Wald­brän­de in Indo­ne­si­en: Helft unse­rer Feuerwehr!

Die lokale Feuerbrigade braucht Unterstützung © WWF Indonesien

Den in Zen­tral­ka­li­mant­an lie­gen­den Natio­nal­park Tan­jung Puting hat es schlimm erwischt. Der Seban­gau Natio­nal­park , in dem wir seit Jah­ren inten­siv arbei­ten und den ich noch im August die­sen Jah­res besuch­te, war bis­her deut­lich weni­ger betrof­fen – nicht zuletzt durch unse­re jah­re­lan­gen Arbei­ten zur Wie­der­vernäs­sung durch Damm­bau. Wir hat­ten Glück. Und wir haben die loka­len Früh­warn­sys­te­me und Feu­er­bri­ga­den, deren Auf­bau wir unter­stützt haben. Doch Glück allein reicht viel­leicht nicht.

Lebens­raum brennt

Ob es in Seban­gau schon Ver­letz­te gab, konn­te mir noch nie­mand sagen. Wel­che kon­kre­ten Aus­wir­kun­gen die Brän­de auf die Tie­re wie den Orang-Utan haben ist noch unklar, doch genau wie der Mensch lei­det auch der Orang-Utan unter Atem­wegs­be­schwer­den. Vor allem ist sicher: Dort, wo der Wald abbrennt, gibt es erst ein­mal kei­nen Lebens­raum mehr. Die Lage ist ins­ge­samt eher düster:

  • Meteo­ro­lo­gen erwar­ten den Beginn der Regen­zeit nicht vor Ende Novem­ber. Solan­ge ist kein Ende in Sicht. Die Hef­tig­keit der Brän­de liegt unter ande­rem an extre­mer Tro­cken­heit als Aus­wir­kun­gen eines beson­ders star­ken El Niño-Jah­res.
  • Die Schu­len in Palag­ka­ra­ya sind nun schon seit knapp zwei Mona­ten geschlos­sen. Eine Art von Unter­richt wird über Tele­fon­kon­fe­ren­zen den­noch gemacht, Haus­auf­ga­ben via E‑Mail ver­teilt und kontrolliert.
  • Der Flug­ha­fen in Palang­ka­ra­ya ist eben­falls seit knapp zwei Mona­ten gesperrt.

Wir kön­nen für „unse­ren“ Seban­gau Natio­nal­park aber mehr tun, als nur die Dau­men zu drü­cken. Wir brau­chen neue Feu­er­wehr­aus­rüs­tung wie Was­ser­pum­pen, Feu­er­lö­scher, Atem­mas­ken, Schutz­klei­dung sowie medi­zi­ni­sche Schnell-Ver­sor­gung! Wir brau­chen Unterstützung!

War­um es uns betrifft

Feu­er löschen unter schwie­rigs­ten Bedin­gun­gen © wwf Indonesien

Die­se Situa­ti­on ist auch für uns dra­ma­tisch, selbst wenn es “nur” am ande­ren Ende der Welt brennt. Denn: Die Feu­er pro­du­zie­ren täg­lich mehr Emis­sio­nen als die gesam­te US-Wirt­schaft — und das seit über drei Mona­ten. Die Fol­gen für das Welt­kli­ma sind gra­vie­rend. Und sind wir nicht letzt­lich durch unser Kon­sum­ver­hal­ten mit­ver­ant­wort­lich für die­se Situa­ti­on? Denn die für Palm­öl- oder Zell­stoff­plan­ta­gen tro­cken­ge­leg­ten Torf­moo­re gera­ten leicht in Brand und tra­gen maß­geb­lich zur Feu­er­ka­ta­stro­phe bei.

Die Feu­er pro­du­zie­ren täg­lich mehr Emis­sio­nen als die gesam­te US-Wirtschaft

Im Novem­ber wer­den wir als WWF Deutsch­land eine Stu­die zu Wald­brän­den ver­öf­fent­li­chen. Da wer­den auch die Feu­er aus Indo­ne­si­en eine gro­ße Rol­le spie­len. Aller­dings brennt es längst nicht nur hier. Son­dern auch in Thai­land. Am Ama­zo­nas. Am Mittelmeer.

Die Ursa­chen sind aller­dings über­all ganz ähn­lich: Ent­wal­dung, Umwand­lung in Plan­ta­gen, Land­hun­ger, Igno­ranz und Gier.

Als Forstwissenschaftlerin arbeite ich beim WWF an internationalen Wald-und Klimaschutzprojekten. Der Erhalt der Wälder liegt mir besonders am Herzen. Als artenreichster Lebensraum beherbergt er nicht nur zwei Drittel aller Tier-und Pflanzenarten und ist von entscheidender Bedeutung für das Klima – auch bildet er die Lebensgrundlage für weltweit ca. 1,6 Milliarden Menschen. Solange jedoch dem Wald nicht sein „wirklicher“ Wert beigemessen wird, ist er auch weiterhin Opfer von Raubbau und Entwaldung.
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