Kuh der Woche: Hams­tern für das Sommerloch

Kuh der Woche: Hamstern für das Sommerloch

Gabri­els Mit­tel­fin­ger war nicht lang genug. Und „Skip­py 2“ wur­de über­fah­ren, bevor das arme Tier über­re­gio­nal pro­mi­nent wer­den konn­te.  Doch jetzt haben wir dank des neu­en Zivil­schutz­kon­zepts der Bun­des­re­gie­rung  (Man ach­te bei dem Arti­kel auf die phä­no­me­nal gute Bild­spra­che!) doch noch unse­ren gro­ßen Som­mer­loch-Auf­re­ger. Und das kei­nen Tag zu spät, schließ­lich ist der Som­mer ab ers­ten Sep­tem­ber zumin­dest meteo­ro­lo­gisch vorbei.

Kaufst du noch oder hams­terst du schon?

Zu Recht wun­dert sich Thors­ten Denk­ler  auf SUEDDEUTSCHE.DE: „Die Fra­ge müss­te nicht lau­ten, war­um das plötz­lich mit einem Zivil­schutz­kon­zept um die Ecke kommt. Son­dern war­um das so lan­ge gedau­ert hat.“ Schließ­licht ist das, was die Bun­des­re­gie­rung am Mitt­woch beschlos­sen hat, die neue Fas­sung des Zivil­schutz­kon­zep­tes von 1995, des­sen Grund­la­ge noch aus dem Jahr 1989 stammt. Also aus Zei­ten des Kal­ten Krieges.

Rich­tig lagern statt verschwenden

Wirk­lich neu sind die Emp­feh­lun­gen zum „hams­tern“ übri­gens auch nicht. Beim BUNDESAMT FÜR KATASTROPHESCHUTZ gibt es schon seit eini­ge Zeit eine „per­sön­li­che Check­lis­te” zum run­ter­la­den und „her­aus­tren­nen“.  Damit sol­che Hams­ter­käu­fe nicht zu neu­er Ver­schwen­dung führt, soll­ten Ver­brau­cher übri­gens unbe­dingt dar­auf ach­ten, die Lebens­mit­tel regel­mä­ßig auf­zu­brau­chen und durch neue zu ersetzen.

Hams­ter vom Aus­ster­ben bedroht

Neben gro­ßer, media­ler Hys­te­rie war es DER POSTILLON, der mal wie­der die Head­line des Tages schaff­te: „Nach Kauf­emp­feh­lung durch Regie­rung: Hams­ter deutsch­land­weit rest­los ver­grif­fen“ Frei­lich, ganz so schlimm ist es noch nicht. Aber tat­säch­lich steht der Feld­hams­ter in Deutsch­land auf der Roten Lis­te der bedroh­ten Arten und ist „Vom Aus­ster­ben bedroht“. Haupt­ur­sa­che ist die Inten­si­vie­rung der Land­wirt­schaft. Das macht nicht nur den klei­nen Nagern zu schaf­fen, son­dern auch zahl­rei­chen Insek­ten- und Vogel­ar­ten. Eine WWF-Stu­die zum Arten­schwund in deut­schen Agrar-Regio­nen gibt es hier.

Von Hams­tern und Eichhörnchen

Das Wort „hams­tern“ oder auch die „Hams­ter­käu­fe“ sind übri­gens dar­auf zurück­zu­füh­ren, dass die klei­nen Nage­tie­re gro­ße Vor­rä­te anle­gen, um den Win­ter zu über­le­ben. Sie sind dabei aller­dings nicht die Ein­zi­gen, die die­se Stra­te­gie anwen­den. Eich­hörn­chen, Mäu­se, man­che Vogel­ar­ten und sogar Bären legen sol­che Reser­ven an – und leis­ten durch ihre Ver­gess­lich­keit sogar noch einen Bei­trag für Wie­der­auf­fors­tung. Die wit­zigs­te, fil­mi­sche Auf­ar­bei­tung des The­mas lie­fer­te übri­gens DREAMWORKS vor eini­gen Jah­ren mit AB DRUCH DIE HECKE. In dem Ani­ma­ti­ons­film ist eine Grup­pe von Tie­ren in einer us-ame­ri­ka­ni­schen Vor­stadt auf Vor­rats­su­che. Na dann: Guten Hunger!

Roland Gramling ist Exil-Franke, Frankfurt-Fan und Berlin(West)-Bewohner. Nach dem Online-Journalismus-Studium in Darmstadt wechselte er auf die dunkle Seite der Macht und verkaufte seine Seele an die PR und Pressearbeit. Seit 2008 ist er Pressesprecher beim WWF Deutschland und seitdem auf der Suche nach dem Kuh des Lebens (oder zumindest der Woche). Er findet Pandas süß und Wölfe cool und hält Lady Gaga für die größte Poetin seit Oscar Wilde. Sonntags ist er stets am Tatort und damit grundsätzlich verdächtig. Kurzweilige Desorientierung ist mitunter beabsichtigt aber nie gewollt. Er kann nicht über sich selbst lachen und hält das auch noch für witzig. Fleisch kommt ihm nicht auf den Teller aber gerne mal unters Messer. Für ihn ist das Internet noch total Neuland-mäßig, aber die gedruckte Zeitung schon längst tot. In diesem Sinne: Muuuh!
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