tun­gen sind bei See­ad­lern häu­fi­ge Todes­ur­sa­che und wer­den dadurch aus­ge­löst, dass die majes­tä­ti­schen Tie­re Res­te von blei­hal­ti­ger Jagd­mu­ni­ti­on mit der Nah­rung auf­neh­men. Die zwei­te gute Nach­richt ereil­te uns die­se Woche aus Island: Der Insel­staat hat ange­kün­digt, 2016 kei­ne Finn­wa­le jagen zu wol­len. Öko­no­misch mache das kei­nen Sinn. Wow, ech­te Schnell-Mer­ker! Trotz­dem: Dau­men hoch dafür! Apro­pos Dau­men hoch: Bei FACEBOOK heißt es jetzt nicht mehr nur „I like“! Das Netz­werk hat die­se Woche unter brei­tem Medi­en­in­ter­es­se fünf neue But­tons vor­ge­stellt… Ach was soll’s… Den Quatsch schenk ich mir jetzt. Auf jeden media­len Zug muss man nun wirk­lich nicht aufspringen…

Nach Paris ist vor dem Wandel

Gefreut haben wir uns auch, als auf der COP21 nach har­ten letz­ten Ver­hand­lungs­ta­gen und ‑näch­ten im Dezem­ber das ers­te für alle Staa­ten ver­bind­li­che Welt­kli­ma­ab­kom­men bekannt gege­ben wur­de. Die „Gro­ße Besche­rung in Paris“ haben wir damals geti­telt. Die Kol­le­gen von Green­peace haben nun das neue 1,5‑Grad-Ziel durch­rech­nen las­sen und „staun­ten über die Kon­se­quen­zen“, wie Micha­el Bauch­mül­ler in der SÜDDEUTSCHEN zu berich­ten weiß.  Bis 2035 müss­te nun die deut­sche Ener­gie­ver­sor­gung auf Erneu­er­ba­re umge­stellt, bis 2025 das letz­te deut­sche Koh­le­kraft­werk abge­schal­tet sein.

Zom­bies oder Heiratsantrag?

Eigent­lich soll­te an die­ser Stel­le eine alb­traum­haf­te Zom­bie-Mel­dung fol­gen. Doch die hebe ich mir – Ach­tung Cliff­han­ger – für ein ande­res Mal auf. Statt­des­sen blei­be ich lie­ber im Good-News-Modus. Das Online­por­tal QUEER berich­tet die­se Woche von einem Hei­rats­an­trag in luf­ti­ger Höhe: der Öko­lo­ge Kevin McClean war im Regen­wald von Pana­ma unter­wegs, um in den Baum­kro­nen Video­ka­me­ra­fal­len zu instal­lie­ren. Als sein lang­jäh­ri­ger Freund ihn besuch­te, lud er die­sen ein, mit empor zu stei­gen. Der per­fek­te Moment für einen Hoch­zeits­an­trag, fan­den bei­de unab­hän­gig von­ein­an­der. Fest­ge­hal­ten wur­de der Augen­blick von den zahl­rei­chen — eigent­lich zur Tier­be­ob­ach­tung instal­lier­ten — Kame­ras. Noch nicht genug von guten Neu­ig­kei­ten? Dann emp­feh­le ich das Blog „Gute Nach­rich­ten braucht der Mensch!“ In die­sem Sin­ne — frei nach Hubert J. Farns­worth: Good News, Everyone!

Roland Gramling ist Exil-Franke, Frankfurt-Fan und Berlin(West)-Bewohner. Nach dem Online-Journalismus-Studium in Darmstadt wechselte er auf die dunkle Seite der Macht und verkaufte seine Seele an die PR und Pressearbeit. Seit 2008 ist er Pressesprecher beim WWF Deutschland und seitdem auf der Suche nach dem Kuh des Lebens (oder zumindest der Woche). Er findet Pandas süß und Wölfe cool und hält Lady Gaga für die größte Poetin seit Oscar Wilde. Sonntags ist er stets am Tatort und damit grundsätzlich verdächtig. Kurzweilige Desorientierung ist mitunter beabsichtigt aber nie gewollt. Er kann nicht über sich selbst lachen und hält das auch noch für witzig. Fleisch kommt ihm nicht auf den Teller aber gerne mal unters Messer. Für ihn ist das Internet noch total Neuland-mäßig, aber die gedruckte Zeitung schon längst tot. In diesem Sinne: Muuuh!
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